Weltreise Update & Status Quo! Wo, was, wohin, warum und überhaupt…?

Holy Moly! Jetzt ist tatsächlich ein halbes Jahr ohne Blogeintrag vergangen. Wir können es selbst kaum glauben und es tut uns leid, dass es so lange nichts von uns zu lesen gab. Jetzt wischen wir hier daher schleunigst die mehrere Zentimeter dicke Staubschicht weg und geben Euch ein lang überfälliges Update. 

Starten wir von vorne…

WAS WAR IN DEN LETZTEN 6 MONATEN SO LOS BEI UNS?

KANADA

Bis Ende März haben wir eine Wintersaison in den Rocky Mountains verbracht. Wie sich heraus gestellt hat, war der Job Lift Attendant noch anspruchsloser, als wir bereits erwartet hatten. Für interessantere Jobs hätten wir aufgrund unserer zeitlich begrenzten Visa allerdings entweder in einem anderem Resort arbeiten oder flunkern müssen. Und dafür waren wir zu ehrlich…  Auf der positiven Seite hatten wir durch unsere Anstellung im Ski Resort die Möglichkeit, uns in unserer nicht zu knappen Freizeit (gratis) in zahlreichen anderen nordamerikanischen Skigebieten im Schnee zu vergnügen. So kamen wir – obwohl unsere Ski-Saison aufgrund von Biene´s Beinbruch nur 6 Wochen kurz war – immerhin auf 100 abgefahrene Pisten im Panorama Mountain Resort, auf viele weitere Abfahrten in 9 weiteren Skigebieten der kanadischen Rocky Mountains, einem Skiwochenende auf US-amerikanischer Seite der Berge in Montana, und unsere ersten Abfahrten auf „Double Black Diamonds“-Pisten

Ansonsten genossen wir die Gemütlichkeit und den Luxus unseres Hauses am See Windermere sehr. Morgens sahen wir aus unseren Panorama-Fenstern die Sonne über den Rocky Mountains aufgehen, tagsüber liefen wir auf dem zugefrorenen See Schlittschuh oder Langlauf-Ski und abends kuschelten wir vor dem Feuer eines unserer Kamine ein. Unser erstes gemeinsames Haus hat Maßstäbe für alle weiteren gesetzt.

Ende März ging es für uns zurück in die Heimat. Wir feierten den 40. Geburtstag von Biene´s Schwester und den 60. Geburtstag von ihrem Patenonkel. Da es Anfang April in Süddeutschland aber noch kalt und ungemütlich war und wir uns nach dem langen, kalten Winter die Sonne herbei sehnten, buchten wir nach 2 Wochen in Deutschland spontan ein absolutes Flugschnäppchen.

MALEDIVEN

2 Tage später wachten wir deshalb auf den Malediven auf. Auf die Traum-Inseln im Indischen Ozean wollte Biene schon seit ihrer Jugend einmal fliegen. Et voila!

Auch wenn die meisten bei dem Gedanken an die Malediven luxuriöse All-Inclusive Resort-Inseln vor Augen haben, lassen sich die Trauminseln auch als Backpacker gut bereisen. Seit wenigen Jahren ist es Privatpersonen erlaubt, in den Dörfern der bewohnten Inseln Gästehäuser für ausländische Touristen zu führen. Das ist nicht nur günstiger, sondern in unseren Augen auch authentischer, abwechslungsreicher und interessanter. Und anstelle von Inselhopping mit Wasserflugzeugen lassen sich die verschiedenen Atolle günstig mit den lokalen Fähren erreichen. Wer jedoch auf seinen Cocktail zum Sonnenuntergang nicht verzichten möchte, ist auf den exklusiven Resort-Inseln besser aufgehoben: abseits von diesen herrscht auf den Malediven islamisches Gesetz und jeglicher Alkohol ist verboten. 

Da die Malediven im Vergleich zu anderen Ländern in Asien dennoch etwas kostspielig sind und gleichzeitig unsere Entdecker-Füße nach gut einer Woche Strand- und Badeurlaub wieder zu kribbeln begannen, verließen wir die Postkarteninseln wieder nach 8 herrlichen Tagen.

SRI LANKA

Unsere nächste Destination hieß Sri Lanka. Kaum angekommen, erschütterte eine Serie verheerender Terror-Attentate das Land. Unsere Reise deshalb abzubrechen, stand für uns nicht wirklich zur Debatte. Nach dem ersten Schock war schnell aufgeklärt, dass es sich um einen extremistischen Anschlag handelte – und dass ein solcher heutzutage leider jeden Tag fast überall auf der Welt geschehen könnte, wissen wir wohl spätestens seit den Anschlägen von London, Paris, Melbourne oder dem Berliner Weihnachtsmarkt. 

