Thailand

Jahresrückblick 2017 – Teil 3!

Jahresrückblick 2017 – Teil 3!

Nachdem wir die erste Jahreshälfte von Patagonien bis nach Kolumbien quer durch Südamerika reisten, verbringen wir die Sommermonate komplett in good old Germany. Also eigentlich nichts, worüber wir auf einem Reiseblog schreiben können. Wir tun es trotzdem – weil wir hier in unserer Plauderecke tun können, was wir wollen und weil es uns auch in Deutschland nicht langweilig geworden ist:

JULI

Während Biene im Juli voll in die Planung unserer Hochzeit einsteigt, genießt Uli es, mal wieder seine Arbeitshose anzuziehen und sich handwerklich betätigen zu können. An den Wochenenden verbringen wir soviel Zeit wie möglich mit unseren Freunden und Familien, die wir so lange nicht gesehen haben. So grillen wir u.A. in Seedorf, in Aichhalden und in Rottenburg am Neckar, trinken Kaffee im Kraichtal, essen Sushi in Düsseldorf und picknicken zu Ballett im Suttgarter Schlosspark. Eine Reihe festlicher Anlässe gibt es im Juli auch: wir feiern den 1. Geburtstag und die Taufe von Uli’s Nichte, die Hochzeit von Biene’s langjährigster Freundin und zum Monatsende wird Uli’s Abschied vom Junggesellendasein legendär gefeiert.

AUGUST

Der August steht dann auch ganz im Zeichen unserer eigenen nahenden Hochzeit. Mit 6 Wochen bis zu dieser geht es so langsam an die 1.001 kleinen Details… Zum Glück finden wir viel Inspiration und Anregungen für diese in der raffinierten Wedding Box.

Neben Biene’s tollem Junggesellinnenabschied steht im Zuge unserer Hochzeit im August noch ein Fest vorab an: unser Polterabend! Kurzerhand werden Hof und Garten von Uli’s Eltern von uns zur Festplatzanlage hergerichtet und wir feiern eine herrliche Gartenparty! Das Schönste daran ist, dass wir einen Abend lang so viele Menschen um uns haben, die uns alle einen Teil unseres Lebens begleitet haben und uns wichtig sind: so feiern neben Jahrgängern, Freunden aus Kinder- und Jugendtagen, Familie, Sportkameraden und Ex-Arbeitskolleginnen auch unsere auf der Kreuzfahrt nach Brasilien neu gewonnen Freunde Francisca & Joachim sowie Petra mit uns. Francisca & Joachim reisen sogar eigens für unseren Polterabend für eine Nacht aus Hamburg an! Der Wahnsinn! Wir freuen uns sehr, all unsere Gäste zu sehen und schaffen es trotzdem kaum, mit allen annähernd ausgiebig genug zu quatschen…was vielleicht auch daran liegt, dass wir einen guten Teil des Abends mit Besen und Schaufel bewaffnet Scherben zusammen kehren. Aber wenn’s Glück bringt…alles so, wie es sein muss!

SEPTEMBER

Jetzt rückt mit großen Schritten unsere Hochzeit näher…und wir sind ohne in Hektik zu verfallen ganz gut mit den finalen Vorbereitungen ausgefüllt. Davor kommen uns Biene’s Patenkinder noch für drei herrliche Tage besuchen und wir beide radeln einen Tag nach Stuttgart. Wir haben einfach keine Lust mehr auf die dauerverstopfte A8 und ein bisschen Bewegung tut schließlich immer gut.

Und dann ist sie da: unsere Hochzeit! Dieser eine, erwartungsvolle Tag, auf den wir monatelang hingefiebert und vorbereitet haben. Und unser Tag ist noch viel schöner, als wir uns das hätten ausmalen können. Über unsere Hochzeit haben wir ja bereits einen extra Artikel geschrieben. Wir möchten uns jetzt auch nicht wiederholen. Nur eins wollen wir an dieser Stelle nochmal los werden: mit all den genialen Überraschungen hätten wir nie gerechnet – sei es das plötzlich aus Akkordeon und Trompeten erklingende Ave Maria in der Hochzeitskirche, das Crépes-Mobil beim Sektempfang oder die kreativen Programmpunkte und so viel mehr: wir feierten unsere persönliche Traumhochzeit und hatten ein unvergessliches Wochenende! Dazu machten es unsere wundervollen Freunde, unsere kreativen Familien und unsere perfekten Trauzeugen! Danke! Ihr seid einfach die Besten!

Nach unserer Hochzeit nehmen wir uns 2 Tage Zeit für uns. Zeit, um die einmaligen Erlebnisse zu reflektieren und für immer im Gedächtnis zu speichern. Wir sind immer noch voller Glücksgefühle und die halten auch noch an, lange nachdem wir all die wundervollen Geschenke auspacken und die Karten lesen.

Wenige Tage später bekommen wir unerwarteten Besuch: der Argentinier Paco, bei und mit dessen Bruder Alejandro und seiner Familie wir eine Woche lang auf Feuerland leben durften, tourt mit einem Freund auf dem Motorrad durch Europa. Es versteht sich von selbst, dass wir die beiden zu uns einladen und einen Tag mit ihnen fahren. Wir zeigen ihnen die schönsten kurvigen Sträßchen durch den Schwarzwald – und natürlich die weltgrößte Kuckucksuhr!

Dann geht es in großen Schritten direkt weiter: es ist die Einschulung von Biene’s Patentochter. Zeitgleich findet in Enzberg das jährliche Faustballfest statt, bei dem Uli natürlich mit auf dem Platz steht. Und so langsam beginnen wir auch wieder mit Reisevorbereitungen. Nur noch 6 Wochen bis zu unseren Flitterwochen!

OKTOBER

Bevor wir allerdings am 22. Oktober nach Thailand aufbrechen, haben wir noch einiges vor: Zum Monatsanfang feiern wir Biene’s Geburtstag mit einem vergnüglichen Tag im Freizeitpark und einer coolen Überraschungsparty. Im Anschluss machen wir uns reise-fit: wir aktualisieren und stocken unsere Ausrüstung auf, machen die routinemäßigen medizinischen Check-ups, erneuern unsere Auslandskrankenversicherung und Biene frischt ihr fotografisches Wissen bei einem Fotokurs auf. Und dann ist die letzte Woche vor unserem Abflug auch schon da. Wieder einmal verabschieden wir uns von Familie und Freunden. Am 22. Oktober steigen wir – noch etwas angeschlagen von der spontanen Abschiedsparty nachts zuvor – freudestrahlend und in Erwartung der neuen Abenteuer, die vor uns liegen, in den Flieger. Dass wir in unseren Flitterwochen anstelle eines exklusiven Resort-Urlaubs backpackend Insel-Hopping in Thailand’s Süden gemacht haben, wisst ihr bereits, wenn ihr den Post über unsere Flitterwochen in Thailand gelesen habt.

NOVEMBER

Am 8. November sind unsere Flitterwochen zu Ende. Und unsere Flittermonate downunder starten. 😉
Australien empfängt uns im Landeanflug auf Perth mit einem glühend roten Sonnenaufgang! Was für eine Begrüßung. Es fühlt sich gut an, wieder Fuß auf den roten Kontinent zu setzen. Mit dem Flughafenbus kommen wir super einfach ins Stadtzentrum und von dort zu Fuß zu unserem für 2 Nächte gebuchten Hostel. Nach einem guten Kaffee und einer Dusche gehen wir los zu einer ersten Erkundungtour. Alles ist uns vertraut. Das typische australische Straßenbild, die schattenspendenden Überdachungen der Gehsteige und „Hotel“ heißende Pubs. Wir erkennen Gebäude und Parks wieder; wissen, in welchen Supermärkten wir frischen Saft und wo wir gutes Fleisch kaufen und dass wir unsere Trinkflaschen an Trinkbrunnen auffüllen können. Anders als bei unserer Ankunft in Darwin vor 2 Jahren trifft uns der gewaltige Preisunterschied zwischen Südostasien und Australien dieses Mal nicht so hart – aber wir verbringen dieses Mal davor ja auch nur 2 Wochen in Thailand und nicht 8 Monate in Südostasien. Auch sonst läuft alles wie am Schnürchen: Schon nach 2 Tagen ziehen wir in eine WG mit einer sympathischen Australierin. Da sind wir bereits stolze Autobesitzer! Wie schon vor 2 Jahren fällt unsere Wahl auf einen Mitsubishi Challenger – bei dem Modell kennt Uli sich jetzt schon bestens mit den mechanischen Feinheiten aus. Außer einer grundlegenden Tiefenreinigung braucht unser neues allradgetriebenes Fahrzeug auch nicht viel, um vom Vorstadt-Zweitwagen zum mobilen Heim umgerüstet zu werden. Zwischen Auto putzen und aufrüsten machen wir noch einen Tagesausflug nach Rottnest Island: hier leben Quokkas – die wohl putzigsten Tierchen ever!

Kaum sind die letzten Hundehaares des Vorbesitzers aus unserem Auto entfernt; die Innenausstattung wie Matratze, Küchenutensilien etc. gekauft; ein Regal eingebaut und die Scheiben abgedunkelt, geht die Fahrt auch direkt los: Innerhalb von nur 3 Tagen Jobsuche erhalten wir mehrere gut klingende Angebote und so besteht die größte Schwierigkeit diesmal für uns darin, uns für eines davon zu entscheiden. Und das fällt uns wahrlich nicht leicht! Nach viel Abwägen und Hin- und Her-Gerissenheit ist auch das geschafft. Gewonnen hat das australische Outback: eine große Rinderfarm im abgeschiedenen tropischen Norden Australien’s. In unseren Köpfen haben wir das Bild der letzten Farm, auf der wir arbeiteten. Nur etwa zwanzig Nummern größer: denn auf dieser Rinderfarm werden auf einer Fläche von 600.000 Hektar an die 20.000 Rinder gehalten. Das Farmgelände ist so riesig, dass es in 3 eigenständige Gehöfte unterteilt ist:

  • das Hauptgut, auf dessen 400.000 Hektar der Großteil der Rinder umher streifen,
  • das vom Haupthaus 3 Stunden Fahrt entfernte Gut in Strandnähe, auf dessen 200.000 Hektar Weideland hauptsächlich die jungen Rinder grasen – und wo wir eingesetzt werden sollen
  • die von dort nochmal 80 km weiter entfernte Außenstation mit Bewässerungsanlagen. Hier wächst auf 300 Hektar saftig grünes Gras. Ein starker Kontrast zum kargen Steppengras der übrigen Weiden. Auf den bewässerten Paddocks stehen die Rinder zur Endmast. Gleichzeitig wird von diesen Wiesen Heu gemacht, um es während Dürren den Herden der beiden anderen Anlagen zufüttern zu können.

Also machen wir uns auf den 2.000 km langen Weg dorthin. Leider zeigt sich nach unserer Ankunft aber ein etwas anderes Bild: Wallal Downs ist nicht wie die vorige Farm familien-geführt, sondern gehört einem Millionär aus der Stadt. Geleitet wird sie von einem General Manager. Die meisten Angestellten bleiben nicht viel länger als ein Jahr und irgendwie ist hier von den Verwaltern bis zum Gärtner keiner richtig heimisch. Und das spürt man. Hinzu kommt, dass die Arbeit für uns unzufrieden stellend ist: nachdem uns der General Manager so schnell wie möglich hier haben wollte, scheint der Gutsverwalter nun nicht so recht zu wissen, welche Arbeit er uns auftragen soll. So stehen wir in der ersten Woche viel rum oder machen zu Dritt Jobs, die eigentlich Ein-Mann-Aufgaben sind. Pferde gibt es auch keine. So hadern wir die ersten 10 Tage mit unserer Entscheidung, uns für dieses Angebot entschieden zu haben.

