Backpacking

Die Top 3 unserer Mitfahrgelegenheiten – Begegnungen, die das Leben schreibt

Die Top 3 unserer Mitfahrgelegenheiten – Begegnungen, die das Leben schreibt

Wir haben es also geschafft. Vom nördlichsten Zipfel bis hinunter in den tiefen Süden führte uns unser Experiment: Einmal quer durch Neuseeland – nur zu Fuß und per Anhalter. Zahlreiche tolle Menschen nahmen uns ein Stück des Weges mit. Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten, verschiedensten Alters und Abstammung. Andere Touristen, Einheimische und Einwanderer. Vollkommen verschiedene Charaktere auf den unterschiedlichsten Wegen – persönlich wie wegbezogen. Jeder davon hatte seine eigene Geschichte. Und jeder seinen persönlichen Grund, warum er für uns anhielt. So wie die sympathische Senior-Unternehmerin, die nur wegen Biene’s roten Haaren für uns abbremste – weil ihre Enkeltochter die gleiche Haarfarbe hat. Oder der Techniker auf Geschäftsfahrt, der generell keine Anhalter mitnimmt, die nur am Straßenrand sitzen. Wir liefen aber und durften einsteigen. Eine junge Studentin nahm uns mit, weil sie selbst viel als Anhalterin unterwegs ist; ein älterer Künstler, weil wir ihn an seine früheren Reisen durch Indien erinnerten. Der Telefontechniker hat auf seinen langen Fahrten ins abgelegene Nordland gerne Gesellschaft. Einmal nahm uns sogar ein vollbesetzter Tourbus mit (es nieselte und die Busgesellschaft hatte wohl Mitleid). Einige Fahrer fuhren für uns extra einen Umweg. Manche erzählten aus ihrem Leben, andere hörten lieber unseren Geschichten zu. Mit dem Großteil führten wir interessante Gespräche und ausnahmslos alle fanden unser Vorhaben awesome! 😀 Mit manchen tranken wir nach der Fahrt noch einen Kaffee, mehrere luden uns ein, bei ihnen zu kampieren und nur sehr wenige Male waren wir froh, wenn eine Fahrt ihr Ende fand. Ein Paar konnten wir sogar zum Traum einer eigenen Weltreise inspirieren.

Eines hatten alle Fahrten gemeinsam: die Menschen die wir dabei kennen lernten, wurden zu einem Highlight unserer Reise durch Neuseeland! Und deshalb wollen wir Euch stellvertretend für all die großartigen Geschichten, die wir erlebten, 3 von ihnen vorstellen!

Unsere 3 erinnerungswürdigsten Tramp-Geschichten:

  • Einblicke in den Alltag einer Marihuana-Dealerin

Obwohl diese Fahrt mit ca. 10 Minuten Fahrzeit eine der kürzesten war, bleibt sie uns dennoch lebhaft in Erinnerung! Schwungvoll hält der rote Kleinwagen mit dem schon etwas abgeblättertem Lack neben uns. Die Fahrerin (Mitte 50, stattliche Erscheinung, maorische Abstammung) kurbelt das Fenster auf der Beifahrerseite für uns herunter, fragt wo wir hinmöchten, erklärt uns dass sie nur bis zum Ortsende fährt… – und entschuldigt sich im gleichen Atemzug dafür, dass es in ihrem Auto nach Marihuana riecht. Aber sie sei Marihuana-Dealerin, da ließe sich das nicht vermeiden… Wir schauen uns ungläubig grinsend an und steigen ein. Auf dem Weg zum Ortsende machen wir noch einen kurzen Umweg, um die Tageseinnahmen bei ihrem Großhändler abzuliefern. Kein Problem. Ganz locker-flockig erzählt sie auf unsere neugierigen Fragen auch, wie das Geschäft denn so läuft (sehr gut), ob mehr Einheimische oder Touristen ihre Ware kaufen (sowohl als auch) und wie das alles so abläuft. Zwar fragt sie uns höflichkeitshalber nach unseren Berufen, winkt aber im selben Moment schon wieder ab und sagt, selbst wenn wir Polizisten wären, würde sie das nicht interessieren. Eine wirklich urige Charaktere! Wir haben uns selten vor Lachen die Bäuche gehalten, als wir aus einem Auto ausstiegen. Dieses Mal schon.

  • Gegensätze ziehen sich an: die Lady und die Hippie-Hexe

Der Tag fing gut an. Obwohl am Ortsausgang vor uns schon 3 andere Tramper stehen, dauert es nicht lange, bis ein Auto für uns anhält. Gelenkt wird der große Jeep von einer sehr gepflegten älteren Lady, die uns auf Anhieb sympathisch ist. Wir ihr zum Glück auch. So dürfen wir bei ihr einsteigen, nachdem sie an unserem Englisch hört, dass wir keine Kiwis sind. Ihre Landsmänner nimmt die Dame hier generell nicht mit. Warum, das erzählt sie uns auch gleich: in dieser Gegend liegt ein Gefängnis und viele Häftlinge würden nach dem Verbüßen ihrer Haftstraße die in unsere Fahrtrichtung gelegene Golden Bay ansteuern. Zur Entspannung mit Grünpflanzen… Sagen wir es so: In diesem abgelegenen Örtchen hinter den Bergen machen Leute mit dem selben Beruf wie unsere obige Mitfahrgelegenheit einen sehr guten Verdienst. 😉 Die zart gebaute Dame habe schon mehrere Male Ärger mit aggressiven Mitfahrern gehabt und zwar habe sie einen Selbstverteidungskurs besucht, wolle aber nichts mehr riskieren seit sie über 70 ist. Weil wir ihr aber auf Anhieb sympathisch sind, dürfen wir uns sogar aus der Keksdose bedienen, die sie für ihre Enkelkinder im Auto hat. Die Lady hat einen ausgezeichneten feinen Sinn für Humor und wir unterhalten uns bestens auf der langen Fahrt. So erzählt sie uns auch, wie sie vor Jahrzehnten mit ihrem Mann und ihren 3 kleinen Kindern in einem alten Bus 18 Monate durch Mexiko gereist sind und alle sie damals für verrückt erklärten. Und wie sie und ihr Ehemann ihre erfolgreiche Firma vor wenigen Jahren an die jüngere Generation übergaben, um mit demselben jahrzehntealten Bus samt Hund und Katze für 4 Jahre ihr Heimatland Neuseeland zu befahren. Und sie wieder von allen für verrückt erklärt wurden. Und es zur besten Zeit ihres Lebens wurde. Die Lady erzählt wunderbar und bestärkt uns darin, unseren eigenen Weg zu gehen und unsere Träume zu leben. Als wir die Kleinstadt Nelson erreichen, fährt sie für uns statt der Highway-Umfahrung einmal mitten durch das Zentrum – so hätten wir alles gesehen, was es hier zu sehen gibt und müssten keine weitere Zeit in der Stadt verschwenden. Wir lachen herzhaft – so richtig schätzt sie uns ein. Als wir kurz darauf in Richmond aussteigen, haben wir das Gefühl, diese Dame schon viel länger als nur eine zweistündige Fahrt lang zu kennen. Es ist eine der Begegnungen, die unsere Reise so besonders machen.

Von Richmond aus weiter sollte es eigentlich nur ein kurzer Lift weiter nach Kaiteriteri werden. Dafür steigen wir in das klapprige Auto von Karen ein. Man könnte sagen, das in die Jahre gekommene Hippie-Mädchen ist mit ihrer wallenden grauen Mähne und den Katzenhaaren und Teppichen im Auto vom Typ her das Gegenstück zu unserer vorherigen Mitfahrgelegenheit. Auch diese Fahrt beginnt nett. Dann entscheiden wir uns, mit ihr doch weiter bis nach Takaka zu fahren, um unsere Wanderung im Abel Tasman NP von West nach Ost statt anders herum von Kaiteriteri zu laufen. Hätten wir allerdings gewusst, welches Verhältnis Karen zu ihrer Gangschaltung hat, wären wir vielleicht doch wieder ausgestiegen…. Schon beim ersten Anstieg am Fuße der Takaka Berge werden wir zu Rate gezogen, ob es sich wohl besser im dritten oder vierten Gang hinauf führe. Und dann verwechselt sie doch den zweiten mit dem vierten Gang. Das lustige Ratespiel wiederholt sich in jeder Serpentine der zweistündigen und sehr kurvenreichen Strecke über die Berge. Dass sie vor lauter pflanzlicher Entspannung jedes Schalten mit lautem Überlegen begleitet, viel zu schnell in die Kurven fährt und beim Unterhalten statt auf die Straße zu Biene auf den Beifahrersitz sieht, hilft unserer eigenen Entspanntheit nicht gerade. Und als sie vor lauter Geplapper dann auch noch Biene’s Hand, mit der sie sich in den Kurven am Autorahmen fest hält, im Fenster einklemmt, fährt die Plauderlaune endgültig auf höfliches Nicken und gezwungenes Lächeln zurück. Wir wundern uns so auch nicht mehr, als sie uns anbietet uns bis nach Golden Bay mitzunehmen, wo sie wohne (…) – wir lehnen höflich ab und sind froh, als wir in Takaka die Autotüre hinter uns zumachen können.

  • Peter, der Avocado-Farmer mit den Lachfältchen von George Clooney

Peter hält für uns am Ortsausgang von Whangamata. Nach mehreren kurzen Lifts ist er der erste, mit dem wir an diesem Nachmittag ein ordentliches Stück weiter kommen. Seine verwuschelten blonden Haaren und die Lachfalten in seinem von der Sonne gegerbten Gesicht verraten uns auf Anhieb, dass Peter viel Zeit an der frischen Luft verbringt. Dieser erste Eindruck stellt sich im Gespräch schnell als richtig heraus. Peter hat eine Avocado- und Kiwiplantage. Und er ist der Typ Mensch, mit dem wir rasch von einem interessanten Gesprächsthema auf das nächste kommen, ohne groß überlegen zu müssen. Im Laufe der Fahrt unterhalten wir uns so gut, dass Peter uns einlädt, bei sich zu übernachten. Er ist uns so sympathisch, dass wir die Einladung gerne annehmen. Und so schlagen wir an diesem Abend unser Zelt neben Tausenden von Kiwis auf, sitzen mit Peter auf seiner Terrasse mit Blick über den farmeigenen See und kommen sogar zu einer heißen Dusche. Am nächsten Morgen lernen wir bei frisch gebrühtem Kaffee noch einiges über den Anbau von Kiwis und Avocados, dürfen uns die Taschen mit den süßesten Pflaumen füllen, die wir seit langer Zeit naschten, bevor Peter uns in den nächsten Ort fährt. Einfach so.

Uli trampt

Und weil nicht nur diese 3 Begegnungen etwas Besonderes waren, sondern wir jedes Mal Glück verspürten, wenn neben uns ein Auto stoppte, wollen wir auch alle anderen Menschen, die für uns anhielten, nicht unter den Tisch fallen lassen. Es haben uns außerdem mitgenommen (chronologisch geordnet):

