Posts by US KiKe:

Ein neuer Abschnitt unserer (Lebens-)Reise!

Ein neuer Abschnitt unserer (Lebens-)Reise!

Wir haben ein neues Kapitel aufgeschlagen. Auf unserer Reise. In unserem Leben.

Diesen Sommer haben wir geheiratet. Von nun an treten wir unsere Reisen und die durch unser Leben als Ehepaar an. Ab jetzt brauchen wir nicht mehr korrigierend eingreifen, wenn in asiatischen Ländern, in denen die Menschen oft bereits mit Anfang Zwanzig verheiratet sind, andere unsere jeweilig bessere Hälfte als „your wife“ oder „your husband“ betiteln und ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass wir denselben Nachnamen tragen. Denn von nun an sind wir genau das: Ehemann und Ehefrau.
Noch klingt es ungewohnt, uns gegenseitig so vorzustellen. Aber es geht schon gut über die Lippen.

Der 9. September 2017 war ein wunderschöner Tag. Dass das Wetter nicht so mitgespielt hat wie erhofft, spielte dabei gar keine Rolle. Es war dennoch einer der emotionalsten, intensivsten und besondersten Tage unserer bisherigen Beziehung. Und einer der Schönsten. Es war unsere perfekte Hochzeit, genau so und noch viel schöner, wie wir sie uns vorgestellt hatten. Dass wir diesen Tag mit unseren Familien und vielen unserer liebsten Freunde teilen konnten, hat ihn noch wunderbarer gemacht.

Fast ein dreiviertel Jahr lang haben wir den Tag erwartet, herbei gesehnt und vorbereitet. Zwischendurch auch mal gedacht, dass wir froh sind, wenn er denn dann vorbei ist. Nicht, dass wir wirklich so viel Stress mit der Planung hatten. Andere planen ihre Hochzeit erfolgreich neben einem Vollzeitjob, dessen sind wir uns voll und ganz bewusst. Aber dennoch steckt bei der Vorbereitung einer Hochzeit eben viel Herzblut drin und manches Mal mussten wir – oder besser die Braut 😉 – einfach mal tief durchatmen und überlegen, ob die eigenen Ansprüche nicht viel mehr aufgebauschte Erwartungen seitens der Hochzeitsindustrie sind und ob wir das, was in Hochzeitsmagazinen, auf Messen oder ähnlichem als notwendig präsentiert wird, wirklich persönlich wollen. Zum Glück kam dann zuverlässig der Bräutigam und hat die Braut ganz cool wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Also haben wir neu überlegt, geplant, Ideen gehabt, wieder verworfen und neue Pläne aufgestellt. Und alles konnten wir auch gar nicht planen. Wie auch auf unserer Reise mussten wir bei manchen Dingen darauf vertrauen, dass sich Dinge fügen. Und das taten sie. Besser, als es jede Planung hätte ermöglichen können. Und da wir die meiste Zeit auf einem anderen Kontinent unterwegs waren, haben wir auch oft machen lassen. Dann übernahmen unsere fantastische persönliche Hochzeitsplanerin / unsere Trauzeugen. Danke!

Auch an unserem großen Tag selbst und das ganze Hochzeitswochenende über durften wir uns darauf verlassen, dass um alles gesorgt wurde und wir uns um nichts kümmern mussten. Wir durften einfach nur genießen – uns als Brautpaar, unseren Tag und viele fantastische Überraschungen. Auch dafür sind wir sehr dankbar!

Den neuen Lebensabschnitt leiten wir passenderweise mit einer Reise ein. Am 22. Oktober 2017 ging es los: 2 Wochen Flitterwochen in Thailand. Spontan gebucht, weil der Flug von Singapur aus unausschlagbar günstig war und Thailand für uns immer geht. Außerdem lag es quasi auf dem Weg. Denn genau genommen waren diese herrlichen 2 Wochen süßen Insel-Nichtstuns nur der Auftakt zu unserer eigentlichen Reise. Nach Australien.

Downunder verbringen wir sozusagen „Flittermonate“. Solange, bis wir Mitte nächsten Jahres zu unserer nächsten Destination aufbrechen. Die ganz ungewohnt sogar bereits fest steht. Unsere Lebensreise geht weiter. Um den Globus. Spannend und wie bisher weitgehend ungeplant. Eines ist sicher: langweilig wird es nicht werden. Und es wird auch weiterhin jede Menge zu erzählen geben.

Das Ende: ungewiss.

Facts & Figures – USA

Facts & Figures – USA

REISEDAUER

Wir haben 13 Tage in den Vereinigten Staaten von Amerika verbracht. Davon 10 Tage auf den Inseln Oahu und Maui im Staat Hawaii und 3 in San Francisco, Kalifornien. Unsere Facts & Figures beziehen sich ausschließlich auf diese 2 Destinationen der USA und sind sicher nicht für alle Staaten repräsentativ. Wie schon in den Facts & Figures zu Neuseeland kurz erwähnt, würden wir im Nachhinein unsere Zeit auf Hawaii eher etwas kürzen und stattdessen länger in Neuseeland bleiben.

Reisekosten:

Insgesamt haben wir in den knapp 2 Wochen in den USA zu zweit 1.760 € ausgegeben. Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von 67,70 € pro Person. Autsch!
Die USA sind damit das teuerste Land, das wir auf unserer gesamten Reise besucht haben! Die hohen Kosten liegen natürlich auch an den 3 Inlandsflügen – sowohl zwischen Oahu und Maui als auch nach San Francisco mussten wir gegebenermaßen fliegen. Dass sich das in den Kosten nieder schlägt, ist klar. Aber auch davon abgesehen waren die Lebenshaltungskosten – vor allem auf Hawaii – hoch bis sehr hoch.

Transport:

Wer auf Hawaii mehr unternehmen möchte als nur an einem Strand zu verweilen/an einem Ort zu sein, wird um ein eigenes Fahrzeug kaum drum herum kommen. Im Stadtbereich von Honolulu sind die Busverbindungen zwar gut ausgebaut, aber alles was über die Vororte hinaus geht, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum mehr zu erreichen. Auf Maui gibt es ebenfalls kaum Busverbindungen außerhalb des Hauptortes Kalahui.

Im Gegenzug ist San Francisco sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundbar. Ein Mietwagen ist unseres Erachtens überflüssig – und kann nicht nur aufgrund der vielen Einbahnstraßen sondern auch bezüglich der zeitaufwändigen Parkplatzsuche und der hohen Aufbruchgefahr ziemlich lästig sein. Alles, was uns abhanden kam ist der wenig schmerzhafte Verlust von 0,30US$ Pfand – uns wurden doch tatsächlich unsere Wasserflaschen aus dem Getränkehalter unseres Tandems geklaut, während wir uns die Speisekarte eines Restaurants anschauten.

Unterkünfte

Für ein einfaches Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad bezahlen wir am Waikiki Beach in Honolulu im März 2016 knapp 100 €. Zwar ist da ein (einfaches) Frühstück mit dabei, das Preis-Leistung-Verhältnis stimmt für uns trotzdem nicht. Es sollte daher unsere erste und einzige Nacht in einem Hostel auf Hawaii sein. Die restlichen Nächte „campten“ wir sowohl auf Oahu als auch auf Maui in unserem Mietwagen. Unser Doppelzimmer mit eigenem Bad im Hotel Aida Plaza in San Francisco kostet uns im selben Monat 86 €. Auch teuer, aber hier immerhin sehr zentral, ebenfalls inklusive Frühstück und mit Wifi.