Zum Glück ist wenigstens der Eighty Miles Strand nur 2 km von unserem Cottage entfernt. Zwar können wir aufgrund der Krokodile und Haie hier nicht im Meer baden, aber um diese Jahreszeit kommen nachts bei Flut Meeresschildkröten zur Eiablage an Land. Mehrmals haben wir das Glück, den bis zu 150 kg schweren Tieren zusehen zu dürfen, wie sie sich mit Mühe den Strand hoch ziehen, mit vollem Körpereinsatz Nester graben, Eier legen, dann mit ihren Hinterflossen die Nester fast liebevoll mit Sand bedecken und solange Sand darauf schaufeln, bis das Nest nicht mehr zu erkennen und so bestmöglich vor natürlichen Feinden geschützt ist.

DEZEMBER

Anfang Dezember ergibt sich für uns zum Glück ein anderer Einsatzbereich auf der Farm: das Verwalterpaar der Bewässerungsanlagen fährt für 6 Wochen in Urlaub. Und wir sollen es vertreten! Abgesehen davon, dass das für Biene – anders als vor Arbeitsantritt vereinbart – auch Haushalts- und Küchenarbeit einschließt, bringt der Umzug hauptsächlich Positives für uns. Die ersten beiden Wochen ist das Verwalterpaar noch vor Ort und zeigt uns die täglichen Abläufe und alles Nötige. Ab Mitte des Monats sind dann nur noch wir beide und unser australischer Kollege Dan auf der Anlage. Jetzt können wir endlich arbeiten 🙂

Uli fährt größtenteils Traktor und mäht, schwadert oder häckselt Gras. Dazwischen verbringt er auch viel Zeit in der Werkstatt, um die recht alten Maschinen zu reparieren und instand zu halten. Biene ist währenddessen für das leibliche Wohl von uns Dreien verantwortlich. Das heißt hauptsächlich Brot backen, salzige Snacks und süße Naschereien für die Vesperpausen bereit halten, Mittagessen vorbereiten und Abendessen kochen. Das Fleisch stammt dabei von der Farm selbst. Für alle ungekühlt lagerbaren Lebensmittel gibt es einen begehbaren, randvoll gefüllten Vorratsraum. Frische Lebensmittel kommen nur alle 14 Tage per LKW aus dem 2.000 km entfernten Perth! So abgelegen ist die Farm. Da wir ja nur drei Personen sind (außer wenn gelegentlich Mechaniker für einige Tage auf der Anlage sind oder Dienstleister über Nacht bleiben), bleibt ihr neben der Arbeit im Haus noch genug Zeit, um ebenfalls alle paar Tage was auf dem Traktor oder mit dem Frontlader zu arbeiten. Nebenbei ist sie für die Baum- und Rasenpflege der noch ziemlich neuen (und kargen) Anlage verantwortlich. Und macht die Büroarbeit. Unser Kollege Dan kümmert sich hauptsächlich darum, dass die Rinder immer auf den richtigen Paddocks grasen, dass die Bewässerungsanlagen funktionieren und kommuniziert mit dem General Manager.

Die Arbeit macht uns hier einiges mehr Spaß als am Gutshof – wir wissen, was zu tun ist und können selbständig arbeiten. So geht der Arbeitstag, der für uns jeden Morgen um 6 Uhr beginnt und um 17 Uhr endet (bzw. für Biene um 19 Uhr, wenn das Abendessen auf dem Tisch steht) schneller vorbei. Und befriedigender als Beine-in-den-Bauch-stehen ist es allemal. Es ist gut, abends zu sehen, was wir tagsüber geschafft haben! Meist ist das eine ganze Menge.

Und dann steht plötzlich schon Weihnachten vor der Türe! Heilig Abend machen wir früher Feierabend und die Küche bleibt kalt. Zur Feier des Tages schenkt uns der Himmel einen glutroten Sonnenuntergang, den wir zusammen mit Dan bei einem Weihnachts-Picknick und eisgekühlten Drinks am Strand genießen. Die beiden Weihnachtsfeiertage haben wir frei. Wir beide fahren für eine Nacht ins 420 km entfernte Broome. Hier campen wir – in derselben Düne wie vor 2 Jahren – am goldgelben Cable Beach und genießen bei BBQ und mit den nackten Zehen im Sand tropische Weihnachten. Was das heißt? Das heißt, dass Uli die Nacht lang kaum ein Auge zu macht und am nächsten Morgen schweißgebadet ist – weil es hier um diese Jahreszeit – Regenzeit – auch nachts nicht unter 30 Grad abkühlt und unser Auto anders als unser Zimmer auf der Farm keine klimatisierten 24 Grad hat… Schön war es trotzdem!

Da die Regenzeit gleichzeitig auch die Hurrikan-Season ist, stehen direkt nach Weihnachten statt dem Tagesgeschäft ungeplant dringend andere Arbeiten an: der erste Hurrikan der Saison hat sich angekündigt. Jetzt muss schnellstens alles niet- und nagelfest gemacht werden. Uli und Dan sind 2 Tage lang mit Festzurren der Bewässerungsanlagen, Verschweißen von Seecontainern und Sichern von Maschinen beschäftigt. Im Endeffekt schwächt sich der Hurrikan dann kurz vor der Küste ab und bringt außer einem Nachmittag mit heftigem Wind nur gerade genug Regentropfen, um den roten Sand zu befeuchten. Aber das kann eben keiner vorher sagen.

An Silvester neigt sich das Jahr schließlich seinem Ende zu. Wir planen einen unspektakulären Jahresausklang: Zur Feier des Tages lädt uns Dan ins 40 km entfernte Roadhouse zum Abendessen ein. Im Anschluss wollen wir Zwei uns um 21 Uhr das riesige Feuerwerksfestival von Sydney im Fernsehen anschauen (die Ostküste ist der Westküste 3 Stunden voraus) und um Mitternacht vielleicht noch mit einem Glas Wein anstoßen. Daraus wird so aber nichts… Nach dem Essen im Roadhouse lädt uns der dortige Koch Rob zu sich auf die Veranda ein – und bei Musik, Tequila, vielen Geschichten aus aller Welt und aus allen Lebenslagen, Bier und viel Gelächter amüsieren wir Vier uns so sehr, dass wir glatt Mitternacht verpassen und bis in die frühen Morgenstunden hinein quatschend unter’m Sternenhimmel sitzen!

Und so findet dieses Jahr seinen überaus gebührenden Abschluss!

2017 war für uns rundherum ein grandioses, sehr ereignisreiches und glückliches Jahr. Es hielt so viele einmalige Momente und Erlebnisse für uns bereit! Für 2018 wünschen wir uns daher ganz bescheiden nur ein: dass es nicht weniger gut wird als das Jahr zuvor 😉

Inselhopping in Thailand – Flitterwochen zwischen James Bond und The Beach

Inselhopping in Thailand – Flitterwochen zwischen James Bond und The Beach

Wir mögen Inseln. Ganz besonders, wenn sie klein und noch etwas verschlafen sind. Ohne Massentourismus oder gehypte Orte für digitale Nomaden, Backpacker oder Pauschaltouristen. Dann ist es ein kleines bisschen so, als hätten wir das Paradies für uns allein. So wie auf Tonga.

Keine große Überraschung also, dass wir uns für unsere Flitterwochen in Thailand solche Inseln aussuchen. Koh Yao Yai und ihre nördlich gelegene kleinere Schwester Koh Yao Noi sind – vor allem im Vergleich z.B. zur nur wenige Kilometer südlich gelegenen Insel Koh Phi Phi mit ihrer berühmten Maya Bay (Drehort von The Beach mit Leonardo Di Caprio) – recht unbekannt. Ein kurzer Check bezüglich Wetter (sich zu Ende neigende Regenzeit), Saison vor Ort (Nebensaison) und verfügbaren Hotels (gute Rabatte, da Regenzeit und Nebensaison) und unsere Flüge sind gebucht. Mehr als diese 2 Inseln haben wir bewusst nicht geplant, schließlich wollten wir auch etwas zur Ruhe kommen und haben nicht zum Ziel, soviel wie möglich zu sehen in diesen 2 Wochen. Zusammen mit ein paar Tagen auf Phuket und in Krabi sind wir dann schließlich schon bei 4 Destinationen.

Die beiden Inseln liegen in der von unzähligen Karstinseln und Felsformationen durchzogenen Bucht von Ao Phang Nga im gleichnamigen Nationalpark in der emerald grünlich schimmernden Andamanensee. Eine surreale Landschaft, die uns ein wenig an die Halong Bucht in Vietnam erinnert. Nur, dass die Temperaturen hier wärmer sind und wir mit den für Thailand so typischen Langheckbooten statt einer Segelbarke über das Wasser schippern.

DIE ANREISE

Nach einem kurzen Flug nach London, einer Nacht am Flughafen Gatwick, einem vierzehnstündigen Flug im Dreamliner nach Singapur und einem weiteren zweistündigen Flug nach Thailand landen wir 2 Tage nach unserer Abreise aus Stuttgart gegen Mittag in Krabi. Vom Flughafen aus teilen wir uns mit 6 anderen Ankömmlingen für 150 Baht pro Person einen der Minivans, die wartend bereit stehen. Die Tickets kaufen wir erst draußen beim Van. Man kann sie aber auch direkt an einem von mehreren Schaltern in der Ankunftshalle kaufen – hier werden sie für 200 Baht pro Person angeboten. Für denselben Preis wie der reguläre Flughafenbus kommen wir so direkt nach Ao Nang, ohne in Krabi Town umsteigen zu müssen.

KRABI – AO NANG UND HAT NAPPHARAT THARA

Um in Ruhe anzukommen, haben wir uns für die ersten beiden Nächte ein Hotel in Ao Nang gebucht. Bei unserer Ankunft sind wir positiv überrascht – wir waren bereits einmal im Urlaub in Krabi und hatten den Strand von Ao Nang als nichts Besonderes in Erinnerung. Unser Hotel ist dieses Mal aber auch nicht direkt am Ao Nang Beach, sondern einen Strand weiter nördlich am Strand Hat Noppharat Thara. Die beiden Strände sind allerdings nur durch einen mächtigen Kreidefels getrennt und zu Fuß ist man locker in 15 Minuten an der Strand-Promenade Ao Nang’s. Der Strand Hat Nappharat Thara ist breiter, länger und naturbelassener als der Ao Nang Beach. Am nördlichen Ende des langen Strand erhebt sich einer der vielen Karstfelsen in der Bucht von Ao Nang aus dem Wasser und bei Ebbe verbindet eine lange Sandbank die Insel mit dem Strand. Hier lässt es sich herrlich planschen, die Zehen in den Sand strecken und das Strandleben genießen. Die Strandpromenade ist noch sehr einfach, anders als in Ao Nang zieren sie keine Shops, die alle dieselben Souvenirs verkaufen, sondern einfache Saftbar-Stände stehen vereinzelt zwischen Ödland, Resorts und einfachen Restaurants. Direkt hinter dem Strand verläuft die Hauptstraße, allerdings hält sich der Verkehr aus Tuktuks, Taxis und Motorrollern in Grenzen.

Wir finden direkt nach unserer Ankunft einen kleinen, einfachen open air Food Court und genießen bei leckeren Fruchtshakes unseren ersten Papayasalat seit langem. Es sollte der erste von Drölftausend in diesen 2 Wochen sein.