Unsere Erfahrungen der kommenden Wochen sollten unsere Entscheidung bekräftigen. Überall im Land trafen wir gastfreundliche und herzliche Menschen. Von denen alle in irgendeiner Weise persönlich vom plötzlichen Ausbleiben der Touristen betroffen waren und von denen sich keiner – egal ob Muslim, Christ, Buddhist oder Hindu – wünschte, nur 10 Jahre nach Ende des Bürgerkrieges erneut Unfrieden im Land zu erleben.

Schon an unserem 1. Tag organisierten wir uns spontan und entgegen unserer eigentlichen Pläne ein TukTuk. Die beste Entscheidung! Mit diesem erkundeten wir in 4 Wochen entspannt und unabhängig das gesamte Land. Dabei legten wir nicht nur Stopps an den bekannteren Spots ein, sondern fuhren auch abseits der touristischen Pfade viel über´s Land und sahen so, eingebettet in wunderschöne Natur, sogar jede Menge wilder Tiere. 

Sri Lanka ist sehr einfach zu bereisen, ein Großteil der Bevölkerung versteht etwas Englisch, die Preise sind sehr günstig, die Kultur interessant, die historischen Stätten bemerkenswert (Gleich 8 UNESCO Weltkulturerbestätten bietet Sri Lanka auf relativ kleinem Raum!), die Landschaft abwechslungsreich und die Menschen herzlich und aufgeschlossen – von der leckeren Küche Sri Lanka ´s ganz zu schweigen… 

Das optimale Land, um unser fünfjähriges Reisejubiläum zu begehen! 5 Jahre reisen wir nun schon um die Welt – manchmal erscheint es uns selbst unglaublich!

Nach 4 wunderschönen Wochen in Sri Lanka, in denn wir das kleine Land südlich von Indien in unsere Herzen geschlossen haben, ging es für uns abermals für einen Monat zurück nach Deutschland. Bis wir Mitte Juni wieder unsere Rucksäcke packten.

WO SIND WIR JETZT GERADE?

Wir sind zurück in Kanada. Hier werden wir noch einmal einen Sommer verbringen. Nachdem wir inzwischen fast ein Jahr in Kanada gelebt haben, ohne es in den Osten des riesigen Landes zu schaffen, sind wir dieses Mal zuerst für eine Stippvisite in den französisch sprachigen Landesteil geflogen. In Quebec erkundeten wir die historische Altstadt von Montreal mit dem Fahrrad, verköstigten die kanadische Spezialität Poutine an ihrem Ursprungsort, stiegen auf den namensgebenden Mont Real und lauschten groovigen Jazz-Klängen. 

Nach 2 Tagen reisten wir weiter nach Toronto. Der größten Stadt Kanada ´s statteten wir nur einen kurzen Besuch ab, bevor es weiter ging an die Niagarafälle. 

 

Mitten in der Nacht dort angekommen, packten wir kurzerhand unweit der berühmten Fälle unser Zelt aus – nun können wir erzählen, dass wir schon zum Tosen der Niagarafälle eingeschlafen sind. Am nächsten Morgen waren wir so auch die ersten dort und bewunderten zu früher Stunde ganz für uns die mächtigsten Wasserfälle Nordamerikas. 

In Niagara on the lake trafen wir uns mit Kevin, einem unserer kanadischen Arbeitskollegen von Skeena Meadows. Er fuhr mit uns über´s Land und zeigte uns etwas die Gegend. So erhaschten wir einen kleinen Einblick in die andere, flache und von Seen durchzogene Seite Kanada´s, die so anders ist als der bergige Westen des Landes. 

In Richtung Westen zog es uns dann auch weiter. Da Inlandsflüge in Kanada leider meistens ziemlich teuer sind und sich kurzfristig auch keine Überlandfahrt für uns ergab, machten wir uns per Anhalter auf in die USA, um von Detroit über Atlanta nach Vancouver zu fliegen. Nach dem wohl zähesten und anstrengendsten Tramp-Tag unserer bisherigen Anhalterkarriere kamen wir schließlich doch noch an und flogen am nächsten Tag nach British Columbia.

 

WAS MACHEN WIR HIER ?

Wir verbringen zuerst nochmal einige Wochen auf Skeena Meadows, dem Anwesen, auf dem wir im letzten Jahr den Sommer und Herbst über gearbeitet haben. Die Heuernte steht bevor und anscheinend haben wir letztes Jahr einen ganz guten Job gemacht. Wir sind wieder in unseren Bungalow am Fluss eingezogen, warten beim Kaffee auf vorbei laufende Schwarzbären, fahren Traktor, führen die Jagdhunde aus und planschen abends in unserem Hot Tub auf dem Deck. Wenn das Heu voll eingebracht ist, werden wir zum Wandern in die Rocky Mountains aufbrechen. Die Berge, mit denen Kanada für uns untrennbar verbunden ist und die auch der Grund sind, warum wir ursprünglich hergekommen sind. Letztes Jahr haben wir es nicht geschafft, hier wandern zu gehen und das wollen wir diesen Sommer nachholen. 