  • die Kulturliebhaberin, die uns unseren allerersten Lift direkt vom Flughafen in die Innenstadt gab. Die nette Fahrt sparte uns 50 NZ$.
  • die ältere Dame auf dem Weg in ihren Wochenendurlaub ins Nordland. Sie fragte Uli zuerst, mit wem er unterwegs ist bevor er einsteigen durfte (zeitgleich stand ein sehr nach Langzeitreisender aussehender Tramper mit hüftlangen Deardlocks an derselben Tankstelle).
  • der Milchmann, der unterwegs noch den LKW abladen musste und uns zum Abschied TimTams (diese unwiderstehlich leckeren, australischen Kekse schenkte).
  • das Unternehmerpaar, welches für uns einen Umweg fuhr, damit wir nicht nass werden und deren Tochter als Kayak-Guide auf einem Kreuzfahrtschiff in der Antarktis arbeitet.
  • Bill der Künstler, der uns total wahnsinnig fand, weil wir so ganz ohne Karte und mit bescheidener Ortskenntnis unterwegs waren (war unser erster Tag on the road).
  • das ältere Ehepaar auf dem Weg zum Wochenmarkt, von denen wir alles über die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Manuka-Honigs lernten.
  • der Telefontechniker, der mit uns über den 90 Miles Beach jagte, statt schnöde den Highway entlang zu kurven. Und uns dabei lustige Stories von all den Backpackern erzählte, die er aus genau diesem Strand schon herausgezogen hat, nachdem sie mit ihren Backpacker-Mühlen darin stecken blieben.
  • Mink der angehende holländische Kitesurflehrer, der lieber in seinem umgebauten VW-Bus durch Neuseeland fährt, statt in Europa zu studieren und dessen schönster Tag in seinem Leben der war, an dem er ganz allein mit einem Buckelwalbaby schwamm.
  • Mornie, der bis vor wenigen Jahren noch nicht an Gott glaubte, uns nun aber vor der kurz bevorstehenden biblischen Apokalypse warnte.
  • die 4 Jungs im Kleinwagen, zu denen wir uns noch mit rein quetschen durften, weil sie erst nur Biene sahen. 😀
  • die Aussteigerin mittleren Alters, die sich so sehr freut wenn sie jemanden mitnehmen kann, dass sie darauf bestand, uns soweit wie möglich in die gemeinsame Richtung mitzunehmen – was 200 Meter bis zum nächsten Kreisverkehr waren.
  • der aufgedrehte Gefängniswärter, der schon für uns anhielt, bevor wir überhaupt den Daumen rausstrecken konnten und der schon einen Helikopterrundflug über Hawaii machte.
  • die ältere Dame, die für uns an ihrem Haus vorbei fuhr und uns über eine holprige Schotterstraße weiter bis zum Nationalpark brachte.
  • das tschechische Paar in unserem Alter, das ebenfalls auf Weltreise war und denen wir Reisetipps gaben.
  • das neuseeländische Studentenpaar, die in der Coromandel ihre Semesterferien verbrachten.
  • Dave der Straßenarbeiter auf dem Heimweg, der für uns am Aussichtspunkt hielt und uns ermahnte, beim Wildcampen ja kein Klopapier in der Natur zurückzulassen (machen wir sowieso nie!).
  • das französische Ehepaar, das zum ersten Mal mit dem Wohnmobil und obendrein zum ersten Mal im Linksverkehr unterwegs war (sie nahmen uns an anderer Stelle tags darauf sogar gleich nochmal mit)
  • die beiden Kiwis, die im Sommer als Surflehrer und im Winter als Skilehrer auf der Südinsel arbeiten und das Wochenende im Strandhaus verbrachten der Kayak-Guide, der auf dem Weg zur Arbeit war.
  • die 3 deutschen Camper, die zusammen ein Wohnmobil gemietet und sogar den Hund dabei hatten
  • der Tscheche, der sich in seiner Wahlheimat China so gut integriert hat, dass er fuhr wie all die asiatischen Touristen – und glatt von der Polizei eine Verwarnung für zu langsames Fahren erhielt. 😀
  • Marcus der Life-Coach, der mit seinen 26 Lebensjahren schon erstaunlich weise war und uns zum Abschied einen maorischen Segen gab
  • Damien, der an diesem Nachmittag auf seine Kinder aufpassen musste und mit ihnen, von uns inspiriert, eine Wanderung um den See unternahm.
  • Michael der Hochzeitsfotograf, der uns vom ersten richtig langem Warten am Straßenrand in Rotorua erlöste.
  • Ivan, der aus Südafrika ausgewanderte Jugend-Coach, der gerade erst andere Anhalter abgesetzt hatte und sich freute, direkt wieder jemand mitnehmen zu können.
  • der Spanier Oscar, der in seinem Wohnmobil eigentlich nur eine Person mitnehmen durfte – weshalb sich Biene hinter’m Vorhang verstecken musste statt die tolle Landschaft anschauen zu können.
  • die junge Karrierefrau, die plante ihren Job als Sales Managerin an den Nagel zu hängen um Kunst zu studieren.
  • die alleinerziehende Mutter, die über beide Ohren strahlte, da sie just an diesem Tag einen Heiratsantrag von ihrem Freund bekam.
  • Wilhelm der Hobby-Historiker, der uns alles über die Geschichte Neuseelands erzählen konnte.
  • das Rentnerpaar Wicky & Brian, die ebenfalls auf einem mehrmonatigem Trip waren und von ihrer Patentochter Must-See-Listen für Neuseeland bekamen.
  • die jungen Eltern mit Kleinkind, welches die Neuzukömmlinge neben sich auf der Rückbank sehr unbehaglich fand. der junge Amerikaner, der mit seiner Mutter mehrere Monate durch Neuseeland reiste und dabei alle Action-Sportarten ausprobieren wollte.
  • Liz, die uns ihre leer stehende Pferdekoppel zum campen anbot.
  • das Wanderer-Paar aus England, die anders als wir voll ausgerüstet mit Wanderstöcken, Schienbeinschützern und dehydriertem Vesper wandern gingen.
  • die nach Neuseeland ausgewanderten Deutschen, die sich nicht einig waren, ob der Wochenmarkt ihres Ortes nun groß oder klein ist.
  • die Immobilienmaklerin, die auch sonntags im Dienst war.
  • die sympathische Mutter mit Tochter, die sich zum allerersten Mal in ihrem Leben traute, Anhalter mitzunehmen und deshalb zum Abschied ein Foto mit uns machen wollte.
  • der einarmige Vater, der gerade seinen Sohn zurück zur Mutter brachte und der besser fuhr als so mancher mit 2 Händen.
  • der Pilot, der eigentlich für die Tramperin anhielt, die 50 Meter weiter vorne an der Straße stand und uns dann zusätzlich noch mitnahm.
  • die 2 deutschen Mädels, die am ersten Tag ihren Campervan im Ninety Miles Beach versenkten, am Ende dieses Tages dank des wunderschönen Sonnenuntergangs aber wieder mit dem Tag versöhnt waren.
  • der Außendienstler, der uns mitten im Nirgendwo aufsammelte und uns viel über Flora & Fauna Neuseelands erzählen konnte.
  • das sympathische Kiwi-Paar auf dem Weg zu einer Umweltkonferenz.
  • das deutsche Paar aus Braunschweig, die einen tollen Reiseführer mit dabei hatten, den wir noch überhaupt nicht kannten.
  • William aus Deutschland, der uns mit zu einen Campingplatz nahm, auf dem gefühlt jeder Zweite aus Deutschland war.
  • 2 junge Australier aus Sydney, die für uns von der Hauptstraße abbogen und uns die 2 km zum Ausgangspunkt unserer Gletscher-Wanderung fuhren.
  • der vollbesetzte Tourbus, dessen Insassen ihre Reiseführer einstimmig dazu überredeten, uns mitzunehmen.
  • das junge Geschwisterpaar aus England, die sich spontan dafür entschieden, gemeinsam für einige Monate Neuseeland zu erkunden.
  • der Helikoperpilot, der seinen guten Tag hatte und uns anbot, unser Zelt in seinem Garten aufzuschlagen.
  • der Südtiroler, der endlich mal wieder auf einen Gletscher steigen wollte.
  • das junge Pärchen mit den unaussprechlichen Namen aus Litauen, mit denen wir unterwegs nach einer Seehundekolonie Ausschau hielten, zu 2 Wasserfällen wanderten, Fotostopp am See Wanaka machten und Fish & Chips essen gingen.
  • Tracy, die jedes Jahr mit Freunden ein Campingwochenende in Wanaka verbringt.
  • das einheimische Paar, das uns in ihrem Geländewagen mitnahm und uns damit einige Flussdurchquerungen mit nassen Füßen ersparte.
  • der junge Familienvater & Hausbesitzer aus Queenstown, dessen Eigenheim in nur einem Jahr durch die gestiegenen Eigentumspreise in Queenstown seinen Wert verdoppelte.
  • das australische Paar, dass glücklicherweise für uns gar nicht genug Fotostopps auf der Strecke von Queenstown nach Glenorchy einlegen konnte.
  • das Goldgräberpaar, das auch im Urlaub immer die Goldschürfausrüstung im Kofferraum dabei hat.
  • Derrick, dessen Sohn als verantwortlicher Jurist mitgeholfen hat, das umstrittene TTIP-Abkommen zwischen Neuseeland und den USA auszuarbeiten.
  • Anita & Peter, die vielleicht in einigen Jahren selbst noch auf Weltreise gehen werden?
  • Mick, der beim Arbeiten als Kayakguide im Milford Sound ständig mit Seerobben und Delfinen paddeln darf.
  • der schweigsame Kiwi, mit dem wir zum ersten Mal keine gemeinsamen Gesprächsthemen fanden.
  • das philippinische Paar, in deren Auto laute Gute-Laune-Musik läuft und die sich riesig freuten, dass uns ihr Heimatland so gut gefallen hat.
  • der schwule Modehauseinrichter, dessen Fingernägel besser manikürt waren als die von Biene.
  • der Kiwi, der uns nach langem Stehen an einer vielbefahrenen Zufahrt zum Highway mitten in der Stadt (hier dauerte es immer am längsten) mitnahm.
  • der tschechische Backpacker, der die Nacht durchfuhr, um in Dunedin seinen neuen Van abzuholen und der für uns einen Umweg zum Flughafen machte (wo wir unser kostenloses Mietauto abholten).
  • Kim, unsere AirBnB-Gastgeberin in Christchurch, die uns super bemerkenswerterweise morgens um 5 Uhr zum Flughafen fuhr.

Ihr wart alle großartig! DANKE!!

Up & down and up & down – Backcountry Trampen bei Shania Twain

Up & down and up & down – Backcountry Trampen bei Shania Twain

Ausschlaggebend für unsere Wanderung von Wanaka nach Queenstown war ein Gedanke: „Warum sollen wir uns auf dem Highway in einer Stunde um die Berge herum zu unserem nächsten Ziel Queenstwon kutschieren lassen, wenn eine Etappe des Te Araroa in 3-4 Tagen mitten durch die spektakuläre Gebirgsregion durchführt?“ Na? …Eben – auch uns fiel kein vernünftiger Grund dafür ein! Außer vielleicht der flüchtige Blick auf das Höhenprofil des Tracks…auweh!

Beim Blick auf das Höhenprofil des Motatapu-Tracks spüren wir direkt unsere Beine...!

Beim Blick auf das Höhenprofil des Motatapu-Tracks spüren wir direkt unsere Beine…!

TRAMPEN DES MOTATAPU TRACKS – Tag 1

Nach dieser spontanen Entscheidung versorgen wir uns mit Proviant, springen nochmals in den gleichnamigen See Wanankas, werfen einen letzten Blick auf die imposanten Gipfel des Cordona und Treble Stone am gegenüber liegenden Ufer und machen uns am späten Nachmittag auf die erste Tagesetappe des Motatapu Tracks. Wir trampen also mal wieder. Witzigerweise bedeutet tramping in Neuseeland nicht wie bei uns per Anhalter fahren, sondern ist eine Wortschöpfung aus „Trekking“ und „Camping“ – also Mehrtageswanderungen durch das Hinterland Neuseelands.

Es dauert nicht lange und wir sind vollkommen hingerissen von der Landschaft um uns herum: durch ein langgezogenes Tal führt uns der immer schmaler werdende Wanderweg zwischen imposanten Ausläufern der Südlichen Alpen. Allerdings dauert es auch nicht viel länger, bis sich der bis dahin gemächlich auf der Ebene dahin schlängelnde Schotterweg zu einem steil ansteigenden Trampelpfad wandelt. Mal geht es steil mitten durch einen dunklen Tannenwald, dann wieder auf einem schmalen Pfad entlang einem kleinen Gebirgsbächleins. Es geht hinauf, wieder hinunter und noch höher hinauf. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir nach 4 Stunden die gut gepflegte Fern Burn Hütte. Wir haben Glück – und erhaschen die letzten beiden Betten. Im Gespräch mit anderen Wanderern verbringen wir eine gemütliche Stunde auf der Hütte, bevor wir alle recht früh die Lichter ausmachen!

UP & DOWN and UP & DOWN – Tag 2

Nach unserem Bergsteiger-Kaffee machen wir uns gegen 9 Uhr wieder auf. Auch die heutige Tagesetappe ist super anstrengend. Auf schmalen Graten geht es Bergkämme rauf und runter. Schon nach kurzer Zeit geraten wir trotz inzwischen guter Kondition ordentlich ins Schwitzen. Aber landschaftlich gibt der Weg soviel her, dass die Begeisterung die Anstrengung immer noch um Welten übersteigt. Kilometerweit genießen wir eine wolkenlose Rundumsicht über das sommerliche Faltgebirge der südlichen Alpen …Und wenn wir allzu sehr außer Atem sind, nehmen wir einfach die grandiose Aussicht als Vorwand, um kurz stehen zu bleiben und ein (oder zwei, oder drei, oder dutzende…) Fotos zu schießen. So wie hier:

Oder hier:

Küsschen!

Nach 4 schweißtreibenden Stunden erreichen wir die spektakulär gelegene Highland Creek Hütte. An dieser Stelle müssen wir unbedingt mal etwas von den DOC Backcountry (=Hinterland) Hütten schwärmen! Während unserer 5 Wochen in Neuseeland haben wir in so einigen Rast gemacht, in mehreren übernachtest und von ausnahmslos allen sind wir schwer begeistert. Die größtenteils sehr neuen Hütten sind top in Schuss, sauber, mit Matratzenlagern, Gemeinschaftsbereich und Kaminöfen ausgestattet und stehen allen Wanderern für einen wirklich sehr fairen Übernachtungspreis zur Verfügung. Viele davon liegen außerdem wie eben die Highland Creek Hütte absolut traumahft:

ganz da vorne, in der Mitte, da is´uns´re Hütte....da woll´n wir hin!

ganz da vorne, genau in der Mitte, da ist unsere Hütte….da woll´n wir hin!

Während wir uns also Porridge zum Mittagessen zubereiten und noch überlegen, ob wir direkt zur nächsten Hütte weiter wandern oder uns einen faulen Hüttennachmittag genehmigen, ziehen dunkle Wolken auf. Das Wetter macht uns die Entscheidung zu bleiben leicht und schon während wir für ein erfrischendes Bad zum nahen Gebirgsbach absteigen, beginnt es zu regnen. Wir sind kaum zurück in der Hütte, als zuckende Blitze den inzwischen fast schwarzen Himmel durchziehen, lautes Donnergrollen ertönt und der Himmel seine Schleusen vollständig öffnet. Mit bester Panoramasicht auf das Himmelsspektakel verbringen wir einen sehr gemütlichen Hüttenmittag, spielen Karten, tauschen Wandergeschichten mit den übrigen Hüttengästen und wärmen uns an heißer Suppe. Rechtzeitig zum Einbruch der Dunkelheit verzieht sich das Unwetter wieder und als wir in unsere Betten fallen, können wir von diesen aus einen gigantischen Sternenhimmel bewundern.

In Shania Twain´s Vorgarten – Tag 3

Unser heutiges Tagesziel ist Mazetown. Die einstige Goldgräbersiedlung ist heute eine Geisterstadt: null Einwohner – aber ein Zeltplatz. Davor wartet allerdings das anstrengendste Etappenstück auf uns. Es geht gleich über 3 hohe Bergkämme. Unsere Beine sind müde vom steilen und stetigen Auf und Ab. Aber der Geist bleibt motiviert und tapfer bringen uns unsere Füße Schritt für Schritt unserem Ziel entgegen. Auch die Landschaft bleibt sagenhaft. Einziges Zeichen der Zivilisation ist ein Hubschrauber, den wir zweimal über die Berge fliegen sehen – er fliegt wohl die berühmte Besitzerin dieses Geländes, Shania Twain, zu oder von ihrer Residenz. Obwohl dieses Land also in prominentem Privatbesitz  ist, hat es die Besitzerin dankenswerterweise der Öffentlichkeit mit diesem Wanderweg zugänglich gemacht – und kommt sogar für die Instandhaltung der Wanderwege auf.