Eigentlich wollen wir am 26. Oktober nach Koh Yao Yai übersetzen. Da an diesem Tag aber der letztjährig verstorbene König in einer feierlichen Zeremonie eingeäschert wird, ist ein nationaler Feiertag ausgerufen und aller Fährverkehr eingestellt. Wir verlängern also unseren Aufenthalt in Krabi um eine Nacht und verbringen nochmal einen Tag am Strand.
Das Schnorcheln um die Karstinsel ist leider nicht so bunt wie erhofft, durch die Regenzeit ist der Meeresboden aufgewühlt und Sedimente verringern die Sicht. Wir machen daher einen Spaziergang zum Ao Nang Beach. Am südlichen Ende führt hier ein kleiner Trampelpfad über einen Hügel hinein in den Nationalpark und in eine wunderschöne Bucht.

Gerade als wir hier nach einem erfrischenden Bad im Meer aus den Fluten steigen, ergießt sich über unseren Köpfen ein Monsunschauer. Während alle anderen Strandbesucher schnell unter der überdachten Poolbar des einzigen Hotels in der Bucht Schutz suchen, duschen wir lachend unter einem Palmwedel, lauschen dem rollenden Donner und genießen die kurze Abkühlung. Kurz darauf verziehen sich die Wolken wieder und klatschnass, aber fröhlich machen wir uns auf den Rückweg.

Am nächsten Morgen geht es dann endlich auf die Insel. Statt für 650 Baht pro Person direkt mit dem Schnellboot vom Pier am nördlichen Ende des Hat Nappharat Thara Strandes in 40 Minuten nach Koh Yao Yai überzusetzen, entscheiden wir uns für eine Fahrt mit dem Tuktuk zum Tha Len Pier weiter nördlich und nehmen von dort ein lokales Langheckboot, für das wir je 200 Baht bezahlen. Auf diese Weise sehen wir auf der vierzigminütigen Fahrt zum Pier noch etwas mehr von der schönen Landschaft Krabi’s und einige beeindruckende Karstberge.

Schon die Überfahrt von Krabi nach Koh Yao ist ein Erlebnis – auf dem knatternden Longtailboot geht es vorbei am steil aufragenden Felsen und unbewohnten Karstinseln mit wunderschönen Buchten und schneeweißen Stränden. Ein von Palmen gesäumter schneeweißer Strand ist auch das Erste, was wir von Koh Yao Yai sehen. Wenn das mal kein guter erster Eindruck ist.

KOH YAO YAI

Die Vegetation der bergigen Insel besteht aus grünen Hängen unberührter Natur, darin eingebetteten Kautschukplantagen und unbefestigten Küsten. Dazwischen liegen eine Handvoll kleiner Dörfer, deren überwiegend muslimische Bevölkerung unglaublich freundlich ist. Wir legen im Norden der Insel am Pier Klong Hia an. Mit einem Tuktuk fahren wir in das Hotel „Baan Taranya“ im Osten der Insel. Nach einem netten Empfang und einem leckeren Begrüßungsdrink können wir auch schon direkt unsere Flitterwochen Villa beziehen – ein freistehender Bungalow mit Meerblick, doppelten Schwingtüren ins große Bad mit Regendusche und eigener Terrasse. Die Villa ist ganz aus Holz und sehr gemütlich. Rückblickend ist das Baan Taranya das beste Hotel unserer Thailandreise und wir fühlen uns hier so wohl, dass wir unseren Aufenthalt um 2 Nächte verlängern. Das Restaurant – in denen wir einige der leckersten Gerichte der 2 Wochen essen – ist ebenso wie der Rezeptionsbereich Open Air und direkt vorne am Strand. Daneben ist ein gemütliches Stranddeck, das zum Fruitshake schlürfen und Fischer beobachten einlädt. Direkt neben dem Hotel liegt ein großer Pier und in den frühen Abendstunden ist dieser Treffpunkt der lokalen Bevölkerung.

Wir mieten uns einen Rollen für 2 Tage und dürfen diesen sogar noch einen weiteren Nachmittag umsonst fahren. Wir lassen es gemütlich angehen und machen öfters Pausen, um irgendwo einen frischen Fruitshake zu trinken – trotzdem reichen die 2 Tage gut aus, um die komplette Insel zu erkunden.

STÄNDE AUF KOH YAO YAI

Das Baan Taranya liegt direkt am langen Strand Ao Hin Kong, der bei Ebbe allerdings wie alle Strände der Ostseite in sehr flaches Schlickwatt übergeht. Das Meer ist dann gut 400 Meter weiter draußen.


Eine halbe Stunde südlich führt eine 3 km lange, unscheinbare Holperpiste in die kleine Bucht Lam Nok Ok. Deren herrlich goldgelben Strand haben wir komplett für uns allein – samt der tollen Baumschaukel.


Über das sehr einfache Fischerdorf Ban Klong Din Nhaew im Süden der Insel gelangen wir zum Strand Loh Jark im Südwesten. Vom Pier in dieser Bucht aus fahren Boote nach Phuket und zu zwei winzigen vorgelagerten Inseln ab. Der Strand der Bucht ist sehr schön und bei einem kalten Bier und leckerem Papaya Salat schauen wir entspannt eine Weile aufs Meer, bevor wir unsere Erkundungstour fortsetzen.

Der Strand Loh Pared an der Westküste liegt ideal zum Bewundern wunderschöner Sonnenuntergänge und ist gleichzeitig der einzige Strand der Insel mit touristischer Infrastruktur. Auf dem goldgelben Band feinen Sandes finden sich Saftstände, Massageliegen, mehrere Touranbieter und dahinter einige Hotels.

Uns hält es nicht allzu lange hier – wozu an einen belebten Strand, wenn wir andere ganz für uns allein haben können? Das haben wir eine halbe Stunde Rollerfahrt später in der etwas versteckten Son Bay im Nordwesten der Insel.

Der paradiesischste Strand der Insel befindet sich im Nordosten Koh Yao Yais, nur 5 Minuten vom Bootspier entfernt. Hier zieht sich eine palmengesäumte, schneeweiße Sandzunge hufeisenförmig 2-3 Kilometer lang ins türkis farbene Meer. Bei Ebbe ist der Strand aufgrund des flachen Wassers nicht wirklich zum Baden geeignet, aber dann kann man wie wir auf dem puderfeinen Sand ganz and Ende laufen und Tausende kleiner Krebse bewundern.

Wenn wir in unseren 4 Tagen auf Koh Yao Yai nicht gerade mit dem Roller die Insel erkunden, lesen wir gemütlich auf unserer Verandah, planschen im Pool, kayaken durch die Bucht zu einer vorgelagerten Insel und zu einsamen Strände oder schlürfen Fruitshakes auf dem Stranddeck. Oh – oder wir sind gerade in einem der verstreuten kleinen Restaurants mega lecker thailändisch essen…

So können wir es gut aushalten. Nach ein paar Tagen entscheiden wir trotzdem, weiterzuziehen – schließlich wollen wir such noch Koh Yao Noi kennenlernen. Für die zehnminütige Überfahrt bezahlen wir 60 Baht und schon kann es los gehen.

KOH YAO NOI

Das nördlich gelegene Koh Yao Noi ist noch winziger als Koh Yao Yai. Mit einem gemieteten Roller fahren wir in an einem halben Tag alle Straßen der Insel ab. Noi ist dichter besiedelt als Yao Yai und wie auf ihrer Schwesterinsel leben auch die größtenteils muslimischen Bewohner diesen kleinen Inseljuwels hauptsächlich vom Fischfang, Kautschukanbau und Tourismus. Die Dörfer konzentrieren sich auf den südlichen Inselteil, der Norden ist durchweg nur mit Trampelpfaden durchzogene Natur und vereinzelte Kautschukplantagen.
Trotz ihrer kleineren Fläche gibt es auf Yao Noi auch schon mehr Tourismus als auf Yao Yai. Dieser konzentriert sich vor allem auf die Strände Thakhao und Klong Jark im Südosten der Insel, wo mehrere Luxushotels in die grünen Hänge gebaut sind. Anders als auf Yao Yai finden sich in 2-3 Dörfern auch bereits Souvenirläden und einige hippe Cafés zieren die einfachen Marktstraßen. Wir haben uns mit dem „Sunglobe Bungalows“ ein Hotel im Innern der Insel ausgesucht. Vor allem im Vergleich zum Baan Taranya aber ist es recht einfach – ihm fehlt etwas an Flair.

Dafür finden wir auf unserer Tour um die Insel einen wunderschönen, versteckten Strand. Der Long Beach im Nordosten der Insel ist nur über eine ca 9 km lange holprige Dschungelpiste zu erreichen. Das letzte Stück davon ist nicht für Mopeds gemacht – aber dennoch irgendwie befahrbar.

Hier am quietschfeinen Strand erwarteten uns gleich 2 einsame Baumschaukeln – klar, dass wir bei der Aussicht natürlich ausgiebig schaukeln mussten! Wer würde das nicht?! Unter Wasser war die Sicht aufgrund der Regenzeit und des kommenden Vollmonds leider sehr eingeschränkt. Da unser Hotel wie gesagt nichts Besonderes ist und wir das Gefühl haben, eigentlich auch alles auf der Insel gesehen zu haben, ziehen wir nach 2 Nächten auf Noi weiter nach Phuket.

PHUKET

Statt allerdings eines der zahlreichen direkten Boote dorthin zu nehmen, gehen wir morgens um 7 Uhr an Bord des täglichen Bootes nach Phang Nga. Auf diese Weise kommen wir noch zu einer zweistündiger Bootsfahrt durch die Phang Nga Bucht mit ihren zahlreichen Karstformationen und Inseln. Dabei fahren wir auch direkt am James Bond Felsen (Schauplatz von 007 – Der Mann mit dem goldenen Colt) und dem schwimmenden Dorf Koh Panyee vorbei. Vom Phang Nga Pier aus nehmen wir für 50 Baht ein Tuktuk zum Busbahnhof, wo wir für gerade einmal 100 Baht pro Person in einen direkten Minivan nach Phuket einsteigen. 2 Stunden später finden wir uns auch schon auf Thailands größter Insel wieder. Genauso lange brauchen wir nochmal mit dem Songthaew aus Phuket Town heraus zum Kata Beach, an dem unser Hotel liegt. Eigentlich ist Phuket nur 40 km lang und an seiner breitesten Stelle 21 km breit – durch die sehr dichte Bebauung und den starken Verkehr verliert sich aber abseits der Strände schnell das Gefühl, auf einer Insel zu sein.

Mit dem Chanalai Romantica Resort haben wir uns hier ein eher gehobenes Hotel gegönnt. Unser Zimmer ist auch wirklich riesengroß, raffiniert beleuchtet und kommt mit Badewanne, riesiger Regendusche und eigenem Balkon. Das Hotelpersonal ist wie überall super freundlich und das Frühstücksbuffet bietet neben einer Eierstation eine große Auswahl – und ist mit seiner Verfügbarkeit bis 10.30 Uhr endlich mal urlaubsgerecht, wie die Nachteule von uns beiden findet.

So pendeln wir zwischen dem großen Hotelpool und dem Kata Beach, der zu Fuß 10 Minuten von unserem Hotel entfernt liegt. Die Strände sind ohne Frage das Schönste auf Phuket und auch der Kata Beach ist da keine Ausnahme, wie er schneeweiss in eine hufeisenförmige Bucht eingebettet da liegt. Gleichzeitig ist hier natürlich einiges mehr los als auf Koh Yao: Phuket ist – neben den deutschen – vor allem bei russischen Pauschalurlaubern sehr beliebt. Bars, Restaurants, Shops, Massagestudios und Schönheitssalon reihen sich nahtlos aneinander und die meisten haben zusätzlich zu englischen auch russische Speisekarten ausliegen. Insgesamt ist es hier sehr touristisch und ein typischer Resort-Ort, der so auch überall sonst am Meer stehen könnte.

