Abenteuer

Weltreise Update & Status Quo! Wo, was,  wohin, warum und überhaupt…?

Weltreise Update & Status Quo! Wo, was, wohin, warum und überhaupt…?

Holy Moly! Jetzt ist tatsächlich ein halbes Jahr ohne Blogeintrag vergangen. Wir können es selbst kaum glauben und es tut uns leid, dass es so lange nichts von uns zu lesen gab. Jetzt wischen wir hier daher schleunigst die mehrere Zentimeter dicke Staubschicht weg und geben Euch ein lang überfälliges Update. 

Starten wir von vorne…

WAS WAR IN DEN LETZTEN 6 MONATEN SO LOS BEI UNS?

KANADA

Bis Ende März haben wir eine Wintersaison in den Rocky Mountains verbracht. Wie sich heraus gestellt hat, war der Job Lift Attendant noch anspruchsloser, als wir bereits erwartet hatten. Für interessantere Jobs hätten wir aufgrund unserer zeitlich begrenzten Visa allerdings entweder in einem anderem Resort arbeiten oder flunkern müssen. Und dafür waren wir zu ehrlich…  Auf der positiven Seite hatten wir durch unsere Anstellung im Ski Resort die Möglichkeit, uns in unserer nicht zu knappen Freizeit (gratis) in zahlreichen anderen nordamerikanischen Skigebieten im Schnee zu vergnügen. So kamen wir – obwohl unsere Ski-Saison aufgrund von Biene´s Beinbruch nur 6 Wochen kurz war – immerhin auf 100 abgefahrene Pisten im Panorama Mountain Resort, auf viele weitere Abfahrten in 9 weiteren Skigebieten der kanadischen Rocky Mountains, einem Skiwochenende auf US-amerikanischer Seite der Berge in Montana, und unsere ersten Abfahrten auf „Double Black Diamonds“-Pisten

Ansonsten genossen wir die Gemütlichkeit und den Luxus unseres Hauses am See Windermere sehr. Morgens sahen wir aus unseren Panorama-Fenstern die Sonne über den Rocky Mountains aufgehen, tagsüber liefen wir auf dem zugefrorenen See Schlittschuh oder Langlauf-Ski und abends kuschelten wir vor dem Feuer eines unserer Kamine ein. Unser erstes gemeinsames Haus hat Maßstäbe für alle weiteren gesetzt.

Ende März ging es für uns zurück in die Heimat. Wir feierten den 40. Geburtstag von Biene´s Schwester und den 60. Geburtstag von ihrem Patenonkel. Da es Anfang April in Süddeutschland aber noch kalt und ungemütlich war und wir uns nach dem langen, kalten Winter die Sonne herbei sehnten, buchten wir nach 2 Wochen in Deutschland spontan ein absolutes Flugschnäppchen.

MALEDIVEN

2 Tage später wachten wir deshalb auf den Malediven auf. Auf die Traum-Inseln im Indischen Ozean wollte Biene schon seit ihrer Jugend einmal fliegen. Et voila!

Auch wenn die meisten bei dem Gedanken an die Malediven luxuriöse All-Inclusive Resort-Inseln vor Augen haben, lassen sich die Trauminseln auch als Backpacker gut bereisen. Seit wenigen Jahren ist es Privatpersonen erlaubt, in den Dörfern der bewohnten Inseln Gästehäuser für ausländische Touristen zu führen. Das ist nicht nur günstiger, sondern in unseren Augen auch authentischer, abwechslungsreicher und interessanter. Und anstelle von Inselhopping mit Wasserflugzeugen lassen sich die verschiedenen Atolle günstig mit den lokalen Fähren erreichen. Wer jedoch auf seinen Cocktail zum Sonnenuntergang nicht verzichten möchte, ist auf den exklusiven Resort-Inseln besser aufgehoben: abseits von diesen herrscht auf den Malediven islamisches Gesetz und jeglicher Alkohol ist verboten. 

Da die Malediven im Vergleich zu anderen Ländern in Asien dennoch etwas kostspielig sind und gleichzeitig unsere Entdecker-Füße nach gut einer Woche Strand- und Badeurlaub wieder zu kribbeln begannen, verließen wir die Postkarteninseln wieder nach 8 herrlichen Tagen.

SRI LANKA

Unsere nächste Destination hieß Sri Lanka. Kaum angekommen, erschütterte eine Serie verheerender Terror-Attentate das Land. Unsere Reise deshalb abzubrechen, stand für uns nicht wirklich zur Debatte. Nach dem ersten Schock war schnell aufgeklärt, dass es sich um einen extremistischen Anschlag handelte – und dass ein solcher heutzutage leider jeden Tag fast überall auf der Welt geschehen könnte, wissen wir wohl spätestens seit den Anschlägen von London, Paris, Melbourne oder dem Berliner Weihnachtsmarkt. 

Unsere Erfahrungen der kommenden Wochen sollten unsere Entscheidung bekräftigen. Überall im Land trafen wir gastfreundliche und herzliche Menschen. Von denen alle in irgendeiner Weise persönlich vom plötzlichen Ausbleiben der Touristen betroffen waren und von denen sich keiner – egal ob Muslim, Christ, Buddhist oder Hindu – wünschte, nur 10 Jahre nach Ende des Bürgerkrieges erneut Unfrieden im Land zu erleben.

Schon an unserem 1. Tag organisierten wir uns spontan und entgegen unserer eigentlichen Pläne ein TukTuk. Die beste Entscheidung! Mit diesem erkundeten wir in 4 Wochen entspannt und unabhängig das gesamte Land. Dabei legten wir nicht nur Stopps an den bekannteren Spots ein, sondern fuhren auch abseits der touristischen Pfade viel über´s Land und sahen so, eingebettet in wunderschöne Natur, sogar jede Menge wilder Tiere. 

Sri Lanka ist sehr einfach zu bereisen, ein Großteil der Bevölkerung versteht etwas Englisch, die Preise sind sehr günstig, die Kultur interessant, die historischen Stätten bemerkenswert (Gleich 8 UNESCO Weltkulturerbestätten bietet Sri Lanka auf relativ kleinem Raum!), die Landschaft abwechslungsreich und die Menschen herzlich und aufgeschlossen – von der leckeren Küche Sri Lanka ´s ganz zu schweigen… 

Das optimale Land, um unser fünfjähriges Reisejubiläum zu begehen! 5 Jahre reisen wir nun schon um die Welt – manchmal erscheint es uns selbst unglaublich!

Nach 4 wunderschönen Wochen in Sri Lanka, in denn wir das kleine Land südlich von Indien in unsere Herzen geschlossen haben, ging es für uns abermals für einen Monat zurück nach Deutschland. Bis wir Mitte Juni wieder unsere Rucksäcke packten.

WO SIND WIR JETZT GERADE?

Wir sind zurück in Kanada. Hier werden wir noch einmal einen Sommer verbringen. Nachdem wir inzwischen fast ein Jahr in Kanada gelebt haben, ohne es in den Osten des riesigen Landes zu schaffen, sind wir dieses Mal zuerst für eine Stippvisite in den französisch sprachigen Landesteil geflogen. In Quebec erkundeten wir die historische Altstadt von Montreal mit dem Fahrrad, verköstigten die kanadische Spezialität Poutine an ihrem Ursprungsort, stiegen auf den namensgebenden Mont Real und lauschten groovigen Jazz-Klängen. 

Nach 2 Tagen reisten wir weiter nach Toronto. Der größten Stadt Kanada ´s statteten wir nur einen kurzen Besuch ab, bevor es weiter ging an die Niagarafälle. 

Mitten in der Nacht dort angekommen, packten wir kurzerhand unweit der berühmten Fälle unser Zelt aus – nun können wir erzählen, dass wir schon zum Tosen der Niagarafälle eingeschlafen sind. Am nächsten Morgen waren wir so auch die ersten dort und bewunderten zu früher Stunde ganz für uns die mächtigsten Wasserfälle Nordamerikas. 

In Niagara on the lake trafen wir uns mit Kevin, einem unserer kanadischen Arbeitskollegen von Skeena Meadows. Er fuhr mit uns über´s Land und zeigte uns etwas die Gegend. So erhaschten wir einen kleinen Einblick in die andere, flache und von Seen durchzogene Seite Kanada´s, die so anders ist als der bergige Westen des Landes. 

In Richtung Westen zog es uns dann auch weiter. Da Inlandsflüge in Kanada leider meistens ziemlich teuer sind und sich kurzfristig auch keine Überlandfahrt für uns ergab, machten wir uns per Anhalter auf in die USA, um von Detroit über Atlanta nach Vancouver zu fliegen. Nach dem wohl zähesten und anstrengendsten Tramp-Tag unserer bisherigen Anhalterkarriere kamen wir schließlich doch noch an und flogen am nächsten Tag nach British Columbia.

WAS MACHEN WIR HIER ?

Wir verbringen zuerst nochmal einige Wochen auf Skeena Meadows, dem Anwesen, auf dem wir im letzten Jahr den Sommer und Herbst über gearbeitet haben. Die Heuernte steht bevor und anscheinend haben wir letztes Jahr einen ganz guten Job gemacht. Wir sind wieder in unseren Bungalow am Fluss eingezogen, warten beim Kaffee auf vorbei laufende Schwarzbären, fahren Traktor, führen die Jagdhunde aus und planschen abends in unserem Hot Tub auf dem Deck. Wenn das Heu voll eingebracht ist, werden wir zum Wandern in die Rocky Mountains aufbrechen. Die Berge, mit denen Kanada für uns untrennbar verbunden ist und die auch der Grund sind, warum wir ursprünglich hergekommen sind. Letztes Jahr haben wir es nicht geschafft, hier wandern zu gehen und das wollen wir diesen Sommer nachholen. 

UND DANN? WAS MACHEN WIR IM ANSCHLUSS?

Im Herbst werden wir nach Australien reisen. Schließlich haben wir dort immer noch unser Auto stehen…

SIND WIR ÜBERHAUPT NOCH AUF WELTREISE?

Jain. Uns brennt es nach wie vor unter den Nägeln, noch mehr von unserer wunderschönen Welt kennen zu lernen. Es gibt viele Orte, Momente und Erfahrungen, die wir gerne noch erleben möchten. Auf der anderen Seite merken wir aber auch, dass wir gerade an einem Punkt sind, an dem wir uns überlegen, wie es für uns weitergehen soll. Wir reisen nun seit 5 Jahren. Haben unglaublich viel gesehen, erlebt und gelernt. Damit kommt eine gewisse Erwartung, Reise-Haltung und Rastlosigkeit einher.

Vielleicht ist es deshalb langsam an der Zeit für eine Veränderung, oder gar eine Kursänderung. 

WO WIRD DIE REISE HINGEHEN? 

Das – genau das – wissen wir selbst noch nicht genau. Die Möglichkeiten sind endlos. Wir haben inzwischen so viele Länder bereist und so viel erlebt, dass wir vielleicht gerne mal für eine Weile wo bleiben würden. Wir würden gerne mal wieder etwas Anspruchsvolles arbeiten, uns weiter entwickeln. Etwas Schaffen. Auf der anderen Seite gibt es auch noch viele Länder, die wir noch nicht bereist haben und die uns noch reizen. Einen ganzen Kontinent, Afrika, haben wir noch nicht gesehen auf unserer fünfjährigen Weltreise

Es gibt so viele Optionen, die wir uns für uns vorstellen können und gerade fällt es uns schwer, uns für eine zu entscheiden. Man könnte auch sagen: Wir würden gerne 1.000 Leben in dieses 1 stecken.

WARUM GAB ES HIER SO LANGE NIX NEUES MEHR ZU LESEN?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum Einen liegt das daran, dass wir das vergangene Jahr fast ausschließlich in Kanada verbracht haben und bis zum Frühjahr nur wenig gereist sind. Den Winter über haben wir – abgesehen von kleineren  Roadtrips durch die Rocky Mountains, entlang des Columbia Valley und ins Okanagen Valley – hauptsächlich in Invermere in Kanada verbracht. Auch eine wunderschöne Gegend, über die es viel zu erzählen gäbe. Aber irgendwie war letzten Winter die Luft raus und mir fehlte sowohl Inspiration als auch Motivation, etwas für den Blog zu machen. Zum Anderen hat es mir irgendwie komplett das Design verhauen. Dadurch sieht jetzt vieles nicht mehr so schön, sondern anders aus und die Wiederherstellung bedeutet Einfuchsen und zeitintensive Arbeit.

Hinzu kommt, dass wir mittlerweile weniger Zeit in Reiserecherchen stecken, sondern ein anderes Thema für uns stark in den Vordergrund gerückt ist: Unsere Umwelt. Seit wir uns verstärkt damit beschäftigen, welche Auswirkungen unser aller Lebensstil und Flugreisen auf unsere Erde haben, fragen wir uns manchmal, ob wir es überhaupt noch vor uns selbst vertreten können, andere zum (Flug-)Reisen zu inspirieren?

EXISTIERT DIESER BLOG DANN ÜBERHAUPT NOCH? 

Gute Frage! Ein halbes Jahr kein Update auf dem Blog – das ist im Internet sowas wie eine Lichtmillion Jahre. Aber vielleicht ist das hier ja die Sternschnuppe, die wieder etwas Bewegung in den Kosmos bringt.

Falls also irgend jemand diesen Blogeintrag liest, würden wir uns sehr über einen Kommentar unter diesem Beitrag oder einen Eintrag ins Gästebuch freuen! 

TUT SICH HIER KÜNFTIG WIEDER WAS?

Ja! Wir  möchten Euch nach wie vor an unserer persönlichen Reise teilhaben lassen, Euch mit uns mitnehmen und unsere Erfahrungen und Eindrücke mit Euch teilen. Vielleicht wird unser Blog sich etwas verändern – so wie auch wir und unsere Reise sich kontinuierlich weiter entwickeln. 

Neuland.

Neuland.