Gegen Mittag erreichen wir die Rose Hütte, wo wir mit den Füßen im Gebirgsbach Rast machen. Zwei der drei zu bewingenden Bergkämme liegen nun hinter uns. Nach der Pause müssen unsere Füße dennoch überredet werdet, hinter der Hütte den steilsten Anstieg der Tracks hochzugehen. Sie würden lieber umdrehen und sich auf der Bank vor der Hütte in die Höhe strecken. Aber nix da. Kaum auf dem Berg oben angekommen, beginnt der ebenso steile Abstieg auf die andere Seite. Zurück im Tal erreichen wir das Flussbett des Arrow Flusses. Hier haben wir zwei Möglichkeiten:

  • das Flussbett entlang zu laufen,
  • auf einen erhöhten Flut-Weg auszuweichen.

Da die zweite Option einen erneuten Aufstieg bedeutet hätte, entscheiden wir uns trotz erhöhtem Wasserpegel kurzerhand für den Weg entlang des Flusses. Wobei Weg hier nicht ganz zutreffend ist – gelingt es uns für die ersten Kilometer noch, uns trockenen Fußes entlang des steinigen Ufers zu hangeln, zu hüpfen und zu schlängeln, führt schon bald keine Möglichkeit mehr an nassen Füßen vorbei. Die kurzzeitig willkommene Abkühlung weicht schon bald trägen Eisklötzen in den Wanderschuhen. Eine gefühlte Ewigkeit stapfen wir mit kalten, nassen und müden Füßen den Fluß noch weiter hinunter. Auf dem Weg sehen wir unseren ersten Goldschürfer! Aber immer noch ist kein Zeltplatz in Sicht. Uns reicht es für heute, wir sind müde. Deshalb schlagen wir unser Zelt kurzerhand an einer grasigen Stelle neben dem Flussufer auf. Noch schnell die Schuhe zum Trocknen rausgestellt und selbst zur Katzenwäsche in den Fluss gesprungen, dann fallen wir auch schon geschafft in unsere Schlafsäcke. Die Sonne ist schon lang aus dem engen Tal verschwunden und uns steht eine sehr kalte Nacht bevor.

Goldgräberstimmung – Tag 4

Am nächsten Morgen sind unsere Wanderschuhe immer noch pitschnass. Ist aber nicht weiter schlimm – es geht ja eh direkt wieder im Fluss weiter. Außerdem scheint nun die Sonne ins Tal und wärmt unsere bibbernden Glieder. Kurz vor Mazetown treffen wir einige Te Ararao Wanderer. Ein kurzes Stück wandern wir gemeinsam – dann laufen sie uns in ihren Wassersandalen davon. Mit der Kondition der Läufer, die seit 4 Monaten zu Fuß durch Neuseeland unterwegs sind, können wir noch nicht mithalten. Noch ca. 2 Stunden geht unsere Wanderung im Flussbett weiter, dann bildet sich ein kleiner Trampelpfad heraus, der sich zu einem Feldweg vergrößert. Auf ihm wandern wir einige Kilometer weiter am Boden der Schlucht neben dem Fluss entlang. Langsam aber sicher kommen wir wieder in belebteres Gebiet. Der Wanderweg wird zur Schotterstraße, die Landschaft im Vergleich zu den drei vorhergehenden Tagen unspektakulärer. Wir sehen weitere Goldschürfer sowie Familien beim 4WD-Sonntagsausflug und zum Angeln am Fluss. Als wir vor der nächsten Flussdurchquerung stehen – mit inzwischen fast wieder trockenen Füßen – strecken wir beim nächsten vorbei fahrenden Geländewagen kurzentschlossen die Daumen raus. Und wir haben Glück. Wir werden die restliche Strecke bis Arrowtown mitgenommen.

Als wir das süß für Touristen hergerichtetem Goldgräber-Städtchen am späten Nachmittag erreichen, führt uns unser Instinkt schnurstraks zum gemütlichen Biergarten mit Livemusik. Hier machen wir erst mal Pause, ziehen die immer noch feuchten Wanderschuhe aus und stärken uns bei einem Glas lokal gebrautem Weizenbier, Pizza und Hamburger. Diese mehr als willkommene Stärkung gönnen wir uns von einem Geschenk:

HERZLICHEN DANK, ELVIRA!

Anschließend geht es weiter auf die letzte Etappe nach Queenstown. Noch haben wir unser Tagesziel nicht erreicht. Da wir aber schon vorab gelesen hatten, dass das letzte Teilstück mit den vorherigen Etappen nicht mithalten kann, entscheiden wir uns für die bequeme Variante: wir trampen – also, mit dem Auto! 😉 Keine halbe Stunde später stehen wir dank einem supernetten Lift auch schon im Zentrum von Neuseeland’s Abenteuer- und Outdoor-Hauptstadt. Queenstown ist das Mekka schlechthin für Action-Begeisterte. Hier wurde das kommerzielle Bungee-Jumping erfunden, im Winter ist es DER Skiort Ozeaniens und auch sonst wird hier das ganze Jahr über alles geboten, was das Herz von Adrenalin-Junkies höher schlagen lässt. Gleichzeitig ist es der touristischste – und teuerste!- Ort Neuseelands. Dass das Ischgl der Südhalbkugel trotz seiner Touristenströme auch uns richtig gut gefällt, liegt hauptsächlich an seiner unwiderstehlichen Umgebung: eingebettet in die Bergkette der Remarkables sieht die Landschaft direkt hinter dem Stadtrand aus sämtlichen Perspektiven aus, als wäre sie direkt einer Postkarte entsprungen. Wie gemalt heben sich die dunklen Bergkonturen vor dem strahlend blauen Himmel ab. Surreal schön! Aber Queenstown ist ein teures Pflaster. Eigentlich wollten wir uns nach unserer viertägigen Wanderung ein bequemes Hostelbett und eine ordentliche Dusche gönnen – aber alle Hostels sind entweder bereits ausgebucht oder unverschämt teuer. So laufen wir stattdessen zum Botanischen Garten. Hier finden wir ganz hinten hinter dem Rosengarten ein windgeschütztes, verstecktes Plätzchen zwischen hohen Tannen. Perfekt für unser Zelt. Urbanes Camping! 😀

Hai-Tauchen auf Fiji! Ultimativ bombastisch!

Hai-Tauchen auf Fiji! Ultimativ bombastisch!

2 Tage später im Süden der Insel bei Pacific Harbour…

Alle gemeinsam tauchen wir zügig ab. Unsere Gruppe aus 7 Tauchern bleibt eng zusammen. Sicherheitshalber. Auf 30 Metern angekommen, knien wir uns wie im Tauchbriefing auf dem Boot angewiesen hinter einer niedrigen Mauer aus toten Korallen auf den Boden. Die Bodyguards postieren sich über, hinter und neben uns. Sie halten lange Alu-Stangen zum wegdrücken, sollte einer der großen Raubfische zu neugierig werden.

Ob ich aufgeregt bin? Und wie! Sogar richtig nervös. Als mich die Aufregung letzte Nacht lange wach hielt versuchte ich mir den Moment vorzustellen: wie es wohl sein würde, das erste Mal einem Hai ins Auge zu blicken? Ohne Käfig, nur wenige Kubikmeter Wasser zwischen mir und dem Jäger der Meere? Allein die Vorstellung ließ mein Herz schneller schlagen… Und ausgerechnet an diesem Morgen habe ich mir bei einem Fehltritt mit dem Rucksack auf dem Rücken auch noch die Knie blutig aufgeschlagen.

Und dann ist es auch schon soweit. Über unseren Köpfen treffen immer mehr Haie ein. Große Bullenhaie, die 3-4 m lang sind. Sie ziehen majestätisch ihre Kreise. Sie wissen, dass es gleich etwas zu fressen gibt. Die aufgekratzten Knie sind vergessen – und sowieso sicher im Taucheranzug verpackt. Zu fesselnd ist es, zuzusehen, wie sich die großen Raubtiere immer weiter nähern.

Die Fütterer holen die ersten Happen Fisch aus einer an Seilen herunter gelassenen Tonne. Noch greift kein Hai zu. Es dauert eine Weile, die Jäger lassen sich Zeit. Die Haie sind nicht auf die viermal pro Woche statt findenden Fütterungen angewiesen. Sie kommen freiwillig, weil es leichte Beute für sie ist. Die Menge die verfüttert wird, ist nicht genug um einen Hai zu sättigen. Und das wird ganz bewusst so gehalten. Das natürliche Jagdverhalten der Haie soll durch die Fütterungen so wenig wie möglich beeinträchtigt oder verändert werden. Deshalb sind bei jeder Fütterung wissenschaftliche Beobachter dabei, die alles genau aufschreiben: welche Haie kommen, welcher wieviel frisst und so weiter. Die Daten werden gewissenhaft ausgewertet. Anhand von ihnen konnte schon viel über das natürliche Verhalten der Tiere gelernt werden. Manchen Haien wurden zusätzlich kleine Empfänger angebracht, die ihre Bewegungen im Meer aufzeichnen. So weiß man inzwischen, dass während der Wintermonate nicht nur wegen der Paarungszeit weniger Tiere kommen – sondern auch, weil viele Haie zu dieser Jahreszeit in eine andere Region des Südpazifiks migrieren – dorthin, wo gerade die Schildkröten schlüpfen. Während der Sommermonate tummeln sich pro Fütterung bis zu 100 der massigen Tiere in der Arena – heute kreisen „nur“ 15-20 Bullenhaie über unseren Köpfen. Aber ganz ehrlich – das ist faszinierend genug!

Und dann schwimmt der erste Hai auf einen der beiden Fütterer zu, schnappt sich den am lang ausgestreckten Arm gehaltenen Thunfischkopf und zieht knapp über unseren Köpfen vorbei! So nah, dass ich instinktiv den Kopf einziehe. WOOOW! Adrenalin rauscht durch meinen Körper. Das hier, das ist überwältigend! Jede Angst ist vergessen, es überwiegt pure Begeisterung, diesem Schauspiel beiwohnen zu dürfen!

Ca. 20 Minuten dauert die Fütterung der Bullenhaie. Jede einzelne davon ist der pure Wahnsinn. Alle zwanzig vergehen wie im Flug!

Nachdem sich die meisten Bullenhaie wieder in die blaue Weite des Ozeans zurückgezogen haben, bekommen wir das Zeichen zum Aufstehen. Möglichst ohne hektische Bewegungen steigen wir auf 15m auf. Hier knien wir uns wieder hin. Nun werden die Riffhaie gefüttert. Ohne die Dominanz ihrer größeren Artgenossen holen sich hier Weissspitzen-Riffhaie, Schwarzspitzen-Riffhaie, Grauspitzen-Riffhaie, Ammenhaie und Sichelflossen-Zitronenhaie ihre Beute ab. Ich erkenne 3 der Spezies. Die Riffhaie sind kleiner als die massigen Bullenhaie, dafür kommen sie noch näher. Manchmal müsste ich nur die Hand ein klein wenig ausstrecken oder den Kopf heben, um einen der wendigen Räuber im Vorbeischwimmen zu berühren. Nicht, dass ich mich getraut hätte. Außerdem wurde uns im Vorfeld natürlich nahe gelegt, die behandschuhten Hände und Arme nah am Körper zu halten. Auch Verlängerungsstäbe für die Kameras sind aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt.

Überhaupt hat Sicherheit oberste Priorität. In einem ausführlichen Sicherheitsbriefing auf der 20-minütigen Fahrt zum Tauchrevier wurde uns der Ablauf der Tauchgänge sowie die Verhaltensweisen und Instruktionen für den Notfall (Panik, Sauerstoffknappheit etc.) in allen Einzelheiten erklärt. Ich fühle mich in guten, professionellen Händen. Nach weiteren 20 Minuten pulsbeschleunigender Fütterung steigen wir um weitere 10 m auf.

Auf 5 Metern werden die Riffhaie nochmals gefüttert. Das ist wohl mit Abstand der aufregendste Safety-Stopp, den man als Taucher machen kann 😀 Selbstverständlich versuchen neben den Haien auch alle möglichen anderen der bis zu 400 verschiedenen Riff-Fischarten ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Um uns Taucher herrscht ein wuseliges, kunterbuntes Gedrängel – immer wieder unterbrochen von heranjagenden Haien.

Zurück auf dem Boot gibt es Tee & Kekse. Während dem notwendigen Oberflächen-Intervall vor dem nächsten Tauchgang erklärt uns Papa viel über die Arbeit der Beqa Adventure Diver (BAD). Es ist in erster Linie ein Konservationsprojekt zum Schutz und Erhalt der Tiere. Denn in den letzten 10 Jahren hat es der Mensch geschafft, die Bestände vieler Haiarten um fast 90 Prozent zu dezimieren. Viele gelten mittlerweile als vom Aussterben bedrohte Spezies. Rund 140 Millionen (!) Haie sterben jedes Jahr durch Menschenhand (einen sehr großen Anteil daran hat die die Nachfrage des asiatischen Marktes auf Haiflossen. Suppen aus dem eigentlich geschmacklosen Fleisch gelten dort als Delikatesse). Im Vergleich dazu: im Jahr 2014 kam es zu genau 7 tödlichen Hai-Angriffen auf Menschen.* Hättet ihr gedacht, dass jährlich mehr Menschen beim Knipsen von Selfies ums Leben kommen als bei Hai-Angriffen?* Verschwinden die Tiere, die im Meer am oberen Ende der Nahrungskette stehen und so für eine natürliches Balance an den Riffen sorgen, hat das langfristig verheerende Auswirkungen für das maritime Gleichgewicht.

Die BAD versuchen, genau das zu verhindern. Durch die Ermöglichung von Begegnungen zwischen Tauchern und Haien sollen möglichst viele Menschen über diese Zusammenhänge und das Verhalten der Spezies aufgeklärt werden. Außerdem werden durch diese Einnahmen Maßnahmen zum Schutz der Tiere und Aufklärungskampagnen finanziert. Durch ihre Arbeit haben sie mittlerweile erreicht, dass 2014 das gesamte Shark Reef unter Naturschutz gestellt und zum ersten Marine Park Fijis erklärt wurde. Selbst die traditionellen Besitzer des Riffes profitieren davon: Als Kompensation dafür, dass sie an ihrem Riff nicht mehr fischen, erhält ihr Dorf für jeden Taucher eine Nationalpark-Gebühr. Dieses Konzept wird inzwischen an mehreren Orten weltweit erfolgreich eingesetzt.