Wir ziehen daher nach 2 Nächten am Kata Beach um in eine kleine Bungalowanlage am Strand Bang Tao im Norden Phukets. Hier ist allgemein sehr viel weniger los und statt mehrstöckigen Hotelanlagen finden sich hier noch einfache Strandbars, in denen man zum Sonnenuntergang in Ruhe einen Cocktail schlürfen und dabei die Zehen in den Sand bohren kann. Zuvor hatten wir uns überlegt, noch zur Full Moon Party auf die Insel Koh Phangan weiter zu ziehen, uns dann aber entschieden dies einmal außerhalb unserer Flitterwochen nachzuholen.

Stattdessen feiern wir am Abend des 3. Novembers das Lichterfest Loi Krathong. Loi Krathong wird landesweit jedes Jahr am Tag des Vollmonds des 12. Monats gefeiert. Dabei werden kleine Boote aus Bananenblättern mit Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen geschmückt und auf Flüssen oder im Meer zu Wasser gelassen. Das Treiben lassen der Flöße symbolisiert dabei das Loslassen von Groll und allem Ärger und einen reinen Neuanfang für das neue Jahr. Im Norden Thailands und besonders in Chiang Mai werden zu Loi Krathong – dort Yi Peng genannt – Hunderte leuchtender Himmelslaternen steigen gelassen. Auch in Phuket steigen diese vereinzelt in den Himmel auf. Ein wunderschöner Anblick. Zu Ehren von Loi Krathong sind die Straßen Phuket’s mit bunten Bändern feierlich geschmückt, überall ertönt traditionelle Musik und die Hotelangestellten tragen traditionelle thailändische Gewänder. Wir nehmen am festlichen Dinner in unserem Hotel teil und haben das riesige Buffet fast ganz für uns alleine. So kommen wir zum 1. romantischen Candle Light Dinner in unseren Flitterwochen. Nach dem Essen setzen wir unseren eigenen Krathong aus Bananblättern in die Brandung aufs Meer.

Wenn Phuket das Mallorca Asiens ist, ist Patong dessen Ballermann. Vor allem die Banglao Street bietet hier des Nachts alles, was man(n) sich wünscht – oder sich auch lieber nicht wünscht. Einen Abend spazieren wir hier ebenfalls kurz durch, finden zwischen den Angeboten von Ping Pong Shows und Gogo Bars aber nichts, was uns sonderlich reizt.
Da finden wir den Mai Khao Strand direkt hinter dem Internationalen Flughafen von Phuket deutlich spannender – hier fliegen nur wenige Meter über einem die Flugzeuge im Start- oder Landeanflug hinweg.

Daneben wird auf ganz Phuket alles an Entertainment angeboten, was Thailand zu bieten hat: wer möchte, kann morgens Fallschirm springen und Tauchen gehen, nachmittags Elefanten reiten und auf einer Zipline durch den Regenwald sausen oder gleich den ganzen Tag in einem Vergnügungspark verbringen und abends eine von unzählige Unterhaltungs-Show besuchen. Uns genügt es vollkommen, an verschiedenen Stränden zu schnorcheln und auf Tour mit dem Roller Strände, Aussichtspunkte und neue Thai Gerichte zu entdecken. Aber jedem das Seine 😉

Mit noch ein bisschen Markt-Shopping, Rollertouren, Zeit am Strand, einem Besuch in der Altstadt Phukets und beim Großen Buddha sowie der Besichtigung des einen oder anderen Tempels gehen die 5 Tage, die wir insgesamt auf Phuket verbringen, auch so schnell vorbei.

Insgesamt müssen wir sagen, dass es uns rein nach Phuket eher nicht mehr ziehen wird. Phuket ist uns für unseren Geschmack – zumindest im Süden – zu kommerziell. Aber als Ausgangspunkt zu Thailand Inselwelt in der Andamanensee eignet sich Phuket hervorragend. Und dann ist es auch schon soweit. Ein letztes üppiges Essen mit Thai Curry, Papaya Salat und Thom Yum und schon hebt unser Flieger ab und bringt uns an unsere nächste Destination…

Banda Aceh – Freud und Leid einer traurigen Berühmtheit

Banda Aceh – Freud und Leid einer traurigen Berühmtheit

Nach dem pulsierenden Bangkok kommt uns Banda Aceh bei unserer Ankunft fast schon verschlafen vor. Es ist auch schon nach Mitternacht und damit tatsächlich Schlafenszeit. Trotzdem laufen wir noch eine ganze Weile durch die Straßen, um eine Bleibe zu finden. Spontan begeistert uns keines der heruntergekommenen, aber teuren Hotelzimmer. Aus Mangel an Alternativen entscheiden wir uns dann doch für das schmuddlige Zimmer ohne Fenster und mit dem komischen Geruch. Für eine Nacht wird es schon gehen. Und genau für solche Nächte haben wir ja unsere Schlafsack-Inlets. Trotz der späten Stunde sitzen draußen an den Straßenständen noch Männer beim Tee zusammen. Genau, beim Tee – Alkohol ist hier verboten! Vielleicht mit ein Grund, warum es hier so viel ruhiger zugeht als auf Bangkok´s wilder Kao Sanh Road 😉 Denn hier in der Provinz Banda Aceh gilt das Sharia Gesetz, eine besonders strenge Auslegung des Korans.

Bis vor wenigen Jahren herrschte hier noch Bürgerkrieg, strenggläubige Rebellen forderten größere Autonomie von der indonesischen Regierung in Jakarta. Seit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens in 2005 kann aber auch der Norden Sumatra´s gefahrlos bereist werden. Dennoch ist der muslimische Glaube hier gesellschaftlich und kulturell stark verankert – anders als in touristischen Hochburgen wie z.B: auf Bali. So sehen wir nicht eine weibliche Person ohne Kopftuch. Das sollte sich weiter im Inselinnern wieder ändern.

Banda Aceh selbst hat es bei dem verheerenden Tsunami am 2. Weihnachtsfeiertag 2004 zu traurigen Schlagzeilen gebracht. Nur wenige Kilometer vor der Küste lag das Epizentrum des mit 9,3 auf der Richterskala gemessenen stärksten Erdbebens seit 40 Jahren, das die gewaltigen Flutwellen auslöste, die selbst an der Küste Kenias auf dem afrikanischen Kontinent noch bis zu 3 Meter hoch waren. Über Banda Aceh selbst schlugen bis zu 34 Meter hohe Flutwellen an Land und rissen kilometerweit ins Landesinnere hinein Bäume, Häuser, Autos und Menschen mit sich.

Die Folgen in Banda Aceh waren katastrophal. Was nicht bereits durch das Erdbeben eingestürzt war, wurde durch die nur eine halbe Stunde später ankommende Flutwellen zerstört. Die Stadt wurde fast komplett dem Erdboden gleichgemacht. Einzig die Große Baiturrahman Moschee blieb unbeschädigt, was viele der Acahnesen für eine direkte Intervention Allahs halten.

Unser Becak-Fahrer (so heißen hier die Rikschas) erzählt uns, dass er erst kurz vor der Katastrophe mit seiner ganzen Großfamilie nach Banda Aceh zog, um in der Stadt Arbeit zu finden. Er hat bei der Katastrophe alle Familienmitglieder verloren. Zum trauern geht er an eines der 4 Massengräber außerhalb der Stadt. Ob die sterblichen Überreste seiner Angehörigen wirklich dort begraben liegen, weiß er nicht. Viele Opfer der Fluten konnten nicht identifiziert werden. Allein in Banda Aceh selbst kamen 61.000 Menschen bei der Naturkatastrophe ums Leben.

Fährt man heute durch die Stadt, ist von der Zerstörung so gut wie nichts mehr zu sehen. Durch großen Tatendrang und Hilfe von internationalen Organisationen und Spendengelder wurde die Stadt komplett neu aufgebaut. Wären nicht die Schiffe, die kilometerweit ins Landesinnere gespült wurden und heute mitten zwischen Häusern stehen.

Wir besichtigen eine riesige, tonnenschwere Strom-Erzeugeplattform, die durch die Fluten 4 km ins Landesinnere gespült wurde. Hier wird uns in aller Deutlichkeit bewusst, was für eine unvorstellbare Kraft die Wassermassen gehabt haben müssen.

Einige Straßen weiter liegen 2 Schiffe zwischen den Häusern. Auf einem davon konnten sich 15 Menschen vor den Wassermassen retten, erzählt uns die Nachbarin. Tags darauf sahen sie, dass sich auch ein großer Kormoran im Innern des Schiffsrumpf vor der Flut in Sicherheit brachte.

Die Acehnesen sind freundlich und aufgeschlossen. Hatten wir erwartet, dass vor allem die Frauen eher zurückhaltend auf uns Touristen reagieren, werden wir bald eines Besseren gelehrt. Fast jeder möchte ein Erinnerungsfoto mit uns schießen. Dabei kichern meist alle so aufgeregt und nervös, dass wir oft tatsächlich herzlich lachen auf den Bildern. Zumindest auf den ersten 50 😉 Manchmal wird uns der Rummel aber auch fast etwas zuviel.

Natürlich besichtigen wir auch das monumentale Tsunami-Museum. Der Besuch beginnt mit einem dunklen, nassen Gang zwischen zwei 36 Meter hohen Steinwänden – so hoch war die Mauer aus Wasser, die auf die Menschen zukam. Es ist bedrückend und eindrücklich. Neben Gedenkstätte für die Opfer des Tsunamis hat das Museum auch viele Displays, die die Aufräumarbeiten und den Wiederaufbau der Stadt zeigen. Toll gemacht sind auch die vielen anschaulichen Informationen darüber, wie Seebeben und Tsunamis entstehen.

Während die Rufe des Mohazeddin zum Gebet laut über die Stadt schallen, machen wir uns auf zum Fährhafen, um die Fähre nach Pulau Weh zu erreichen.

Mit dem Zug von Bangkok nach Malaysia – 3 Länder in 2 Tagen

Mit dem Zug von Bangkok nach Malaysia – 3 Länder in 2 Tagen

Wir wollen weiter in den Süden, wo Biene ihren Open Water Diver (OWD) Tauchkurs machen will und nach viel Recherche entscheiden wir uns für Pulau Weh, eine kleine indonesische Insel oberhalb Sumatras. Andere Optionen waren u.a. die thailändische Insel Koh Tao in der Andamensee und die Bunaken Islands vor Sulawesi. Gegen Koh Tao sprach die Regensaison, die die Sicht unter Wasser erheblich einschränken kann und die Tatsache, dass es eben „die Tauchinsel“ Thailands ist. Böse Zungen behaupten, dass man dadurch beim Tauchen inzwischen mehr andere Taucher als Fische oder Korallen sieht 😉

So steht Indonesien als nächste Destination fest und wir planen unsere Anreise. Nachdem wir uns schweren Herzens von unserer Katze getrennt haben, sind wir wieder auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Dabei fällt uns gleich als erstes auf, dass in Bangkok heute viel weniger Tuk Tuks fahren als noch bei unserem Besuch vor 6 Jahren.
Unsere nächste Entdeckung ist, dass es tatsächlich direkte Zugverbindungen von Bangkok aus bis nach Malaysia und sogar weiter bis nach Singapur gibt!