Die 2 Nächte, die wir am Flughafen verbrachten, waren kostenlos 😉

3 Highlights:

  1. Unsere zufälligen Begegnung mit den Meerestieren auf Hawaii! So schnorchelten wir ganz für uns frühmorgens in einer kleinen Bucht auf Maui, als sich mehrere große Meeresschildkröten ganz gelassen und neugierig zu uns gesellten. Ebenso eindrucksvoll war es, als wir frühmorgens in unserem kleinen Mietwagen mit Stellplatz am Meer die Augen aufschlugen und beim Blick auf das Meer vor uns Buckelwale in der Bucht springen sahen.
  2. Unsere Übernachtung im Krater des Vulkans Haleakala! Nach einem spektakulären Sonnenuntergang dauerte es nicht lange, bis wir die einzigen Menschen auf dem Vulkan waren. Auf über 3.000 Metern hier allein in einem Vulkankrater zu stehen und in den funkelnden Sternenhimmel zu blicken wurde gekrönt vom fast ebenso spektakulärem Sonnenaufgang am nächsten Morgen.
  3. Die Golden Gate Bridge! Das krönende Highlight unserer spaßigen Fahrradtour durch San Francisco! Unserer Meinung nach übrigens die beste Art, um die Metropole zu erkunden. Diese imposante, rot leuchtende Brücke, die sich fotogen über die Bucht spannt, sollte man einfach einmal gesehen haben.

3 Lowlights:

  1. Der unerwartet dichte Verkehr auf Maui und Oahu! Nach 3 Monaten in der Südsee, wo wir kaum Autos sahen, passte dieser so gar nicht mehr zu unserer Vorstellung von idyllischen Inselparadiesen! Auch dass bei den amerikanischen Autos generell die Devise höher, lauter und schneller zu gelten schien, fanden wir nervig (ehrlich, wozu braucht man in einer hawaiianischen Kleinstadt einen höher gelegten, 5 Meter langen Pick-up?!) Gefühlt standen wir außerdem jeden Tag irgendwo im Stau…
  2. Die vielen Obdachlosen in den Straßen! Sowohl auf Hawaii als auch in San Francisco sahen wir sehr viele Menschen auf der Straße leben. Die Schere zwischen den Gesellschaftsschichten ist sehr offensichtlich und dass ein wirtschaftlich so weit entwickeltes Land wie die USA nicht in der Lage ist, ihrer Bevölkerung auch im sozialen Bereich ein Mindestmaß an Absicherung zu bieten, stimmte uns gleichermaßen fassungslos, traurig und nachdenklich.
  3. Unsere Whalewatching-Tour auf Maui. Für 40 US$ pro Person zwar ein Schnäppchen, dafür sahen wir in diesen 2 Stunden Wale auch nur von Weitem. Außerdem war die Besatzung des Bootes alles andere als service-orientiert, freundlich oder motiviert. Das hatten wir in Australien und Neuseeland ganz anders erlebt.

3 Dinge, die wir gerne davor gewusst hätten:

  1. Zumindest auf den hawaianischen Inseln Oahu und Maui finden sich nur noch sehr wenige Spuren polynesischer Kultur.
  2. Die in Supermärkten und Geschäften der USA ausgeschilderten Preise sind abzüglich Mehrwertsteuer. Das heißt, an der Kasse kommt auf jedes Produkt nochmal was drauf. Nervt!
  3. Trotz des allgegenwärtigen Konsumangebots fanden wir es sowohl in San Francisco als auch auf Hawaii relativ schwer, gesundes/frisches Essen zu günstigen Preisen zu finden. Fast Food Restaurants und Schnellimbisse finden sich an jeder Ecke, aber Lebensmittel wie frisches Obst, Salat oder echter Fruchtsaft sind selbst im Supermarkt entweder nur schwer zu bekommen oder unverhältnismäßig teuer. Auch die Sonderangebote und Fertiggerichte fördern auf Dauer eine Gewichtszunahme – siehe Fun Fact 3…

3 Fun Facts:

  1. Der chinesische Glückskeks hat seinen Ursprung nicht etwa in China, sondern in San Francisco! Der japanische Einwanderer Makoto Hagiwara kreierte hier den ersten, heute als urchinesisch angepriesenen Keks mit den Spruchweisheiten im Jahre 1914.
  2. Hawaii ist das abgelegenste bewohnte Gebiet der Erde! Es liegt 2.390 Meilen entfernt von der Westküste Kalifornien´s, 3.850 Meilen von Japan, 4.900 Meilen weit von China und 5.280 Meilen weg von den Philipinen.
  3. Auf den Flügen in der USA war der Anteil der übergewichtigen bis fettleibigen Menschen im Flugzeug mit Abstand und auffallend am höchsten!

Fazit

San Francisco gefiel uns wirklich sehr gut. Eine spannende Metropole, in der wir gut und gerne noch ein paar Tage mehr verbringen wurden. Hawaii hingegen konnte unseren Erwartungen nicht gerecht werden. Insgesamt ist es so, dass die USA – obwohl sie einige Nationalparks wie z. B. den Grand Canyon, Yosemite und andere sowie weitere Metropolen wie New York oder Washington haben, die uns reizen würden – vorerst nicht auf der Liste unserer nächsten Wunschdestinationen stehen. Außer vielleicht Alaska… 😉

The Best of Hawaii – eine Foto-Love-Story!

The Best of Hawaii – eine Foto-Love-Story!

Zugegeben, Hawaii hat uns von Anfang an ein bisschen auf dem falschen Fuß erwischt. Was sicher auch daran liegt, dass wir hohe Erwartungen an die Eilande mitbrachten. Was ja meist keine so gute Idee ist. Viele begeisterte Schwärmereien hatten wir schon von den Trauminseln im Pazifik gehört und selbst das Bild sanfter Inselydille vor Augen – da hatten es die Inseln schwer, ihrem eigenen Ruf gerecht zu werden.

Von der Amerikanisierung der polynesichen Eilande aber einmal abgesehen, müssen und wollen wir Hawaii eines definitiv lassen: die Insel-Schönheiten sind unglaublich fotogen! Und bevor wir nun noch mehr darüber schreiben, lassen wir die Schönheit Hawaiis für sich sprechen und sagen – Vorhang auf für Hawaii:

Das Hawaii aus dem Bilderbuch

WOOOOOOOW

Sonnenuntergang auf dem Haleakala Vulkan

2 Schildkröten :)

Meeresbewohner unter sich 🙂

Der Haleakala Krater - oder war es der Mond?

Der Haleakala Krater – oder war es der Mond?

Good bye, Oahu!

Good bye, dicht besiedeltes Oahu!

Die ersten Sonnenstrahlung samt Strand-Übernachtung auf Hawaii

Surf surf, Baby!

Hawaii von oben - Oahu im Landeanflug

Hawaii von oben – Oahu im Landeanflug

...hier entfuhr uns auf Oahu ein erstes: wow, wie schön!

…hier entfuhr uns auf Oahu ein erstes: wow, wie schön!

Da ist er! Der Kultklassiker!

Der amerikanische Kult-Klassiker!

einer der vielen traumhaften Strände Oahu´s

einer der vielen traumhaften Strände Oahu´s

ruhiger Strand im Nordosten

Unser Sweet Spot in Oahu´s Nordosten

Kreisrunder Koko Krater

Honolulu und der kreisrunde Koko Krater

Waikiki Beach

Der weltberühmte Waikiki Beach

schöne Szenerie auf Maui

Inselszenerie auf Maui

Sonnenuntergang auf Maui

…ohne Worte, ne?