Zum ersten Mal seit längerer Zeit spüren wir heute wieder dieses Kribbeln im Bauch. Diese freudige Aufregung. Zu Beginn unserer Reise spürten wir sie ganz oft: Beim Aufbruch. Vor der Ankunft in einer Region, in der wir noch nie waren. Vor jedem neuen Land. Es kribbelt.

Und da ist die Vorfreude. Auf das Unbekannte. Auf all das, was uns in diesem neuen Land erwarten mag. Auf die Erlebnisse, Erkenntnisse, Begegnungen und Erfahrungen, die wir machen und erleben werden. Die schon bald zu uns und unserer Geschichte gehören werden. Vor uns liegt Neuland. Nicht nur im übertragenen, sondern auch im wörtlichen Sinne. Gut sichtbar liegt es bereits unter uns. Beinahe schon greifbar. Schon seit mehreren Stunden fliegen wir über das Land, in dem wir von heute an ein Jahr lang leben, arbeiten und reisen wollen. Es ist das flächenmäßig zweitgrößte Land der Erde.

Bis jetzt sehen wir vor allem viel Wasser. In gefrorenem Zustand! Zugefrorene Seen und Flüsse winden sich in natürlichen Schlangenlinien durch eine karge Weite. Es ist sonnig, nur wenige Wolken trüben hin und wieder die Sicht. Mit der Zeit wird das Eis weniger und braune Steppe löst die weiße Schneelandschaft ab. Die ersten Berggipfel erheben sich aus der Ebene. Langsam werden die Berge höher und die Täler dazwischen tiefer. Vermutlich fliegen wir nun bereits über die Rocky Mountains.

Während wir aus dem Fenster blicken, tanzen in unseren Köpfen die Gedanken. Springen von den letzten Tagen zuhause in Deutschland zu unserem Rucksackinhalt. Haben wir alles dabei? Uns erwarten verschiedene Klimazonen und 4 ausgeprägte Jahreszeiten. Dann springen die Gedanken weiter zu den wenigen Landesinfos, die wir bisher in Blogs und Reiseführern recherchiert haben. Formen daraus Ideen und Erwartungen an unsere Zeit hier – und springen wieder zurück zu der Erkenntnis, dass wir eigentlich noch kaum was über dieses riesige Land wissen.

Mit Absicht. Wie meist reisen wir ohne fixen Plan, ohne eine geplante Route und ohne zu wissen, wo wir in einer Woche sein werden oder wo und was wir im Laufe des Jahres arbeiten wollen. Wir haben eine ungefähre Idee, aber noch ist alles offen und nichts spruchreif. Was für andere unvorstellbar oder der pure Stress wäre, beinhaltet für uns die ultimative Freiheit.

Die Freiheit, das Land auf uns wirken zu lassen. Unvoreingenommen anzukommen und einfach zu erleben, wie es ist. Wo es uns gefällt. Was uns die Einheimischen empfehlen. Bis jetzt planen wir nur, dass wir für die ersten Wochen wieder unsere Rucksäcke schultern und die Wanderschuhe schnüren werden. Es warten unzählige Nationalparks mit eindrucksvoller Natur. Soviel ist sicher. Größere Strecken wollen wir per Anhalter fahren. In welche Richtung wissen wir noch nicht.

Im Anschluss…? Wir sind selbst gespannt, wo es uns hin verschlagen wird.

Was Kanada für uns bereit hält.

Die Vorfreude fühlt sich an wie Schmetterlinge im Bauch. Sie kribbelt.

 

Jahresrückblick 2017 – Teil 3!

Jahresrückblick 2017 – Teil 3!

Nachdem wir die erste Jahreshälfte von Patagonien bis nach Kolumbien quer durch Südamerika reisten, verbringen wir die Sommermonate komplett in good old Germany. Also eigentlich nichts, worüber wir auf einem Reiseblog schreiben können. Wir tun es trotzdem – weil wir hier in unserer Plauderecke tun können, was wir wollen und weil es uns auch in Deutschland nicht langweilig geworden ist:

JULI

Während Biene im Juli voll in die Planung unserer Hochzeit einsteigt, genießt Uli es, mal wieder seine Arbeitshose anzuziehen und sich handwerklich betätigen zu können. An den Wochenenden verbringen wir soviel Zeit wie möglich mit unseren Freunden und Familien, die wir so lange nicht gesehen haben. So grillen wir u.A. in Seedorf, in Aichhalden und in Rottenburg am Neckar, trinken Kaffee im Kraichtal, essen Sushi in Düsseldorf und picknicken zu Ballett im Suttgarter Schlosspark. Eine Reihe festlicher Anlässe gibt es im Juli auch: wir feiern den 1. Geburtstag und die Taufe von Uli’s Nichte, die Hochzeit von Biene’s langjährigster Freundin und zum Monatsende wird Uli’s Abschied vom Junggesellendasein legendär gefeiert.

AUGUST

Der August steht dann auch ganz im Zeichen unserer eigenen nahenden Hochzeit. Mit 6 Wochen bis zu dieser geht es so langsam an die 1.001 kleinen Details… Zum Glück finden wir viel Inspiration und Anregungen für diese in der raffinierten Wedding Box.

Neben Biene’s tollem Junggesellinnenabschied steht im Zuge unserer Hochzeit im August noch ein Fest vorab an: unser Polterabend! Kurzerhand werden Hof und Garten von Uli’s Eltern von uns zur Festplatzanlage hergerichtet und wir feiern eine herrliche Gartenparty! Das Schönste daran ist, dass wir einen Abend lang so viele Menschen um uns haben, die uns alle einen Teil unseres Lebens begleitet haben und uns wichtig sind: so feiern neben Jahrgängern, Freunden aus Kinder- und Jugendtagen, Familie, Sportkameraden und Ex-Arbeitskolleginnen auch unsere auf der Kreuzfahrt nach Brasilien neu gewonnen Freunde Francisca & Joachim sowie Petra mit uns. Francisca & Joachim reisen sogar eigens für unseren Polterabend für eine Nacht aus Hamburg an! Der Wahnsinn! Wir freuen uns sehr, all unsere Gäste zu sehen und schaffen es trotzdem kaum, mit allen annähernd ausgiebig genug zu quatschen…was vielleicht auch daran liegt, dass wir einen guten Teil des Abends mit Besen und Schaufel bewaffnet Scherben zusammen kehren. Aber wenn’s Glück bringt…alles so, wie es sein muss!

SEPTEMBER

Jetzt rückt mit großen Schritten unsere Hochzeit näher…und wir sind ohne in Hektik zu verfallen ganz gut mit den finalen Vorbereitungen ausgefüllt. Davor kommen uns Biene’s Patenkinder noch für drei herrliche Tage besuchen und wir beide radeln einen Tag nach Stuttgart. Wir haben einfach keine Lust mehr auf die dauerverstopfte A8 und ein bisschen Bewegung tut schließlich immer gut.

Und dann ist sie da: unsere Hochzeit! Dieser eine, erwartungsvolle Tag, auf den wir monatelang hingefiebert und vorbereitet haben. Und unser Tag ist noch viel schöner, als wir uns das hätten ausmalen können. Über unsere Hochzeit haben wir ja bereits einen extra Artikel geschrieben. Wir möchten uns jetzt auch nicht wiederholen. Nur eins wollen wir an dieser Stelle nochmal los werden: mit all den genialen Überraschungen hätten wir nie gerechnet – sei es das plötzlich aus Akkordeon und Trompeten erklingende Ave Maria in der Hochzeitskirche, das Crépes-Mobil beim Sektempfang oder die kreativen Programmpunkte und so viel mehr: wir feierten unsere persönliche Traumhochzeit und hatten ein unvergessliches Wochenende! Dazu machten es unsere wundervollen Freunde, unsere kreativen Familien und unsere perfekten Trauzeugen! Danke! Ihr seid einfach die Besten!

Nach unserer Hochzeit nehmen wir uns 2 Tage Zeit für uns. Zeit, um die einmaligen Erlebnisse zu reflektieren und für immer im Gedächtnis zu speichern. Wir sind immer noch voller Glücksgefühle und die halten auch noch an, lange nachdem wir all die wundervollen Geschenke auspacken und die Karten lesen.

Wenige Tage später bekommen wir unerwarteten Besuch: der Argentinier Paco, bei und mit dessen Bruder Alejandro und seiner Familie wir eine Woche lang auf Feuerland leben durften, tourt mit einem Freund auf dem Motorrad durch Europa. Es versteht sich von selbst, dass wir die beiden zu uns einladen und einen Tag mit ihnen fahren. Wir zeigen ihnen die schönsten kurvigen Sträßchen durch den Schwarzwald – und natürlich die weltgrößte Kuckucksuhr!

Dann geht es in großen Schritten direkt weiter: es ist die Einschulung von Biene’s Patentochter. Zeitgleich findet in Enzberg das jährliche Faustballfest statt, bei dem Uli natürlich mit auf dem Platz steht. Und so langsam beginnen wir auch wieder mit Reisevorbereitungen. Nur noch 6 Wochen bis zu unseren Flitterwochen!

OKTOBER

Bevor wir allerdings am 22. Oktober nach Thailand aufbrechen, haben wir noch einiges vor: Zum Monatsanfang feiern wir Biene’s Geburtstag mit einem vergnüglichen Tag im Freizeitpark und einer coolen Überraschungsparty. Im Anschluss machen wir uns reise-fit: wir aktualisieren und stocken unsere Ausrüstung auf, machen die routinemäßigen medizinischen Check-ups, erneuern unsere Auslandskrankenversicherung und Biene frischt ihr fotografisches Wissen bei einem Fotokurs auf. Und dann ist die letzte Woche vor unserem Abflug auch schon da. Wieder einmal verabschieden wir uns von Familie und Freunden. Am 22. Oktober steigen wir – noch etwas angeschlagen von der spontanen Abschiedsparty nachts zuvor – freudestrahlend und in Erwartung der neuen Abenteuer, die vor uns liegen, in den Flieger. Dass wir in unseren Flitterwochen anstelle eines exklusiven Resort-Urlaubs backpackend Insel-Hopping in Thailand’s Süden gemacht haben, wisst ihr bereits, wenn ihr den Post über unsere Flitterwochen in Thailand gelesen habt.

NOVEMBER

Am 8. November sind unsere Flitterwochen zu Ende. Und unsere Flittermonate downunder starten. 😉
Australien empfängt uns im Landeanflug auf Perth mit einem glühend roten Sonnenaufgang! Was für eine Begrüßung. Es fühlt sich gut an, wieder Fuß auf den roten Kontinent zu setzen. Mit dem Flughafenbus kommen wir super einfach ins Stadtzentrum und von dort zu Fuß zu unserem für 2 Nächte gebuchten Hostel. Nach einem guten Kaffee und einer Dusche gehen wir los zu einer ersten Erkundungtour. Alles ist uns vertraut. Das typische australische Straßenbild, die schattenspendenden Überdachungen der Gehsteige und „Hotel“ heißende Pubs. Wir erkennen Gebäude und Parks wieder; wissen, in welchen Supermärkten wir frischen Saft und wo wir gutes Fleisch kaufen und dass wir unsere Trinkflaschen an Trinkbrunnen auffüllen können. Anders als bei unserer Ankunft in Darwin vor 2 Jahren trifft uns der gewaltige Preisunterschied zwischen Südostasien und Australien dieses Mal nicht so hart – aber wir verbringen dieses Mal davor ja auch nur 2 Wochen in Thailand und nicht 8 Monate in Südostasien. Auch sonst läuft alles wie am Schnürchen: Schon nach 2 Tagen ziehen wir in eine WG mit einer sympathischen Australierin. Da sind wir bereits stolze Autobesitzer! Wie schon vor 2 Jahren fällt unsere Wahl auf einen Mitsubishi Challenger – bei dem Modell kennt Uli sich jetzt schon bestens mit den mechanischen Feinheiten aus. Außer einer grundlegenden Tiefenreinigung braucht unser neues allradgetriebenes Fahrzeug auch nicht viel, um vom Vorstadt-Zweitwagen zum mobilen Heim umgerüstet zu werden. Zwischen Auto putzen und aufrüsten machen wir noch einen Tagesausflug nach Rottnest Island: hier leben Quokkas – die wohl putzigsten Tierchen ever!

Kaum sind die letzten Hundehaares des Vorbesitzers aus unserem Auto entfernt; die Innenausstattung wie Matratze, Küchenutensilien etc. gekauft; ein Regal eingebaut und die Scheiben abgedunkelt, geht die Fahrt auch direkt los: Innerhalb von nur 3 Tagen Jobsuche erhalten wir mehrere gut klingende Angebote und so besteht die größte Schwierigkeit diesmal für uns darin, uns für eines davon zu entscheiden. Und das fällt uns wahrlich nicht leicht! Nach viel Abwägen und Hin- und Her-Gerissenheit ist auch das geschafft. Gewonnen hat das australische Outback: eine große Rinderfarm im abgeschiedenen tropischen Norden Australien’s. In unseren Köpfen haben wir das Bild der letzten Farm, auf der wir arbeiteten. Nur etwa zwanzig Nummern größer: denn auf dieser Rinderfarm werden auf einer Fläche von 600.000 Hektar an die 20.000 Rinder gehalten. Das Farmgelände ist so riesig, dass es in 3 eigenständige Gehöfte unterteilt ist:

  • das Hauptgut, auf dessen 400.000 Hektar der Großteil der Rinder umher streifen,
  • das vom Haupthaus 3 Stunden Fahrt entfernte Gut in Strandnähe, auf dessen 200.000 Hektar Weideland hauptsächlich die jungen Rinder grasen – und wo wir eingesetzt werden sollen
  • die von dort nochmal 80 km weiter entfernte Außenstation mit Bewässerungsanlagen. Hier wächst auf 300 Hektar saftig grünes Gras. Ein starker Kontrast zum kargen Steppengras der übrigen Weiden. Auf den bewässerten Paddocks stehen die Rinder zur Endmast. Gleichzeitig wird von diesen Wiesen Heu gemacht, um es während Dürren den Herden der beiden anderen Anlagen zufüttern zu können.