In 21 Stunden bringt uns dieser Zug für gerademal 27 € dann auch über Nacht von Bangkok nach Butterworth in Malaysia. Dieser Nachtzug ist um einiges komfortabler, als wir es von den Zugreisen in China gewohnt sind. An beiden Seiten sind in Fahrtrichtung 2 breite Betten übereinander angebracht und jedes Bett hat einen Vorhang, durch den man seine eigene kleine Schlafkabine und ein bisschen Privatsphäre hat. Von Butterworth aus geht es mit der Fähre auf die Halbinsel Penang. Von dort setzen wir nach Medan über, die Hauptstadt Sumatra´s. Eigentlich hätte wir diese Passage gerne mit dem Schiff zurückgelegt. Aber durch die zunehmende Konkurrenz der Billigfluggesellschaften wurde die Fährverbindung zwischen Penang und Medan vor 3 Jahren eingestellt. Es war einfach nicht mehr rentabel. Von Medan aus fliegen wir direkt weiter in den Norden der Insel nach Banda Aceh. Da uns der einstündige Flug gleich viel kostete wie alternativ die 12-stündige Busfahrt bei Nacht über holprige Bergpässe, sahen wir hier keinen Grund nicht zu fliegen. Bus sollten wir auf Sumatra noch genug fahren… 🙂

Ausgesetzt in Bangkok – Unsere Katze erzählt Part 6

Ausgesetzt in Bangkok – Unsere Katze erzählt Part 6

Unsere Katze erzählt

Ruck zuck waren wir über der Grenze und schon bald darauf fahren wir entlang des schmalsten Zipfel Thailands. Gerade mal straßenbreit ist das Land hier. An die eine Seite grenzt das Meer und auf der anderen Straßenseite zieht sich Kambodscha noch über viele Kilometer weiter in den Nordwesten.

Von der menschenleeren Straße zweigen immer wieder kleine Wege zum Wasser hinunter ab. Auf den kleinen Schildern daneben stehen die Aufschriften …“Beach“…“Bay“…“Beach“. Ha, das gefällt den beiden. An einem der „Beach“-Schilder biegen sie ab und finden einen wunderschönen, einsamen weissen Sandstrand. Als dann auch noch kurz darauf die Sonne glutrot im Meer versinkt, bin ich richtig stolz auf mein Heimatland. Das ist ein Empfang, so gehört sich das! 😀

Bevor es richtig dunkel wird, düsen wir noch weiter bis in die Stadt Trat, wo die 2 in einem einfachen Bungalow und ich auf dem Parkplatz davor übernachte. Und natürlich – als erstes gehen die 2 Thai-Curry und Papaya-Salat essen. Wie könnte es auch anders sein. Als ich da so auf dem Parkplatz vor dem Bungalow vor mich hindöse und mit einem Lenker noch den beiden beim Pläne schmieden zuhöre, dachte ich, ich hör´nicht recht!

Klar, am nächsten Tag sollte es nach Bangkok gehen, soweit war ich eingeweiht. Aber dann – die beiden wollen mich loswerden?! Mich einfach so weiter verkaufen an irgendeinen Backpacker, der ihnen am besten noch mehr zahlt als das, was sie für mich hingeblättert haben? Nachdem ich sie über 4.000 Kilometer weit durch Laos, Kambodscha und Thailand kutschiert hab´? Also ne, Leute, so geht das nicht!!

Das wollen wir erst mal sehen. Als wir tags darauf in voller Fahrt über den Highway bei Phuket düsen, zeig´ich ihnen was ich von ihrer Schnapsidee halte. Die Diagnose: Gebrochene Speichen im Hinterrad. Uli fährt mich vorsichtig im Schritttempo 5 km zur letzten Werkstatt zurück, während Biene zu Fuß hinterher läuft. So ist das nämlich ohne mich. Da läuft hier gar nix -> bzw. jeder 😀 Von Hand schrauben die beiden in der Werkstatt von einem alten Rad Speichen ab und fummeln sie in mein Hinterrad. Die sollen ruhig schwitzen, pah. Aber alles streiken hilft nix – sobald die Speichen wieder dran sind, geht es zurück auf den Highway. Die Stunde Werkstattmiete und die neuen alten Speichen haben sie zusammen auch gerade mal 2,50 € gekostet.

Durch die Verspätung kommen wir punktgenau zur Rush Hour in Bangkok an. Wir müssen ungefähr einmal quer durch die Millionenstadt durch. Also Nasen zuhalten und auf in das Getümmel. Auf den verstopften Straßen schlängeln wir uns zwischen Tuk Tuks, Taxis, rasenden Bussen und riesigen Trucks durch und mehr als einmal wird es den beiden dabei etwas mulmig zumute. Ich hab´ Mitleid und benehm´ mich anständig. So kommen wir irgendwann tatsächlich in der Nähe der Khao San Road an, wo die beiden eine Unterkunft suchen wollen. Ganz versteckt in einer kleinen Seitengasse werden sie schließlich auch fündig. Gemütliche Zimmer, ruhige Lage (sogar mit kleinem Vorgarten), aber trotzdem nur 5 min zu Fuß von der Kao Sanh Road entfernt. Und in keinem Reiseführer oder online zu finden, stimmt hier auch der Preis. Wir checken ein und ich werde sicher im Innenhof abgestellt. Die beiden treffen sich zum Abendessen mit Steffi & Tobi, die aus dem gleichen bzw. dem Nachbarort von Biene stammen und ebenfalls auf Weltreise sind. So klein ist die Welt 😀

Nach einem lustigen Abend machen die beiden am nächsten Morgen Ernst: Flyer werden erstellt, auf denen ICH zum Verkauf angeboten werde:

Katze for sale

Es scheint den beiden wohl Ernst damit zu sein, dass sie weiter in den Süden auf irgendwelche Inseln wollen. Pah! Und ich dachte, das wäre eine Langzeitbeziehung! Während Biene Flyer aufhängt, bringt Uli mich auf Hochglanz. Und dann heißt es warten. Die ersten 2 Tage meldet sich (vollkommen unverständlicherweise, schließlich bin ich erste Sahne) niemand und die beiden überlegen schon, ob sie mich vielleicht nicht doch behalten und mit mir weiter in den Süden Thailands und über Land nach Malaysia fahren wollen. Nur dass die Grenzregion politisch etwas unruhig ist, schreckt sie noch etwas ab.

Aber die Wartezeit überbrücken die beiden ganz gut. Biene geht auf ausgiebige Sightseeing-Tour und schaut sich neben dem reich geschmückten Königspalast auch den Wat Pho an. Dieser schöne Tempelkomplex birgt einen 20 m langen liegenden Buddha ganz aus Gold. War wohl recht beeindruckend.

Zusammen fahren die 2 auch noch mit dem Flusstaxi, von dem viele Backpacker nicht einmal wissen, dass es existiert. Und das, obwohl es noch günstiger ist als Bus fahren – Sightseeing inklusive. Und natürlich essen die 2 soviel leckere Streetfood, wie nur irgendwie in sie reinpasst. Scharfe Thai-Curry, Pad Thai, Thom Yam, Papaya-Salat – die beiden kriegen einfach nicht genug. Es schmeckt halt auch zu gut! Vor allem an dem einen, ganz besonderen Foodstall an der Ecke… 😉 Tolle Gesellschaft haben sie dabei auch noch, denn neben Steffi & Christo, die sie hier zum 3. Mal treffen und die auf ihren Tipp hin sogar im selben Hostel absteigen, lernen sie Afra & Helge aus Deutschland kennen, die ebenfalls gerade auf großer Reise sind und mit denen sie einige lustige Abende verbringen.

Dann steht in Bangkok auch noch der Kauf einer Action Kamera an. Hier werden sie auf dem chinesischen Nachtmarkt fündig. Dabei zicke ich nochmal ein bisschen rum, so ganz verziehen hab´ich ihnen noch nicht, dass sie mich loswerden wollen. Der Weg zum chinesischen Viertel sieht im Dunkeln auch ganz anders aus als im Hellen und da fällt es Uli gar nicht leicht, sich zu erinnern wo er denn nun nachmittags lang gefahren ist… Da bleib´ich dann einfach mal stehen. Ich streike. Benzin leer. Mitten im chaotischen Bangkok, zur Rush Hour und erstmal keine Tankstelle weit und breit in Sicht. Da hatten sie ganz schön dran zu knabbern… 😀 Und zu schieben 😀

Am 3. Tag dann kommt der Hammer: Die Köchin des kleinen Restaurants, in dem die 2 einen Happen zu Mittag essen wollen, sieht das „zu verkaufen“ Schild, dass auf Thai auf meinem Gepäckträger klebt. Und nachdem sie mich kurz von allen Seiten angeschaut hat, will sie mich auch sofort kaufen. Tja, in mich verliebt man sich leicht auf den 1. Blick!

Es wird kurz verhandelt, die beiden hauen tatsächlich Gewinn raus und ich werd´mal wieder gar nicht gefragt. Am nächsten Tag übergeben sie mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge meiner neuen Besitzerin und fahren für ihre restlichen 4 Tage in Bangkok Tuk Tuk…

Mach's gut, Katze!

Mit den zwei hab ich was mitgemacht, ich kann´s Euch sagen! In 5 Wochen durch 3 Länder, durch den laotischen Dschungel, über die holprigsten Wege die man sich vorstellen kann, auf löchrigen Kähnen und wackeligen Brücken dutzende Male über den Mekong, bei Regen, Staubstürmen und gleißender Hitze gefahren und dabei mehr als 4.000 Kilometer durch Südostasien zurück gelegt. Man o man!

Jetzt genieße ich meinen ruhigen Lebensabend beim Bruder der Köchin zwischen den Reisfeldern von Chiang Mai. Wie langweilig. Ich werde die 2 Abenteurer vermissen. Hoffentlich darf ich bald mal wieder in den Dschungel 😀

Spontan nach Thailand über Nacht – Unsere Katze erzählt Part 4

Spontan nach Thailand über Nacht – Unsere Katze erzählt Part 4

Unsere Katze erzählt

Der laotisch-kambodschanische Grenzübergang ist unter Reisenden einer der berüchtigtsten in Südostasien. Fast jeder Reisende hat schnaubend seine eigene Abzock-Anekdote zu erzählen. In den Hauptrollen meist korrupte Beamten, die für´s Pass stempeln 2 US Dollar extra verlangen und das Visa on arrival nur für 5-10 US$ teurer als den offiziellen Preis genehmigen. Berühmt ist der Grenzübergang außerdem dafür, dass obligatorisch – und natürlich kostenpflichtig – Fieber gemessen werden muss, da man sonst nicht einreisen darf. Da die meiste Abzocke schon in den Mini-Bussen anfängt, wenn schlitzohrige Fahrer die Pässe einsammeln, um entweder für die Rückgabe extra zu verlangen oder eine ordentliche Provision auf die Visumsgebühr draufhauen, sind die beiden mal wieder ordentlich froh, auf meinem Rücken individuell hier anzukommen.