Mauis schöne Ostküste

Mauis schöne Ostküste

Oahu aus der Luft

Oahu aus der Luft – viele Häuser, ein bisschen sagenhafte Natur

Eykalyptusbäume mit besonders hübschen Rinden

Hübsche Kunstwerke der Natur!

alles auf Hawaii ist farbenfroh

alles auf Hawaii ist farbenfroh

Wer leuchtet nun hier mehr?

Magische Sonnenuntergänge...

Magische Sonnenuntergänge…

Eine echte Anstrengung, so ein Landgang!

Hey, Dude!

Hey, Dude!

Stein, Stein, Schildkröte!

Honu auf ihrem beschwerlichen Landgang

Eine große Honu auf ihrem beschwerlichen Landgang

Geschafft!

Es war windig - gut für das Blowhole, schlecht für die Haare

Es war windig – gut für das Blowhole, schlecht für die Haare

Silversword- nirgends sonst auf der Welt wächst diese elegante Pflanze

Silversword- nirgends sonst auf der Welt wächst diese elegante Pflanze

Einer von zahlreichen tollen Wasserfällen

Sonnenuntergang von unserem Schlafplatz aus

Good bye Hawaii, Du Schöne!

Von Reisemüdigkeit und Urlaubsfreuden

Von Reisemüdigkeit und Urlaubsfreuden

Mit vielen befreundeten Reisenden haben wir uns über sie unterhalten. Manche belächeln sie, einige überwinden sie nach kurzer Zeit wieder und andere haben wegen ihr sogar ihre Reise verkürzt oder abgebrochen. Egal in welcher Form – der Großteil aller Langzeitreisenden hat eigene Erfahrungen mit ihr gemacht: der Reisemüdigkeit. Auch wir werden immer wieder gefragt, ob wir sie nicht längst haben. Reisemüdigkeit – was ist das überhaupt?

REISEMÜDIGKEIT

Manche „erwischt“ es schon nach wenigen Wochen, andere nach mehreren Monaten oder einem Jahr – und einige wenige nie. Man kann sich das vorstellen wie eine Grippe: anfangs zeigen sich leichte Symptome – was bei einer Erkältung die laufende Nase ist, ist bei Reisemüdigkeit z. B. eine leichte Unlust, sich schon wieder auf die Suche nach dem nächsten Imbiss/Supermarkt/Hostel zu begeben. Mit zunehmendem „Krankheitsverlauf“ nehmen die Symptome zu: man ist leichter genervt, wenn mal etwas nicht funktioniert, eine Destination nicht die gehegten Erwartungen erfüllt, das Bett mal wieder bei jedem Umdrehen quietscht oder in der Dusche trotz ausdrücklicher Nachfrage eben doch nur kaltes Wasser kommt. In schwereren Fällen fragt man sich, warum sich all den Stress eigentlich antut. Ob all die schönen Orte, die man sieht und die Erfahrungen die man sammelt, tatsächlich die Strapazen aufwiegen. Man liegt bildlich gesprochen flach. Der Geist braucht Ruhe. Aber wie bei einer Grippe erholt man sich mit etwas Ausruhen auch wieder.

Ob wir reisemüde sind?

Vielleicht…in letzter Zeit haben wir uns häufiger dabei ertappt, Erlebnisse und Orte zu vergleichen. Zu werten. Manchmal denken wir auch, dass sich vieles wiederholt. Zu einem Wasserfall sind wir schon lange nicht mehr gewandert. Wozu auch? Wir haben doch schon so viele gesehen. Und obwohl unser Abenteuer mit dem Moped unvergesslich ist und wir in den 3 Monaten zahlreiche tolle Momente erlebten, hat uns Zentralamerika nicht komplett vom Hocker gerissen.

Und ja…wir sind ein bisschen müde. Müde von den täglichen kleinen Herausforderungen und Unsicherheiten, dem Organisieren, dem Planen. Trotzdem fühlt sich unsere Reise noch nicht zu Ende an. Schließlich haben wir noch lange nicht die ganze Welt gesehen. Und das gehört sich doch für eine ordentliche Weltreise, nicht wahr?

Gleichzeitig…vermissen wir Freunde, Familie und das, was für uns Zuhause bedeutet. Wir sind nun seit zweieinhalb Jahren unterwegs. Eine lange Zeit. Die Zeit bleibt ja auch zuhause nicht stehen. Wir haben Nichten und Neffen, die wir noch nicht kennen. Wir haben Geburtstage, Hochzeiten, Beerdigungen, Famileinfeiern, Feste und andere uns wichtige Ereignisse verpasst.

Insgesamt…würden wir aber nicht sagen, dass wir reisemüde sind.

Vielleicht eher…urlaubsreif!

Und deshalb werden wir jetzt Urlaub machen. In Deutschland. Wir wollen alle, die wir gerne haben, mal wieder sehen und Zeit mit ihnen verbringen.

Wiedersehensfreude

URLAUBSFREUDEN

Außerdem freuen wir uns auf:

…die Überraschung unserer Familien und Freunde, wenn wir so plötzlich auf der Matte stehen.

…darauf, irgendwo eine Base zu haben. Ein kleines Reich für uns.

…den Austausch von Geschichten mit neuen und alten Freunden.

…morgens schon zu wissen, wo wir abends schlafen werden….und das Wissen, dass das Bett bequem ist und die Bettwäsche gut riecht.

…Uli freut sich auf seine Werkstatt. Wo er nach Lust und Laune schrauben und werkeln kann und alles nötige Werkzeug in gutem Zustand hat. Biene freut sich auf zuverlässig funktionierendes WLan. Schließlich gibt es noch einiges zu schreiben für den Blog.

….deutsches Brot. Laugenbrezeln. Frische Weckle vom Bäcker.

…Hefeweizen! Im Weizenglas!

….Cordon Bleu und gefüllten Fleischkäse mit Spätzle und Soße von Ritchie in der Kutscherstube.

…auf leckeres Essen bei unseren Mamas & Papas. Und hausgemachten Kartoffelsalat.

…gute Partys mit guten Freunden.

…Uli auf’s Faustball spielen und Biene auf die Pferde. Und auf´s Reiten über Stoppelfelder.

auf alles, was für uns Heimat ist!

US_ortsschild_waldmö

Urlaub vom Reisen

Wir haben noch unzählige Eindrücke zu verarbeiten, die wir in den letzten 2 1/2 Jahren gesammelt haben. Und so einige Geschichten aus Neuseeland, den USA und aus Nord- und Zentralamerika zu erzählen. Deshalb werdet ihr hier auf dem Blog wahrscheinlich gar nicht viel von unserem Urlaub bemerken – schließlich gilt es noch ein paar Monate aufzuholen.

Und natürlich werden wir während unserer Zeit in Deutschland auch neue Reisepläne schmieden. Denn nach unserem Urlaub werden wir frisch erholt und reiselustig wieder aufbrechen, um die Welt weiter zu erobern und die noch fehlenden Kontinente zu entdecken! Darauf freuen wir uns jetzt schon 🙂

…Von wegen reisemüde!