Also machen wir uns auf den 2.000 km langen Weg dorthin. Leider zeigt sich nach unserer Ankunft aber ein etwas anderes Bild: Wallal Downs ist nicht wie die vorige Farm familien-geführt, sondern gehört einem Millionär aus der Stadt. Geleitet wird sie von einem General Manager. Die meisten Angestellten bleiben nicht viel länger als ein Jahr und irgendwie ist hier von den Verwaltern bis zum Gärtner keiner richtig heimisch. Und das spürt man. Hinzu kommt, dass die Arbeit für uns unzufrieden stellend ist: nachdem uns der General Manager so schnell wie möglich hier haben wollte, scheint der Gutsverwalter nun nicht so recht zu wissen, welche Arbeit er uns auftragen soll. So stehen wir in der ersten Woche viel rum oder machen zu Dritt Jobs, die eigentlich Ein-Mann-Aufgaben sind. Pferde gibt es auch keine. So hadern wir die ersten 10 Tage mit unserer Entscheidung, uns für dieses Angebot entschieden zu haben.

Zum Glück ist wenigstens der Eighty Miles Strand nur 2 km von unserem Cottage entfernt. Zwar können wir aufgrund der Krokodile und Haie hier nicht im Meer baden, aber um diese Jahreszeit kommen nachts bei Flut Meeresschildkröten zur Eiablage an Land. Mehrmals haben wir das Glück, den bis zu 150 kg schweren Tieren zusehen zu dürfen, wie sie sich mit Mühe den Strand hoch ziehen, mit vollem Körpereinsatz Nester graben, Eier legen, dann mit ihren Hinterflossen die Nester fast liebevoll mit Sand bedecken und solange Sand darauf schaufeln, bis das Nest nicht mehr zu erkennen und so bestmöglich vor natürlichen Feinden geschützt ist.

DEZEMBER

Anfang Dezember ergibt sich für uns zum Glück ein anderer Einsatzbereich auf der Farm: das Verwalterpaar der Bewässerungsanlagen fährt für 6 Wochen in Urlaub. Und wir sollen es vertreten! Abgesehen davon, dass das für Biene – anders als vor Arbeitsantritt vereinbart – auch Haushalts- und Küchenarbeit einschließt, bringt der Umzug hauptsächlich Positives für uns. Die ersten beiden Wochen ist das Verwalterpaar noch vor Ort und zeigt uns die täglichen Abläufe und alles Nötige. Ab Mitte des Monats sind dann nur noch wir beide und unser australischer Kollege Dan auf der Anlage. Jetzt können wir endlich arbeiten 🙂

Uli fährt größtenteils Traktor und mäht, schwadert oder häckselt Gras. Dazwischen verbringt er auch viel Zeit in der Werkstatt, um die recht alten Maschinen zu reparieren und instand zu halten. Biene ist währenddessen für das leibliche Wohl von uns Dreien verantwortlich. Das heißt hauptsächlich Brot backen, salzige Snacks und süße Naschereien für die Vesperpausen bereit halten, Mittagessen vorbereiten und Abendessen kochen. Das Fleisch stammt dabei von der Farm selbst. Für alle ungekühlt lagerbaren Lebensmittel gibt es einen begehbaren, randvoll gefüllten Vorratsraum. Frische Lebensmittel kommen nur alle 14 Tage per LKW aus dem 2.000 km entfernten Perth! So abgelegen ist die Farm. Da wir ja nur drei Personen sind (außer wenn gelegentlich Mechaniker für einige Tage auf der Anlage sind oder Dienstleister über Nacht bleiben), bleibt ihr neben der Arbeit im Haus noch genug Zeit, um ebenfalls alle paar Tage was auf dem Traktor oder mit dem Frontlader zu arbeiten. Nebenbei ist sie für die Baum- und Rasenpflege der noch ziemlich neuen (und kargen) Anlage verantwortlich. Und macht die Büroarbeit. Unser Kollege Dan kümmert sich hauptsächlich darum, dass die Rinder immer auf den richtigen Paddocks grasen, dass die Bewässerungsanlagen funktionieren und kommuniziert mit dem General Manager.

Die Arbeit macht uns hier einiges mehr Spaß als am Gutshof – wir wissen, was zu tun ist und können selbständig arbeiten. So geht der Arbeitstag, der für uns jeden Morgen um 6 Uhr beginnt und um 17 Uhr endet (bzw. für Biene um 19 Uhr, wenn das Abendessen auf dem Tisch steht) schneller vorbei. Und befriedigender als Beine-in-den-Bauch-stehen ist es allemal. Es ist gut, abends zu sehen, was wir tagsüber geschafft haben! Meist ist das eine ganze Menge.

Und dann steht plötzlich schon Weihnachten vor der Türe! Heilig Abend machen wir früher Feierabend und die Küche bleibt kalt. Zur Feier des Tages schenkt uns der Himmel einen glutroten Sonnenuntergang, den wir zusammen mit Dan bei einem Weihnachts-Picknick und eisgekühlten Drinks am Strand genießen. Die beiden Weihnachtsfeiertage haben wir frei. Wir beide fahren für eine Nacht ins 420 km entfernte Broome. Hier campen wir – in derselben Düne wie vor 2 Jahren – am goldgelben Cable Beach und genießen bei BBQ und mit den nackten Zehen im Sand tropische Weihnachten. Was das heißt? Das heißt, dass Uli die Nacht lang kaum ein Auge zu macht und am nächsten Morgen schweißgebadet ist – weil es hier um diese Jahreszeit – Regenzeit – auch nachts nicht unter 30 Grad abkühlt und unser Auto anders als unser Zimmer auf der Farm keine klimatisierten 24 Grad hat… Schön war es trotzdem!

Da die Regenzeit gleichzeitig auch die Hurrikan-Season ist, stehen direkt nach Weihnachten statt dem Tagesgeschäft ungeplant dringend andere Arbeiten an: der erste Hurrikan der Saison hat sich angekündigt. Jetzt muss schnellstens alles niet- und nagelfest gemacht werden. Uli und Dan sind 2 Tage lang mit Festzurren der Bewässerungsanlagen, Verschweißen von Seecontainern und Sichern von Maschinen beschäftigt. Im Endeffekt schwächt sich der Hurrikan dann kurz vor der Küste ab und bringt außer einem Nachmittag mit heftigem Wind nur gerade genug Regentropfen, um den roten Sand zu befeuchten. Aber das kann eben keiner vorher sagen.

An Silvester neigt sich das Jahr schließlich seinem Ende zu. Wir planen einen unspektakulären Jahresausklang: Zur Feier des Tages lädt uns Dan ins 40 km entfernte Roadhouse zum Abendessen ein. Im Anschluss wollen wir Zwei uns um 21 Uhr das riesige Feuerwerksfestival von Sydney im Fernsehen anschauen (die Ostküste ist der Westküste 3 Stunden voraus) und um Mitternacht vielleicht noch mit einem Glas Wein anstoßen. Daraus wird so aber nichts… Nach dem Essen im Roadhouse lädt uns der dortige Koch Rob zu sich auf die Veranda ein – und bei Musik, Tequila, vielen Geschichten aus aller Welt und aus allen Lebenslagen, Bier und viel Gelächter amüsieren wir Vier uns so sehr, dass wir glatt Mitternacht verpassen und bis in die frühen Morgenstunden hinein quatschend unter’m Sternenhimmel sitzen!

Und so findet dieses Jahr seinen überaus gebührenden Abschluss!

2017 war für uns rundherum ein grandioses, sehr ereignisreiches und glückliches Jahr. Es hielt so viele einmalige Momente und Erlebnisse für uns bereit! Für 2018 wünschen wir uns daher ganz bescheiden nur ein: dass es nicht weniger gut wird als das Jahr zuvor 😉

Jahresrückblick 2017 – Teil 2

Jahresrückblick 2017 – Teil 2

Nachdem wir Euch im 1. Teil unseres Jahresrückblickes 2017 berichtet haben, was wir von Januar-März erlebt haben, geht es hier nun weiter mit dem 2. Quartal 2017. Diese Monate halten einige der Highlights unseres Südamerika-Trips für uns bereit:

APRIL

Die erste Hälfte dieses Monats steht voll und ganz im Zeichen des Wanderns. Unsere erste Wanderung absolvieren wir im Colca Canyon: Dieser Canyon ist mit einer Tiefe von 3.269 Metern der zweittiefste Canyon der Welt. Noch tiefer ist nicht etwa der Grand Canyon (der ist lediglich 1.800 Meter tief) , sondern nur der nahe Cotahuasi Canyon. Einen Tag lang steigen wir in den Canyon ab, den zweiten Tag laufen wir am Boden der Schlucht entlang und dann geht es am 3. Tag wieder hinauf. Die Höhenunterschiede machen sich beim Wandern nicht nur in knacksenden Knien und in Oberschenkeln so weich wie Wackelpudding bemerkbar, sondern auch an den Temperaturen: Verfluchen wir am frühen Morgen vor unserem Start auf 3.287 Metern noch die kalte Dusche im Hostel, ist es am selben Abend an unserem Etappenziel – die 2.100 Meter tiefer liegenden Oase Sangalle – soviel wärmer, dass wir zu gerne in den von Palmen gesäumten Swimming Pool springen. Genauso gerne lassen wir uns am nächsten Tag in die heißen Quellen neben dem Fluss am Boden der Schlucht gleiten, um unsere von Muskelkater steifen Muskeln zu entspannen, bevor es sm dritten Tage wieder 1.400 Meter hinauf geht.

Die dreitägige Wanderung dient uns auch zur Akklimatisierung an die Höhenluft: nach einem kurzen Abstecher in Peru’s „weißer Perle“, wie die Stadt Arequipa auch genannt wird, verbringen wir einige Tagen in der wunderschönen und kulturell spannenden Altstadt von Cusco.

Von dort brechen wir auf zur längsten Mehrtageswanderung unseres Südamerika Trips.

Hier deren Rahmenbedingungen:

  • 9 Wandertage,
  • 3.810 Meter Höhenunterschied
  • 120 Kilometern Länge,
  • Überquerung von 2 Bergpässen über 4.000 Meter,
  • höchster Punkt auf 4.670 Metern,
  • Start in Cachora, Endziel Aguas Calientes (Machu Picchu Pueblo),
  • Wetter und Temperatur je nach variierender Höhenlage von tropisch schwül über mäßig angenehm bis kalt und regnerisch,
  • unterwegs kaum bis keine touristische Infrastruktur.

Warum wir diesen Weg zu Machu Picchu wählen? Zum einen, weil wir die erst in den 1970ern ausgegrabene Inkastadt Choquequirao besuchen wollen. Dorthin gibt es keine geteerten Straßen, keine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und keine Taxis. Choquequirao liegt extrem abgelegen auf einer steilen Bergkuppe. Tatsächlich sind die Ruinen von Choquequirao noch so unerschlossen, dass nur ein mehrtägiger Fußmarsch auf schmalen Muli-Bergpfaden einen dorthin bringt (noch! Glaubt man den lokalen Gerüchten, soll Choquequirao zur „Schwester von Machu Picchu“ ausgebaut werden). Zum anderen wollen wir uns Machu Picchu verdienen. Wir wollen keinen Tagesausflug dorthin unternehmen und in wenigen Stunden durch die Ruinen hetzen, nur um sagen zu können, dass wir auch dort waren. Die Inkas hatten einen ausgeprägten Sinn für die Ästhetik der Landschaft in ihrer Architektur und all ihre Stätten liegen an atemberaubend schönen Flecken. Und die wollen wir ausgiebig bewundern. Also gehen wir zu Fuß. Es wird die anstrengendste Wanderung unseres Trips!

Den ersten Tag wandern wir 6 Stunden bergab, am zweiten geht es ausschließlich bergauf. An beiden Tagen zusammen machen wir aufaddiert mehr als 3.000 Höhenmeter. Am 3. Tag unserer Wanderung erreichen wir Choquequirao! Wir haben die Ruinen ganz für uns und dürfen sogar mitten auf den Terrassen unser Zelt aufschlagen. Wir erkunden die Überreste der historischen Bauten, Mauern und Terrassen und sind beeindruckt, mit welcher Raffinesse und wieviel Wissen die Inkas diese Stätte im 15. Jahrhundert geschaffen haben.

Weiter führt uns ein steiler Bergpfad vorbei an Minenschächten, in denen noch von Hand Gold geschürft und auf Eseln abtransportiert wird. Inzwischen sind wir in jede Himmelsrichtung mindestens 2 Tage Fußmarsch von der nächsten Straße entfernt. Die folgenden Tage sind ein stetes Auf und Ab. Der höchste Pass mit 4.670 Metern Höhe verlangt uns alle Kraft ab. In dieser Höhe ist die Luft ziemlich dünn. Mit jedem Atemzug versuchen wir so viel Sauerstoff wie möglich in unsere Lungen zu pumpen. Wie in Zeitlupe setzen wir einen Fuß vor den anderen. Alle paar Meter müssen wir anhalten, nach Luft schnappen. Schon ein Schluck aus der Wasserflasche bringt uns aus der Puste. Aber wir schaffen es! Gemeinsam erreichen wir die Passhöhe. Wir sind tierisch stolz auf uns: Darauf, dass uns unsere Beine hier hoch getragen haben. Und wir aus eigener Kraft soweit oben stehen. Diese Wanderung von Choquequirao nach Machu Picchu ist jede Anstrengung wert und lohnt sich auf jedem Meter. Eine Tagesetappe später müssen wir unsere Wanderung 2 Tage vor Aguas Calientes allerdings abbrechen. Ein Steinschlag hat die Hängebrücke über einen reißenden Fluss und eine tiefe Schlucht beschädigt und das Gebiet ist abgesperrt. Also nehmen wir einen Umweg über  Hidroelectrica. Von hier nach Aguas Calientes muss jeder laufen. Oder die 18 USD teure Zugfahrt nach Aguas Calientes bezahlen. Wir laufen natürlich und schaffen die 10 km lange Strecke entlang der Bahngleise in 3 Stunden. Endspurt!