Die laotischen Grenzbeamten sind aber ganz nett. Bevor sie Biene und Uli den Ausreisestempel in die Pässe drücken und mein Visum abstempeln, sollen die zwei doch erst mal checken, ob uns Kambodscha überhaupt reinlässt. Das sei nicht immer der Fall. Hm, bisher hat´s ja noch jedes Mal geklappt. Also fahren wir die gleiche Taktik wie immer, Biene läuft optimistisch lächelnd mit den Papieren durch´s Niemandsland zu den Beamten der anderen Seite, während Uli auf mich aufpasst. Hier sollen nämlich ganz gern schonmal hübsche Mopeds wie ich wegkommen – oder für einen Spottpreis von Reisenden verkauft werden, die es nicht schaffen damit über die Grenze zu kommen. Aber he, nicht mit mir. Mich geben die beiden nicht so einfach her, da bin ich mir sicher. Ohne mich sind sie ja auch aufgeschmissen. Bus fahren, davon haben sie immer noch die Nase voll. Und was sie bisher gehört haben, stehen die Schlaglochpisten in Kambodscha den laotischen in nichts nach!

Als Biene allerdings wieder kommt, sieht sie nicht ganz so freudestrahlend aus. Wo die Genehmigung des Königs wär´, um das Moped ins Land einzuführen, will der kambodschanische Grenzbeamte wissen. Bitte was?! Genehmigung vom König? Was soll denn der Käse? Doch doch, ohne schriftliche Genehmigung des Königs dürfe kein motorisiertes Zweirad nach Kambodscha eingeführt werden! Also, die zwei haben ja im Vorfeld einiges recherchiert, aber davon, dass eine Erlaubnis des – nur symbolisch eingesetzten – Königs nötig ist, haben sie nirgends gelesen. Was ist denn das für eine Masche? Na gut, wo bekommen wir denn die Genehmigung her? Die müsse man in Phnom Penh beantragen. Persönlich. Phnom Penh läge auch nur 6 Stunden von der Grenze entfernt, sagt der Beamte. Und wie, bitteschön, sollen wir da hinkommen, wenn wir ohne nicht mit dem Moped einreisen dürfen? Tja, wir sollen das Moped eben hier stehen lassen, mit dem Minibus hinfahren, die Erlaubnis beantragen und am nächsten Tag wieder mit einem Bus zurückfahren. Ja ne, is´klar. Wir reisen mit dem Bus durch das halbe Land und wieder zurück und lassen das Moped solange hier stehen.

Das kann ja wohl nicht deren Ernst sein? War es aber doch. Biene denkt sich natürlich, dass das die Einleitung für eine Schmiergeld-Forderung ist. Als aber auf die eindrückliche Frage, ob es denn nicht noch eine andere Möglichkeit gäbe, klipp und klar mit nein geantwortet wird, ist sie etwas ratlos! Wie jetzt, meint er die Geschichte etwa wirklich Ernst? Auch der Bluff, dass befreundete Reisende erst vor einem Monat hier ohne Genehmigung des Königs über die Grenze gefahren seien, funktioniert nicht. Der hinzugerufene höhere Beamte weist die Behauptung bestimmt zurück. Es wird klar, ohne so einen Wisch lassen die uns hier tatsächlich nicht rein. Tja, jetzt ist guter Rat erstmal teuer. Gut, dass wir zumindest noch nicht aus Laos ausgereist sind – sonst wären für 60 US$ neue Visa fällig. Die zwei studieren die Karte und schmieden schnell einen Ersatzplan.

Der Kompass wird neu ausgerichtet: Thailand heißt das neue Ziel. Ca. 100 km nordwestlich von der Grenze befindet sich ganz im Westen von Laos einer von nur 2 Landübergängen zwischen Laos und Thailand. Hier sollten wir problemlos rüber dürfen. Dann wollen sie ihr Glück an einem der oberen thai-kambodschanischen Grenzübergänge probieren. Und wenn das auch nicht klappt? Dann wird Kambodscha eben gestrichen. Mir ist gerade die Lust darauf sowieso schon etwas vergangen. Pff, es gibt ja auch in Thailand noch jede Menge zu sehen, wenn die mich nicht einreisen lassen wollen. Mit einem letzten fauchen drehen wir um und heizen mit dem letzten Liter Benzin den ganzen Highway 13 wieder hoch bis nach Paxe. Hier queren wir mal wieder den Mekong und im gestreckten Galopp geht´s weiter nach Westen. Den Grenzübergang passieren wir ohne Probleme und weiter geht´s. Im ersten recht netten Ort in Thailand, von dem sich leider keiner den Namen gemerkt hat, suchen wir was zum übernachten. Und wirklich, wir suchen. Die beiden sollten unbedingt mal ihr Thai verbessern, wenn sie hier so oft aufkreuzen. Das würde die Sache in den untouristischen Gegenden um einiges vereinfachen. Wobei, dann wäre die lustigste Episode des Tages wohl nicht zustande gekommen.

Denn das war so:
Ein Touri-Ort ist das Dorf nicht. Mit viel fragen-durch-Gestik finden wir ein Hotel, das aber mordsteuer ist. Nene, nicht unsere Preisklasse. Also wird weiter gesucht. Da entdeckt Uli am Straßenrand ein Plakat mit Resort und irgendwas auf Thai und Pfeil, also da lang. Die Bungalows auf dem Plakat sehen nett aus, ist also wahrscheinlich auch zu teuer. Probiert wird´s trotzdem. Etwas versteckt im Wald finden wir es schließlich. Das junge Mädel an der Rezeption ist ratlos: wie soll sie sagen, was ein Bungalow kostet, wenn die beiden sie nicht verstehen? Hilfe naht in Form des allgegenwärtigen Smartphones: Der Google Übersetzer muss her. Der sagt „700 Baht per night“ (ca. 17,50 €). Zu teuer, na klar. Schnell wird eingetippt, ob es auch günstiger geht. Worauf als Übersetzung der Antwort kommt „during this time, 300 Baht“. 7,50 €. Na, das ist doch nicht schlecht. Wahrscheinlich ist gerade Nebensaison und während dieser sind die Bungalows günstiger. Ganz klar, nehmen wir. Schnell wird das Gepäck abgeladen und in den Bungalow eingezogen, der wirklich schick ist, wie alle einen eigenen Carport daneben und innen viele Spiegel hat. Nett. Auch wenn das Bett bockelhart und die Deko etwas ungewöhnlich ist… Dann fährt Uli davon, um eine Werkstatt zu suchen. Da schaut das Mädel von der Rezeption dann ziemlich ratlos.
Nach einer halben Stunde kommt sie dann rüber zu Biene, die vor dem Bungalow sitzt und schreibt. Mit viel Smartphone-Übersetzung, Gestik und Interpretation wird schließlich klar, das die 300 Baht der Bungalow-Preis für 3 Stunden ist. Wir sind in einem Stundenhotel gelandet! 😀 😀 😀

Biene verhandelt nach und nach einem Telefonat mit dem Boss dürfen wir für 10 € schließlich die ganze Nacht bleiben. Am nächsten Morgen geht es weiter Richtung Süden. Nach einigem suchen und verfahren finden wir dann auch einen für Ausländer geöffneten Grenzübergang nach Kambodscha. Nachdem es auf thailändischer Seite etwas dauert, weil zwar alle sehr hilfsbereit sind aber keiner so recht weiß wie das funktioniert wenn plötzlich 2 Ausländer an der Grenze stehen und mit dem eigenen Motorrad ausreisen wollen, ist alles geregelt. Alle sind sehr freundlich, ich werde in den Schatten gestellt und Biene & Uli bekommen Wasser angeboten, solange der Papierkram erledigt wird. Ich darf mein Heimatland wieder für 30 Tage verlassen und wie gewollt an einer anderen Grenze ganz im Süden Kambodschas wieder zurückkommen. Dann wird es spannend: wir fahren auf die kambodschanische Seite.

Hier dürfen wir problemlos einreisen.

Von einer notwendigen Genehmigung durch den König ist keine Rede. Die Visa kosten jeweils genau 35 US$, was dem tatsächlichen Preis entspricht (seit 1. Oktober 2014). Die beiden Pässe noch in der Hand, weist der Grenzbeamte darauf hin, dass ich eigentlich ein internationales Nummernschild benötige. Jetzt kommt´s, denke ich mir. Das ist die Einleitung für eine Schmiergeldforderung. Biene & Uli tauschen einen schnellen Blick, sie denken dasselbe.

Beim nächsten Mal sollen die beiden das anbringen, sagt der Beamte, während er ihnen die Pässe wieder entgegen streckt.

Das war´s, wir sind drin. Ohne einen Cent an Schmiergeld zu bezahlen reisen wir nach Kambodscha ein.

Geht doch.

Mit dem Moped durch Südostasien – Unsere Katze erzählt Part 1

Mit dem Moped durch Südostasien – Unsere Katze erzählt Part 1

Erinnert ihr Euch noch? Von der laotischen Hauptstadt Vientiane sind wir Mitte Oktober über den Mekong zurück nach Thailand gefahren, um dort ein Moped zu suchen. Soweit der Stand im letzten Südostasien-Bericht aus Vang Vieng.

Zurück in Thailand werden wir noch am selben Tag in der Grenzstadt Nong Khai fündig. Nach einem Nachmittag Abfahren unzähliger Motorrad-Shops entdecken wir im Hinterhof einer Werkstatt einige Second Hand Maschinen zum Verkauf. Nachdem wir uns die verschiedenen Modelle von „sehr basic“ ‚a la erstes-Moped-mit-16 über „beliebt“ à la kultige-Honda-Win bis „luxuriös“ ‚a la asiatische-Familienkutsche-für 5-Personen angesehen haben, entschließen wir uns am nächsten Morgen direkt zum Kauf – aber wie das alles so war und was dann passiert, kann unsere Katze eigentlich viel besser erzählen!

UNSERE KATZE ERZÄHLT:

„Miau, Katze mein Name. Nicht Katze wie Stubenmieze, sondern Katze wie Wildtiger. Ich bin nämlich ein reinrassiges Moped der Marke Kawasaki, Modell 112 cc „Kaze“ mit semi-automatischem Kraftstrang auf der Hinterhand. Und mit Charakter. Nachdem das geklärt ist, will ich Euch mal verklickern, wie das so war, damals im Oktober 2014 im tiefen Isaan in Thailand. Alsooooo….

Ich dachte mir, ich spinne. Da steh ich hier nun schon fast 2 Jahre dösend im Halbdunkeln des Hinterhofs dieses Shops, in den mich mein Alter verkauft hat, als plötzlich dieses deutsche Backpacker-Pärchen mit den verwuschelten Haaren hier aufkreuzt und jede Menge Tumult reinbringt. Die versteht ja auch keiner. Nicht ein Wörtchen Thai sprechen die. Es ist ja nicht so, dass das hier Bangkok ist, wo jeder ein paar Brocken Englisch spricht. Das ist die tiefste, untouristischste Provinz Thailands hier, man.

Und die beiden wussten überhaupt nicht, was sie wollen. Nur günstig, das soll es sein. Und möglichst fahrbereit. Den Dicken neben mir, auf den die zwei mit ihren mitteleuropäischen Wohlstandshintern locker beide draufpassen, der sich aber auch nicht unter Wert verkauft, schauen sie sich lange an. Fahren ihn Probe. Genauso wie den Zwerg auf meiner anderen Seite, der für ´nen Appl und ´n Ei schonmal den Besitzer wechseln würde. Und der große, ich nenne ihn Uli den Lenker, schaut sich beide ganz genau von unten bis oben an. Sieht so aus, als ob der was davon versteht. Jedenfalls stellt er meinen Zwillingskumpel gleich wieder weg, als er merkt, dass er hinten plattfüßig ist. Als seine Freundin, ich nenne sie Biene die Sozius, auch noch mosert dass sie ihre Füße bei meinem Zwilling und mir nicht ausstrecken kann, ist der Fall für mich erledigt. Ich lass die beiden noch stundenlang weiter überlegen und hör gar nicht mehr hin, bis der Laden dicht macht.