Facts & Figures – Tonga

Facts & Figures – Tonga

Reisedauer:

Wir haben etwas mehr als einen Monat (35 Tage) auf Tonga verbracht. Möchte man in die Inselgruppe Ha’apai und/oder Vava’u reisen, sollte man mind. 2-3 Wochen Zeit haben, da die Fähre nur einmal wöchentlich fährt und die Fährfahrten mit 12 bzw. 18 Stunden einen ganzen Tag in Anspruch nehmen. Alternativ gibt es auch teure Inlandsflüge. Für einen kürzeren Aufenthalt bietet sich die nur 3 Fährstunden von der Hauptinsel Tongatapu gelegene Insel Eua an. Auf Tongatapu selbst herrscht wenig Südseeflair. Unmittelbar vor Tongatapu liegen mehrere kleine Resort-Inseln, die sich auch für Tagesausflüge von Nuku’alofa aus anbieten.

TIPPS:

  • Bei Einreise erhält man als deutscher Staatsbürger ein kostenfreies Visum für 30 Tage. Eine Verlängerung – und sei es nur um 2 Tage – kostet allerdings knappe 25 €. Bearbeitungszeit ist eine Woche. Es ist wohl schon öfters vorgekommen, dass Pässe dabei verschlampt wurden verschwunden sind – bei uns ging aber alles gut.
  • Bei den Fährfahrten unbedingt mind. 1 Tag Puffer vor dem Rückflug einplanen. Die Fahrpläne ändern sich oftmals kurzfristig….und richten sich generell nach Tonga-time.

Reisekosten:

Insgesamt haben wir in Tonga 1.527 € ausgegeben. Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von 21,81 € pro Person. Wir hatten unser Zelt im Gepäck und haben insgesamt fast eine Woche an verschiedenen Stränden gezeltet – das spart natürlich Unterkunftskosten. Essen & Trinken kann man in den einheimischen Imbissen sehr günstig. Wir haben auch öfters auf den Märkten günstig leckeres Gemüse und frischen Fisch gekauft und selbst den Kochlöffel geschwungen.

Transport:

Außerhalb der Hauptstadt Nuku’alofa und Neiafu’s gibt es keine öffentlichen Transportmittel oder Taxis. Wir haben es oft gemacht wie die Einheimischen – Daumen raus, nett fragen und hinten auf die Pick-ups aufspringen. Tonganer sind sehr hilfsbereit und wir mussten nie lange auf einen Lift warten. Selbst ein Boot hat uns einmal mitgenommen. So kamen wir überall hin, wo wir hinwollten – auch zu abgelegenen Stränden. Zum wandern mit Gepäck ist es definitiv zu heiß. Die einmal wöchentlich zwischen den Inselgruppen Tongatapu-Ha’apai-Vava’u verkehrende Fähre ist eine günstige, wenn auch etwas anstrengende, Möglichkeit die verschiedenen Inseln zu erreichen. Einmal monatlich fährt die Fähre auch die abgelegene Inselgruppe der Niuas an.

Tipp: Wer auf Tonga selbst fahren und sich einen Mietwagen oder Roller mieten möchte, braucht nach den ersten 24 Stunden im Land einen tonganischen Führerschein! Diesen kann man einfach für 60 $ in Nuku’alofa auf der Polizeibehörde kaufen.

Unterkünfte:

Ein Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad im Hostel liegt im Januar 2016 bei 20-25 €. Für unseren Bungalow (einfach,mit eigenem Bad) direkt am Strand auf unserer kleinen Paradiesinsel zahlten wir 21 € die Nacht. Januar ist Hurrican-Season und damit absolute Nebensaison. Während der Hochsaison (Wal-Saison) sind die Preise vor allem auf Vava’u etwas höher. Die Unterkünfte, in denen wir waren, hatten alle eine Küche, die die Gäste nutzen dürfen. In den Hostels in Nuku’alofa und Neiafu gab es kostenloses Wifi – das je nach Wetter funktionierte oder nicht.

3 Highlights:

  • Unser Südsee-Paradies. Eine einsame Insel ganz für uns, ein kilometerlanger Sandstrand und rundum eine türkisblaue Lagune. Müssen wir nicht weiter begründen, oder? 🙂
  • Die Inselgruppe Ha’apai. Trotz ihrer absoluten Südsee-Idylle gibt es auf den meisten dieser Inseln hier noch sehr wenig Tourismus. Die Einheimischen sind total unbeeindruckt vom touristischen Potenzial ihrer Heimat und haben nicht vor, diese zu vermarkten. Wie sagte uns selbst ein Hostel-Besitzer: „Wenn Gäste kommen, ist es mir recht. Wenn keine Gäste kommen, geht es mir auch gut!“ Das ist doch mal eine Ansage!
  • Campen à la Robinson Crusoe an einsamen Traumstränden. Wie hier auf Foa. Oder auf Ofu. Mit frisch gepflückten Kokosnüssen, im Lagerfeuer gekochten Spaghetti und Riesenmuscheln als Teller. Und anders als auf Vanuatu immer kostenlos.

3 Lowlights:

  • Das fertig zubereitete Essen auf Tonga ist eher einseitig und nicht wirklich gesund. Standard-Gericht in den einheimischen Lokalen ist frittiertes Hühnchen oder frittierter Fisch mit Pommes oder Cassava. Außerhalb Nuku’alofas gibt es nur kleine Lebensmittelläden, in denen es außer Konserven nicht viel Auswahl gibt.
  • Zähe Fährfahrten, auf denen wetterbedingt nur flach liegen und Luftlöcher gucken ging. 18 Stunden können sich seeehr in die Länge ziehen. …
  • etwas Drittes fällt uns wirklich nicht ein….sorry!

3 Dinge, die wir gerne vor unserer Reise nach Tonga gewusst hätten:

  • Flüge von Tonga nach Samao sind im Januar 2016 teurer als gedacht.
  • Corned Beef ist kein akzeptabler Hackfleisch-Ersatz für die Bolognese-Sauce und geschmacklich bäh!
  • Selbst auf der Hauptinsel der Ha’apai-Gruppe gibt es keinen Markt, um Obst oder Gemüse zu kaufen. Es gibt nur sehr kleine chinesische Shops. Besser vorher in Tongatapu oder Vava’u mit Obst, Gemüse und frischen Nahrungsmitteln eindecken.

3+1 wahllose Fakten:

  • Das weibliche Schönheitsideal auf Tonga ist das Gegenteil des westlichen Strebens: Frauen gelten als umso schöner, je breiter und runder sie sind. Mit ein Grund, warum ein Großteil der Männer wie Frauen eine Statur besitzen wie aktive Rugby-Spieler. Und die Männer nicht möchten, dass sich ihre Frauen mehr als unbedingt nötig bewegen.
  • Der Großvater unserer Gastgeberin Yvette in Nuku’alofa stammte ursprünglich aus Deutschland – und brachte Tonga das Klopapier.
  • Die typisch westliche Optimierungs-Mentalität ist den Menschen hier fremd. Sie leben – unserem subjektiven Eindruck nach und generalisierend gesprochen – viel mehr in den Tag hinein, hinterfragen weniger und sehen keinen Grund, bewährte Abläufe oder Zustände zu ändern.
  • Tonga hat die mit Abstand leckerste Eiscreme unserer Reise! (Wir werden kurz darauf herausfinden, dass sie aus Neuseeland importert wird. Glück!)