Und dann springt der Adrenalin-Spiegel nochmal sprunghaft an. Es geht zum 2. Tauchgang zurück ins Wasser. Wieder steigen wir als Gruppe eng beieinander auf 30 m ab. Zum Abschluss der zweiten Fütterung der Bullenhaie herrscht auf einmal Nervosität! Die Sicherungstaucher und Fütterer geben sich untereinander hektisch Zeichen und plötzlich ist Aufregung zu spüren. Was geht hier vor sich? Was ist passiert? Dann macht einer der Bodyguards das Zeichen für Tigerhai und tatsächlich – nur wenige Sekunden später sehe ich ein 6 Meter langes Exemplar der größten Hai-Spezies aus der blauen Weite des Ozeans auftauchen!! Wooow! Schnell legen wir uns flach auf den Boden. Der riesige getigerte Fisch umkreist die Fütterer einige Minuten lang, schnappt sich die angebotenen Fischhappen und verschwindet dann genauso geheimnisvoll wie er plötzlich auftauchte wieder in den blauen Tiefen!

Im Anschluss geht es auf 15m nochmals zur Fütterung der Riffhaie. Nach dem gerade Erlebten ist es immer noch einmalig, wenn die Haie nur wenige Zentimeter vor mir ihr Maul aufreißen und unmittelbar über mir hinweg ziehen – aber vielleicht nicht mehr ganz so eindrucksvoll wie beim 1. Tauchgang. Auch ans Bewundern der Korallen während des anschließenden Safety Stopps auf 5 Metern ist nicht zu denken! Zu eindrücklich zieht der Tigerhai vor meinem inneren Auge immer noch seine Kreise. Das Adrenalin ist auf Rekordhoch!

Ich erfahre erst hinterher auf dem Boot, was für ein unfassbarer Glück wir tatsächlich hatten: Pro Jahr kommen Tigerhaie im Schnitt nur zu etwa 4 Fütterungen. Der letzte Tigerhai tauchte vor 3 Monaten auf!

Und bevor ich nun weiter mit Worten versuche zu beschreiben, wie #unglaublichhammerfettbombastisch# dieser Vormittag mit den Jägern der Meere war, könnt ihr hier in HD quasi live dabei sein (nein, die Kamera hat keinen Zoom! Alles was nah aussieht war auch nah):

Noch 2 Wörter zum Schluss:

Generell unterstützen wir Praktiken wie das Anfüttern von Wildtieren, mit denen in das natürliche Verhalten der Tiere eingegriffen wird, nicht! In diesem Fall hat uns aber unsere Recherche überzeugt, dass damit viel Gutes erreicht wird. Die Chance, den großen Haien wie Bullen-, Tiger und Weissen Haien in der freien Wildbahn über den Weg zu schwimmen, ist außerdem sehr gering. Entgegen ihrem Ruf sind die Jäger scheue Tiere. Und dieses Erlebnis kommt wohl mit am nächsten an eine natürliche Begegnung - ganz anders als aggressives Hai-Käfigtauchen! Abschließend kann ich sagen, dass diese Tauchgänge mit Abstand die eindrücklichsten Begegnungen mit Wildtieren waren, die ich jemals gemacht habe!

 

Dieser Eintrag in unserem Reisetageblog entstand ohne inhaltliche Einflussnahme in Kooperation mit Beqa Adventure Divers. Jedes Wort der Begeisterung oder der Kritik entspringt unserer persönlichen Erfahrung.

*Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/158200/umfrage/anzahl-der-haiangriffe-weltweit/

Eine Wildwasserrutsche, die Datumsgrenze und viel Kava – Fiji pur auf Taveuni & Vanua Levu

Eine Wildwasserrutsche, die Datumsgrenze und viel Kava – Fiji pur auf Taveuni & Vanua Levu

DIE GARTENINSEL TAVEUNI

Mit dem kleinen Hotelboot geht es nach 3 Tagen endlich wieder zurück nach Taveuni. Taveuni wird auch Fiji’s Garteninsel genannt. Auf der tropisch immergrünen Insel wird ein Großteil des fijianischen Gemüses angebaut. Das Innere der Insel ist mit dichtem Regenwald bewachsen, relativ unzugänglich und Naturschutzgebiet. Hier regnet es ganzjährig viel. Auf der Insel gibt es nur eine richtige Straße entlang der Westküste. Diese ist den größten Teil der 50 km geschottert und ein reifengroßes Schlagloch jagt das Nächste. Nur einen kurzen Spaziergang von der Hauptstraße aus teilt der 180. Längengrad die Insel in Ost und West! Damit würde genau genommen genau hier die Internationale Datumsgrenze verlaufen. Damit aber nicht die Bevölkerung im Osten Taveuni’s im Verhältnis zum Rest des Landes im Gestern lebt und Fiji nicht in 2 Zeitzonen geteilt ist, wurde die Internationale Datumsgrenze kurzerhand drumrum verlegt. Wenn ihr Euch mal die Datumsgrenze auf dem Globus anschaut, könnt ihr erkennen dass in der ansonsten schnurstracks verlaufenden Linie ein großes Eck ist – genau dort liegt Taveuni 🙂

Wir bekommen einen Lift und fahren ganz in den Süden der Insel. Hier wollen wir am Vuna Riff schnorcheln, das genau vor der Küste liegt. Allerdings brauchen wir zuerst einen Schlafplatz. In Fiji leben die Menschen außerhalb der Städte noch in engen Dorfgemeinschaften zusammen, deren Oberhaupt ein Chief ist. Da der Chief von Vuna gerade nicht zuhause ist, lassen wir uns von den Kindern des Dorfes zu dessen Stellvertreter führen. Dieser erlaubt uns, am Strand zu campen. Damit kommt unser in Australien gekauftes Zelt zu seinem ersten Einsatz. Hier kommen nicht oft Touristen her und wir sind die Attraktion für die Dorfjugend, die uns enthusiastisch beim Zeltaufbau hilft. Die Kinder zeigen uns auch, wo im Meer die Frauen baden und wo die Männer ins Meer springen (beide Geschlechter in T-Shirt und Shorts). Geschnorchelt sind wir letzten Endes nicht, dafür haben wir spannende Begegnungen mit den Menschen des Dorfes. Vor unserer Abreise am nächsten Morgen werden wir noch mit Papayas, Kokosnüssen und Cassava überhäuft.

Dann geht unsere Reise mit einem alten Bus bei fröhlicher Inselmusik wieder zurück in den Norden. Unser nächstes Ziel ist ein kleiner Geheimtipp. In der Nähe des Dorfes Waitavala gibt es einen rauschenden Gebirgsbach. Die Felsen im Flussbett wurden im Laufe der Jahrzehnte vom Wasser abgeschliffen und irgendwann fingen die Jungs des Dorfes an, die rauschenden Fluten hinunterzurutschen. Klar, dass wir diese natürliche Wildwasserrutsche ausprobieren müssen 😀

Ein paar einheimische Jungen zeigen uns sofort hilfsbereit die Abschnitte an denen es sicher ist zu rutschen. Das Wasser ist eiskalt und die Strömung schnell. Wir stürzen uns abenteuermutig in die Fluten, werden wie in einer Waschmaschine durchgewirbelt, an den Stromschnellen untergetaucht und 100 m flussabwärts wieder ausgespuckt. Es ist ein fantastischer Spaß!

Seht selbst, wie wild die Fahrt in der Wildwasserrutsche ist:

 

Die einheimischen Jungs sind wahre Experten. Sie surfen stehend flussabwärts und haben jede Menge anderer waghalsiger Tricks drauf. Nach 2 Rutschdurchläufen haben wir uns genügend blaue Flecken geholt und springen mit den Buben an einer tiefen Stelle noch einige Male von den bis zu 5 m hohen Felsen ins Wasser. Ein genialer Nachmittag!

Früh am nächsten Morgen wollen wir mit der Fähre weiter auf die Insel Vanua Levu. Daher haben wir eigentlich vor, für die kurze Nacht in der Nähe der Warft unser Zelt aufzuschlagen. Als wir auf dem Weg zur Waitavala Waterslide aber eine der Dorfbewohnerinnen nach dem Weg fragen und mit ihr ins Gespräch kommen, lädt sie uns kurzerhand ein, bei sich zu übernachten. Wir können quasi gar nicht ablehnen.

Was folgt, ist einer der authentischsten Abende in Fiji und das beste Beispiel für die großartige Gastfreundlichkeit der Fijianer. Obwohl wir sagen dass wir nicht besonders hungrig sind, besteht Francis darauf, für uns Abendessen zu kochen. Es gibt köstlichen, frischen gefangenen Mahihami, Cassava und Reis. Nach fijianischer Tradition isst nur der Mann im Haus (Jim, Francis' großer Bruder) mit uns den Gästen, Francis und die Kinder essen erst im Anschluss. Für uns sehr ungewohnt! Zum Essen sitzen wir auf geflochtenen Bastmatten auf dem Boden und essen mit den Händen. Francis und Jim sind ausgezeichnete Gastgeber und wir erfahren an diesem Abend viel mehr über die Geschichte, Politik, Kultur und Sprache Fijis als wir ansonsten die Chance gehabt hätten. Nach dem Essen spielen wir mit den Kindern Indian Karum, eine Art Tischbilliard bei der Mühlesteine mit den Fingern geschnipst werden. Zum Schlafen wird uns im Esszimmer ein Lager aus Bastmatten auf dem Boden ausgebreitet. Noch im Morgengrauen macht uns Francis Frühstück bevor uns Jim zur Fähre fährt. Alles außer unserem "Dankeschön" wird vehement abgelehnt.

VANUA LEVU

Nach 1 1/2 Stunden Bootsfahrt erreichen wir Vanua Levu, Fiji's zweitgrößte Insel. Mit dem lokalen Bus geht es in weiteren 2 Stunden auf dem Hibiscus Highway über die Insel und wir sehen, dass auch Vanua Levu sehr grün ist. Unser Ziel ist die kleine Stadt Savusavu. Hier hat es etwas außerhalb auch nochmal einige tolle Schnorchelspots. Außerdem gibt es einen Yachthafen, einen Markt und heiße Quellen, in denen die Frauen abends ihr Essen garen.

Da es ansonsten in dem kleinen Städtchen nicht viel zu entdecken gibt, brechen wir 2 Tage später wieder auf nach Viti Levu. In einem langen Reisetag fahren wir zuerst 3 Stunden mit dem Bus in den östlichsten Zipfel Vanua Levu's. Von hier bringt uns eine vierstündige Fährfahrt zurück nach Viti Levu. Nochmal 2 Stunden später erreichen wir mit dem Bus wieder die Hauptstadt Suva. Nach einer weiterer halbstündigen Busfahrt kommen wir schließlich in derEco-Lodge des Colo-i-Suva Regenwaldes an.

COLO-I-SUVA

In der Eco-Lodge bleiben wir 2 Nächte und es gefällt uns richtig gut. Das Wetter passt zum Regenwald - es ist nieselig und regnet immer wieder. Perfektes Wetter, um unseren Blog auf Vordermann zu bringen. Und auf unserer überdachten Terrasse über den dampfenden Regenwald zu blicken und den exotischen Vögeln zu lauschen.

Ab in die Wüste – durch die Tanami Dessert nach Alice Springs

Ab in die Wüste – durch die Tanami Dessert nach Alice Springs

„Was wollt ihr denn in der Wüste??“ Da gibt es doch gar nichts zu sehen!“. Das war so ungefähr die Reaktion, wenn wir von unseren Plänen erzählten, zunächst nicht wie ursprünglich geplant vom Purnululu Nationalpark aus weiter ganz hoch in den Norden zu fahren, sondern über eine hauptsächlich von Minenfahrzeugen befahrene Verbindungsstraße quer durch die Tanami Wüste nach Alice Springs ins Landesinnere.

700 Kilometer. Auf einer Schotterpiste. Mitten durch eine der größten Wüsten Australiens.

Die Tanami-Wüste gehört zu den eher unwirtschaftlichsten Gegenden Australiens. Was der Name „Wüste“ ja schon vermuten lässt. Hier wächst einfach nix. Nichtmal Kängurus oder andere Überlebenskünstler soll es dort aufgrund der kargen Landschaft geben. Was wir da genau sehen wollten? NIX! Genau das reizte uns. Wir wollten einfach sehen, wie das so ist, in der Wüste. Wenn einfach mal NIX drumrum ist. Keine besondere Landschaft, keine menschlichen Siedlungen, keine Farmen, keine „Sehenswürdigkeiten“. Was gibt es denn da dann zu sehen? Liegt wirklich überall nur Sand? Oder wie sieht NIX eigentlich aus?

Bevor wir die Abzweigung vom Great Northern Highway ins Rote Zentrum erreichen, passieren wir den kleinen Ort Halls Creek. Hier füllen wir im Tankstellenshop (der einzige Supermarkt des kleinen Ortes und im Umkreis von 300 Kilometern) unsere Vorräte auf, duschen und erkundigen uns im Info-Center nach den aktuellen Straßenbedingungen der Tanami Road. Unser Trinkwasser füllen wir kostenlos am Trinkbrunnen im Park auf. Mit gut 40 Litern Wasser sollten wir für die nächsten beiden Tagen, die wir für die Wüstendurchquerung und für alle Fälle einplanten, gut gerüstet sein. Und noch ein Stopp liegt auf unserem Weg, bevor wir die Wüste erreichen. Wir machen einen Abstecher zum zweitgrößten Meteoritenkrater der Welt. Der übrigens Schauplatz und Drehort des gleichnamigen Filmes Wolfe Creek war. Ähem, wir haben den Film beide bisher noch nicht gesehen und keine Ahnung, worin es in dem australischen Klassiker geht… Wenn ihr ihn gesehen habt, dürft ihr uns gerne unter diesem Bericht in den Kommentaren aufklären! 🙂

Der Wolfe Creek Krater

Jedenfalls krachte an genau dieser Stelle vor 30.000 Jahren ein riesiger Meteorit mit einer Geschwindigkeit von 15 km/s (!!!) auf die Erde. Der Aufprall hatte eine solche Wucht, dass das Weltraumgestein beim Aufprall zerschellte und die Trümmer in bis zu 4 km Entfernung geschleudert wurden. An der Einschlagsstelle entstand ein 120 Meter tiefer Krater mit stolzen 880 Metern Durchmessern! Heute ist der Krater durch die Erd-Ablagerungen im Laufe der Jahrtausende nur noch 50 Meter tief. Und trotzdem noch beeindruckend. Wir verbringen eine Nacht auf dem kostenlosen winzigen Campingplatz am Fuße des Kraters, klettern auf den Rim und schauen von dort in den kreisrunden Krater hinab, sehen in der Ferne ein paar Buschbrände lodern, bewundern den von dort oben aus endlos erscheinenden Horizont und einen tollen Sonnenaufgang. Wir versuchen uns vorzustellen, was für eine gigantische Kraft der Aufprall gehabt haben musste – aber können das nicht wirklich!