Umso überraschter bin ich, als die beiden am nächsten Morgen wieder auf der Matte stehen. Und verkünden, sie hätten nochmal eine Nacht darüber geschlafen und wollen mich jetzt mitnehmen. Bitte was?! Klar, ich bin preis-leistungsmäßig große Klasse, aber hallo? Ich hab hier wohl gar nichts zu melden. Bei der Probefahrt zick´ ich also erstmal etwas rum, aber es hilft alles nichts. Uli der Lenker meint, dass er das schon alles hinbiegen kann. Na, das wollen wir ja mal sehen. Mit Händen und Füßen wird noch ein bisschen gehandelt, die beiden schlagen nagelneue Spiegel und einen Einkaufskorb für mich und einen farblich zu mir passenden Helm für sich raus und dann scheint mein Schicksal besiegelt. Noch während meine Haushälterin die Papiere umtragen lässt, werkelt Uli der Lenker schon an mir rum. Er prüft mich auf Herz und Nieren, verordnet mir als übervorsichtiger Deutscher eine Vorsorgeuntersuchung, zieht meine lockeren Schrauben nach und verpasst mir zu guter Letzt sogar noch einen Gepäckträger. Sieht gar nicht so schlecht aus. Auch die überlangen Fußpedale, die ich krieg, damit Biene ihre Hax´n bequem ausstrecken kann, machen was her.

Ich glaube fast, mit den beiden kann ich noch ´ne Menge Spaß haben. Als sie später allerdings mit ihrem gesamten Krempel ankommen, glaub´ ich eher, dass sie doch ´ne kleine Meise haben. Ich bin schließlich kein Lastesel. Wie soll ich die beiden, deren zwei 20 kg-Rucksäcke, ihren 5 kg Tagesrucksack samt Kleinkram bitteschön vom Fleck kriegen? Aber ich wäre schließlich keine Kawasaki, wenn ich das nicht mit links schultern würde. Ein großer Rucksack zwischen den Beinen von Uli dem Lenker, der andere auf dem Gepäckträger hinten, das Ersatzrad drunter (ich sag´s ja – übervorsichtige Deutsche) und den Tagesrucksack obendrauf – so hat Biene die Sozius und Fotografin beide Hände frei und sogar eine Rückenlehne zum anlehnen. Der Kleinkram wird im Einkaufskorb vorne verstaut.

Und dann wird´s spannend. Den ganzen Tag jagen mich die zwei über den Highway Richtung Osten, übernachtet wird im kleinen UNESCO Weltkulturerbe Dorf Ban Xai, in dem vor einigen Jahren uralte Werkzeuge von irgendwelchen Urmenschen gefunden wurden. Naja, Menschkram halt.
Dann geht´s weiter Richtung Osten. Mir schwant Böses – und ich sollte Recht behalten: Wir rasen geradewegs auf eine der 5 Freundschaftsbrücken der thai-laotischen Grenze zu. Ich hab´mich echt gefragt, ob die beiden wissen, was sie da tun. Denn die Brücken sind für Zweiräder tabu. Wie sich herausstellt, wissen die 2 das schon – und schicken mich auf gut Glück trotzdem mal auf die Brücke. Ich sag´s Euch – diese beiden! Ich stell mich also in bester Manier vor den thailändischen Grenzbeamten. Uli hält sich dezent im Hintergrund, während Biene als meine Besitzerin ihr Glück versucht und ganz überraschend erfährt, dass Zweiräder gar nicht auf die Brücke dürfen? Ach was?! Also fragt sie mal ganz nett den Beamten, ob es nicht vielleicht doch eine Möglichkeit gäbe, ausnahmsweise…?! Und es klappt. Der Grenzbeamte willigt schließlich ein, uns über die Brücke zu lassen. An ihnen läge es ja nicht. Und sollten wir auf laotischer Seite nicht einreisen dürfen, dürfen wir auch wieder über die Brücke zurückkommen. Aber soweit kommt´s noch. Ich bekomme mein 30-Tage-Visum, beim Zoll hat auch alles seine Ordnung und dann lässt uns der Grenzbeamte durch die einzige Fahrbahnspur fahren, die nicht kamera überwacht ist 😀 Die Auch die Einreise auf der anderen Seite des Mekongs ist auch überraschend einfach: wenn wir jetzt schon mal da sind, können wir ja auch reinkommen. Ohne einen einzigen Cent Schmiergeld. Das hätten die 2 nicht gedacht.

Vielleicht bin ich damit das erste Motorrad, dass über diese Freundschaftsbrücke gefahren wurde 😀 Jedenfalls bin ich das erste Mal im Ausland und die zwei stecken mich mit ihrer Freude richtig an. Laos! Mensch, wer hätte das vor 2 Tagen schon gedacht, dass ich als wasserscheue Katze mal noch den Sprung über den Mekong schaffe und Thailand von außen sehe.

Vor Aufregung hab´ ich doch glatt eine dicke Wimper im Auge und kann mein vorderes Licht nicht mehr richtig kontrollieren. In vollkommener Dunkelheit geht es so in die 10 km entfernte Stadt Takhek. Da wird es den zwei oben drauf doch auch mal ein bisschen mulmig. Ohne Licht im Dunkeln von riesigen Lastern überholt zu werden macht denen wohl keinen Spaß. Die Fahrt auf der holprigen Buckelpiste – immerhin die Hauptverkehrsstraße des Landes von Nord nach Süd – sollte schon ein Vorgeschmack auf die Rumpelpisten der nächsten Wochen sein. Hätte ich gewusst, auf welche Straßen mich die zwei in diesem Land noch schicken würden, hätt´ ich ´mich vielleicht nicht so gefreut. Aber so bin ich noch gespannt auf die erste richtige Fahrt mit den beiden. Die Häuseransammlung Takhek ist nicht gerade ein gemütliches Plätzchen und so mach ich den 2 Feuer unter dem Hintern, damit wir am nächsten Morgen auch gleich zur Tour über das laotische Zentralplateau aufbrechen.

Los geht’s das erste Stück über die flache Ebene, zwischen Karstgebirgen durch und vorbei an den ersten Höhlen, in die die zwei eigentlich reinklettern wollten. Tja, wenn ich erstmal renne halte ich so schnell nicht mehr an. Und Schilder lesen müssten die beiden schon selbst. Die Landschaft ist auch so schön genug und ohne unnötigen Unterbrechungen kommen wir so schon gegen Mittag am Stausee an. Hier wurde vor ein paar Jahren ein nicht unumstrittener Stausee angelegt, um ein Wasserkraftwerk in Betrieb zu nehmen. Dafür mussten über 1.000 Anwohner umgesiedelt werden, weil die existierenden Dörfer einfach geflutet wurden. In einem Land, in dem gefahrlos nutzbarer Boden eine Rarität ist, menschenrechtlich sehr schwierig. Rechtzeitig zur Mittagspause des eigentlich zur Besichtigung offenen Werkes sind wir an der Staumauer. Also wird auch aus dem Sightseeing-Programmpunkt nichts und wir düsen weiter. Am Stausee finden wir ein gemütliches Guesthouse und die zwei bestellen sich was zu knabbern. Das Sabaidee Guesthouse mit direktem Blick auf´s Wasser ist so gemütlich, dass die beiden doch glatt ein Mittagsschläfchen dranhängen und beschließen, heute nicht mehr weiterzufahren sondern sich für 5 € in einen der einfachen Holzbungalows mit Hängematte und direktem Seeblick einzumieten. Na, mir soll´s recht sein. Während ich mich in der Mittagshitze räkle, liegen die beiden in der Hängematte und erkunden die Umgebung zu Fuß. Abends sitzen sie mit den einzigen anderen Gästen, einem englischen Pärchen auf Asienreise, am Lagerfeuer und tauschen Reisegeschichten aus. Und einen Sternenhimmel gibt es hier, man o man. Keine störenden Lichter weit und breit lassen tausende Lichter am Firmament funkeln und die ein oder andere Sternschnuppe ist auch dabei. Biene kommt kaum ins Bett vor lauter glotzen.

Am nächsten Morgen geht´s trotzdem schon um 5:00 Uhr zum spektakulären Sonnenaufgang raus. Die 2. Etappe führt laut Loose über schlechte, unasphaltierte Straßen und die nächste Ortschaft ist erst nach 4 Stunden zu erwarten. Dort wollen die zwei vor der Mittagshitze ankommen. Und echt, die Straßen sind mies bzw noch gar nicht vorhanden, da erst noch im Bau. Zum Glück ist Uli der Lenker so ein passabler Fahrer. Ohne Sturz passieren wir so auch das steilste Stück, eine hügelige Sandpiste und schleichen vorbei an staubenden LKWs und eingegrabenen Wassergräben. Die nächste Ortschaft kündigt sich wie üblich mit winkenden Kindern in Schuluniform auf Fahrrädern und großen Staubwolken an. Eine Besonderheit ist der Affe, der angeleint vor einem Haus sitzt. Ein Wachaffe? Hier biegen wir nach Westen ab und düsen 2 weitere Stunden entlang durch ein herrliches Tal mit goldgelben Kornfeldern und grünen Wiesen, das von Karstbergen eingegrenzt ist.

Dann erreichen wir eins der großen touristischen Highlights von Laos: die Konglor Höhle. Für mich heißt das: Pause. Ich stell mich in den Schatten. Die 2 werden im Ruderboot über den Fluss zum Höhleneingang gerudert. Später erzählen sie, dass sie dort ihren Guide getroffen haben und ins nächste Boot gestiegen sind. Die Konglor Höhle wird auf 8 km von einem Fluss durchhöhlt und kann nur vom Boot aus erkundet werden. Sie ist eine der spektakulärsten Höhlen von Laos. Mit dem Motorboot geht es in rasanter Fahrt und in fast vollkommener Dunkelheit in den Höhlenschlund. Schnell ist es stockfinster und der Käpt´n orientiert sich im Zickzack-Kurs nur per Taschenlampe an Felsenmarkern, damit das Boot nicht an den spitzen Felsen schrofft. Zum Glück haben Biene & Uli ihre eigene Taschenlampe dabei, sonst wäre nicht viel zu sehen gewesen von den beeindruckenden Formationen im Felsenlabyrinth. Nach einigen Stromschnellen steigen sie in der Mitte der Höhle aus. Hier geht es zu Fuß über die Sandsteinfelsen an einer Seite der Höhle. Zu sehen gibt es toll geformte Stalagniten und Stalaktiten in verschiedenen Formen. Zu sehen sind sie wirklich, denn dieser Teil der Höhle wird per Lichtschalter mit Strahlern ausgeleuchtet.

Drumrum nehmen wir dem Tag an Wetter alles mit, was Petrus zu bieten hat: ein wunderschöner, wolkenloser Sonnenaufgang, auf einen Schlag wolkenverhangenen Himmel mit Nebel, gleißend heiße Mittagssonne, Windböen, Sommergewitter mit Platzregen, dramatisches Abendlicht. Bevor wir an Übernachtungsstopp ankommen, wird es mal wieder Nacht. Das mit dem Timing haben die zwei noch nicht so raus. Über die stockdunkle Schotterstraße geht es vorbei an unbeleuchteten Kühen, Mopeds und Traktoren zum Glück heil in den nächsten Ort Kong Kham.