Fazit:

Tonga ist ein Südsee-Paradies für abenteuerlustige Backpacker und Individualreisende. Dass es so abgelegen mitten im Ozean liegt, trägt noch mehr zu dazu bei. Obwohl in dem Land offiziell die Zeit beginnt, hatten wir manchmal das Gefühl, dass die Zeit hier stehen geblieben ist – und sowieso keine große Rolle spielt. Wir konnten uns nur schweren Herzens von dem kleinen Königreich verabschieden. Und wir wollen unbedingt nochmal zur Wal-Saison wiederkommen, um vom Strand aus Buckelwale zu sehen und mit ihnen zu schwimmen!

Facts & Figures – Vanuatu

Facts & Figures – Vanuatu

Reisedauer:

Wir haben 15 Tage auf Vanuatu verbracht. In dieser Zeit waren wir auf 4 Inseln unterwegs. Je nachdem, wieviele Inseln man besuchen möchte, kann man locker mehr Zeit in dem Inselstaat verbringen.

TIPP: Möchtet ihr mehr als eine Insel besuchen, solltet ihr ausreichend Pufferzeit einplanen, um auch bei (den häufigen) kurzfristigen Fahrplanänderungen nicht in Terminstress zu geraten.

Reisekosten:

Insgesamt haben wir in Vanuatu 723 € pro Person ausgegeben. Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von 42,25 €. Darin inbegriffen sind 2 Tauchgänge in der SS Coolidge, dem größten zugänglichsten Wrack der Welt. Aber vor allem schagen dieInlandsflüge zu Buche – ohne die 2×3 Flüge wären wir nur bei einem Schnitt von 21 € pro Tag und Kopf.

TIPP: Als Posten im Budget einplanen solltet ihr unbedingt auch Eintrittspreise zu Stränden, Blue Holes, Schnorchelriffen etc. Auf Vanuatu ist alles Land in Privatbesitz und die Grundstückseigentümer verlangen für die Betretung/Nutzung ihres Landes fast immer eine Gebühr. Z.B. schlägt schnorcheln am Million Dollar Point auf Espritu Santo mit 10€ pro Person auf die Reisekasse.

Transport:

Es gibt vergleichweise wenig Infrastruktur. Die Straßen die über die Inseln verlaufen, sind größtenteils staubige Sandpisten. Geteerte Straßen gibt es nur vereinzelt sowie in den Städten Luganville und Port Vila. Langsam wird das Straßennetz ausgebaut – hauptsächlich finanziert aus Entwicklungshilfe der Länder Australien und NeusUli_Outriggerkanueeland. Öffentlichen Nahverkehr gibt es ebenfalls nicht. In den Städten fahren Taxis und ansonsten private Minivans oder Pick-ups, die Fahrgäste am Straßenrand aufsammeln. Das Ausländer sich nicht im Taxi fahren lassen sondern reisen wie die Einheimischen ist hier eher eine Seltenheit. Eine, die die Einheimischen toll finden – und die oft zu interessanten Gesprächen auf den Ladeflächen der Pick-ups führt!

Unterkünfte:

Ein Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad in einfachen Hotels liegt im Dezember 2015 bei 25-30 €. Für einen Zeltplatz bezahlen wir meist 1.000 Vat (umgerechnet knapp 10 €).

Das Preis-Leistungsverhältnis der Unterkünfte ist schlechter als z.B. auf Fidschi. In den Hotels in Port Vila und Luganville gibt es kostenloses Wifi – das auch meist funktionierte.

 3 Highlights:

  • Die Natur. Während das Inselinnere oft von dichtem Dschungel bedeckt ist, gibt es rundum wunderschöne Strände – ganz so, wie man sich das von der Südsee erhofft. Außerdem gibt es türkisblaue, glasklare Blueholes (Süßwasser!). Und beim Schnorcheln jede Menge Unterwasserleben zu bewundern.
  • Auf Tanna Island gibt es den aktivsten Vulkan der Welt, Mount Yasur. Unser Besuch am Yasur war eines der Highlights unserer bisherigen Reise.
  • Wir haben unglaublich herzliche Menschen kennen lernen dürfen. Unsere Begegnungen mit Peter und seiner Familie und mit Catherine & Willi waren ein großartiges Weihnachtsgeschenk.

3 Lowlights:

  • Die Fahrpläne der Fähren und Frachtschiffe zwischen den einzelnen Inseln sind sehr unzuverlässig – und die Fahrten dauern lange. Aus diesem Grund mussten wir mehrere teure Inlandsflüge buchen.
  • Für uns ist es befremdlich, für manche -natürlichen- Dinge Eintritt zu bezahlen (z.B. um einen Strand zu besuchen). Unsere Freunde aus Norwegen hatten mit diesem Konzept noch größere Probleme als wir…
  • Der Dienstleistungsgedanke ist nur wenig ausgeprägt. Angestellte in Shops oder bei der Airline sind – bis auf wenige Ausnahmen- nur sehr wenig interessiert bzw. bemüht, den Kunden zu helfen. Auch das Auftreten der Menschen, die ihr Einkommen mit Touristen verdienen, war uns gegenüber leider oft von einem Dollarzeichen in den Augen geprägt.

Wir wollen an dieser Stelle keinesfalls breit verallgemeinern. Wir schreiben nur über unsere persönlichen Erfahrungen.

3 wahllose Fakten:

  • Es ist unnötig, auf Wanderungen Proviant mitzunehmen – das Essen wächst hier im wörtlichen Sinne an den Bäumen.
  • Durch die Besetzung der US-Amerikaner im 2. Weltkrieg entstand auf Tanna Island ein sog. Cargo-Kult. Massenhaft Versorgungsmaterial wurde aus der Luft abgeworfen. Die indigene Bevölkkerung dachte, die Ausländer verfügten über einen besonderen Kontakt zu den Ahnen, die ihnen als die einzigen Wesen mit der Macht erschienen, solche fremdartigen Reichtümer auszuschütten. Nach dem Kriegsende und dem Abzug der Amerikaner begannen sie, die Ausländer nachzuahmen – in der Hoffnung, die Götter mögen auch ihnen westliche Güter abwerfen. So bauten sie zum Beispiel lebensgroße Flugzeugmodelle aus Stroh, schnitzen Kopfhörer aus Holz und imitieren die Laute aus den Flughafentowern.
  • Die offizielle Amtssprache Vanuatus hat viele englische Begriffe übernommen und etwas abgewandelt. Einige lustige Beispiele:

    Good morning = Gud moning

    Good night = Good naet

    Thank you very much = Tangkiu tumas

    Water = Wota

    Bra (BH) = Basket blong titis

    Saw (Säge) = Pulem I kam, pushem I go, wood I fall down

    Helicopter = Mixmaster blong Jesus Christ

    Piano = black fala box we igat black teeth, hemi gat white teeth you faetem hard I singout

    See you later = Lukim you

    One/ two / three = wan / tu / tri

3 Dinge, die wir gerne davor gewusst hätten:

Gabelstapler.

  • Vanuatu hat große Systemprobleme. Es ist eines der Länder mit der höchsten Korruptionsrate weltweit. Es herrschen Armut und einfachste Lebensbedingungen in weiten Teilen des Landes, Reichtum für einige wenige Privilegierte
  • Kurz vor Weihnachten Fährtickets zu bekommen, ist schier unmöglich. Genauso, wie ein schönes Hotel über Weihnachten zu vernünftigen Preisen auf der Hauptinsel Efate.
  • Flugbuchungen auf der Internetseite von Fiji Airways (Konkurrenz der einheimischen Airline Air Vanuatu) funktionieren in Vanuatu wundersamerweise nicht.