Dann sind wir da: am Michu Picchu. Oder besser in Aguas Calientes, dem Ausgangsort am Fuße des Berges. Ein Dorf, das ausschließlich für und wegen der Scharen an Touristen gebaut wurde, die jeden Tag hierher strömen. Souvenirshops reihen sich an Massagesalons und Boutiquen mit Alpaka-Pullovern, dazwischen finden sich Restaurants jeder Landesküche und Preisklasse. Marktschreier versuchen mit Happy Hour Angeboten und Gratis Drinks die vorbei gehenden Touristen in ihre Restaurants zu lotsen. Nach Peru’s ursprünglichem Bergland finden wir hier den krassen Gegensatz zu den einfachen Bauernhäusern aus Lehm mit Meerschweinchen im Wohnraum. Wir sind im ersten Moment von dem Trubel etwas überfordert. Aber Aguas Calientes hat auch sein Gutes: Nach 8 Tagen auf Wanderung mit einfacher Campingküche haben wir einen Bärenhunger. Also gehen wir erstmal Pizza essen. Dann essen wir peruanisch. Und einen Burger. Zum Nachtisch gönnen wir uns noch Eis. Alles an einem Abend! Ganz entgegen unserer sonstigen Gewohnheit greifen wir in Aguas Calientes auf das (Über-)Angebot internationaler Speisen zurück. Authentisch peruanisch ist – zumindest auf der Touri-Meile – hier eh nichts. Und die schiere Anzahl an Restaurants drückt zur Nebensaison mächtig die Preise. Meist bekommen wir zum Essen einen Pisco Sour (DER peruanische Nationalcocktail) gratis dazu.

Machu Picchu selbst sehen wir am nächsten Tag leider zuerst nur verschwommen: die Wolken hängen so tief, dass ein Großteil der Stätte darin verschwindet. Es regnet außerdem so stark, dass wir bereits nach dem zweistündigen Aufstieg trotz Regenkleidung bis auf die Unterwäsche durchnässt sind. Wir harren selbstverständlich dennoch aus. Die Hoffnung auf eine sich lichtende Wolkendecke nicht aufgebend, klettern wir in 1,5 Stunden auf den höchsten Berg des Areals, Machu Picchu Mountain. Von hier aus lässt sich ganz Machu Picchu überblicken. Eigentlich. Wir sehen nur grau. Die Enttäuschung ist riesengroß. …Hier oben stehen, auf diese mysteriöse Stadt zu blicken, die den Wissenschaftlern bis heute Rätsel aufgibt und von der niemand mit Sicherheit weiß, warum sie erbaut, wozu sie genutzt und weshalb sie verlassen wurde – wie lange haben wir davon geträumt. Machu Picchu war ein Inbegriff Südamerika’s für uns. Aber so ist das eben auf Reisen: Immer Glück haben geht nicht. Und die tief hängenden Wolken verleihen dem Ruinen eine fast schon mystische, geheimnisvolle Atmosphäre. Rechtzeitig mit unserer Ankunft am Sonnentor reißt die Wolkendecke dann doch noch etwas auf uns wir erblicken Machu Picchu in seiner ganzen beeindruckenden Pracht.

Mehr Glück mit dem Wetter haben wir einige Tage später. Von Cusco aus machen wir uns auf zu den Cerros Colorados – die bunten Berge. Nach einem anstrengenden Aufstieg auf 5.200 Meter (nebenbei unser persönlich erlaufener Höhenrekord!) blicken wir tatsächlich auf regenbogenfarbene Berge! Unglaublich, was unsere Natur für Schätze bereit hält. Es ist Ostersamstag und statt bunten Ostereier bestaunen wir bunte Berge… Ein guter Deal, wie wir finden. Erst auf unserem Abstieg beginnt es zu schneien.

Ostersonntag und – montag verbringen wir im Bus. In einer 24-Stunden-Hardcore Busfahrt geht es für uns über Lima direkt weiter nach Guayaquil in Ecuador. Zwar hätten wir sehr gerne noch mehr Zeit in Peru verbracht, müssen das aber auf ein anderes Mal verschieben. Zum Einen stehen große Teile des Landes derzeit unter Wasser, zum anderen wartet auf uns bereits das nächste Highlight: am 21. April 2017 fliegen wir für 2 Wochen auf die Galapagos Inseln!

Durch ihre abgelegene Lage 3.000 km vor der ecuadorianischen Küste im Pazifischen Ozean konnte sich Flora & Fauna auf den Galapagos Inseln über Jahrmillionen Jahre hinweg ohne jeglichen Einfluss des Menschen und (anderer) Naturkatastrophen entwickeln. Entstanden ist ein Mikrokosmos, in dem ansonsten ausgestorbene Urtiere und -pflanzen bis heute überlebt haben. Die Galapagos Inseln haben einst Charles Darwin zu seiner damals revolutionären Evolutionstheorie inspiriert. Mit das Tollste: durch das Fehlen natürlicher Feinde haben die Tiere des Archipels keinerlei Scheu vor den Menschen.

Unsere Zeit dort ist schwer mit Worten zu beschreiben, ohne dabei mit Phrasen wie unglaublich, einzigartig, einmalig und Highlight nur so um uns zu werfen. Dadurch mag es abgedroschen klingen – ist es aber Null. Für uns geht mit unserer Reise auf die Galapagos Inseln ein Traum in Erfüllung! Wir erleben zwei unglaubliche Wochen mit einmaligen Erlebnissen, die wir im wahrsten Sinne an keinem anderen Ort dieses Planeten hätten machen können! Und das ist doch wirklich ganz schön WOW!

Das Tollste für uns sind die vielen einzigartigen Tierbegegnungen: Wir schnorcheln mit Seehunden, Adlerrochen und Meeresschildkröten; spüren ganz allein 150 Jahre alte Riesenschildkröten im Wald auf; tauchen mit Hammerhaien; rangeln uns mit Seehunden um die besten Plätze am Strand und auf der Parkbank; schwimmen über schlafende Haie hinweg; sonnen uns neben pechschwarzen Iguanas; sehen unser erstes Seepferdchen, kayaken zwischen Pinguinen und Robben hindurch; beobachten aus nächster Nähe  Pelikane und Kormorane bei der Jagd, Finken beim Kaktus picken und Flamingos beim fischen; sehen neben unseren Booten Mantarochen Salti schlagen und Fische fliegen; dürfen Riesenschildkröten so nahe kommen, dass wir sie atmen hören können und sind Zuschauer beim Balztanz von Blaufußtölpeln. Und das alles in freier Wildbahn!

Zwischendurch klettern wir durch Jahrtausende alte Lavatunnel, sonnen uns an schneeweissen Stränden, planschen in Felsspalten im Süßwasser, suchen Schatten unter Kakteen die doppelt so groß sind wie wir und spazieren entlang pechschwarzer und goldgelber Strände! Wahnsinn! …und in Wirklichkeit noch viel beeindruckender, als wir das hier zusammen gefasst wiedergeben können!

MAI
Im Mai passiert so viel, dass wir jetzt im Rückblick kaum glauben können, wo wir in einem Monat überall waren:
Anfang des Monats neigt sich unsere Zeit auf den Galapagos Inseln ihrem Ende zu. Unsere letzten 4 Tage verbringen wir auf der Insel San Christobal. Diese ist in jeder Hinsicht der krönende Abschluss: Es hat deutlich weniger Tourismus als auf Santa Cruz – wodurch es hier deutlich entspannter zu geht. Die Insel lässt sich aufgrund ihrer geringeren Göße auch besser auf eigene Faust erkunden als die Insel Isabella und die Tierwelt ist noch vielfältiger und artenreicher als auf den anderen beiden Inseln. Wir liegen mit Seehunden zusammen am Strand und spielen im Wasser mit ihnen Stöckchen holen, erleben eine prachtvolle Unterwasserwelt und trinken nicht zuletzt Cocktails mit unseren neuseeländischen Freunden Helena & Alan, die wir auf unserer Tour durch den Salar de Uyuni kennen gelernt haben und hier wieder sehen.

Kurze Bemerkung am Rande: Nicht alles auf den Galapagos Inseln ist paradiesisch. Ausflüge und Transport sind überteuert, die Siedlungen auf den Inseln sind weder nachhaltig noch besonders umweltfreundlich und unserer Meinung nach wird bei weitem nicht genug – und mit den Nationalparkeintrittsgeldern nicht das richtige – zum Schutz dieses weltweit einzigartigen Naturraumes getan! Aber das ändert nichts daran, dass die Tierwelt auf den Galapagos Inseln die Beeindruckendste ist, die wir auf unserer gesamten Reise um die Welt bisher gesehen haben!

Zurück auf dem Festland erkunden wir Ecuador’s Hauptstadt Quito. Diese wurde dank ihrer kolonialen Altstadt mit barocken Prachtbauten, unzähligen Kirchen und gleich mehreren Kathedralen als erste Stadt überhaupt 1978 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Nur 20 km weiter nördlich machen wir mit einem einzigen Schritt über eine in gelber Farbe auf den Boden gepinselte Linie einen großen symbolischen Sprung: wir überqueren den Äquator! Damit sind wir zurück in der nördlichen Hemisphäre! Ein Zeichen dafür, dass unsere Südamerika-Reise langsam aber sicher ihrem Ende zu geht…

Bevor es aber soweit ist, bereisen wir noch ein letztes Land auf dem südamerikanischen Kontinent: über den Landweg geht es weiter nach Kolumbien. Das Lieblingsland vieler Südamerika-Reisender. Da bei uns die Uhr bis zum Abflug tickt, können wir das Land nicht so ausgiebig bereisen, wie wir das gerne möchten. Aber ein bisschen spickeln wollen wir trotzdem. Und die Kolumbianer bleiben uns in bester Erinnerung: sehr gesellig, offen und stolz auf ihr sich wandelndes Land.

Unsere erste Destination in Kolumbien ist eine sehr aromatische: wir verbringen einige Tage in Kolumbien’s Zona de Cafétera – Kolumbien’s Kaffee-Anbaugebiet. Kolumbien ist weltweit größter Erzeuger von Arabica-Bohnen und drittgrößter Kaffee-Exporteur der Welt. Die hier im Hochland angebauten Arabica Bohnen zählen zu den edelsten Bohnen für Spitzenkaffee. Wir testen selbstverständlich so viele Tassen wie möglich und tatsächlich: alle sehr lecker! Neben Kaffee trinken gehen wir auch spazieren. Und zwar im Parque Natural Valle de Cocora: hier erwarten uns die höchsten Palmen der Welt! Und das gleich im doppelten Sinne: mit einer Höhe von 60 bis 70 Metern sind die hier wachsenden Wachspalmen nicht nur das zweithöchste Gewächs der Erde. Durch ihren Standort in den Anden auf einer einer Höhe zwischen 1800 und 3000 Metern wachsen sie noch dazu weit höher als jede andere Palmenart.

Mit unserer Weiterreise nach Cartagena verabschieden wir uns von den Anden und fliegen geradewegs in die Karibik. Hier runden farbenfrohe Häuserfassaden, Straßenkünstler, kleine Straßenstände, hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen, die auch nachts nicht unter 30 Grad fallen zusammen mit Tropendschungel, Hängematten und Palmen unser Bild von einem äußerst vielseitigen Südamerika ab.

Noch 4 Monaten vorher fegte uns der eiskalte patagonische Wind unerbittlich um die Ohren! In einem halben Jahr haben wir alle Klimazonen unserer Erde durchquert; haben Vulkane, Gletscher, Regenwald, Lagunen und Wüsten bewundert und jeden Tag über die Wunder unserer Erde gestaunt! Südamerika hat uns vom Hocker gerissen! Uns mit seiner fantastischen Natur, seinen großartigen Menschen und seiner Vielfältigkeit überrascht. Uns schon auch mal heraus gefordert. Immer wieder mussten wir unsere Komfortzone verlassen – sei es, um bei 5 Grad schon wieder im Zelt zu übernachten, zur Dusche in den eiskalten Fluss zu springen oder um auf Spanisch Gespräche über den 2. Weltkrieg zu führen. Oder um überhaupt Spanisch zu sprechen. Aber jedes einzelne Mal hat es sich gelohnt! Dadurch wurde unsere Reise durch Südamerika zu einem unvergesslichen Trip! Der nun viel zu schnell und wirklich vorbei ist…

Denn der nächste Kontrast lässt nicht lange auf sich warten: Als Transithub zwischen Europa und Amerika fliegen wir für 2 Tage nach Miami. Hier herrscht ein anderer Ton als im entspannten Südamerika, alles geht streng geordnet zu und auf den breiten Straßen glänzen große Autos deutscher Marken. Und auf einmal sprechen wieder (fast) alle Englisch – wir ertappen uns einige Male dabei, wie wir sagen, wenn wir Yes meinen.

Dadurch haben wir schon die Gelegenheit, uns langsam umzugewöhnen, bevor wir ins Vaterland der englischen Sprache weiter fliegen: Great Britain is calling!
Hier verbringen wir 2 Tage bei und mit Francis – mit ihm reisten wir ganz zu Beginn unserer Weltreise 1 Woche lang durch die Mongolei . Dabei lud Francis uns ein, auf dem Rückweg unserer Weltreise bei ihm vorbei zu kommen – weder er noch wir hätten damals gedacht, dass wir uns erst 3 Jahre später wiedersehen würden….
In seinem Heimatdorf in England’s Norden erwartet uns britisches Landleben wie aus dem Rosamunde Pilcher Film: die Backsteinhäuser des kleinen Dorfes sind eingebettet in saftig grüne Wiesen und Hügel. Samstags trifft sich die Dorfgemeinschaft erst zum Cricket und abends wird im einzigen Pub des Ortes hitzig über Politik diskutiert. Francis selbst wohnt in einem herrlich unrestaurierten alten Gutshof aus dem 19. Jahrhundert, in dem die einzigen Wärmequellen der Kaminofen und viele Tassen Schwarztee mit Milch sind.