Der dritte Tag der Tour kann landschaftlich mit den ersten beiden nicht mithalten. Auf dem Highway Nr. 13 (= wieder die schlechteste Hauptverkehrsstraße eines Landes) geht es nach einem steilen Anstieg mit noch toller Aussicht über das Hochplateau schnurgerade und wenig spektakulär zurück nach Takhek. Skurriles Highlight auf dem Weg: eine an einem Seil 1 Meter über die Straße baumelnde tote Ratte. Schlangenfänger? Oder Verkaufswerbung?
In Takhek holen wir die großen Rucksäcke der beiden im Hostel ab, wo wir sie während der Tour zwischen geparkt haben. Zwar war mein bewachter Parkplatz ganz nett, aber die Zimmer der Travel Lodge waren genau wie Takhek selbst wohl etwas ungemütlich. Deshalb wollen die zwei gleich weiter fahren. An mir soll´s nicht liegen. Aber dass mir nachher keiner jammert, dass das Sitzfleisch schmerzt.

Biene die Navigatorin sucht uns als Alternative zum Highway 13 ein kleines Sträßchen am Mekong entlang raus. Durch kleine Dörfer geht es schön entspannt Richtung Süden. Am nächsten Tag ist es mit der Entspannung vorbei. Dort erwartet mich ein Abenteuer mit den beiden, dass ich mir so nie hätte träumen lassen! Ich hab es ja schon am Anfang vermutet – ein bisschen verrückt sind die zwei auf jeden Fall… Ich sag´nur: Der Dschungel ruft!

Der Norden Thailands – Zuhause von Tigern, Elefanten und Hippies

Der Norden Thailands – Zuhause von Tigern, Elefanten und Hippies

Gerade erst wird unser Ausreisestempel in den Pass gestempelt. Wir gehen ein paar Schritte über die Freundschaftsbrücke. Am nächsten Schalter bekommen wir unseren Einreisestempel und damit ist es auch schon so weit: wir sind in Thailand. Noch ohne konkrete Idee, wo wir als nächstes hinreisen möchten, gönnen wir uns am nahen Busbahnhof erst einmal ein leckeres Thai-Curry. Es sollte das Erste von vielen Weiteren sein 🙂

6 Stunden Busfahrt später erreichen wir gegen Mitternacht Chiang Mai. Wir sind überrascht, wie angenehm die Busfahrt ist. Im Vergleich zu Myanmar sind die Straßen fast futuristisch dreispurig ausgebaut, der Busfahrer trägt Anzug und Krawatte statt Blaumann und wir bekommen Decken und Wasser gestellt. Wir können schlafen, ohne in den Kurven aufzuwachen, weil wir fast aus den Sitzen rutschen. Wir fühlen uns ein bisschen wie in Disneyland. Ein Gefühl, dass uns bei unseren folgenden 3 Etappen in Thailand noch öfters überkommen wird. Denn im Vergleich zu den umliegenden Ländern ist Thailand das mit Abstand am weitesten Entwickelte.
In Chiang Mai angekommen, geraten wir am nächtlich verlassenen Busbahnhof einem geschäftstüchtigen TukTukfahrer in die Hände. Er fährt uns in die Stadt und da wir im Vorfeld verpasst hatten Preise zu checken, schlafen wir die erste Nacht in einem zwar netten, aber etwas überteuerten Hotel (natürlich geht eine Kommission an den Tuktukfahrer). Am nächsten Tag finden wir mit Kikie’s Home ein schönes, gut gelegenes Hostel in der Altstadt und ziehen um. Erstmal wollen wir ein paar Tage ausspannen – und vor allem nicht mehr Bus fahren 🙂

Wir erkunden zu Fuß die Altstadt innerhalb des historischen Stadtmauern mit Wassergraben, schlendern durch die engen Gassen und über den samstäglichen Nachtmarkt und saugen die thailändische Kultur auf – Thai-Curries, frisch gepresste Fruchtshakes und wohltuende Thai-Massagen inklusive. Abends wird aus der gemütlichen Hostel-Dachterrasse der Treffpunkt für alle geselligen Backpacker. Hier treffen wir neben anderen auf Nicky aus England, Ricky aus den USA und Alex aus Frankreich, mit denen wir einige lustige und lange Partynächte verbringen. Nach ein paar Tagen haben wir genug ausgespannt und die Reiselust kribbelt wieder in unseren Füßen.

PAI – das Hippiedorf am Fluss

Wir spielen bereits mit dem Gedanken, uns einen motorisierten Untersatz zu kaufen und damit auf eigene Faust durch Thailand, Laos und Kambodscha zu fahren. Quasi als „Testfahrt“ mieten wir uns für 5 Tage einen 125cc Motorroller. Damit fahren wir ins 80 km entfernte Pai. Das verschlafene Örtchen am Pai Fluss hat sich vor allem als Chill-out Ort unter den Hippies einen Namen gemacht.

Davor machen wir noch einen Abstecher ins „Tiger Kingdom“ einige Kilometer von Chiang Mai entfernt. Hier werden junge Tiger von Menschenhand aufgezogen. Für umgerechnet 10 € Eintritt können Touristen wahlweise zu den Teenager-Tigern (6-12 Monate), zu den fast ausgewachsenen Tigern (1,5 bis 2 Jahre) oder zu den erwachsenen Tigern in das Gehege und mit ihnen knuddeln. Um die ganz Jungen (3-6 Monate) zu besuchen, muss man etwas  mehr bezahlen. Wir entscheiden uns für die halbstarken zweijährigen Raufbolde und mit einem leichten Kribbeln in der Magengegend geht es nach einer kurzen Sicherheitseinweisung zusammen mit den Tierpflegern ins Gehege. Es ist ein aufregendes Gefühl, den gestreiften Raubkatzen mit den handgroßen Tatzen so nah zu sein. Auch wenn die majestätischen Tiger an Menschen gewöhnt sind, bleiben es doch wilde Raubtiere. Und wir würden nicht in ihrer Nähe sein wollen, wenn das Abendessen mal Verspätungen hat 😉

Über regnerische Bergpässe, steile Hänge und vorbei an zahlreichen Militär-Checkpoints fahren wir im Anschluss in 762 Kurven auf der berüchtigten Straße 109 von Chiang Mai bis nach Mae Hong Son an der Grenze zu Myanmar weiter nach Pai. Hier erwartet uns ein entspanntes Dörfchen am Fluss mit günstigen Unterkünften in der Nebensaison, einem wahren Schlemmerparadies als Nachtmarkt und einer Fußgängerzone. Für die erste Nacht nehmen wir uns einen schönen, aber abgelegenen Bungalow am Fluss, bevor wir ins Dorf umziehen. Wir erkunden mit dem Moped die tolle Gegend rund um Pai. Hier finden wir grüne Berghänge, Wasserfälle, Canyons, eine Brücke aus dem 2. Weltkrieg, Teeplantagen und ein chinesisches Dorf.

Biene erlebt bei Mam’s Yoga die schlechteste Yogastunde ganz Thailands und bucht bei Orchid’s den besten Kochkurs mit den leckersten Gerichten ganz Südostasiens (zugegeben, beides sind subjektive Wertungen 😉 ). Da es auch die anderen aus Kikie’s Partycrew in der Zwischenzeit nach Pai verschlagen hat, verbringen wir auch hier eine lange und lustige Bar-Nacht.

Bevor wir Pai wieder verlassen, wartet noch ein tierisches Highlight auf uns: wir gehen mit einem Elefanten schwimmen. Gemächlich reiten wir erst eine halbe Stunde auf dem bloßen Elefantenrücken schunkelnd zum Fluss, wo wir dann baden gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der Elefant taucht sich mit uns fast komplett unter Wasser, spritzt sich und uns mit Wasser ab und versucht uns in spielerischer Freude sogar im Bach abzuwerfen. Ein nasser Spaß!

CHIANG RAI

Nachdem wir den Roller nach Chiang Mai zurückgefahren haben, heißt unser nächstes Ziel Chiang Rai. Diese Stadt im hohen Norden Thailand wird von vielen Reisenden nur als Durchgangsstation angesteuert. In der Tat besitzt Chiang Rai nicht die gemütliche Altstadt Chiang Mais, tagsüber wie abends ist recht wenig los, es hat nur wenige nette Budget-Unterkünfte und ein richtiges Stadtzentrum gibt es nicht. Wir bleiben dennoch 3 Tage hier, besuchen die lokalen Märkte, bereiten unsere Myanmar-Erlebnisse auf und besichtigen das bekannteste Bauwerk der Stadt, den weißen Tempel Wat Rong Khun. Dieser außergewöhnliche Wat wurde erst vor wenigen Jahren von einem Künstler der Stadt geschaffen und sticht mit seinen funkelnden Keramik- und Spiegelplättchen und seiner außergewöhnlichen Optik sofort ins Auge.

Das Goldene Dreieck

Als nächstes fahren wir in eine Gegend, die ab den 50ern bis in die späten 90er Jahre berühmt-berüchtigt war: das Goldene Dreieck. Hier im Dreiländereck von Thailand, Laos und Myanmar wurden mehr als 90% des weltweit konsumierten Opiums angebaut, gehandelt und auf verschlungenen Wegen in alle Welt exportiert. Diese Zeiten sind aber – zumindest offiziell – längst vorüber. Heute wird die Region unter dem Namen Goldenes Dreieck touristisch vermarktet. Was früher das Opium war, soll nun der Tourismus werden. Vor allem auf asiatische Besucher mit Hang zum Glücksspiel wird als neue Haupteinnahmequelle gesetzt. Wir besuchen die „Hall of Opium“, das interessante Museum über die Geschichte des weißen Goldes und schauen an der Flussmündung des Ruak in den Mekong, an der die 3 Länder keine 100 Meter voneinander entfernt liegen, hinüber nach Laos und Myanmar – interessanterweise liegt genau hier die burmesische Region, die bis heute für Ausländer gesperrt ist. Offiziell wegen Unruhen mit Rebellen der Minderheiten in der Grenzregion. In der Hall of Opium erfahren wir, dass Myanmar neben Afghanistan heute mit zu den weltweit größten Opiumproduzenten gehört (dicht gefolgt von Laos, wo das Rauchen des Schlafmohnes vor allem bei den Bergstämmen eine lange Tradition hat).

Unsere letzte Station auf dieser Seite des Mekongs heißt Chiang Khong. Die zweistündige Fahrt von Chiang Saen legen wir im bisher ausgefallensten Gefährt unserer Reise zurück – im Streifenwagen der Touristenpolizei…

Nein, wir hatten nichts verbrochen – und Opium hat dabei auch keine Rolle gespielt! 😀 Allerdings fahren die Chongsaews (die lokalen Nahverkehrs-Sammeltaxis) die Strecke erst ab, wenn sie voll sind. Und von 7 Uhr morgens bis 10 Uhr morgens waren wir die einzigen, die nach Chiang Khong wollten. Als wir dann beschlossen unser Glück per Anhalter zu probieren und gerade die thailändischen Schriftzeichen auf ein Blatt Papier malten, hielt neben uns ein Streifenwagen, der zufällig in die Richtung fuhr.
In Chiang Khong angekommen, ließen wir uns zum Grenzübergang fahren und verließen Thailand auf die gleiche Art, wie wir eingereist waren: über eine Freundschaftsbrücke.

Unser Fazit:

Der Norden Thailands ist landschaftlich schön. Er ist aber nicht (mehr) so wild und ursprünglich, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die schnelle Entwicklung des Landes, das seit 2011 offiziell nicht mehr als Entwicklungsland gilt, ist an den ausgebauten Straßen, den überall auffindbaren 7/11 Drogeriemärkten und durchgehender touristischer Infrastruktur zu erkennen. Uns hat es trotzdem gefallen. Ach ja, und die Thai-Curries schmecken ganz ausgezeichnet 😉

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