 Fazit:

Auf Vanuatu machten wir sehr widersprüchliche Erfahrungen. Wir trafen wunderbare Menschen, die zu Freunden wurden, waren aber auch oft frustriert von der Gleichgültigkeit Anderer. In der Summe würden wir Vanuatu nicht als typisches Urlaubsland empfehlen. Aber als Reiseland auf alle Fälle. Vanuatu ist unbequem, anstrengend und manchmal frustrierend. Aber spannend! Es ist eines der Länder, in denen man seine Komfortzone verlassen muss, wenn man Land & Leute wirklich kennen lernen möchte. Und das lohnt sich!

Im Auge des Vulkans – Heiße Weihnacht auf Tanna Island

Im Auge des Vulkans – Heiße Weihnacht auf Tanna Island

BOOOOOOM boooom! Wir stehen direkt am Kraterrand. Schooouusch schooouuuusch!! Immer wieder. SCHOOOOUUUUSCH!! Vor uns geht es steil hinunter ins Auge des Vulkans! Nur wenige Meter liegen zwischen uns und dem blubbernden Magma. Boooom booooom! Unter unseren Füßen spüren wir, wie die Erde bebt! BOOOOOM!

Über uns steigt eine pechschwarze Aschewolke Hunderte Meter hoch in den Himmel! Der Anblick ist unvergesslich! Wieder erzittert die Erde. Schoooooousch! Dieses Mal speit der Vulkan zusätzlich zur Asche glühende Lavabrocken hoch über unsere Köpfe hinweg in die Luft! Waaaaahnsinn!

Es wird heiß und funkig!Wir ducken uns instinktiv. Dann schauen wir uns mit großen Augen an, nicken und gehen Hand in Hand noch einen winzigen Schritt näher an den Abgrund. Noch weiter geht wirklich nicht. Sonst kullern wir den steilen Abhang hinunter. Direkt unter uns sehen wir eine von schwarzen Brocken übersäte Mondlandschaft. Einige der zu Stein gewordenen Lavabrocken dampfen noch. Rotgoldenes Magma fließt zurück in die 3 Krateröffnungen. Wir blicken direkt in den Schlund des Vulkans Yasur.

Vergessen der teure Flug, die mühselige dreistündige Anfahrt quer über die Insel auf der Ladefläche eines Pick-ups, für die wir als weißhäutige Palangi doppelt soviel bezahlen mussten wie die einheimischen Mitfahrer – und die so holprig war, dass wir danach an den unmöglichsten Stellen blaue Flecke hatten. Auch dass wir danach erst einmal eine Stunde mit einem neuen Freund zu dessen Dorf in die entgegen gesetzte Richtung liefen, um letztendlich nur seinen Generator zu reparieren. All das ist hier und jetzt im Angesicht des Vulkans nicht mehr wichtig. Was zählt ist dieses unglaubliche Schauspiel der Kraft der Natur.

Deshalb sind wir hier. Auf Tanna Island. Auf Vanuatu. Vor uns liegt der aktivste Vulkan der Welt! Besser gesagt: Wir stehen oben drauf!

Nicht nur uns hat der Vulkan Yasur nach Tanna Island gelockt. Der 361 m hoch aufragende Vulkan war der Grund, warum Entdecker James Cook im Jahre 1774 Vanuatu überhaupt erst entdeckte. Er beschrieb den nachts dauerhaft in rot-goldenen Leuchtschein gehüllten Vulkan poetisch als den Leuchtturm der Südsee.

Uncle Yasur besitzt in der Tat ein feuriges Temperament. Seit 800 Jahren bricht der Vulkan kontinuierlich alle paar Minuten aus. Auch jetzt ist es wieder soweit. Die Erde erbebt ein weiteres Mal. Gefolgt von einem ohrenbetäubendem Knall fliegen uns die Lavabrocken um die Ohren. Der Soundtrack ist gewaltiger als es die weltbeste Dolby Surround Soundanlage schaffen könnte. Eher so, als würde direkt neben einem ein Düsenjet durchstarten.

Wir setzen uns mit gebanntem Blick einige Meter weiter hinten auf eine etwas verloren wirkende Bank. Dort machen wir uns die 2 Bier auf, die wir den steilen Aufstieg hier hoch getragen haben. Prost! Auf Weihnachten! Und auf Stefan, dessen Nervenkitzel-Geschenk wir für den saftigen Eintrittspreis zum Vulkan eingelöst haben (wie bereits hier gesagt: auf Vanuatu ist JEDER Quadratmeter Land in Privatbesitz. Auch ein Vulkan. Wobei das diesen kaum interessieren dürfte…).

DANKE, STEFAN! DANKE!

Während wir im heißen Angesicht des feuerspeienden Vulkans unsere eisgekühlten Bierchen trinken, haben wir wieder einen dieser Momente, in denen uns in aller Deutlichkeit bewusst wird, wie winzig klein und unbedeutend wir Homo Sapiens doch sind. Vielleicht wäre unsere Welt ein Stückchen besser, wenn mehr Menschen hin und wieder auf einen aktiven Vulkan steigen würden…

Die nächsten 2 Stunden verbringen wir in ehrfürchtiger Faszination. Alle paar Minuten erklingt ein gewaltiges Grollen aus dem Inneren der Erde, und dann – whooooom- schießt mit ohrenbetäubenden Knalls inmitten riesiger Aschewolken glühende Lava in die Höhe!

Wir setzen uns ganz dicht an den Kraterrand. Hier haben wir beste Sicht auf die exklusive Vorführung. Mit ein paar anderen Backpackern aus England blödeln wir herum. Uli wirft einen herum liegenden Stein in den Krater hinunter. Was dann passiert, ist absolut unglaublich: der Stein rollt direkt in eine der Krateröffnungen und GENAU in dem Moment, als er in den Schlund eintaucht, bricht der Vulkan mit einer gewaltigen Explosion und ohrenbetäubendem Fauchen aus! Die Lavaföntane ist rieeesig, die aufsteigende Aschewolke enorm! Yasur hat uns die Provokation eindeutig übel genommen! Lerne: Lege Dich nie mit einem brodelndem Vulkan an!! 😀

Wir glauben, das war es jetzt. Eindrucksvoller geht nicht. Aber es kommt noch viel besser. Mit Einbruch der Dunkelheit wird die Szenerie absolut unfassbar. Der Himmel ist trotz Vollmond pechschwarz, Wolken verdecken heute jegliches Himmelslicht. Ideale Bedingungen. Einzig die flüssige Lava glüht rot und orange in der pechschwarzen Nacht. In den 3 Krateröffnungen brodelt und blubbert es. Abwechselnd schießt aus den Löchern flüssiges Magma, Rauch und Gas in den Himmel! Und jedes Mal wenn wir nach einer gewaltigen Explosion denken „woooow, also höher geht es echt nicht mehr“ – belehrt uns der nächste Ausbruch eines Besseren.

Erst kurz vor Mitternacht können wir uns von dem Spektakel lösen und machen uns auf den steilen einstündigen Abstieg. Zum Glück hat die Wolkendecke etwas aufgerissen und wir können den Weg unter unseren Füßen zumindest erahnen.

Noch Stunden später sitzen wir vor unserem Zelt und blicken zum Gipfel des Vulkans, der die Wolken über ihm orange-rot erleuchtet. Kaum 2 km Luftlinie entfernt, können wir Yasur sogar in unsere Schlafsäcke gehüllt noch fauchen hören. Davor versuchten wir, unter der Dusche all die Asche wieder von unserer Haut und aus unseren Haaren zu bekommen. Vergeblich… Noch Tage später sollten wir Aschepartikel an uns finden!