Noch britischer ist nur unsere nächste Destination: London! Vier Tage lang erkunden wir das Herzstück Großbritannien’s. Dabei lassen wir keinen Punkt des typisches Touri-Programmes aus: wir besichtigen die Kronjuwelen im Tower of England, stehen bei der Wachablösung am Buckingham Palast in der ersten Reihe, hören den Glockenschlag des Big Bens, suchen am Bahnhof Kings Cross das Gleis 9 3/4, sitzen andächtig in der Westminster Abby und in der St. John’s Kathedrale, spazieren durch den Hyde Park, entlang der Themse und über die Tower Bridge, schlendern über diverse wundervolle Märkte und durch Notting Hill, suchen uns den urigsten Pub für die Übertragung eines Rugbyspiels bei Fish & Chips und einem Pint aus, essen Indisches Curry, fahren mit einem roten Doppeldecker durch die Einbahnstraßen der Metropole und mit der Tube durch deren Untergrund. Zur Abwechslung sind wir einfach mal Zwei unter Tausenden Touristen und genießen es! Vor allem fällt uns auf, wie grün und sauber London ist. Und wie humorvoll die Briten sind. Nur einen Besuch bei Madame Tussaud heben wir uns für den nächsten Besuch auf – damit wir einen Grund haben, nochmal nach London zu reisen.

Unsere letzte Nacht auf britischem Boden verbringen wir – wieder ganz die sparsamen Backpacker – am Flughafen, bevor uns zu guter Letzt früh am nächsten Morgen ein kurzer Flug über den Kanal zurück auf deutschen Boden bringt. Wir sind wieder hier! Daheim! In Memmingen nehmen uns Biene’s Eltern in Empfang. Herzliche „Willkommen Zuhause“-Grillparties, eine wilde Geburtstagsparty und ein cooler Junggesellinnenabschied runden diesen ereignisreichen Maienmonat gebührend ab.

JUNI
Für uns geht es direkt weiter: In Berlin findet das Internationale Deutsche Turnfest statt! Eine Woche verbringen wir mit Uli’s Faustballmannschaft und 100.00 anderen Mitgliedern internationaler Sportvereine in der deutschen Hauptstadt. Tagsüber wird beim Faustball, Yoga, Joggen, Tanzen und diversen anderen Sportangeboten gesportelt und nachts findet in den Schulunterkünften der gesellige Teil statt. Dabei geht es immer sehr lustig zu und an dem ein oder anderen Abend werden auf den Turnfesten schonmal legendäre Erinnerungen geschrieben… So wie an dem einen Abend auf dem Landesturnfest in Heidelberg im Jahr 2006: da lernten wir beide uns nämlich überhaupt erst kennen

Das Schönste am diesjährigen Turnfest ist für uns, dass es – wie schon nach unserer Rückkehr nach 2,5 Jahren Reise ein Jahr zuvor – mit unseren Freunden immer noch so ist, als wären wir nie weg gewesen!

…und damit geht die erste Jahreshälfte 2017 in die 2. über…

Im Auge des Vulkans – Heiße Weihnacht auf Tanna Island

Im Auge des Vulkans – Heiße Weihnacht auf Tanna Island

BOOOOOOM boooom! Wir stehen direkt am Kraterrand. Schooouusch schooouuuusch!! Immer wieder. SCHOOOOUUUUSCH!! Vor uns geht es steil hinunter ins Auge des Vulkans! Nur wenige Meter liegen zwischen uns und dem blubbernden Magma. Boooom booooom! Unter unseren Füßen spüren wir, wie die Erde bebt! BOOOOOM!

Über uns steigt eine pechschwarze Aschewolke Hunderte Meter hoch in den Himmel! Der Anblick ist unvergesslich! Wieder erzittert die Erde. Schoooooousch! Dieses Mal speit der Vulkan zusätzlich zur Asche glühende Lavabrocken hoch über unsere Köpfe hinweg in die Luft! Waaaaahnsinn!

Es wird heiß und funkig!Wir ducken uns instinktiv. Dann schauen wir uns mit großen Augen an, nicken und gehen Hand in Hand noch einen winzigen Schritt näher an den Abgrund. Noch weiter geht wirklich nicht. Sonst kullern wir den steilen Abhang hinunter. Direkt unter uns sehen wir eine von schwarzen Brocken übersäte Mondlandschaft. Einige der zu Stein gewordenen Lavabrocken dampfen noch. Rotgoldenes Magma fließt zurück in die 3 Krateröffnungen. Wir blicken direkt in den Schlund des Vulkans Yasur.

Vergessen der teure Flug, die mühselige dreistündige Anfahrt quer über die Insel auf der Ladefläche eines Pick-ups, für die wir als weißhäutige Palangi doppelt soviel bezahlen mussten wie die einheimischen Mitfahrer – und die so holprig war, dass wir danach an den unmöglichsten Stellen blaue Flecke hatten. Auch dass wir danach erst einmal eine Stunde mit einem neuen Freund zu dessen Dorf in die entgegen gesetzte Richtung liefen, um letztendlich nur seinen Generator zu reparieren. All das ist hier und jetzt im Angesicht des Vulkans nicht mehr wichtig. Was zählt ist dieses unglaubliche Schauspiel der Kraft der Natur.

Deshalb sind wir hier. Auf Tanna Island. Auf Vanuatu. Vor uns liegt der aktivste Vulkan der Welt! Besser gesagt: Wir stehen oben drauf!

Nicht nur uns hat der Vulkan Yasur nach Tanna Island gelockt. Der 361 m hoch aufragende Vulkan war der Grund, warum Entdecker James Cook im Jahre 1774 Vanuatu überhaupt erst entdeckte. Er beschrieb den nachts dauerhaft in rot-goldenen Leuchtschein gehüllten Vulkan poetisch als den Leuchtturm der Südsee.

Uncle Yasur besitzt in der Tat ein feuriges Temperament. Seit 800 Jahren bricht der Vulkan kontinuierlich alle paar Minuten aus. Auch jetzt ist es wieder soweit. Die Erde erbebt ein weiteres Mal. Gefolgt von einem ohrenbetäubendem Knall fliegen uns die Lavabrocken um die Ohren. Der Soundtrack ist gewaltiger als es die weltbeste Dolby Surround Soundanlage schaffen könnte. Eher so, als würde direkt neben einem ein Düsenjet durchstarten.

Wir setzen uns mit gebanntem Blick einige Meter weiter hinten auf eine etwas verloren wirkende Bank. Dort machen wir uns die 2 Bier auf, die wir den steilen Aufstieg hier hoch getragen haben. Prost! Auf Weihnachten! Und auf Stefan, dessen Nervenkitzel-Geschenk wir für den saftigen Eintrittspreis zum Vulkan eingelöst haben (wie bereits hier gesagt: auf Vanuatu ist JEDER Quadratmeter Land in Privatbesitz. Auch ein Vulkan. Wobei das diesen kaum interessieren dürfte…).

DANKE, STEFAN! DANKE!

Während wir im heißen Angesicht des feuerspeienden Vulkans unsere eisgekühlten Bierchen trinken, haben wir wieder einen dieser Momente, in denen uns in aller Deutlichkeit bewusst wird, wie winzig klein und unbedeutend wir Homo Sapiens doch sind. Vielleicht wäre unsere Welt ein Stückchen besser, wenn mehr Menschen hin und wieder auf einen aktiven Vulkan steigen würden…

Die nächsten 2 Stunden verbringen wir in ehrfürchtiger Faszination. Alle paar Minuten erklingt ein gewaltiges Grollen aus dem Inneren der Erde, und dann – whooooom- schießt mit ohrenbetäubenden Knalls inmitten riesiger Aschewolken glühende Lava in die Höhe!

Wir setzen uns ganz dicht an den Kraterrand. Hier haben wir beste Sicht auf die exklusive Vorführung. Mit ein paar anderen Backpackern aus England blödeln wir herum. Uli wirft einen herum liegenden Stein in den Krater hinunter. Was dann passiert, ist absolut unglaublich: der Stein rollt direkt in eine der Krateröffnungen und GENAU in dem Moment, als er in den Schlund eintaucht, bricht der Vulkan mit einer gewaltigen Explosion und ohrenbetäubendem Fauchen aus! Die Lavaföntane ist rieeesig, die aufsteigende Aschewolke enorm! Yasur hat uns die Provokation eindeutig übel genommen! Lerne: Lege Dich nie mit einem brodelndem Vulkan an!! 😀

Wir glauben, das war es jetzt. Eindrucksvoller geht nicht. Aber es kommt noch viel besser. Mit Einbruch der Dunkelheit wird die Szenerie absolut unfassbar. Der Himmel ist trotz Vollmond pechschwarz, Wolken verdecken heute jegliches Himmelslicht. Ideale Bedingungen. Einzig die flüssige Lava glüht rot und orange in der pechschwarzen Nacht. In den 3 Krateröffnungen brodelt und blubbert es. Abwechselnd schießt aus den Löchern flüssiges Magma, Rauch und Gas in den Himmel! Und jedes Mal wenn wir nach einer gewaltigen Explosion denken „woooow, also höher geht es echt nicht mehr“ – belehrt uns der nächste Ausbruch eines Besseren.

Erst kurz vor Mitternacht können wir uns von dem Spektakel lösen und machen uns auf den steilen einstündigen Abstieg. Zum Glück hat die Wolkendecke etwas aufgerissen und wir können den Weg unter unseren Füßen zumindest erahnen.

Noch Stunden später sitzen wir vor unserem Zelt und blicken zum Gipfel des Vulkans, der die Wolken über ihm orange-rot erleuchtet. Kaum 2 km Luftlinie entfernt, können wir Yasur sogar in unsere Schlafsäcke gehüllt noch fauchen hören. Davor versuchten wir, unter der Dusche all die Asche wieder von unserer Haut und aus unseren Haaren zu bekommen. Vergeblich… Noch Tage später sollten wir Aschepartikel an uns finden!

Natürlich können wir am nächsten Morgen noch nicht einfach so wieder abreisen. Zu beeindruckend ist dieses Feuerwerk der Natur. So beschließen wir nach einem kostenlosen Weihnachts-Frühstück noch eine Nacht hier zu bleiben.

Für den Nachmittag leihen wir uns ein Snowboard aus. Ja genau, ein Snowboard! Wir wollen auf dem Vulkan Ascheboarden gehen. Auf der Windseite wird all die Asche abgelagert, die der Wind mit sich trägt. So entstehen hinter dem steilen Vulkankegel weitläufige Aschefelder. Wo einst Gras wuchs, ist heute nur noch grau Ebene. Nur am Rand der Aschefelder trotzen noch einzelne Bäume der Asche. Ungefähr so muss Pompeji aussehen, denken wir uns. Durch die Ascheablagerungen wächst der Vulkan unaufhörlich weiter. Auch wir sind schon nach kurzer Zeit wieder von oben bis unten von einer dünnen Schicht Asche bedeckt. Aber selbst an der besonders steilen Seite der Vulkanwand rutscht das Brett eher langsam durch die Asche als rasant darauf zu gleiten. Und da wir nun schon auf halbem Weg nach oben sind…beschließen wir, uns an der Vulkanwand durch die Asche bis zum Krater hoch zu kämpfen (nebenbei umgehen wir so auch den erneut fälligen Eintrittspreis an der Kasse. Schwäbische Backpacker halt 😉 ).

Alles läuft gut. Wir sind schon fast oben. Nur noch ungefähr 10 Meter fehlen uns zum Kraterrand. Dicke Aschewolke beim Ausbruch des Mt. YasursAuf einmal grollt es tief im Inneren der Erde. Es folgt ein gewaltiger Vulkanausbruch. Und dann – dreht plötzlich der Wind. Statt wie bei den vorherigen Ausbrüchen über unsere Köpfe hinwegzuziehen, rollt eine pechschwarze Wolke die Vulkanwand hinunter und direkt auf uns zu. Uns rutscht das Herz in die Hose.

Werden wir jetzt gleich ohnmächtig? Was für Gase werden denn da so ausgespuckt? Wir setzen uns auf den Boden, verbarrikadieren uns so gut es geht hinter dem Snowboard und halten uns Taschentücher vor Mund und Nase. Der Gestank ist im wahrsten Sinne des Wortes für einen Moment atemberaubend. Aber weiter passiert uns nichts. Als die Wolke schließlich weiter zieht, atmen wir tief durch. Nochmal Glück gehabt.

Schnell laufen wir durch die tiefe Asche die letzten Meter hoch zum Krater. Hier setzen wir uns ein wieder an den Kraterrand und schauen ebenso gebannt wie tags zuvor dem Vulkan zu. Es ist, als würde man an einer besonders spannenden Stelle im Film die Fernbedienung nehmen und die gleiche Szene immer wieder abspielen lassen: glutrote Lava wird hoch in den Himmel geschleudert, bevor sie als solide Felsbrocken mit Karacho wieder im Kraterschlund landen.

Und bevor ich nun mit noch mehr Worten versuche, dieses gigantische Erlebnis ausbrechender Vulkan zum 2. Mal zu beschreiben, schaut Euch doch lieber das Video davon an!

Vorhang auf für Yasur:

Hai-Tauchen auf Fiji! Ultimativ bombastisch!

Hai-Tauchen auf Fiji! Ultimativ bombastisch!

2 Tage später im Süden der Insel bei Pacific Harbour…

Alle gemeinsam tauchen wir zügig ab. Unsere Gruppe aus 7 Tauchern bleibt eng zusammen. Sicherheitshalber. Auf 30 Metern angekommen, knien wir uns wie im Tauchbriefing auf dem Boot angewiesen hinter einer niedrigen Mauer aus toten Korallen auf den Boden. Die Bodyguards postieren sich über, hinter und neben uns. Sie halten lange Alu-Stangen zum wegdrücken, sollte einer der großen Raubfische zu neugierig werden.