UND DANN? WAS MACHEN WIR IM ANSCHLUSS?

Im Herbst werden wir nach Australien reisen. Schließlich haben wir dort immer noch unser Auto stehen…

SIND WIR ÜBERHAUPT NOCH AUF WELTREISE?

Jain. Uns brennt es nach wie vor unter den Nägeln, noch mehr von unserer wunderschönen Welt kennen zu lernen. Es gibt viele Orte, Momente und Erfahrungen, die wir gerne noch erleben möchten. Auf der anderen Seite merken wir aber auch, dass wir gerade an einem Punkt sind, an dem wir uns überlegen, wie es für uns weitergehen soll. Wir reisen nun seit 5 Jahren. Haben unglaublich viel gesehen, erlebt und gelernt. Damit kommt eine gewisse Erwartung, Reise-Haltung und Rastlosigkeit einher.

Vielleicht ist es deshalb langsam an der Zeit für eine Veränderung, oder gar eine Kursänderung. 

WO WIRD DIE REISE HINGEHEN? 

Das – genau das – wissen wir selbst noch nicht genau. Die Möglichkeiten sind endlos. Wir haben inzwischen so viele Länder bereist und so viel erlebt, dass wir vielleicht gerne mal für eine Weile wo bleiben würden. Wir würden gerne mal wieder etwas Anspruchsvolles arbeiten, uns weiter entwickeln. Etwas Schaffen. Auf der anderen Seite gibt es auch noch viele Länder, die wir noch nicht bereist haben und die uns noch reizen. Einen ganzen Kontinent, Afrika, haben wir noch nicht gesehen auf unserer fünfjährigen Weltreise

Es gibt so viele Optionen, die wir uns für uns vorstellen können und gerade fällt es uns schwer, uns für eine zu entscheiden. Man könnte auch sagen: Wir würden gerne 1.000 Leben in dieses 1 stecken.

WARUM GAB ES HIER SO LANGE NIX NEUES MEHR ZU LESEN?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum Einen liegt das daran, dass wir das vergangene Jahr fast ausschließlich in Kanada verbracht haben und bis zum Frühjahr nur wenig gereist sind. Den Winter über haben wir – abgesehen von kleineren  Roadtrips durch die Rocky Mountains, entlang des Columbia Valley und ins Okanagen Valley – hauptsächlich in Invermere in Kanada verbracht. Auch eine wunderschöne Gegend, über die es viel zu erzählen gäbe. Aber irgendwie war letzten Winter die Luft raus und mir fehlte sowohl Inspiration als auch Motivation, etwas für den Blog zu machen. Zum Anderen hat es mir irgendwie komplett das Design verhauen. Dadurch sieht jetzt vieles nicht mehr so schön, sondern anders aus und die Wiederherstellung bedeutet Einfuchsen und zeitintensive Arbeit.

Hinzu kommt, dass wir mittlerweile weniger Zeit in Reiserecherchen stecken, sondern ein anderes Thema für uns stark in den Vordergrund gerückt ist: Unsere Umwelt. Seit wir uns verstärkt damit beschäftigen, welche Auswirkungen unser aller Lebensstil und Flugreisen auf unsere Erde haben, fragen wir uns manchmal, ob wir es überhaupt noch vor uns selbst vertreten können, andere zum (Flug-)Reisen zu inspirieren?

EXISTIERT DIESER BLOG DANN ÜBERHAUPT NOCH? 

Gute Frage! Ein halbes Jahr kein Update auf dem Blog – das ist im Internet sowas wie eine Lichtmillion Jahre. Aber vielleicht ist das hier ja die Sternschnuppe, die wieder etwas Bewegung in den Kosmos bringt.

Falls also irgend jemand diesen Blogeintrag liest, würden wir uns sehr über einen Kommentar unter diesem Beitrag oder einen Eintrag ins Gästebuch freuen! 

TUT SICH HIER KÜNFTIG WIEDER WAS?

Ja! Wir  möchten Euch nach wie vor an unserer persönlichen Reise teilhaben lassen, Euch mit uns mitnehmen und unsere Erfahrungen und Eindrücke mit Euch teilen. Vielleicht wird unser Blog sich etwas verändern – so wie auch wir und unsere Reise sich kontinuierlich weiter entwickeln.