Natürlich können wir am nächsten Morgen noch nicht einfach so wieder abreisen. Zu beeindruckend ist dieses Feuerwerk der Natur. So beschließen wir nach einem kostenlosen Weihnachts-Frühstück noch eine Nacht hier zu bleiben.

Für den Nachmittag leihen wir uns ein Snowboard aus. Ja genau, ein Snowboard! Wir wollen auf dem Vulkan Ascheboarden gehen. Auf der Windseite wird all die Asche abgelagert, die der Wind mit sich trägt. So entstehen hinter dem steilen Vulkankegel weitläufige Aschefelder. Wo einst Gras wuchs, ist heute nur noch grau Ebene. Nur am Rand der Aschefelder trotzen noch einzelne Bäume der Asche. Ungefähr so muss Pompeji aussehen, denken wir uns. Durch die Ascheablagerungen wächst der Vulkan unaufhörlich weiter. Auch wir sind schon nach kurzer Zeit wieder von oben bis unten von einer dünnen Schicht Asche bedeckt. Aber selbst an der besonders steilen Seite der Vulkanwand rutscht das Brett eher langsam durch die Asche als rasant darauf zu gleiten. Und da wir nun schon auf halbem Weg nach oben sind…beschließen wir, uns an der Vulkanwand durch die Asche bis zum Krater hoch zu kämpfen (nebenbei umgehen wir so auch den erneut fälligen Eintrittspreis an der Kasse. Schwäbische Backpacker halt 😉 ).

Alles läuft gut. Wir sind schon fast oben. Nur noch ungefähr 10 Meter fehlen uns zum Kraterrand. Dicke Aschewolke beim Ausbruch des Mt. YasursAuf einmal grollt es tief im Inneren der Erde. Es folgt ein gewaltiger Vulkanausbruch. Und dann – dreht plötzlich der Wind. Statt wie bei den vorherigen Ausbrüchen über unsere Köpfe hinwegzuziehen, rollt eine pechschwarze Wolke die Vulkanwand hinunter und direkt auf uns zu. Uns rutscht das Herz in die Hose.

Werden wir jetzt gleich ohnmächtig? Was für Gase werden denn da so ausgespuckt? Wir setzen uns auf den Boden, verbarrikadieren uns so gut es geht hinter dem Snowboard und halten uns Taschentücher vor Mund und Nase. Der Gestank ist im wahrsten Sinne des Wortes für einen Moment atemberaubend. Aber weiter passiert uns nichts. Als die Wolke schließlich weiter zieht, atmen wir tief durch. Nochmal Glück gehabt.

Schnell laufen wir durch die tiefe Asche die letzten Meter hoch zum Krater. Hier setzen wir uns ein wieder an den Kraterrand und schauen ebenso gebannt wie tags zuvor dem Vulkan zu. Es ist, als würde man an einer besonders spannenden Stelle im Film die Fernbedienung nehmen und die gleiche Szene immer wieder abspielen lassen: glutrote Lava wird hoch in den Himmel geschleudert, bevor sie als solide Felsbrocken mit Karacho wieder im Kraterschlund landen.

Und bevor ich nun mit noch mehr Worten versuche, dieses gigantische Erlebnis ausbrechender Vulkan zum 2. Mal zu beschreiben, schaut Euch doch lieber das Video davon an!

Vorhang auf für Yasur:

Farbenfrohes Unterwasserparadies – Tauchen auf Pulau Weh

Farbenfrohes Unterwasserparadies – Tauchen auf Pulau Weh

Von unserem Tauch- und Schnorchelausflug ans Great Barrier Reef wird es wahrscheinlich kein Video geben. Das Wetter war einfach nicht gut genug für schöne Aufnahmen. Wir wollen Euch trotzdem gerne mal mit in die Unterwasserwelt nehmen. Deshalb nutzen wir die Gelegenheit und tauchen mit Euch ab in die farbenfrohe Tiefe des Ozeans vor Indonesien.

Hier hat Biene letztes Jahr im November auf Pulau Weh mit den Rubiah Tirta Divern ihren Open Water Diver Tauchschein – quasi das Seepferdchen für Taucher – gemacht.

Viel Spaß beim Abtauchen:
(für eine gute Qualität am besten bei Einstellungen auf „HD“ klicken)

 

SwarmFarm – willkommen in der Zukunft der Landwirtschaft!

Okay. Vielleicht haben wir ein kleines bisschen untertrieben als wir geschrieben haben, dass wir gerade auf einer familiengeführten Rinder- und Getreidefarm arbeiten. Obwohl es nicht falsch ist. Nur die Dimensionen sind vielleicht etwas größer, als die Beschreibung das vermuten lässt: Auf insgesamt 4.000 Hektar der 10.000 Hektar großen Grundstücksfläche werden je nach Wetterlage des Jahres Kichererbsen, Baumwolle, Hirse und Weizen angebaut. Und auf der übrigen Fläche tummeln sich auf -mal mehr, mal weniger grünen- Weiden an die 2.000 Rinder.

Was wir noch nicht erzählt haben? Dass der Farmer ein visionäres Zweitunternehmen aufgebaut hat. SwarmFarm!

Statt in immer größere und stärkere Maschinen zu investieren, hat er sich überlegt, wie er Maschinen cleverer und effizienter machen kann.

Seine Lösung: Roboter! 

SwarmBot3

Die ersten Robotertypen sind nun einsatzbereit und werden zur Unkrautvernichtung eingesetzt. Statt wie bisher ein Feld flächendeckend mit einem 36 Meter breiten Unkrautvernichter zu besprühen, fährt der Roboter GPS-gesteuert über das Feld. "Sieht" er Unkraut, bleibt er stehen und besprüht nur den Fleck Erde, wo die Pflanze wuchs. Die nächste Stufe sieht vor, dass der Roboter gar nicht mehr sprüht, sondern das ungeliebte Grünzeug direkt heraus rupft. Alles vollautomatisch.

sw_teamUnternehmenstechnisch geht es im Sauseschritt vorwärts. Seit einigen Monaten ist der ehemalige Ministerpräsident des Staates - also quasi der Winfried Kretschmann von Queensland - mit an Bord der Firma. Übrigens ein sehr sympathischer Herr. Auch wir dürfen neben der Farmarbeit immer mal wieder bei den Robotern reinspickeln. Uli konnte schon fachkundige Ratschläge für die Hydraulik geben. Und Biene konnte endlich mal wieder ihr Wissen in Sachen Marketingkommunikation anwenden - sie durfte eine Social Media Strategie austüfteln.