Ob ich aufgeregt bin? Und wie! Sogar richtig nervös. Als mich die Aufregung letzte Nacht lange wach hielt versuchte ich mir den Moment vorzustellen: wie es wohl sein würde, das erste Mal einem Hai ins Auge zu blicken? Ohne Käfig, nur wenige Kubikmeter Wasser zwischen mir und dem Jäger der Meere? Allein die Vorstellung ließ mein Herz schneller schlagen… Und ausgerechnet an diesem Morgen habe ich mir bei einem Fehltritt mit dem Rucksack auf dem Rücken auch noch die Knie blutig aufgeschlagen.

Und dann ist es auch schon soweit. Über unseren Köpfen treffen immer mehr Haie ein. Große Bullenhaie, die 3-4 m lang sind. Sie ziehen majestätisch ihre Kreise. Sie wissen, dass es gleich etwas zu fressen gibt. Die aufgekratzten Knie sind vergessen – und sowieso sicher im Taucheranzug verpackt. Zu fesselnd ist es, zuzusehen, wie sich die großen Raubtiere immer weiter nähern.

Die Fütterer holen die ersten Happen Fisch aus einer an Seilen herunter gelassenen Tonne. Noch greift kein Hai zu. Es dauert eine Weile, die Jäger lassen sich Zeit. Die Haie sind nicht auf die viermal pro Woche statt findenden Fütterungen angewiesen. Sie kommen freiwillig, weil es leichte Beute für sie ist. Die Menge die verfüttert wird, ist nicht genug um einen Hai zu sättigen. Und das wird ganz bewusst so gehalten. Das natürliche Jagdverhalten der Haie soll durch die Fütterungen so wenig wie möglich beeinträchtigt oder verändert werden. Deshalb sind bei jeder Fütterung wissenschaftliche Beobachter dabei, die alles genau aufschreiben: welche Haie kommen, welcher wieviel frisst und so weiter. Die Daten werden gewissenhaft ausgewertet. Anhand von ihnen konnte schon viel über das natürliche Verhalten der Tiere gelernt werden. Manchen Haien wurden zusätzlich kleine Empfänger angebracht, die ihre Bewegungen im Meer aufzeichnen. So weiß man inzwischen, dass während der Wintermonate nicht nur wegen der Paarungszeit weniger Tiere kommen – sondern auch, weil viele Haie zu dieser Jahreszeit in eine andere Region des Südpazifiks migrieren – dorthin, wo gerade die Schildkröten schlüpfen. Während der Sommermonate tummeln sich pro Fütterung bis zu 100 der massigen Tiere in der Arena – heute kreisen „nur“ 15-20 Bullenhaie über unseren Köpfen. Aber ganz ehrlich – das ist faszinierend genug!

Und dann schwimmt der erste Hai auf einen der beiden Fütterer zu, schnappt sich den am lang ausgestreckten Arm gehaltenen Thunfischkopf und zieht knapp über unseren Köpfen vorbei! So nah, dass ich instinktiv den Kopf einziehe. WOOOW! Adrenalin rauscht durch meinen Körper. Das hier, das ist überwältigend! Jede Angst ist vergessen, es überwiegt pure Begeisterung, diesem Schauspiel beiwohnen zu dürfen!

Ca. 20 Minuten dauert die Fütterung der Bullenhaie. Jede einzelne davon ist der pure Wahnsinn. Alle zwanzig vergehen wie im Flug!

Nachdem sich die meisten Bullenhaie wieder in die blaue Weite des Ozeans zurückgezogen haben, bekommen wir das Zeichen zum Aufstehen. Möglichst ohne hektische Bewegungen steigen wir auf 15m auf. Hier knien wir uns wieder hin. Nun werden die Riffhaie gefüttert. Ohne die Dominanz ihrer größeren Artgenossen holen sich hier Weissspitzen-Riffhaie, Schwarzspitzen-Riffhaie, Grauspitzen-Riffhaie, Ammenhaie und Sichelflossen-Zitronenhaie ihre Beute ab. Ich erkenne 3 der Spezies. Die Riffhaie sind kleiner als die massigen Bullenhaie, dafür kommen sie noch näher. Manchmal müsste ich nur die Hand ein klein wenig ausstrecken oder den Kopf heben, um einen der wendigen Räuber im Vorbeischwimmen zu berühren. Nicht, dass ich mich getraut hätte. Außerdem wurde uns im Vorfeld natürlich nahe gelegt, die behandschuhten Hände und Arme nah am Körper zu halten. Auch Verlängerungsstäbe für die Kameras sind aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt.

Überhaupt hat Sicherheit oberste Priorität. In einem ausführlichen Sicherheitsbriefing auf der 20-minütigen Fahrt zum Tauchrevier wurde uns der Ablauf der Tauchgänge sowie die Verhaltensweisen und Instruktionen für den Notfall (Panik, Sauerstoffknappheit etc.) in allen Einzelheiten erklärt. Ich fühle mich in guten, professionellen Händen. Nach weiteren 20 Minuten pulsbeschleunigender Fütterung steigen wir um weitere 10 m auf.

Auf 5 Metern werden die Riffhaie nochmals gefüttert. Das ist wohl mit Abstand der aufregendste Safety-Stopp, den man als Taucher machen kann 😀 Selbstverständlich versuchen neben den Haien auch alle möglichen anderen der bis zu 400 verschiedenen Riff-Fischarten ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Um uns Taucher herrscht ein wuseliges, kunterbuntes Gedrängel – immer wieder unterbrochen von heranjagenden Haien.

Zurück auf dem Boot gibt es Tee & Kekse. Während dem notwendigen Oberflächen-Intervall vor dem nächsten Tauchgang erklärt uns Papa viel über die Arbeit der Beqa Adventure Diver (BAD). Es ist in erster Linie ein Konservationsprojekt zum Schutz und Erhalt der Tiere. Denn in den letzten 10 Jahren hat es der Mensch geschafft, die Bestände vieler Haiarten um fast 90 Prozent zu dezimieren. Viele gelten mittlerweile als vom Aussterben bedrohte Spezies. Rund 140 Millionen (!) Haie sterben jedes Jahr durch Menschenhand (einen sehr großen Anteil daran hat die die Nachfrage des asiatischen Marktes auf Haiflossen. Suppen aus dem eigentlich geschmacklosen Fleisch gelten dort als Delikatesse). Im Vergleich dazu: im Jahr 2014 kam es zu genau 7 tödlichen Hai-Angriffen auf Menschen.* Hättet ihr gedacht, dass jährlich mehr Menschen beim Knipsen von Selfies ums Leben kommen als bei Hai-Angriffen?* Verschwinden die Tiere, die im Meer am oberen Ende der Nahrungskette stehen und so für eine natürliches Balance an den Riffen sorgen, hat das langfristig verheerende Auswirkungen für das maritime Gleichgewicht.

Die BAD versuchen, genau das zu verhindern. Durch die Ermöglichung von Begegnungen zwischen Tauchern und Haien sollen möglichst viele Menschen über diese Zusammenhänge und das Verhalten der Spezies aufgeklärt werden. Außerdem werden durch diese Einnahmen Maßnahmen zum Schutz der Tiere und Aufklärungskampagnen finanziert. Durch ihre Arbeit haben sie mittlerweile erreicht, dass 2014 das gesamte Shark Reef unter Naturschutz gestellt und zum ersten Marine Park Fijis erklärt wurde. Selbst die traditionellen Besitzer des Riffes profitieren davon: Als Kompensation dafür, dass sie an ihrem Riff nicht mehr fischen, erhält ihr Dorf für jeden Taucher eine Nationalpark-Gebühr. Dieses Konzept wird inzwischen an mehreren Orten weltweit erfolgreich eingesetzt.

Und dann springt der Adrenalin-Spiegel nochmal sprunghaft an. Es geht zum 2. Tauchgang zurück ins Wasser. Wieder steigen wir als Gruppe eng beieinander auf 30 m ab. Zum Abschluss der zweiten Fütterung der Bullenhaie herrscht auf einmal Nervosität! Die Sicherungstaucher und Fütterer geben sich untereinander hektisch Zeichen und plötzlich ist Aufregung zu spüren. Was geht hier vor sich? Was ist passiert? Dann macht einer der Bodyguards das Zeichen für Tigerhai und tatsächlich – nur wenige Sekunden später sehe ich ein 6 Meter langes Exemplar der größten Hai-Spezies aus der blauen Weite des Ozeans auftauchen!! Wooow! Schnell legen wir uns flach auf den Boden. Der riesige getigerte Fisch umkreist die Fütterer einige Minuten lang, schnappt sich die angebotenen Fischhappen und verschwindet dann genauso geheimnisvoll wie er plötzlich auftauchte wieder in den blauen Tiefen!

Im Anschluss geht es auf 15m nochmals zur Fütterung der Riffhaie. Nach dem gerade Erlebten ist es immer noch einmalig, wenn die Haie nur wenige Zentimeter vor mir ihr Maul aufreißen und unmittelbar über mir hinweg ziehen – aber vielleicht nicht mehr ganz so eindrucksvoll wie beim 1. Tauchgang. Auch ans Bewundern der Korallen während des anschließenden Safety Stopps auf 5 Metern ist nicht zu denken! Zu eindrücklich zieht der Tigerhai vor meinem inneren Auge immer noch seine Kreise. Das Adrenalin ist auf Rekordhoch!

Ich erfahre erst hinterher auf dem Boot, was für ein unfassbarer Glück wir tatsächlich hatten: Pro Jahr kommen Tigerhaie im Schnitt nur zu etwa 4 Fütterungen. Der letzte Tigerhai tauchte vor 3 Monaten auf!

Und bevor ich nun weiter mit Worten versuche zu beschreiben, wie #unglaublichhammerfettbombastisch# dieser Vormittag mit den Jägern der Meere war, könnt ihr hier in HD quasi live dabei sein (nein, die Kamera hat keinen Zoom! Alles was nah aussieht war auch nah):

Noch 2 Wörter zum Schluss:

Generell unterstützen wir Praktiken wie das Anfüttern von Wildtieren, mit denen in das natürliche Verhalten der Tiere eingegriffen wird, nicht! In diesem Fall hat uns aber unsere Recherche überzeugt, dass damit viel Gutes erreicht wird. Die Chance, den großen Haien wie Bullen-, Tiger und Weissen Haien in der freien Wildbahn über den Weg zu schwimmen, ist außerdem sehr gering. Entgegen ihrem Ruf sind die Jäger scheue Tiere. Und dieses Erlebnis kommt wohl mit am nächsten an eine natürliche Begegnung - ganz anders als aggressives Hai-Käfigtauchen! Abschließend kann ich sagen, dass diese Tauchgänge mit Abstand die eindrücklichsten Begegnungen mit Wildtieren waren, die ich jemals gemacht habe!

 

Dieser Eintrag in unserem Reisetageblog entstand ohne inhaltliche Einflussnahme in Kooperation mit Beqa Adventure Divers. Jedes Wort der Begeisterung oder der Kritik entspringt unserer persönlichen Erfahrung.

*Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/158200/umfrage/anzahl-der-haiangriffe-weltweit/

Eine Wildwasserrutsche, die Datumsgrenze und viel Kava – Fiji pur auf Taveuni & Vanua Levu

Eine Wildwasserrutsche, die Datumsgrenze und viel Kava – Fiji pur auf Taveuni & Vanua Levu

DIE GARTENINSEL TAVEUNI

Mit dem kleinen Hotelboot geht es nach 3 Tagen endlich wieder zurück nach Taveuni. Taveuni wird auch Fiji’s Garteninsel genannt. Auf der tropisch immergrünen Insel wird ein Großteil des fijianischen Gemüses angebaut. Das Innere der Insel ist mit dichtem Regenwald bewachsen, relativ unzugänglich und Naturschutzgebiet. Hier regnet es ganzjährig viel. Auf der Insel gibt es nur eine richtige Straße entlang der Westküste. Diese ist den größten Teil der 50 km geschottert und ein reifengroßes Schlagloch jagt das Nächste. Nur einen kurzen Spaziergang von der Hauptstraße aus teilt der 180. Längengrad die Insel in Ost und West! Damit würde genau genommen genau hier die Internationale Datumsgrenze verlaufen. Damit aber nicht die Bevölkerung im Osten Taveuni’s im Verhältnis zum Rest des Landes im Gestern lebt und Fiji nicht in 2 Zeitzonen geteilt ist, wurde die Internationale Datumsgrenze kurzerhand drumrum verlegt. Wenn ihr Euch mal die Datumsgrenze auf dem Globus anschaut, könnt ihr erkennen dass in der ansonsten schnurstracks verlaufenden Linie ein großes Eck ist – genau dort liegt Taveuni 🙂

Wir bekommen einen Lift und fahren ganz in den Süden der Insel. Hier wollen wir am Vuna Riff schnorcheln, das genau vor der Küste liegt. Allerdings brauchen wir zuerst einen Schlafplatz. In Fiji leben die Menschen außerhalb der Städte noch in engen Dorfgemeinschaften zusammen, deren Oberhaupt ein Chief ist. Da der Chief von Vuna gerade nicht zuhause ist, lassen wir uns von den Kindern des Dorfes zu dessen Stellvertreter führen. Dieser erlaubt uns, am Strand zu campen. Damit kommt unser in Australien gekauftes Zelt zu seinem ersten Einsatz. Hier kommen nicht oft Touristen her und wir sind die Attraktion für die Dorfjugend, die uns enthusiastisch beim Zeltaufbau hilft. Die Kinder zeigen uns auch, wo im Meer die Frauen baden und wo die Männer ins Meer springen (beide Geschlechter in T-Shirt und Shorts). Geschnorchelt sind wir letzten Endes nicht, dafür haben wir spannende Begegnungen mit den Menschen des Dorfes. Vor unserer Abreise am nächsten Morgen werden wir noch mit Papayas, Kokosnüssen und Cassava überhäuft.