Wenige Kilometer in die Tanami Wüste hinein biegen wir tags darauf in die kleine Aborigines Siedlung Bilabuna ab, um nochmal vollzutanken. Zu einem Rekordpreis. Aber wir sind ja hier auch in der Wüste. Anstelle des gewohnten bleifreien Benzins gibt es hier Opalbenzin. Das ist in vielen abgelegenen Gegenden Australiens der Fall, das haben wir zuvor schon gelesen. Wir machen uns Gedanken zum Grund. Später sollen wir in Alice Springs in einer Info-Broschüre lesen, dass dies eine Maßnahme zur Reduktion der Zahl an Benzinschnüffel-Abhängigkeit Betroffenen ist. Weil Opal-Benzin geruchlos ist. Leider ist es in der kleinen Siedlung nicht wirklich schön. Überall liegt Müll auf dem Boden herum, verwahrloste Hunde streunen durch die wenigen Straßen des kleinen Ortes und viele die kleinen Hütten haben sicher schon bessere Zeiten gesehen.

Und dann geht es also wirklich los in die Wüste. Nach ein paar Stunden Fahrt auf der wirklich stark gewellten Schotterpiste überqueren wir die Grenze von Western Australia ins Northern Territory. Für uns schließt sich hier ein Kreis, denn in Darwin, der Hauptstadt des Northern Territory, haben wir erstmals unseren Fuß auf australischen Boden gesetzt. Was wir unterwegs nun so sehen? Tja, da wäre erstmal:

  • überraschend wenig Sand (wusstet ihr, dass Wüste nicht gleich Sandwüste ist? Also Biene nicht…:-D ). Vielmehr wächst stacheliges Spinifex-Gras überall in Büscheln aus der roten Steppe
  • dafür umso mehr Staub – genauer gesagt sogenannter Bulldust: feinster roter Sandstaub, der sich einfach ü b e r a l l ab- und festsetzt. Unser Lion King hat seitdem einen – mehr oder weniger dezenten – Rotschimmer in seinem goldenen Fell.
  • Wildpferde! Gleich 2 Herden der ausralischen Brombys dürfen wir entdecken.
  • Riesige Roadtrains.
  • Abertausend funkelnde Sterne am Nachthimmel, die aufgrund der fehlenden Lichtquellen drumherum ganz besonders gut sichtbar funkeln.

Für die Nacht fahren wir einfach etwas abseits in die rote Steppe hinein, parken unseren Jeep hinter mannshohen Gestrüpp und schlagen hier unser Nachtlager auf. Und nach einem Tag Fahrt über viele viele Schlaglöchern, große spitze Steine und zerplatzte Reifenteilen kommt es, wie es irgendwann kommen musste: wir haben einen Platten! Zum Glück ist das halb so wild, dafür haben wir ja unser Ersatzrad dabei. Während Uli in der Wüste Reifen wechselt, backt Biene Stockbrot über´m Holzfeuer. Am Lagerfeuer später versuchen wir uns vorzustellen, dass wir gerade vielleicht die beiden einzigen Personen in dieser Wüste sind. Das ist so, als hätten wir uns versucht vorzustellen, dass wir die einzigen Personen zwischen Enzberg und Waldmössingen sind. Nur ist die Fläche noch viel größer. Wahnsinn, oder nicht?!
Gegen Mittag des nächsten Tages erreichen wir Alice Springs.

Alles in Allem war die Wüste gar nicht so langweilig wie man das vielleicht vermutet!

Wäre Deutschland die Kimberleys Wildnis – ein Gedankenspiel.

Wäre Deutschland die Kimberleys Wildnis – ein Gedankenspiel.

Wie wir schon kurz im letzten Bericht erwähnt haben, entspricht die Kimberley Wilderness ziemlich genau der Fläche Deutschlands (ganz genau genommen ist dieser Zipfel Australien´s sogar 100 000 Quadratkilometer größer)… Also. Wenn wir dieses Gedankenspiel mal weiter spielen, sähe Deutschland hier so aus:

Da haben wir die Gibb River Road. Stellt Euch diese als die Autobahn Stuttgart-Bremen vor. Das kommt von der Länge ungefähr hin. Das wäre die einzige Straße in ganz Deutschland, die keine Stichstraße ist. Natürlich ist sie nicht geteert wie eine Autobahn. Sondern geschottert. Je nachdem, wieviele Wochen vergangen sind, seit die Planierraupe das letzte Mal die Oberfläche begradigt hat, ist die Piste der Gibb auch ziemlich stark geriffelt. So stark, dass es nur 2 Möglichkeiten gibt, die 659 km lange Strecke einigermaßen bequem zu befahren:

  • 15 km/h!
    Mit dieser Geschwindigkeit wird langsam jede einzelne Bodenwellen ausgefahren. Dadurch spart man sich, alle 10 Zentimeter durchgeschüttelt zu werden. Geht, aber – geht ewig!
  • 90 km/h!
    Mit genügend Schwung wird über die Piste gebrettert und dabei quasi auf den Kuppen über die Bodenwellen drüber geflogen. Sitzt sich dann ganz bequem. Allerdings ist diese Variante ein echter Härtetest für alle möglichen Fahrzeugteile und alles im Fahrzeug vibriert. Lautstark. Jepp – natürlich ist das die Option, die wir gewählt haben 😀 Unseren Lion King haben wir schließlich nicht nur aus Spaß gekauft – hier durfte er mal beweisen, was in ihm steckt! Und er hat es mit Bravour gemeistert – allerdings sahen wir einige andere Jeeps mit gebrochenen Stoßdämpfern liegen bleiben.

WennNasse Füße vor einem der große Rindertransport fährt, wird auch mal kilometerlang nur mit 30 km/h gefahren. Drängeln tut hier keiner. Dafür grüßen sich die Fahrer beim entgegen kommen auf der Straße gegenseitig meist per Hand heben. Wenn nicht gerade durch den voraus fahrenden LKW soviel Staub aufgewirbelt ist, dass man sowieso nichts sieht.

Bleiben wir beim Beispiel Deutschland. Die 16 Bundesländer sind die über das Bundesgebiet verteilten Farmen. Das stimmt auch in Bezug auf die Grundstücksgröße ganz gut überein. Während einige Bundesländer gerne Besucher aufnehmen, Zwischen Stalktiten im Tunnel Creekmachen andere lieber ihr eigenes Ding und sehen sich wie Bayern auch gerne scherzhaft als eigenes Land 😉 So ist es hier mit dem nordöstlichen Gebiet der Aborigines-Gemeinden, das nicht ohne vorher eingeholte Sondergenehmigung bereist werden darf.

Von der einzigen öffentlichen Straße Stuttgart-Bremen zweigen an wenigen Stellen kleinere, schlechter ausgebaute Straßen zu den örtlichen natürlichen Sehenswürdigkeiten wie den Schwarzwald, die Mecklenburgische Seenplatte oder den Thüringer Wald ab. Es sind allerdings Stichstraßen. So kann es schonmal vorkommen, dass man für ein abkühlendes Bad in einer Schlucht erst 3 Stunden in die eine Richtung und anschließend auf der anderen Spur wieder 3 Stunden zurück in die Richtung fährt, aus der man gekommen ist.

Mitchell FallsWill man nach Hamburg, fährt man dafür noch etwas länger – nämlich nochmal 162 km holprig-geschotterte Kilometer. Das ist dann der nördlichste und abgelegenste Punkt, den man ohne Boot, Flugzeug oder Sondergenehmigung erreichen kann. Die Attraktion hier sind die weltweit größten Gezeitenunterschiede mit einem Höhenunterschied von bis zu 11 Metern. Das ergibt an einer Engstelle einen beeindruckenden horizontalen Wasserfall, durch den sich die Wassermassen pressen. Wie das in Hamburg so ist, sieht man aber leider nur die Elbe und nicht das Wattenmeer. Um den horizontalen Wasserfall zu sehen, müsste man in einen der Helikopter steigen, mit denen man Rundflüge unternehmen kann. Oder einem genügt Die 4-stufigen Mitchell Fallsdie kleine Hafenrundfahrt, die hier eine halbtägige Wanderung zu den -vertikalen- Mitchell Wasserfällen ist. St. Pauli ist der Picknicktisch auf dem kleinen hiesigen Campingplatz. Anders als auf dem Kiez kommt es aber eher selten zu alkohol-bedingten Ausfällen. Es gibt nämlich in ganz Deutschland keine Möglichkeit, Alkohol zu kaufen. Da will der als Vorrat in Italien eingekaufte Karton mit 36 Dosen Bier schon eingeteilt werden. Den nächsten Getränkemarkt gibt es nämlich erst wieder in Schweden.

Wie das so ist in Deutschland, sind einige Bundesländer in Sachen Natur mit mehr Attraktivität gesegnet worden als andere. Während nicht unbedingt jeder Besucher an die hessische Rhön fährt, zieht es schon mehr Touristen nach Baden-Württemberg zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands. Natürlich lässt sich BW das bezahlen. So ist es hier mit den Schluchten. Liegt eine Schlucht nicht in einem der vereinzelten Nationalparks, sondern zufällig auf einem der privaten Grundstücke, wird eine kleine bis größere Gebühr an den Grundstücksbesitzer zur Benutzung seiner Straßen und als Eintrittspreis fällig.

In der Hauptstadt wohnen statt 3,5 Millionen Menschen nur etwa 500 Einwohner. Diese setzen sich zusammen aus den Bewohnern des kleinen Aborigines Dorfes und der Tankstelle, die beieinander ungefähr auf halbem Wege an der Straße Stuttgart-Bremen liegen. Bleiben wir noch etwas bei Berlin: Was dort der Ku´damm ist, ist hier die Flussüberquerung des Pentecost Rivers. Mit einer beeindruckenden Breite und dennoch überschaubar eignet er sich hervorragend zum sehen und gesehen werden. Und natürlich zum Erinnerungsfotos schießen. Daher fahren viele (wir natürlich auch 🙂 ) gleich dreimal durch den Fluss.

Lion King vor seiner bisher herausfordernsten Flussüberquerung

Anstelle des KaDeWes ist die kleine Tankstelle bei Einheimischen wie Touristen die erste Adresse für den Einkauf. Hier gibt es überteuerte Snacks, einen angeschlossenen Minimarkt mit einem bunten Sortiment von Jeans über Kühlschränke bis zu Schubkarren und je eine Zapfsäule für Benzin bzw. Diesel.

Die Hauptattraktion ist zwar kein Fernsehturm, hat allerdings auch mit Kommunikation zu tun: Es ist der Münzfernsprecher, der an der Außenwand des blechernen Tankstellengebäudes angebracht ist. Das ist nämlich die einzige Möglichkeit in Deutschland, mit der Außenwelt in Kontakt zu treten. Handynetze gibt es schlicht nicht.

Woran es in Berlin noch hapert, nämlich am zügigen Flughafenbau, haben die Einheimischen aus der Notwendigkeit heraus besser im Griff. So verfügt eigentlich jede der 16 Farmen über eine eigene Start-/Landebahn. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass keine überdimensionalen Terminals und sonstiger Schnickschnack dazugebaut wird. Einfach eine ebene Piste auf der riesigen Sandebene planieren, und fertig.,

Das ist auch wichtig, weil das oft in der Kritik stehende Gesundheitssystem tatsächlich noch lange nicht befriedigend ausgebaut ist. Es gibt in Deutschland keine Krankenhäuser. Auch keine Arztpraxen. Wenn Not am Mann ist, müssen die Fliegenden Doktoren aus dem Nachbarland einfliegen. Da ist man also lieber vorsichtig, nur in als krokodil-sicher eingestuften Gewässern zu baden. Sonst herrscht aber nicht viel Gefahr.

Das einzige überlebende Großraubtier Deutschlands ist der Dingo. Der klaut zwar schon mal (unsere) Turnschuhe, hält sich aber ansonsten eher von Menschen fern. Und nachts ist es so leise, dass man ihn sogar manchmal in der Ferne heulen hören kann. Und weil es keine störenden Straßenbeleuchtungen gibt, ist es nachts auch so dunkel, dass der Himmel nur so funkelnd vor Millionen von Sternen. Da macht es auch nichts aus, zum aufs Klo gehen die Taschenlampe mitzunehmen, damit man die grasenden Kühe im Busch rechtzeitig sieht. Und wenn man mehr Licht braucht, kann man ja immer noch ein Lagerfeuer aus dem vielen trockenen Holz anzünden, dass hier überall verstreut liegt. Das macht man als Einheimischer nämlich so. Gleichzeitig ist das dann auch der Herd zum Stockbrot backen und Lammkotletts grillen. Und morgens wird in der noch heißen Glut das Wasser für den ersten Kaffee gekocht, der unter dem durch die fehlende Luftverschmutzung strahlend blauen Himmel gemütlich getrunken wird…

Es ist also eigentlich ganz schön hier. In Deutschland…oder den Kimberleys. Wie auch immer man das jetzt nennt 🙂

So wunderschön sind die Sonnenuntergänge im Outback

We go wild!

We go wild!

Nur Wir. In Lion King. Abgeschnitten von jeglicher menschlichen Zivilisation. Um uns herum die wilde Natur. Den Kompass immer fest in der Hand bzw. auf dem Armaturenbrett. Nur vereinzelt andere mutige Jeep-Abenteurer. Die einzigen Fußspuren die von Crocodile Dundee.