 

sw_abc2sw_abcSieht so die Zukunft des Landwirtschaft aus? Ein spannendes Thema! Findet auch das australische Fernsehen, das vor einigen Wochen für 3 Tage zu Besuch war und eine Reportage über die Roboter gedreht hat. Letzten Sonntag wurde die Dokumentation nun ausgestrahlt und wenn es Euch interessiert - oder ihr ein paar Eindrücke von der Farm anschauen wollt, könnt ihr sie Euch hier ebenfalls ansehen:

http://www.abc.net.au/landline/content/2015/s4316205.htm

 

Whyalla – Die Invasion der Riesenkraken

Whyalla – Die Invasion der Riesenkraken

Auf den ersten Blick ist Whyalla an der Küste des Spencer Golfs auf der Eyre Peninsula eine der typischen Städte, durch die wir ohne größeren Aufenthalt durchfahren. Eine kleine Industriestadt, in der vorrangig Kupfer abgebaut und Stahl produziert wird, mit hohen Schornsteinen und vor Anker liegenden Frachtern. Ihre Hochzeit hatte sie während des 2. Weltkriegs im Bündnis mit England als wichtiger Zulieferer der Rüstungsindustrie mit Schiffsmanufaktur. Deshalb war auch die Königin von England bereits zweimal hier zu Besuch. Einmal jährlich jedoch geschieht in der kleinen Küstenstadt etwas weltweit Einmaliges: Zwischen Mai und August finden sich zur Paarungszeit bis zu 200.000 Riesenkraken (Australian Giant Cuttlefish) oberhalb der Stadt in der Bucht um Point Lowly ein. Damit ereignet sich hier nur wenige Meter vom Strand entfernt ein einzigartiges Phänomen und eines der spektakulärsten natürlichen Ereignisse in der australischen Meereswelt. Hier ist der einzige Ort der Erde, wo die gesamte Population der Giant Cuttlefish zur Paarungszeit zusammen kommt.

Die auch „Chamäleons des Ozeans“ genannten Tintenfische sind in der Lage, in einem Sekundenbruchteil ihre Farbe, Form und Textur zu verändern, um nahezu mit ihrem Hintergrunde zu verschmelzen wenn sie sich über Felsen, Sand oder Seegras fortbewegen. Da zur Paarungszeit ca. 11 Männchen auf 1 Weibchen kommen, buhlen diese mit spektakulären Farbenspielen und buntem Zurschaustellen um die Gunst der paarungswilligen Weibchen (wie das genau damit zusammen passt, dass die Giant Cuttlefish anscheinend farbenblind sind, konnte uns leider niemand erklären 😉 ). Wir haben eher nebenbei von diesem Spektakel gelesen, denn trotz seiner Einmaligkeit wird dieses Phänomen zum Schutz der Tiere nicht groß vermarktet. In der Bucht selbst deutet außer einigen Info-Schildern zum Giant Cuttlefish nichts auf das hin, was sich hier nur wenige Meter unterhalb der Wasseroberfläche abspielt.

So sehen Hai-Eier aus

Wir wollen schnorcheln, um das farbenfrohe Paarungsritual zu sehen. Unsere Schnorchel und Masken haben wir ja im Rucksack dabei – trotzdem wird noch ein Besuch im Tauch Shop der Stadt fällig, bevor wir zu den übrigens hochintelligenten Geschöpfen ins Wasser springen können. Denn hier ist gerade Winter. Das heißt, die Wassertemperatur beträgt so zwischen 12 und 15 Grad Celsius. Freezing cold! Da ist nichts mit Bikini bzw. Badeshorts an und ab ins Wasser, wie wir das von Asien gewöhnt sind. Schnorcheln hat hier mehr was von Eiswasser-Tauchen: Erst mit Body Liner (dünner Strampelanzug), Neoprenweste (für Biene), Semidry Suits (5 mm dicker Neopren-Taucheranzug), Weight Belts, Handschuhen, Kapuzen, Socken (für Biene) und Neoprenschuhen sind wir passend ausgestattet. Weil das wie vieles in Australien nicht ganz günstig ist, freuen wir uns sehr über den Osterhasen von Uli´s Eltern, von dem wir uns dieses Erlebnis gönnen.

  VIELEN DANK, MAMA & PAPA!

Wir schlafen in unserem Lion King mal wieder direkt am Meer und am nächsten Morgen nach einem herrlichen Sonnenaufgang und Kaffee am Strand watscheln wir bei strahlendem Sonnenschein wie die Pinguine ins Meer. Nach einem kurzen zusammen zucken, als die ersten Schwünge kaltes Wasser durch die Schutzschichten eindringen, ist es eigentlich ziemlich erträglich und wir können uns ganz auf die sich unter uns tummelnden Riesenkraken konzentrieren. Die Paarungszeit fängt erst an und wir hatten deshalb schon Sorge, ob wir denn überhaupt schon Kraken sehen werden. Völlig unbegründet, wie wir merken, als unsere Augen erstmal die ersten gut getarnten Exemplare auf dem dicht bewachsenen Seeboden ausmachen. Wir sehen Dutzende der beeindruckenden Tiere, die übrigens hochintelligente Geschöpfe sind. So tarnen sich die kleineren Männchen als Weibchen, um nicht im Konkurrenzkampf mit den größeren Artgenossen den Kürzeren zu ziehen. Eine Masche, die sogar meist Erfolg hat – die Weibchen scheinen intelligente Taktiken zu honorieren. 😉 Im Gerangel mit anderen Männchen lassen die Kraken dunkle Wolken über ihre Körper laufen. Das schaut aus wie aus einem Zeichentrickfilm, total beeindruckend. Überhaupt ist es absolut beeindruckend, den Riesenkraken zuzusehen, wie sie ihre Gestalt, Farben und sogar ihre Oberfläche auf den verschiedenen Untergründen verändern oder anfangen zu leuchten und sich zur Schau zu stellen, wenn sie um ein Weibchen rangeln.

Es kann losgeh´n ins kühle Nass

Mit bis zu 60 cm Länge und 5 kg Körpergewicht sind die Australian Giant Cuttlefish eine der größten Tintenfisch-Spezies. Wenn die kleinen Tintenfische nach 3-4 Monaten aus ihren Eiern schlüpfen, gibt es für sie eigentlich nur ein Lebensziel: So groß und stark wie möglich werden, um in der kommenden Paarungszeit die besten Fortpflanzungschancen zu haben. Ist diese Mission beendet, neigt sich die Lebenszeit der erschöpften Riesenkraken bereits dem Ende zu – gerade einmal 18 Moante werden sie im Schnitt alt. Gerade genug für eine Fortpflanzungsseason. Wo die Riesenkraken sich zwischen dem schlüpfen und der Migration zurück nach Point Lowly zur Paarung aufhalten ist bislang noch ihr herrliches Geheimnis. Nach gut einer Stunde wird es dann doch langsam kühl und wir waten zurück an Land. Außer uns ist niemand im Wasser und wir haben den ganzen Küstenabschnitt für uns. Daher parken wir Lion King direkt hier am Meer, kochen gemütlich, trinken abends ein Glas Wein und schauen mal wieder in einen tollen Sternenhimmel.

Unser Platz am Meer

Ach, noch eine Seltenheit gibt es in dieser Bucht: der einzige Kieselstrand Südaustraliens, womit ganz stolz Marketing gemacht wird 😀 Am nächsten Tag haben wir wieder Glück mit dem Wetter, es ist fast wolkenlos morgens und sogar windstill, das Meer liegt ruhig vor uns. Und es kommt noch besser: anfangs wird Biene beim Schnorcheln von einem Rudel Delphine begleitet, dass keine 10 Meter parallel neben ihr mit schwimmt. Leider hat sie es selbst aber gar nicht bemerkt 🙁 Wieder sehen wir unzählige Riesenkraken, wie sich sich schier unsichtbar an den Hintergrund angleichen, sich tarnen, ihre Gestalten ändern und sich prachtvoll zur Schau stellen.

Und weil Worte gar nicht so richtig beschreiben können, wie cool das aussieht, könnt ihr Euch hier selber einen kleinen Eindruck davon machen.

Vorhang auf für die Riesenkraken:

Load More

Hier lang für noch mehr von UnS!schliessen
oeffnen