Dann geht unsere Reise mit einem alten Bus bei fröhlicher Inselmusik wieder zurück in den Norden. Unser nächstes Ziel ist ein kleiner Geheimtipp. In der Nähe des Dorfes Waitavala gibt es einen rauschenden Gebirgsbach. Die Felsen im Flussbett wurden im Laufe der Jahrzehnte vom Wasser abgeschliffen und irgendwann fingen die Jungs des Dorfes an, die rauschenden Fluten hinunterzurutschen. Klar, dass wir diese natürliche Wildwasserrutsche ausprobieren müssen 😀

Ein paar einheimische Jungen zeigen uns sofort hilfsbereit die Abschnitte an denen es sicher ist zu rutschen. Das Wasser ist eiskalt und die Strömung schnell. Wir stürzen uns abenteuermutig in die Fluten, werden wie in einer Waschmaschine durchgewirbelt, an den Stromschnellen untergetaucht und 100 m flussabwärts wieder ausgespuckt. Es ist ein fantastischer Spaß!

Seht selbst, wie wild die Fahrt in der Wildwasserrutsche ist:

 

Die einheimischen Jungs sind wahre Experten. Sie surfen stehend flussabwärts und haben jede Menge anderer waghalsiger Tricks drauf. Nach 2 Rutschdurchläufen haben wir uns genügend blaue Flecken geholt und springen mit den Buben an einer tiefen Stelle noch einige Male von den bis zu 5 m hohen Felsen ins Wasser. Ein genialer Nachmittag!

Früh am nächsten Morgen wollen wir mit der Fähre weiter auf die Insel Vanua Levu. Daher haben wir eigentlich vor, für die kurze Nacht in der Nähe der Warft unser Zelt aufzuschlagen. Als wir auf dem Weg zur Waitavala Waterslide aber eine der Dorfbewohnerinnen nach dem Weg fragen und mit ihr ins Gespräch kommen, lädt sie uns kurzerhand ein, bei sich zu übernachten. Wir können quasi gar nicht ablehnen.

Was folgt, ist einer der authentischsten Abende in Fiji und das beste Beispiel für die großartige Gastfreundlichkeit der Fijianer. Obwohl wir sagen dass wir nicht besonders hungrig sind, besteht Francis darauf, für uns Abendessen zu kochen. Es gibt köstlichen, frischen gefangenen Mahihami, Cassava und Reis. Nach fijianischer Tradition isst nur der Mann im Haus (Jim, Francis' großer Bruder) mit uns den Gästen, Francis und die Kinder essen erst im Anschluss. Für uns sehr ungewohnt! Zum Essen sitzen wir auf geflochtenen Bastmatten auf dem Boden und essen mit den Händen. Francis und Jim sind ausgezeichnete Gastgeber und wir erfahren an diesem Abend viel mehr über die Geschichte, Politik, Kultur und Sprache Fijis als wir ansonsten die Chance gehabt hätten. Nach dem Essen spielen wir mit den Kindern Indian Karum, eine Art Tischbilliard bei der Mühlesteine mit den Fingern geschnipst werden. Zum Schlafen wird uns im Esszimmer ein Lager aus Bastmatten auf dem Boden ausgebreitet. Noch im Morgengrauen macht uns Francis Frühstück bevor uns Jim zur Fähre fährt. Alles außer unserem "Dankeschön" wird vehement abgelehnt.

VANUA LEVU

Nach 1 1/2 Stunden Bootsfahrt erreichen wir Vanua Levu, Fiji's zweitgrößte Insel. Mit dem lokalen Bus geht es in weiteren 2 Stunden auf dem Hibiscus Highway über die Insel und wir sehen, dass auch Vanua Levu sehr grün ist. Unser Ziel ist die kleine Stadt Savusavu. Hier hat es etwas außerhalb auch nochmal einige tolle Schnorchelspots. Außerdem gibt es einen Yachthafen, einen Markt und heiße Quellen, in denen die Frauen abends ihr Essen garen.

Da es ansonsten in dem kleinen Städtchen nicht viel zu entdecken gibt, brechen wir 2 Tage später wieder auf nach Viti Levu. In einem langen Reisetag fahren wir zuerst 3 Stunden mit dem Bus in den östlichsten Zipfel Vanua Levu's. Von hier bringt uns eine vierstündige Fährfahrt zurück nach Viti Levu. Nochmal 2 Stunden später erreichen wir mit dem Bus wieder die Hauptstadt Suva. Nach einer weiterer halbstündigen Busfahrt kommen wir schließlich in derEco-Lodge des Colo-i-Suva Regenwaldes an.

COLO-I-SUVA

In der Eco-Lodge bleiben wir 2 Nächte und es gefällt uns richtig gut. Das Wetter passt zum Regenwald - es ist nieselig und regnet immer wieder. Perfektes Wetter, um unseren Blog auf Vordermann zu bringen. Und auf unserer überdachten Terrasse über den dampfenden Regenwald zu blicken und den exotischen Vögeln zu lauschen.

Willkommen im Spaß- und Erlebnisbad Litchfield Nationalpark

Willkommen im Spaß- und Erlebnisbad Litchfield Nationalpark

Herzlich willkommen im Spaß- und Erlebnisbad Litchfield Nationalpark! Wir freuen uns, Sie heute hier bei uns begrüßen zu dürfen. Wir versprechen Ihnen Abenteuer und Erholung pur.

Sollten Sie gerade erst aus dem Süden anreisen, empfehlen wir Ihnen vorab noch einen kurzweiligen Besuch in unser angeschlossenes Familienbad Nitmuluk Nationalpark. Vertreten Sie sich nach der langen Anfahrt aus der Landesmitte die Beine beim dortigen 2.6 km langen Spaziergang zu den Edith Falls. Geeignet für Kinder wie Erwachsene, erwartet Sie hier eine Kaskade aus mehreren Wasserfällen. Die unteren sind vielseitig auch als Wasserrutsche nutzbar. Sollten Sie mit Teenagern oder energiegeladenen männlichen Teilnehmern reisen, können Sie diese unbesorgt beim Springen von den Felsen neben dem Wasserfall auspowern lassen. Abkühlen können Sie sich sowohl im Pool unterhalb der Fälle als auch in den zahlreichen kleinen Pools im oberen Flusslauf. Vergessen Sie nicht, Ihre Picknickdecke einzupacken. Wir garantieren Ihnen, dass Sie beim Rundgang durch das Bad ihr ganz persönliches Lieblingsplätzchen unter den Schatten spendenden Pandanus-Palmen oder unter majestätischen Eukalyptusbäumen finden werden.

Wenn Sie sich hier ausgiebig entspannt haben, treten Sie bitte die restlichen 3 Stunden Fahrt in unser Badeparadies an. Sollten Sie zu dem abenteuerlustigem Teil unserer Gäste gehören und zusätzlich über ein allradangetriebenes Fahrzeug verfügen, möchten wir Ihnen wärmstens den Zutritt über unseren Hintereingang ans Herz legen. Zur Einstimmung erwartet Sie hier eine nur in der Trockenzeit geöffnete und kaum befahrene weiche Sandpiste. Wohnmobile und Campingtrailer haben wir selbstverständlich verboten. Kein wahrer Offroad-Fahrer möchte sehen, dass die Piste über die er sein Kampffahrzeug im Stile Indiana Jones unter höchster Anstrengung manövriert, von einem Campingmobil befahren wird. Wir bitten Sie – wir verstehen Sie in diesem Punkt vollkommen!

Sie werden hier das Gefühl haben, tatsächlich an einem wilden Fleck Natur zu sein. Mit viel Liebe zum Detail haben wir in unserem Panoramabad mehrere tückische Flussdurchquerungen für Sie angelegt. Die Gibb in den Kimberleys mag bekannter sein – aber unsere Flussdurchfahrten sind tiefer, länger und anspruchsvoller. Überzeugen Sie sich selbst! Spätestens bei der Durchquerung des mehrfach gegabelten Reynold Rivers werden Sie uns zustimmen – die Kimberleys sind für Nicht-Schwimmer.

Apropos Schwimmen. Selbstverständlich ist das Baden in all unseren wunderschön angelegten Pools im Paketpreis inbegriffen. In jedem davon werden Sie auch einen idyllischen Wasserfall finden. Unsere Bandbreite reicht von sacht über die Felsen plätschernden Kaskaden bis zu tosenden Strahls mit Härtegrad 5.

Für eine gesunde Portion Nervenkitzel im Wasser sorgen die von uns großzügig aufgestellten Krokodil-Warnschilder. Machen Sie sich aber keine Sorgen – in der Regel sind die freigegebenen Pools krokodilfrei. Wir kontrollieren das jährlich. Vom Wasser treten in den Flüssen möchten wir Ihnen abraten. Diese werden gerne für ausgiebige Wanderungen unserer Krokodile genutzt, die sich wie all unsere Mitarbeiter frei in den Arbeiterbereichen unseres Erlebnisbades bewegen.

Zu deren Kollegen zählen Fledermäuse, Kakadus, australisch-endemische Brolgas, Ibusse, Herons und viele weitere exotische Wasservögel sowie in der Abteilung Säugetiere Wasserbüffel, Wildschweine und Kängurus. Während die Wasserbüffel am liebsten im back office arbeiten und kaum direkten Kontakt zu unseren Gästen pflegen, werden Ihnen die Kängurus gerne einen Blick in unsere betriebseigenen Kindergärten gewähren. Einfach in die Beutel spieken oder dem Joey zuwinken.

Wir möchten Sie ausdrücklich ermuntern, auf Ihrem Rundgang durch unser Panoramabad des Öfteren anzuhalten und unsere liebevoll gestaltete Wildnislandschaft zu betrachten. Zu unseren besonderen Attraktionen zählen die von Tausenden winzig kleinen Termiten eigens für Sie gebauten Termitenhügel. Diese mannshohen Gebilde haben schon mehrfach Auszeichnungen für ihre kreative Bauweise gewonnen und wir dürfen mit Stolz behaupten, dass die kathedral-ähnlichen Bauten inzwischen zu den Wahrzeichen unserer Region gehören. Auch international hat sich ihre ausgetüftelte Bauweise mit Nord-Süd-Ausrichtung einen hervorragenden Ruf erworben und wird von Architekten weltweit kopiert. Durch diese da wird im Inneren selbst während der tropisch schwülen Sommermonate stets ein angenehm kühles Klima bewahrt und für eine stetige Luftzirkulation gesorgt.

Für Ihre eigene Unterbringung bieten wir ein großes Spektrum an Unterkunftsmöglichkeiten: Für die Komfortgenießer unter Ihnen bieten wir freigeräumte Geländebuchten an. Abseits von Wasserlöchern sind diese moskitofrei. Mit tropischen Bäumen als Sichtschutz sind Sie hier auch relativ sicher vor den neugierigen Augen unserer Ranger.

Unsere Honeymoon-Suite ist die von Spinifex bewachsene Steppe zwischen zahllosen Termitenhügeln, gleich rechts hinter dem von zahlreichen Vögeln und Wildtieren besuchten Billabong. Zu Ihrer Unterhaltung warten hier äsende Kängurus in der Abenddämmerung. Als individuellen Weckton haben wir für Sie das Orchester der Tropen-Vögel zur Morgendämmerung gebucht.

Um all unsere Attraktionen in Ruhe genießen zu können, sollten Sie mindestens einen zweitätigen Aufenthalt bei uns verbringen. Genießen Sie ein ungestörtes Bad zu zweit in den frühen Morgenstunden in den Tjaynera Falls am Sandy Creek, tauschen Sie sich bei einem kühlen Drink mit anderen Badegästen in den Surprise Falls aus oder lassen Sie sich von dem großen Erfahrungsschatz unserer Dauergäste bei einem Plausch an den Zwillingswasserfällen Wangi Falls mitreißen. Wenn Sie mehr ein Freund des ungestörten Badevergnügens in individuellen Badewannenpools sind, werden Sie unsere Cascades lieben.

Wir möchten Sie dazu ermuntern, für das volle Abenteuerurlaub-Erlebnis ihre Verpflegung selbst mitzubringen. Zur Zubereitung steht Ihnen selbstverständlich an jedem Campingplatz eine eigene Feuerstelle zur Verfügung. Trinkwasser bester Qualität können Sie an jedem unserer Wasserläufe abfüllen. Während Ihres gesamten Aufenthaltes sollten Sie die Fenster ihres Wagens geöffnet halten, um im Innenraum diese typisch gleichmäßige, rot gefärbte Sandablagerungsschicht zu erreichen. Diesen dürfen Sie selbstverständlich als kostenloses Souvenir mit nach Hause nehmen.

Etwas dürfen wir Ihnen allerdings nicht verschweigen: Ihr Besuch in unserem Spaß- und Erlebnisbad wird unvermeidbar eine negative Seite haben! Sie werden im Anschluss nie wieder ein stinknormales Freibad besuchen können! Es wird Ihnen schlicht und ergreifend zu langweilig sein!

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in unserem Spaß- und Erlebnisbad Litchfield Nationalpark und sind uns sicher, dass Sie eine unvergessliche Zeit bei uns verbringen werden.

Spa-Pool

Whyalla – Die Invasion der Riesenkraken

Whyalla – Die Invasion der Riesenkraken

Auf den ersten Blick ist Whyalla an der Küste des Spencer Golfs auf der Eyre Peninsula eine der typischen Städte, durch die wir ohne größeren Aufenthalt durchfahren. Eine kleine Industriestadt, in der vorrangig Kupfer abgebaut und Stahl produziert wird, mit hohen Schornsteinen und vor Anker liegenden Frachtern. Ihre Hochzeit hatte sie während des 2. Weltkriegs im Bündnis mit England als wichtiger Zulieferer der Rüstungsindustrie mit Schiffsmanufaktur. Deshalb war auch die Königin von England bereits zweimal hier zu Besuch. Einmal jährlich jedoch geschieht in der kleinen Küstenstadt etwas weltweit Einmaliges: Zwischen Mai und August finden sich zur Paarungszeit bis zu 200.000 Riesenkraken (Australian Giant Cuttlefish) oberhalb der Stadt in der Bucht um Point Lowly ein. Damit ereignet sich hier nur wenige Meter vom Strand entfernt ein einzigartiges Phänomen und eines der spektakulärsten natürlichen Ereignisse in der australischen Meereswelt. Hier ist der einzige Ort der Erde, wo die gesamte Population der Giant Cuttlefish zur Paarungszeit zusammen kommt.