In etwa so haben wir uns die Kimberleys Wilderness im hohen Nordwesten Australien´s vorgestellt. Dieses riesige, weitgehend unbesiedelte Gebiet ist größer als die Fläche Deutschlands! Im Süden eingerahmt vom Great Northern Highway gibt es mittendurch nur eine 659 km lange Schotterpiste. Die Gibb River Road! Diese ursprüngliche Viehroute ist nur während der Trockenzeit befahrbar, da sie in der Regenzeit von November bis Mai meist unpassierbar ist. Ein Allradfahrzeug ist auch im Sommer immer zu empfehlen, da zahlreiche Flüsse zu durchqueren sind. Große Teile der Kimberleys sind ganzjährig nur mit dem Flugzeug oder per Boot zugänglich.

Uns war von unserem ersten Tag in Australien an klar: da wollen wir hin! Viel haben wir also im Vorfeld recherchiert. Und uns einen Jeep gekauft. Einstimmiger Tenor aller Quellen: Auf jeden Fall soviel Wasser und Essensvorräte mitnehmen, dass man im Falle eines Falles (wie Panne, unpassierbare Flüsse, Wetterumsturz ect.) mindestens eine Woche lang überleben kann. Ebenso sollten 2 Ersatzreifen (wir haben immerhin 1 Ersatzrad), einen High Lift Jack (eine Art überdimensionaler Wagenheber – wir haben einen Wagenheber), diverse andere Werkzeuge und genügend Benzinreserven an Bord sein, bevor man sich auf die Strecke begibt.

Den laotischen Dschungel und die tasmanische Wildnis noch gut vor Augen, erwägen wir vorab, in ein Satellitentelefon oder ähnliches zu investieren, um im Notfall eine Verbindung zur Zivilisation herstellen zu können.

WIE WILD IST DIE WILDNIS?

Wir stutzen aber, als wir uns im Info-Center in Broome informieren, wo wir ein Satellitentelefon oder ähnliches Gerät herbekommen. Die freiwillige Helferin, die sich um die wenigen Infosuchenden unter den Scharen an Besuchern kümmert, die keine fixe Tour in die Kimberleys buchen wollen, sagt uns mit einem Lachen, dass das nicht notwendig sei. „Solange ihr nicht vollkommen verrückt durch die Wildnis fahrt, wird es nirgendwo länger als einen Tag dauern, bevor jemand anders dieselbe Strecke entlang kommt.“ Uuui! Das hatten wir nicht erwartet!

Hier im Info-Center lesen wir auch, dass die Kimberley Wilderness von Lonely Planet zur Wildnis des Jahres 2014 gewählt wurde. Da kommen uns erste Zweifel an der Wildheit dieser Wildnis 😀 Nichts gegen die Bibel unter den Reiseführern für Individualreisende – auch wir sind schon in einigen Ländern unserer Weltreise gut und gerne mit deren Auflagen gereist – aber es ist eben so: Wenn etwas erstmal im Lonely Planet steht, verkürzt sich seine Lebensdauer als Geheimtipp rasend schnell! 😉

Darüber hinaus erfreut sich die Gibb auch unabhängig von Lonely Planet in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit unter Abenteurern und Off-Road-Fahrern. Mit ihrem Ruf als eine der letzten großen Herausforderungen des australischen Outbacks juckt es viele Abenteurer unter den Fingern, auf ihr das wilde Herz der Kimberleys durchqueren… Wie uns auch.

So machen auch wir uns gut ausgerüstet auf den Weg. Hauptattraktionen der Kimberleys sind faszinierende Schluchten, Jahrtausende alte Felsenmalereien der Aborigines, Flüsse und schlicht und ergreifend das Erleben der Wildnis. Unser erster Eindruck von der Landschaft ist: trocken! Während der Trockenzeit färbt sich das weitläufige Grasland der Savanne in ein gelbes Sträuchermeer. Buschbrände sind hier keine Seltenheit. In der Regenzeit sieht das ganz anders aus und zeitweise ist das meiste Land überflutet. Wir sind noch relativ früh in der Trockenzeit hier und sehen neben dem offenen Grasland, auf dem Rinder grasen und mannshohen Termitenhügeln auch noch grüne Bäume und Palmen in den luftigen dünnen Tropenwäldern. Und eine uns bisher unbekannte Baumart finden wir ganz toll: Flaschenbäume! Sie sind mit den afrikanischen Affenbrotbäumen verwandt und eines der Wahrzeichen des tropischen Norden Australiens. In der Zeit der frühen europäischen Siedler wurden die hohlen Stämme auch des Öfteren einfach mal als Gefängniszellen genutzt.

ENTLANG DER GIBB RIVER ROAD

Unser erstes Ziel nach 124 km auf der Gibb und 37 km entlang einer Stichstraße ist die Windjana Schlucht. Vor 350 Millionen Jahren ursprünglich als Riff entstanden, ragen die kilometerlangen Felswände heute 90 Meter hoch steil in den Himmel auf. Das ist allerdings nur ein Bruchteil ihrer Größe – denn 900 weitere Meter graben sich unterirdisch in die Erde! In der Regenzeit ist die Schlucht geflutet, in der Trockenzeit geht der Fluss darin bis auf einige stehende Pools zurück. An diesen kann man an den beeindruckenden Felsen entlang laufen – und mit etwas Glück wie wir versteinerte Tintenfische und andere Fossilien im Gestein entdecken. Die eigentliche Sehenswürdigkeit aber sind die noch lebenden Tiere. Denn im Wasser der Windjana Schlucht leben Süßsasserkrokodile! Sicher 30 der zwischen 50cm und 2 Meter langen Tiere sehen wir im Flussbett nur wenige Meter von uns entfernt in der Sonne baden. Anders als die bis zu 5 Meter langen Salzwasserkrokodile greifen „Freshies“ (=freshwater crocodiles) nnormalerweise keine Menschen an. Wir halten trotzdem respektvollen Abstand 🙂

Schon nach weiteren 37 km auf der Stichstraße sind wir an unserem zweiten Ziel, dem Tunnel Creek. Ein 750 Meter langer Tunnel, Teil des weit verzweigten Höhlensystems im Inneren des Riffes, durch den ein Fluss auf die andere Seite führt. Die einzige Lichtquelle darin kommt von unserer Taschen- bzw. Stirnlampe. Vorsichtig waten wir im Dunkeln durch das knietiefe Wasser, um nicht versehentlich einem Süßwasserkrokodil auf den Kopf oder Schwanz zu treten. Die leben nämlich ebenfalls hier. Wir sehen aber keine. Dafür sehen wir toll geformte Stalaktiten.

Als wir zurück zum Parkplatz laufen, sehen wir etwas Anderes: Tourbusse! Gleich 3 knallrote der mit Allrad ausgerüsteten Exemplare stehen auf dem kleinen Parkplatz. Davor verspeisen die Insassen das von der Gruppenleiterin zubereitete Picknick auf den im Gepäck befindlichen Klappstühlen und -tischen. Wir hoffen, die Wildnis wird noch wilder!

Die Nacht verbringen wir einige Kilometer weiter im Flussbett des Lennard Flusses. Dessen breites Flussbett aus Kieselsteinen ist ausgetrocknet (wichtig, da Krokodile und so!:-) ) und die einzigen sichtbaren Tiere um uns herum sind laut kreischende Corollas (eine Art Kakadus) und Moskitos.

Eine 30 km lange Stichstraße und ein 2 km langer Spaziergang bringen uns am nächsten Morgen in die wunderschöne Bell Schlucht. Hier fließt ein breiter Fluss entlang der glutrot leuchteten Felswände. Wir steigen in die Schlucht ab und schwimmen im herrlich erfrischenden, glasklaren Wasser. Hier treffen wir auch einige andere Traveller, die ebenfalls von den Felsen in die Pools springen und im Wasser planschen. Als wir aber unterhalb des Wasserfalls einige Hundert Meter flussabwärts schwimmen, sind wir schon bald ganz allein an einem zweiten, ebenfalls wunderschönen Wasserfall. Nur ein großer Goana sonnt sich hier auf den heißen Felsen.

Diese Nacht schlagen wir unser Lager an einer kleinen Quelle auf. An einem Baum hängt eine Seilschaukel, die schon andere vor uns gebastelt haben. Schwimmen gehen wir allerdings nicht. Krokodile und so 🙂 Wir machen ein Lagerfeuer und lauschen den Geräuschen der Natur um uns herum.

Am nächsten Tag stehen zwei weitere Schluchten auf unserem Programm. Morgens machen wir einen kurzen Spaziergang – entgegen der Warnung eines wartenden Busfahrers (es hat immer noch Tourbusse!) in Flipflops – in die Galvans Gorge, an deren Ende ein hufeisenförmiger Pool mit Wasserfall und Tarzanschaukel auf uns wartet. Ach ja, der mit Kieselsteinen ausgelegte Weg war sehr gut in FlipFlops zu bewältigen. Wir sind aber wahrscheinlich auch besser zu Fuß als die Gruppenreisenden, die wir so sehen.

Mittags kühlen wir uns nach einer 2 km kurzen Wanderung durch das felsige Grasland in der gleisenden Mittagssonne in der Manning Schlucht ab. Um hierhin zu gelangen müssen wir aber zunächst in einer Barke zum ziehen den Fluss überqueren. Wir haben Spaß 😀 Am Ende der Schlucht erwartet uns ein hoher Wasserfall und darunter ein erfrischender Pool. Wir springen von den Felsen, schwimmen hinter den Wasserfall und unterhalten uns mit anderen Reisenden. Unseren Schlafplatz am Anfang der nächsten Schlucht, den wir uns ausgeguckt haben, haben auch andere entdeckt und so verbringen wir diese Nacht in wilder Campingplatz-Atmosphäre.

Nach einem erfrischenden Bad in der Barnett River Schlucht am nächsten Morgen erreichen wir nach 416 km Schotterpiste die Abzweigung zur Kalumburu Road. Diese führt auf nochmal 160 geschotterten Kilometern zu den Mitchell Falls, ein spektakulärer vierstufiger Wasserfall ganz im Nordwesten der Kimberleys, der vor allem zu Beginn der Trockenzeit beeindruckend ist. Nach kurzer Überlegung, ob wir wirklich je einen halben Tag noch holprigere Schotterpiste hin und zurück (es ist eine Stichstraße) fahren wollen, um einen Wasserfall zu sehen, machen wir es natürlich! 🙂  Davor tanken wir noch zu einem Rekordpreis unseren Jeep voll. Sprit ist in den Kimberleys teuer. Aber darüber beschwert sich hier niemand. Schließlich muss er auch über 700 km Schotterpiste her transportiert werden. 100 km rüttelnde „Wellblechpiste“ bringen uns an diesem Tag noch bis zu einer besonderen Stätte mit beeindruckenden, in dieser Form einmaligen Aborigines Malereien im Windjana-Stil.

Nach einem weiteren Tag auf der Straße und einer kurzen Wanderung zu den Little Mertens Falls laufen wir 2 Tage später schon frühmorgens los, um vor der Mittagshitze die mit 2-3 Stunden angegebene Wanderung zu den Mitchell Falls zu laufen. Wir brauchen nur 1,5 Stunden hin. Obwohl wir dort in einem absolut abgelegen Winkel unserer Erde sind, will kein rechtes Wildnisgefühl aufkommen. Zu oft hören wir über uns das laute Motorengeräusch der Hubschrauber, mit denen von hier Rundflüge über das wilde Gebiet unternommen werden können. Kurz überlegen wir uns auch, uns von noch nicht eingelösten Geschenken einen Rundflug zu gönnen, aber eigentlich ist uns hier das schon fast zu touristisch. Dennoch ist die Aussicht über die weite bewaldete Ebene toll. Wir sehen auch hier einen Tourbus. Direkt nach der Rückkehr von unserer Wanderung machen wir uns auf die Rückfahrt, um noch am selben Tag das ärgste Stück zu schaffen und zurück auf die Gibb zu kommen. Nach 4 Stunden Fahrt reicht es uns aber dann auch. Es rattert in unseren Ohren. In dieser Nacht hören wir einen Dingo heulen.

Am nächsten Tag wartet noch die Durchquerung des Pentecost Flusses auf uns, eines der bekanntesten Fotomotive der Gibb River Road. Dieser Fluss ist der breiteste, den wir dahin in den Kimberleys durchfahren haben und an der tiefsten Stelle ca. 40 cm tief. Wir hatten ihn uns tiefer vorgestellt. Er kann aber auch anders! Kurz nach der Regenzeit ist er nur von Fahrzeugen mit Schnorcheln passierbar. Auf dem weiteren Weg passieren wir die Cockburn Ranges. Obwohl noch einige weitere Schluchten auf den letzten 250 km liegen, lasse wir diese links liegen. Diese werden von einem „Wilderness Park“ gemanagt, der sich den Zugang zu ihnen extra bezahlen lässt. So erreichen wir noch am selben Nachmittag das kleine Örtchen Kununurra auf der östlichen Seite der Kimberleys.

Nach 7 Tagen auf der Gibb River Road ist damit unser Abenteuer Kimberleys Wilderness zu Ende.

Unser Fazit:

Eine Wildnis kann bedeuten, dass man Angst vor wilden Tieren haben muss, sich selbst orientieren muss und von jeglichen anderen abgeschnitten ist. Muss es aber nicht. Es kann auch einfach bedeuten, dass es auf einer Fläche größer als Deutschland nur eine geschotterte Straße, keinen Handyempfang, keine Supermärkte, nur eine Handvoll Farmen, 2 Aborigines Gemeinden und nur 2 Tankstellen gibt.

Trotzdem ist diese Wildnis auf jeden Fall immer noch eine Wildnis.

Es ist auf jeden Fall ratsam, genügend Nahrung und Trinkwasser mitzunehmen, um im Notfall eine Woche überleben zu können. Die Chance ist aber groß, dass dies nicht eintreten wird. Im schlimmsten Fall wird es richtig teuer – z.B. wenn das Auto 400 km abgeschleppt werden muss. Auch nicht schön, aber sicher nicht lebensbedrohlich. Auch die Flussüberquerungen waren spaßig und abenteuerlich, aber keine echte Herausforderung. Wir kamen überall gut durch. In oder kurz nach der Regenzeit ist das aber sicher nochmal eine andere Nummer!

Wir fanden die gesamte Strecke gut befahrbar, die Wellen in der geschotterten Piste waren nirgends unüberwindbar… Wir sind aber auch nicht mehr ganz grün hinter den Ohren was Offroadpisten angeht und schon so manche Buckelpiste in Australien gefahren. Die Maßstäbe sind hier anders als in Europa. Wir haben auch andere Reisende getroffen, die die Piste unerträglich fanden und trotz Allrad umgekehrt sind.

Wir sind gespannt auf das Amazonas-Gebiet in Süamerika. Auf die Wildnis. 🙂

Das Ningaloo Reef – dream big and believe in yourself!

Das Ningaloo Reef – dream big and believe in yourself!

…oder eine Geschichte von der Wichtigkeit, an sich selbst zu glauben!

Die North-West-Cape Peninsula! Unser nächstes Ziel. Wieder eine Halbinsel, wieder UNESCO Welterbe und wieder ist die Unterwasserwelt der Grund für unseren Abstecher. Hier liegt der kleine Bruder des Great Barrier Reefs, das Ningaloo Riff. An einigen Stellen ist das insgesamt 250 km lange Riff nur 100 Meter vom Strand entfernt, was es zu einem der am leichtesten zugänglichen Riffe und perfekt für das Schnorcheln vom Strand aus macht.

2 recht lange Tagesetappen durch die rote Prärie Westaustraliens nach Norden bringen uns hin. Die Landschaft ist minimalistisch, nur blauer Himmel und rote Steppe – und hat trotzdem oder gerade deshalb ihren eigenen Reiz. Unterwegs halten wir nur in dem kleinen Marktstädtchen Carnarvon, um uns zu günstigeren Preisen als in den Supermärkten mit frischem Obst und Gemüse direkt von den umliegenden Farmen einzudecken. Außerdem bestaunen wir im Raumfahrts- und Wissenschaftsmuseum den Erd-Kommunikations-Turm, über den die Mondlandung 1986 live in Australien übertragen wurde.

Kurz bevor wir tags darauf an unserem Ziel ankommen, überqueren wir endlich eine geografische Marke, auf die wir im kalten Süden wochenlang sehnsüchtig mit dem Finger im Atlas getippt haben: den tropischen Gürtel von Capricorn! Hier wollten wir hin! Ab jetzt sind wir wieder in den Tropen!

Zunächst merken wir davon aber leider nicht viel. Ziemlich genau als wir im nett winzigen Feriendorf Coral Bay ankommen, unsere Schnorchelausrüstung auspacken und ins Wasser springen wollen, verdunkelt sich der Himmel. Es sieht verdächtig nach Regen aus. Und es ist windig. Dementsprechend aufgewühlt ist der Meeresboden und die Sicht nicht optimal. Wir gehen zum ersten Mal drift-schnorcheln. Dabei lassen wir uns einfach von der starken Strömung, die hier herrscht, über bunte Korallen, große Farne und an vielen Fischen vorbeitreiben. Kaum sind wir aus dem Wasser, öffnet der Himmel seine Schleusen. Es schüttet. Zum Glück haben wir unser Auto dabei, in das wir uns verkriechen können. Wir finden ein einigermaßen windgeschütztes Plätzchen einige Kilometer entfernt zwischen meterhohen Dünen. Trotz dem stürmischen Wetter strahlt das Meer in türkisblau. Wir können uns vorstellen, wie wunderschön es hier bei Sonnenschein aussieht. Ziemlich früh verkriechen wir uns in unsere Höhle. Erst gegen Mittag am nächsten Tag hört es kurz auf zu regnen. Bei der Fütterung von Snapper-Fischen an Coral Bay´s Strand erfahren wir von Einheimischen, dass es hier so gut wie nie regnet. Alle sind ganz aus dem Häuschen, weil das Meer heute sogar wellig ist – was sonst wohl so gut wie nie vorkommt Da haben wir ja ein grandioses Timing! 😉

Da es bei schlechtem Wetter in Coral Bay, das aus 4 Campingplätzen, 2 Pubs, 1 Bottleshop und 1 Hostel besteht, nicht viel zu tun gibt und die Wettervorhersage nicht viel Besseres verspricht, fahren wir weiter. Gute 2 Autostunden Fahrt entfernt liegt Exmouth. Der kleine Ort selbst ist ein aus dem Boden gestampftes Ferienresort und macht einen Australien-untypisch lieblosen Eindruck. Es gibt ein kleines Ortszentrum mit Supermarkt, Friseur, 1 Pub und 2 Souvenirläden. Und jede Menge Touranbieter, mit denen Outdoor-Enthusiasten voll auf ihre Kosten kommen können. Von Quadtouren über Paragliding, Schiffswracktauchen und Tauchen mit Mantarochen bis zu Schnorchel- und Walsichtungs-Bootstouren ist alles im Angebot. Wenn man gewillt ist, die Preise australischen Standards zu bezahlen. Eher nicht Backpacker-Niveau.

So. Bis hierhin ist das ganze ein üblicher unserer Reiseberichte. Was diesmal anders ist? Es hat mit der „Hauptattraktion“ des Ningaloo Reefs zu tun. Die, wegen der die vielen Touristen jedes Jahr zwischen Mai und August hier her strömen und weshalb Exmouth überhaupt existiert. Sie ist bis zu 18 m lang und der größte Fisch der Erde: die Rede ist von Walhaien!

Diese freundlichen Riesenfische migrieren jährlich über die Wintermonate her, um im planktonreichen Wasser ihren Winterspeck aufzustocken. Und hier besteht die Möglichkeit, sehr umwelt- und tierfreundlich mit ihnen zu schnorcheln. Leider sind aber auch die Preise dafür anders als auf den Philippinen… Nämlich sehr teuer! Ein Tagesausflug kostet je nach Anbieter zwischen 300-400 Euro pro Person! Das wussten wir schon, bevor wir herkamen und hatten deshalb eigentlich entschieden, uns mit den kleineren Fischen zu begnügen und nur vom Strand aus am Ningaloo Reef schnorcheln zu gehen. Aber wir – und vor allem die Meerjungfrau von uns beiden 😉 – würden ja schon soo gerne…. Was für eine Gelegenheit… Wenn wir schonmal hier sind und es gerade Saison ist… Wer weiß schon, ob wir es anderswo auf unserer Reise nochmal so treffend erwischen… Und wir hatten auch schon eine Idee, wie wir es anstellen könnten, vielleicht doch eine Schnorcheltour mit diesen Riesen des Meeres machen zu können. Also nahmen wir vor Ort Kontakt mit einem der Anbieter auf. Es klang auch ganz vielversprechend, allerdings seien bis in die nächste Woche hinein alle Touren aufgrund des schlechten Wetters die Tage zuvor bereits ausgebucht. Er wolle sich aber so bald wie möglich mit einer Entscheidung per Email zurück melden.

Zwischenzeitlich machen wir uns erst mal auf in Richtung des Cape Range Nationalpark. Hier gibt es 50 km wunderschöne Buchten, ein Jahrtausende altes Kalksteingebirge, tiefe Canyons und das Ningaloo Riff kommt bis auf 100 Meter an die Küste ran. Petrus war auch wieder gnädig gestimmt und ließ die Sonne scheinen, sodass das Wasser in schönstem türkisblau leuchtete und die Wellen sanft an den Strand schwappten. Wir waren überglücklich, dass wir unser mobiles Zuhause hatten und wählten unseren Schlafplatz in einer der einsamen Buchten ganz ungestört direkt zwischen den Dünen. Herrlich! Zum ersten Mal seit Wochen war es bis tief in die Nacht hinein wieder herrlich warm, wir hatten einen Traum-Stellplatz am Meer und vielleicht konnten wir sogar doch noch mit Walhaien schnorcheln. Was will man mehr?

Am nächsten Morgen entdecken wir als erstes Tausende von Krebsspuren im Sand um uns herum. Sogar unser draußen gelassenes Geschirr ist angeknabbert-Krebse scheinen wie wir auf Thai-Curry abzufahren 🙂 Bei nur ab und zu vorhandenem Empfang rufen wir morgens immer mal wieder unsere Emails ab, aber bisher hat sich der Touranbieter noch nicht zurückgemeldet. Also fahren wir wie geplant in den Cape Range Nationalpark, um hier vom Strand aus zu schnorcheln. Obwohl es viel weniger bekannt ist als das Great Barrier Reef, ist das Ningaloo Riff ein Refugium für viele seltene Tierarten wie Seekühe, Rochen und verschiedene Meeresschildkröten, die an den geschützten Stränden des Nationalparks im Sommer ihre Eier legen. Unser erster Schnorchelspot ist die Turquoise Bay. Die Bucht ist schon mehrmals als „schönster Strand Australiens“ ausgezeichnet worden – wir finden sie auch schön, aber unter unsere Top 5 australischen Strände würde sie es wohl nicht schaffen. Vielleicht waren die Juroren aber auch nicht überall, wo wir schon waren 😉

Dafür lässt die Unterwasserwelt beim drift-schnorcheln nichts zu wünschen übrig. Wir wissen nicht genau, ob wir alle der 500 Fischarten und der über 300 verschiedenen Korallenarten gesehen haben, die hier ihren Lebensraum haben 😉 aber es gibt so einiges zu bestaunen durch die Tauchermasken. Das Highlight ist eine riesige Meeresschildkröte, so groß wie wir es noch nie gesehen haben, zu der Biene von einer anderen Schildkröte quasi „hingeführt“ wurde. Wow! Auch unser zweiter Schnorchelgang in der Lakeside Bucht ist traumhaft! Bei einer super Sicht entdecken wir hier einen beeindruckend grooooooßen Stachelrochen, der so aus der Nähe betrachtet mit seinem langen Stachel sehr majestätisch´ aussieht! Und nur ein kleines bisschen gefährlich 😉

Wir verbringen eine weitere idyllische Nacht zwischen den Dünen direkt am Meer und genießen die Wärme, den Sonnenuntergang und ein gutes Glas Wein.

Leider hat uns aber auch am nächsten Morgen immer noch keine Email erreicht. Da wir sowieso nicht so recht daran glauben, dass unser Angebot für eines der Unternehmen interessant genug ist um mit uns einen Deal für eine Walhai-Tour abzuschließen, beschließen wir an diesem Tag weiterzufahren, ohne nochmal groß in Exmouth anzuhalten. Tja, hätten wir mal lieber noch einen Tag an unserem wunderschönen Strand verbracht…!

Aber so fahren wir über die Halbinsel wieder zurück und schon kurz nach Exmouth verlässt uns der Handyempfang für den Rest des Tages. Unterwegs entdecken wir die ersten großen Termitenhügel, die für das Top End Australien´s so typisch sind. Wir übernachten nach einer Fahrt bis zum Sonnenuntergang mitten im Nirgendwo, um uns herum nur roter Sand und endloser Horizont.

Und so sehen wir erst einen Tag später und 600 km weiter, dass wir eine ganze Reihe verpasster Anrufe und eine Nachricht per EMail erhalten haben: Wir könnten dann mit den Walhaien schnorcheln gehen. Schon morgen. Zu einem Preis, der absolut annehmbar ist. Es war zum Heulen! Und tatsächlich fließen an diesem Morgen zum ersten Mal auf unserer Reise bei Biene ein paar Tränen der Enttäuschung und des Frusts! Da hilft nicht mal das große Magnum was, das Uli zum Trost kauft! 😉 Hätten wir doch nur… aber jetzt bringt alles nichts mehr. Auch die Überlegung, wieder zurückzufahren verwerfen wir schließlich – mit den zusätzlichen Spritkosten hätten wir nichts gewonnen. Wir haben es vermasselt. Die Walhaie. Und die Gelegenheit.

Aber eines haben wir hoffentlich aus dieser Erfahrung und der verpassten Chance gelernt: an uns und unsere Ideen zu glauben! Und vielleicht, nur vielleicht, hat sich diese große verpasste Chance dann ja irgendwie gelohnt…!

Fotos gibt es zu diesem Bericht nicht sehr viele. Unterwasser und am Strand hatten wir nur unsere kleine Action Cam dabei – evtl. kommt da noch ein Video nach 🙂

Tierisches Hai-light: die Sharks Bay in Westaustralien

Tierisches Hai-light: die Sharks Bay in Westaustralien

450 Kilometer nördlich von Kalbarri liegt unser nächstes Ziel der Westküste: die Shark Bay. Unser erster Stopp auf der Halbinsel ist der Shell Beach. Dieser aus Milliarden von kleinen Muschelfragmenten bestehende Strand ist so strahlend weiss, dass wir ohne unsere Sonnenbrillen im wahrsten Sinne von ihm geblendet sind 😀

Die komplette Halbinsel und die Küstengewässer drum herum sind ökologisch so bedeutend, dass sie als UNESCO Welterbe-Gebiet geschützt sind. Unser Lager schlagen wir an einem einsamen Strand in einer abgelegenen Bucht auf. Hier feiern wir Uli´s Geburtstag. Als Geburtstagsgeschenk gibt es einen wunderbaren Sonnenuntergang und endlich wieder genügend Grad Celsius, um bis in die Nacht hinein noch draußen sitzen zu können. – Und findet ihr nicht auch, dass Uli mit 34 jetzt wieder 5 Jahre jünger aussieht? 😀

Am nächsten Morgen fahren wir in den einzigen Ort auf der Halbinsel. Denham ist ein kleiner Ferienort, der nur wegen und für Touristen existiert und außer drei (teuren) Restaurants, einem (teuren) Pub und vielen (teuren) Touranbietern ist hier nicht viel geboten. Recht schnell sind wir dementsprechend wieder aus dem Ort draußen. Unser Tagesziel liegt sowieso einige Kilometer hinter Denham. Hier beginnt der Francois Peron Nationalpark. Der Park darf nur mit Allradfahrzeugen befahren werden, da die einzige Straße, die von Süd nach Nord durch den Park führt, eine tiefe rote Sandpiste ist. Yeeeah! Schnell lassen wir einige Bar Luft aus den Reifen ab und los geht das Sand-Surfen! Was für ein Spaß! 😀 Während allein schon die wilde Fahrt durch den tiefen roten Sand einen aufregenden Tag garantiert, ist auch die Natur im Francois Peron Nationalpark einen Besuch wert. Die Landschaft besteht zwar hauptsächlich aus trockenem Buschland, ausgetrockneten Salzseen und sogenannten Birridas (seltene Gypsum Clay Pfannen), dafür ist die Küste und das Meer atemberaubend. Hier treffen glutrote Felsen und rollende rote Sanddünen auf weisse Strände! Dahinter strahlen zwei Lagunen im schönsten Türkisblau. Darin schwimmen Schildkröten und tropische Fische und große Krebse tummeln sich am sandigen Meeresboden.