Die auch „Chamäleons des Ozeans“ genannten Tintenfische sind in der Lage, in einem Sekundenbruchteil ihre Farbe, Form und Textur zu verändern, um nahezu mit ihrem Hintergrunde zu verschmelzen wenn sie sich über Felsen, Sand oder Seegras fortbewegen. Da zur Paarungszeit ca. 11 Männchen auf 1 Weibchen kommen, buhlen diese mit spektakulären Farbenspielen und buntem Zurschaustellen um die Gunst der paarungswilligen Weibchen (wie das genau damit zusammen passt, dass die Giant Cuttlefish anscheinend farbenblind sind, konnte uns leider niemand erklären 😉 ). Wir haben eher nebenbei von diesem Spektakel gelesen, denn trotz seiner Einmaligkeit wird dieses Phänomen zum Schutz der Tiere nicht groß vermarktet. In der Bucht selbst deutet außer einigen Info-Schildern zum Giant Cuttlefish nichts auf das hin, was sich hier nur wenige Meter unterhalb der Wasseroberfläche abspielt.

So sehen Hai-Eier aus

Wir wollen schnorcheln, um das farbenfrohe Paarungsritual zu sehen. Unsere Schnorchel und Masken haben wir ja im Rucksack dabei – trotzdem wird noch ein Besuch im Tauch Shop der Stadt fällig, bevor wir zu den übrigens hochintelligenten Geschöpfen ins Wasser springen können. Denn hier ist gerade Winter. Das heißt, die Wassertemperatur beträgt so zwischen 12 und 15 Grad Celsius. Freezing cold! Da ist nichts mit Bikini bzw. Badeshorts an und ab ins Wasser, wie wir das von Asien gewöhnt sind. Schnorcheln hat hier mehr was von Eiswasser-Tauchen: Erst mit Body Liner (dünner Strampelanzug), Neoprenweste (für Biene), Semidry Suits (5 mm dicker Neopren-Taucheranzug), Weight Belts, Handschuhen, Kapuzen, Socken (für Biene) und Neoprenschuhen sind wir passend ausgestattet. Weil das wie vieles in Australien nicht ganz günstig ist, freuen wir uns sehr über den Osterhasen von Uli´s Eltern, von dem wir uns dieses Erlebnis gönnen.

  VIELEN DANK, MAMA & PAPA!

Wir schlafen in unserem Lion King mal wieder direkt am Meer und am nächsten Morgen nach einem herrlichen Sonnenaufgang und Kaffee am Strand watscheln wir bei strahlendem Sonnenschein wie die Pinguine ins Meer. Nach einem kurzen zusammen zucken, als die ersten Schwünge kaltes Wasser durch die Schutzschichten eindringen, ist es eigentlich ziemlich erträglich und wir können uns ganz auf die sich unter uns tummelnden Riesenkraken konzentrieren. Die Paarungszeit fängt erst an und wir hatten deshalb schon Sorge, ob wir denn überhaupt schon Kraken sehen werden. Völlig unbegründet, wie wir merken, als unsere Augen erstmal die ersten gut getarnten Exemplare auf dem dicht bewachsenen Seeboden ausmachen. Wir sehen Dutzende der beeindruckenden Tiere, die übrigens hochintelligente Geschöpfe sind. So tarnen sich die kleineren Männchen als Weibchen, um nicht im Konkurrenzkampf mit den größeren Artgenossen den Kürzeren zu ziehen. Eine Masche, die sogar meist Erfolg hat – die Weibchen scheinen intelligente Taktiken zu honorieren. 😉 Im Gerangel mit anderen Männchen lassen die Kraken dunkle Wolken über ihre Körper laufen. Das schaut aus wie aus einem Zeichentrickfilm, total beeindruckend. Überhaupt ist es absolut beeindruckend, den Riesenkraken zuzusehen, wie sie ihre Gestalt, Farben und sogar ihre Oberfläche auf den verschiedenen Untergründen verändern oder anfangen zu leuchten und sich zur Schau zu stellen, wenn sie um ein Weibchen rangeln.

Es kann losgeh´n ins kühle Nass

Mit bis zu 60 cm Länge und 5 kg Körpergewicht sind die Australian Giant Cuttlefish eine der größten Tintenfisch-Spezies. Wenn die kleinen Tintenfische nach 3-4 Monaten aus ihren Eiern schlüpfen, gibt es für sie eigentlich nur ein Lebensziel: So groß und stark wie möglich werden, um in der kommenden Paarungszeit die besten Fortpflanzungschancen zu haben. Ist diese Mission beendet, neigt sich die Lebenszeit der erschöpften Riesenkraken bereits dem Ende zu – gerade einmal 18 Moante werden sie im Schnitt alt. Gerade genug für eine Fortpflanzungsseason. Wo die Riesenkraken sich zwischen dem schlüpfen und der Migration zurück nach Point Lowly zur Paarung aufhalten ist bislang noch ihr herrliches Geheimnis. Nach gut einer Stunde wird es dann doch langsam kühl und wir waten zurück an Land. Außer uns ist niemand im Wasser und wir haben den ganzen Küstenabschnitt für uns. Daher parken wir Lion King direkt hier am Meer, kochen gemütlich, trinken abends ein Glas Wein und schauen mal wieder in einen tollen Sternenhimmel.

Unser Platz am Meer

Ach, noch eine Seltenheit gibt es in dieser Bucht: der einzige Kieselstrand Südaustraliens, womit ganz stolz Marketing gemacht wird 😀 Am nächsten Tag haben wir wieder Glück mit dem Wetter, es ist fast wolkenlos morgens und sogar windstill, das Meer liegt ruhig vor uns. Und es kommt noch besser: anfangs wird Biene beim Schnorcheln von einem Rudel Delphine begleitet, dass keine 10 Meter parallel neben ihr mit schwimmt. Leider hat sie es selbst aber gar nicht bemerkt 🙁 Wieder sehen wir unzählige Riesenkraken, wie sich sich schier unsichtbar an den Hintergrund angleichen, sich tarnen, ihre Gestalten ändern und sich prachtvoll zur Schau stellen.

Und weil Worte gar nicht so richtig beschreiben können, wie cool das aussieht, könnt ihr Euch hier selber einen kleinen Eindruck davon machen.

Vorhang auf für die Riesenkraken:

300 Tage auf Reisen – wir ziehen Zwischenbilanz

300 Tage auf Reisen – wir ziehen Zwischenbilanz

Am Sonntag den 15.02.2015 reitsen wir seit genau 300 Tagen. Wahnsinn! Das sind fast 10 Monate. Keiner von uns beiden war bisher so eine lange Zeit am Stück unterwegs.
Während ihr zuhause Fasnet oder Fasching gefeiert habt und wahrscheinlich alles andere als Zahlen im Kopf hattet, haben wir uns ein paar Gedanken gemacht und einige Zahlenspiele aus unserer Reise erstellt:

Wir reisen heute genau 300 Tage. Das sind 10 Monate oder 43 Wochen. Oder auch 7.200 Stunden, 432.000 Minuten oder 25.920.000 Sekunden

Die 299 Nächte haben wir an 142 verschiedenen Orten verbracht.

Davon haben wir 15 Nächte im Auto, 11 in einem umgebauten Pferde-LKW, 9 Nächte im Zelt, 6 in einem Dorm (bzw. Uli 10 Nächte mit den Nächten in Darwin), 5 in einem mongolischen Ger, 2 am Flughafen und 1 Nacht unter freiem Himmel geschlafen.

21 mal wachten wir an einem anderen Ort auf als da, wo wir schlafen gingen. Das bedeutete 11 mal schlafen im Zug, 7 – mehr oder weniger – im Bus, 2 mal auf der Fähre und 1 mal im Flugzeug.

Insgesamt überstanden wir 16 Nächte auf dem Boden.

37 mal durften wir kostenlos (+4 bei Biene in Singapur) übernachten.

Bereist haben wir bisher 3 Kontinente.

Wir haben 13 Länder besucht. Die kürzeste Zeit verbrachten wir in Malaysia – nämlich genau 1 Tag- und die längste bisher zeitgleich mit knapp 2 Monaten in China und Australien.

Die längste Zeit an einem Ort blieben wir in Sydney. Dort waren wir 2 Wochen und 1 Tag.

Wir haben unsere Füße auf 21 Inseln gesetzt, davon haben wir 10 im Rahmen von Tagesausflügen besucht.

Außerdem waren wir in 2 Special Econimic Zones und in einem Stadtstaat.

Und einmal in militärisch gesperrtem Gebiet, in dem wir nicht hätten sein dürfen.

Wir haben uns unglaublich viel und in den verschiedensten Transportmitteln fortbewegt:
Bis heute zählen wir 105 Busfahrten, ebenso 53 Metro- und 31 Bootsfahrten.
21 mal hat uns eine Zugfahrt an unser nächstes Ziel gebracht und 16 mal eine Fahrt mit dem Tricycle.

Wir haben 15 Flüge genommen. Ebenfalls 15 mal blieb uns nichts anderes übrig als ein Taxi zu nehmen. 12 mal staunten wir über das funktionierende Bezahlen-auf-Vertrauensbasis System im Jeepney.

10 Fahrten fuhren wir hinten auf einem Mopedtaxi, davon einige mitsamt komplettem Gepäck. 9 mal kletterten wir in ein Tuk Tuk, um von A nach B zu kommen; 7 mal auf einen Pick-up und ebenfalls 7 mal quetschten wir uns in einen Minibus.

4 mal ließen wir Rikscha-Fahrer strampeln und 2 mal ging es mit einem Tecak weiter. Ein einziges Mal fuhren wir Pferdekutsche. Ebenfalls einmal paddelten wir mit dem Kayak an unser nächstes Ziel.

In der mongolischen Steppe ritten wir zweimal auf Pferden und einmal auf Kamelen.

11 mal bekamen wir einen Lift, d.h. wir wurden kostenlos mitgenommen. Die ausgefallensten Fahrzeuge waren dabei LKWs, ein Zigaretten-Lieferwagen und natürlich – das Polizeiauto im Norden Thailands.

An 28 Tagen liehen wir uns ein Motorrad und an 4 Tagen Fahrräder. Davon 1mal ein Elektro-Bike und einmal ein Tandem. Einen Tag waren wir mit einem gemieteten Tricycle unterwegs.

Wir haben 7.865 km von Russland bis China im Zug zurückgelegt. Ziemlich genau 4.000 km fuhren wir mit unserem eigenen Moped durch Südostasien. Mit unserem Auto fuhren wir bisher 4.322 km über Australiens Staßen.

Die Stunden und Kilometer, denen unser Transport gesamt entspricht, übersteigt momentan unsere Kopf-Rechenfähigkeit bzw. unser geografisches Wissen. 😉

 

Wir haben 1.108 mal Geld für Essen & Trinken ausgegeben.

Den größten Teil unserer Ausgaben, nämlich 28 %, gaben wir für Transport aus, Gefolgt von Essen & Trinken mit 23 % und Unterkünften mit 21 % unserer Kosten.

Die günstigste (bezahlte) Unterkunft fanden wir in Laos auf den 4.000 Inseln, wo wir für einen Bungalow mit eigenem Bad und Hängematte zusammen 2 ,91 € pro Nacht bezahlten.

Die teuerste Nacht kostete uns 36, 34 €. Diese war für ein Doppelzimmer mit geteiltem Bad in einem Hostel in Darwin, Australien.

Pro Tag geben wir im Schnitt jeder 26 € aus. Wir sind sehr sparsame Weltreisende 🙂

Wir haben bisher jeder 3 Paar FlipFlops durchgelaufen.

37 mal haben wir in Burma die Schuhe ausgezogen, um eine religiöse Stätte zu besichtigen.

Die günstigste Packung Zigaretten kostete 0,30 € in Laos.

Das günstigste Bier tranken wir in Phnom Penh, Kambodscha. Es kostete uns 40 Cent – Frisch gezapft . Das teuerste Bier 3,93 €.

Uli hat sich bestimmt schon 10 mal den gleichen Zeh angestoßen und Biene hatte gefühlte 100 blaue Flecken vom irgendwo anstoßen. Ungefähr gleich viele Mosquitostiche hatten wir beide schon zu verzeichnen.

Geschätzte 100 mal wurden wir gefragt, ob wir verheiratet sind.

Wir waren bisher 0 Tage richtig krank.

Ungefähr 1.000 mal wurden wir um ein Foto gebeten.

Wir können mittlerweile in 16 verschiedenen Sprachen mindestens hallo, danke und tschüss sagen.

Am kältesten war es in Sibirien am noch teilweise zugefrorenen Baikalsee. Der heißeste Tag ist heute. Wir haben 43 Grad Celsius.

Um uns unterwegs zu informieren, haben wir in 9 Reiseführer investiert. 2 davon haben wir nach Deutschland zurückgeschickt, die 7 anderen wurden verschenkt/getauscht.

Wir haben bisher ca. 8.000 Photos geschossen und mehrere Stunden Filmmaterial aufgenommen.

Wir mussten einmal Schmiergeld bezahlen.

Richtig auf die Nase gefallen bzw. über´s Ohr gehauen worden sind wir erst einmal. Zumindest so, dass wir es bemerkten 😉

An keinem der 300 Tage haben wir unsere Reise bereut.

Soviel zu den Zahlenspielen 🙂

 

….was unsere Reise ausmacht, sind aber noch vielmehr die Dinge, die wir nicht in blanken Ziffern ausdrücken können: die Grüße und Lächeln von wildfremden Menschen unterwegs; die Begegnungen, die wir jeden Tag machen; die vielen Geschichten aus dem Leben von anderen Reisenden und Einheimischen; die Einblicke in andere Leben, Kulturen und Mentalitäten; die Lebenserfahrung, die wir auf unserer Reise gewinnen.
Das alles ist unzähl- und unbezahlbar!

 Aristoteles

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