Weiter oben an der Spitze der Halbinsel treffen sich mit viel Brandung die beidseitigen Strömungen des Ozeans. Und weil das noch nicht genug ist, gibt es nach einem 45 minütigen Spaziergang (bzw. 10 Minuten Fahrt für Uli :-D) am Skipjack Point auch noch einen Lookout, von dem aus wir Delphine und Stachelrochen durch die Wellen pflügen sehen. Da vergessen wir auch glatt die vielen aufdringlichen Fliegen, die in Scharen um unsere Köpfe schwirren. Noch mehr Wildlife läuft uns an dem Tag sozusagen einfach vor die Füße: Gleich 2 Bobtail-Skinks überqueren kurz vor uns die Sandpiste. Die Hinterteile dieser coolen Echsen sind identisch geformt zu ihren Köpfen – so verwirren sie ihre Feinde. Später sehen wir noch eine kleine Drachen-Echse, die wie ein Dinosaurier mit aufrechtem Oberkörper rennt. Und abends einen richtig großen Echidna.

Tierisch geht es auch am nächsten Tag weiter: Wir sind zum Frühstück mit den heimlichen Stars der Halbinsel verabredet! Auf uns warten Surprise, Nicky, Puck, Piccolo und Shock: Fast jeden Tag kommen diese 5 wilden Bottlenose-Delfindamen im Osten der Shark Bay bei Monkey Mia an den Strand, um sich Fischhappen zum Frühstück abzuholen.

Was mit einer Handvoll Fischern in den 60er Jahren anfing, die hier ihre Fischabfälle den Delfinen gaben, artete schnell aus. Die touristische Anziehungskraft der eleganten Meeressäuger wurde bemerkt und immer mehr Menschen kamen, um zuzusehen wie handzahme Delfine jeden Tag mit immer mehr Fischen gefüttert wurden. Das ging so weit, dass es zu einem ungesunden Verhängnis für die Delfine wurde. Denn ohne Anreiz sich selbst um Nahrung zu kümmern, gaben diese ihr natürliches Jagdverhalten auf. Mit den schrecklichen Folgen, dass viele Delfinkälber verhungerten – weil ihnen ihre Mütter nicht beigebracht hatten, zu jagen. Nachdem diese Entwicklung bemerkt wurde, wurde Gott sei Dank etwas dagegen unternommen. Heute steht hier eine staatliche Forschungsstation, in der Meeresbiologen das natürliche Verhalten der Meerestiere erforschen. Und seit einigen Jahren stellt ein Management Programm sicher, dass die nach wie vor große Beliebtheit der Tiere keine negativen Folgen für diese hat.

Gefüttert werden die Delfine immer noch. Allerdings nur noch in einem geringen Maß welches sicherstellt, dass die Tiere ihr natürliches Überlebens- und Jagdverhalten beibehalten. Delfine sind mittlerweile in ganz Australien staatlich geschützt und es ist sogar verboten, sich ihnen näher als 3 Meter im Wasser zu nähern – außer sie kommen selbst auf einen zu. In Monkey Mia werden die Tiere nicht berührt und es wird genau darauf geachtet, nicht zuviel mit den Tieren zu interagieren. Es ist trotzdem ziemlich touristisch, keine Frage. Jeden Tag kommen an die 100 Besucher hierher, um die freundlichen Meerestiere zu sehen. Und 9 ganz Glückliche dürfen einem der Delfine ihren Früstücksfisch in den Rachen gleiten lassen. Biene war eine davon! 😀

Den Rest des Tages verbringen wir am Sandstrand des benachbarten Monkey Mia Resorts mit schnorcheln, in der Sonne liegen und Schildkröten beim paddeln erspähen. Und abends sehen wir von der Eagle Bluff Aussichtsplattform auf der anderen Seite der Bucht schlussendlich auch noch einige exemplare der Tiere im kristallklaren Wasser, nach der die Halbinsel benannt ist: Haie!

Tierisches Hai-light: die Sharks Bay in Westaustralien

Australien´s Westküste – a long way up Part 1

Australien´s Westküste – a long way up Part 1

Von Bunbury nach Perth ist es nur noch ein Katzensprung. Eine Stunde Fahrt und schon sind wir da. Uns erwarten auf unserem Roadtrip entlang der Westküste aber bald sehr viel längere Distanzen. Denn Australien´s Westküste ist wild, viel dünner besiedelt als die Ostküste und erstreckt sich über mehr als 2.500 km nach Norden. Lange Streckenabschnitte mit viel roter Erde, weissem Sand, Steppe und zwischendurch so einige Highlights werden unsere nächsten Wochen prägen.

Aber zunächst bleiben wir 2 Tage in Perth. Perth ist Westaustralien´s Hauptstadt und die einzig wirklich größere Stadt in diesem Staat. Wir schlendern einen Nachmittag lang durch die Innenstadt, zum Ufer des Swan Rivers, der unterhalb des Stadtzentrums in Freemantle ins Meer fließt, picknicken im Hyde Park und genießen die quirlige und trotzdem entspannte Atmosphäre der Stadt. Im Zentrum der lebendigen und multikulturellen Stadt nehmen neben futuristischen Hochhäuser elegante Kolonial-Bauten ihren Platz ein. Mit kostenlosen Bussen kommt man einfach und günstig überall hin in Perth. Die brauchen wir aber natürlich nicht, da wir unseren Jeep sogar kostenlos in Laufnähe zum Zentrum parken können. Und trotz Großstadt finden wir auch einen Übernachtungsplatz direkt hinter den Dünen am Meer.

Zum ersten Mal ist es wieder schön sonnig und warm. Das Meer ist trotzdem recht frisch und aufgewühlt. Wir entscheiden uns deshalb gegen einen geplanten Tagesausflug auf die kleine Insel Rottnest Island, deren Besonderheit neben kleinen Känguru-Ratten – den süßen Quokkas – vor allem ihre Unterwasserwelt ist.

Stattdessen verbringen wir einen Vormittag an einem von Perth´s vielen Stadtstränden. Der Cottlesloe Beach wird auch humorvoll Australien´s gefährlichster Strand genannt – neben 4 kleineren Haien und einem Hammerhai schaut auch öfters mal der berüchtigte weisse Hai an diesem vorbei. Dementsprechend oft fliegt hier die Hafenpolizei mit Hubschraubern die Küste auf und ab. Wir hätten ja nur zu gern die Haie – vom Strand aus – gesehen, allerdings lässt sich an dem Morgen keiner blicken. So streckt Biene schließlich doch noch ganz mutig ihre Zehen ins Wasser und geht ein erstes Mal im kalten Indischen Ozean schwimmen. Schließlich waren wir auch im Winter in Tasmanien baden.

Spätnachmittags machen wir uns dann mit einem Rucksack weniger im Auto auf den Weg. Wir haben noch weiter Gepäck reduziert und unseren Tagesrucksack verkauft. Der arme Backpacker, der den Rucksack kaufte, fuhr auf dem Weg zum Treffpunkt doch glatt einem anderen Auto hinten rein – damit kostete ihn der neue Rucksack 50 $ und ein neues Auto. Wir hoffen, die Anschaffung lohnt sich für ihn 😀

Sobald wir die Vororte von Perth hinter uns lassen, ist um uns rum nur noch unberührte Natur in Form von halbhoch mit Blue Bush und Salt Bush Büschen bewachsene Steppe. Die Strecke vermittelt uns einen guten ersten Eindruck, wie dünn besiedelt die Westküste im Vergleich zur Ostküste ist – und mal wieder, in was für einem riesigen Land wir hier unterwegs sind. Der Highway verläuft wunderschön entlang der Küste und immer wieder halten wir an Aussichtspunkten an, von denen wir tolle Ausblicke auf die sich weit hinziehende Steppe haben.

Unser erster richtiger Stopp ist eine riesig große, strahlend weisse Wanderdüne, in die wir natürlich reinfahren und wie die Kinder im Sandkasten im Wüstensand spielen 😀

Unser nächstes Ziel sind die Pinnacles im Nambung Nationalpark. Hier ragen mitten in der Wüste bis zu 4 Meter hohe Kalksteinsäulen aus dem goldenen Wüstenboden auf. Die ersten holländischen Entdecker im 17. Jahrhundert hielten diese für die Überreste einer antiken Stadt. Die verschiedenst geformten Säulen sind aber natürlichen Ursprungs und man kann entweder auf einem 4 km langen Weg durch sie durchwandern oder mit dem Auto um die Felsen durchfahren. Obwohl wir ja sonst ganz für sportliche Betätigung sind, ziehen wir hier in der Mittagshitze der Wüste unser klimatisiertes Auto vor. Aber wir wollen uns gar nicht beschweren – kalt war es uns lange genug 😀

Später an diesem Nachmittag machen wir noch einen Abstecher in die Steinzeit – nahe des kleinen Orts Cervantes gibt es einen Teich mit Stromatolithen. Wenn Euch das genau so viel sagt wie uns davor 😀 erklären wir es hier gern: Stromatolithen sind eine urzeitliche Algenform. Sie geben Sauerstoff ab und ermöglichten so vor Jahrmillionen von Jahren laut Geologen erst die Evolution von Leben auf unserem Planeten. Genau so steinalt wie die Algen sind, sehen sie auch aus – eben wie Steine. Es fällt uns doch ziemlich schwer uns vorzustellen, dass diese kleinen Steinklumpen, die es heute angeblich nur noch in Australien und den Bahamas zu sehen gibt, so eine bedeutende Rolle in der Schöpfungsgeschichte spielen sollen.

Weiter geht es in den kleinen Ort Jurien Bay, wo wir unsere Schnorchelausrüstung aus den Rucksäcken kramen. Leider ist es aber etwas windig, das Meer aufgewühlt und die Sichtweite gleich null. Deshalb machen wir uns recht bald wieder auf…und auf die Suche nach einem Schlafplatz. Die Nacht zuvor schlugen wir irgendwo mitten im Nichts neben einem Feldweg unser Nachtlager auf, da sich der in der Karte eingezeichnete 3 km Schotterweg in Wirklichkeit und bei stockfinsterer Nacht als über doppelt soweit vom Meer entfernte, tiefe Sandpiste herausstellte. Das soll uns heute nicht wieder passieren.

Und tatsächlich. Wir finden den schönsten kleinen Stellplatz direkt am Meer seit langem (auch das ein Vorgeschmack auf die kommende Zeit). Über uns ein Schatten spendender Baum, davor ein goldener Sandstrand der flach ins Meer läuft und neben dem Auto genügend unbewachsene Fläche für ein Lagerfeuer. Herrlich. So verbringen wir den Abend mit einer unserer Australien-Abend-Lieblingsbeschäftigungen: BBQ und Sterne schauen.

Auch die nächste Sehenswürdigkeit auf unserem Weg ist natürlichen Ursprungs und hat mit Wasser zu tun. Zur Abwechslung ist das aber nicht türkisblau und glasklar, sondern P I N K! Ein Salzsee, in dem eine besondere Art von Algen (was auch sonst 😉 ) wächst. Diese Karotin abgebenden Algen sind verantwortlich für den eindeutig pinken Schimmer, der sich auf den Fotos gar nicht so gut einfangen lässt wie in echt. Irgendwie ein faszinierender Anblick – vor allem, weil das Wasser absolut durchsichtig ist, wenn wir es aus einem anderen Winkel betrachten. Oder ohne jeden Pinkschimmer die Landschaft drumherum spiegelt, wo sich Wolken vor die Sonne schieben.

Von hier ist es nur noch ein Katzensprung in das nächste Land unserer Reise. Nicht einmal ins Flugzeug steigen müssen wir, um von Australien in das vielleicht kleinste Fürstentum der Welt zu reisen. Gerade einmal eine Stunde Schotterstraße ins Hinterland und schon verlassen wir vorübergehend australischen Staatsboden und finden uns im Fürstentum von Hutt River wieder.
Was mit einer Streitigkeit über die Abnahmemengen von Getreide zwischen dem hier ansässigen Farmer und der westaustralischen Regierung anfing, artete in einen richtig gehenden Staatskrieg aus. Durch einen genialen Geniestreich erlangte der Farmer (übrigens ein international angesehener Mathematik-Professor) schließlich die Unabhängigkeit von Australien und lebt nun seit 40 Jahren in einem eigenen, international anerkannten Land.

Wir bekommen natürlich auch Visa in unsere Reisepässe und Prinz Leonhard persönlich erzählt uns, wie es vor 40 Jahren zur Staatsgründung kam. Bei Interesse könnt ihr die komplette bizarre und sehr amüsante Geschichte hier nachlesen. Nach einem kleinen Rundgang und Besichtigung der vielen Geschenke, die Prinz Leonhard von anderen Staatsoberhäuptern (darunter die Queen von England, der chinesische Präsident u.a.) über die Jahre erhielt, haben wir eigentlich schon das ganze Land gesehen. Also geht es zurück nach Australien 😀

Hier liegt auf unserem Weg nach Norden der Kalbarri Nationalpark vor uns. Dieser eher kleine Park liegt direkt hinter dem gleichnamigen Ferienstädtchen und hat neben spektakulären Küstenabschnitten einige tief eingegrabene Schluchten zu bieten. Wir unternehmen eine kurze Wanderung zum wohl markantesten Fels des Parks: wie ein natürliches Fenster rahmt ein in der Mitte hohler, glutroter Fels die dahinter liegende Schlucht samt Fluss wie in einem Landschaftsbild perfekt ein.

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