Tonga – Facts & Figures

Reisedauer:

Wir haben etwas mehr als einen Monat (35 Tage) auf Tonga verbracht. Möchte man in die Inselgruppe Ha’apai und/oder Vava’u reisen, sollte man mind. 2-3 Wochen Zeit haben, da die Fähre nur einmal wöchentlich fährt und die Fährfahrten mit 12 bzw. 18 Stunden einen ganzen Tag in Anspruch nehmen. Alternativ gibt es auch teure Inlandsflüge. Für einen kürzeren Aufenthalt bietet sich die nur 3 Fährstunden von der Hauptinsel Tongatapu gelegene Insel Eua an. Auf Tongatapu selbst herrscht wenig Südseeflair. Unmittelbar vor Tongatapu liegen mehrere kleine Resort-Inseln, die sich auch für Tagesausflüge von Nuku’alofa aus anbieten.

TIPPS:

  • Bei Einreise erhält man als deutscher Staatsbürger ein kostenfreies Visum für 30 Tage. Eine Verlängerung – und sei es nur um 2 Tage – kostet allerdings knappe 25 €. Bearbeitungszeit ist eine Woche. Es ist wohl schon öfters vorgekommen, dass Pässe dabei verschlampt wurden verschwunden sind – bei uns ging aber alles gut.
  • Bei den Fährfahrten unbedingt mind. 1 Tag Puffer vor dem Rückflug einplanen. Die Fahrpläne ändern sich oftmals kurzfristig….und richten sich generell nach Tonga-time.

Reisekosten:

Insgesamt haben wir in Tonga 1.527 € ausgegeben. Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von 21,81 € pro Person. Wir hatten unser Zelt im Gepäck und haben insgesamt fast eine Woche an verschiedenen Stränden gezeltet – das spart natürlich Unterkunftskosten. Essen & Trinken kann man in den einheimischen Imbissen sehr günstig. Wir haben auch öfters auf den Märkten günstig leckeres Gemüse und frischen Fisch gekauft und selbst den Kochlöffel geschwungen.

Transport:

Außerhalb der Hauptstadt Nuku’alofa und Neiafu’s gibt es keine öffentlichen Transportmittel oder Taxis. Wir haben es oft gemacht wie die Einheimischen – Daumen raus, nett fragen und hinten auf die Pick-ups aufspringen. Tonganer sind sehr hilfsbereit und wir mussten nie lange auf einen Lift warten. Selbst ein Boot hat uns einmal mitgenommen. So kamen wir überall hin, wo wir hinwollten – auch zu abgelegenen Stränden. Zum wandern mit Gepäck ist es definitiv zu heiß. Die einmal wöchentlich zwischen den Inselgruppen Tongatapu-Ha’apai-Vava’u verkehrende Fähre ist eine günstige, wenn auch etwas anstrengende, Möglichkeit die verschiedenen Inseln zu erreichen. Einmal monatlich fährt die Fähre auch die abgelegene Inselgruppe der Niuas an.

Tipp: Wer auf Tonga selbst fahren und sich einen Mietwagen oder Roller mieten möchte, braucht nach den ersten 24 Stunden im Land einen tonganischen Führerschein! Diesen kann man einfach für 60 $ in Nuku’alofa auf der Polizeibehörde kaufen.

Unterkünfte:

Ein Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad im Hostel liegt im Januar 2016 bei 20-25 €. Für unseren Bungalow (einfach,mit eigenem Bad) direkt am Strand auf unserer kleinen Paradiesinsel zahlten wir 21 € die Nacht. Januar ist Hurrican-Season und damit absolute Nebensaison. Während der Hochsaison (Wal-Saison) sind die Preise vor allem auf Vava’u etwas höher. Die Unterkünfte, in denen wir waren, hatten alle eine Küche, die die Gäste nutzen dürfen. In den Hostels in Nuku’alofa und Neiafu gab es kostenloses Wifi – das je nach Wetter funktionierte oder nicht.

3 Highlights:

  • Unser Südsee-Paradies. Eine einsame Insel ganz für uns, ein kilometerlanger Sandstrand und rundum eine türkisblaue Lagune. Müssen wir nicht weiter begründen, oder? 🙂
  • Die Inselgruppe Ha’apai. Trotz ihrer absoluten Südsee-Idylle gibt es auf den meisten dieser Inseln hier noch sehr wenig Tourismus. Die Einheimischen sind total unbeeindruckt vom touristischen Potenzial ihrer Heimat und haben nicht vor, diese zu vermarkten. Wie sagte uns selbst ein Hostel-Besitzer: „Wenn Gäste kommen, ist es mir recht. Wenn keine Gäste kommen, geht es mir auch gut!“ Das ist doch mal eine Ansage!
  • Campen à la Robinson Crusoe an einsamen Traumstränden. Wie hier auf Foa. Oder auf Ofu. Mit frisch gepflückten Kokosnüssen, im Lagerfeuer gekochten Spaghetti und Riesenmuscheln als Teller. Und anders als auf Vanuatu immer kostenlos.

3 Lowlights:

  • Das fertig zubereitete Essen auf Tonga ist eher einseitig und nicht wirklich gesund. Standard-Gericht in den einheimischen Lokalen ist frittiertes Hühnchen oder frittierter Fisch mit Pommes oder Cassava. Außerhalb Nuku’alofas gibt es nur kleine Lebensmittelläden, in denen es außer Konserven nicht viel Auswahl gibt.
  • Zähe Fährfahrten, auf denen wetterbedingt nur flach liegen und Luftlöcher gucken ging. 18 Stunden können sich seeehr in die Länge ziehen. …
  • etwas Drittes fällt uns wirklich nicht ein….sorry!

3 Dinge, die wir gerne vor unserer Reise nach Tonga gewusst hätten:

  • Flüge von Tonga nach Samao sind im Januar 2016 teurer als gedacht.
  • Corned Beef ist kein akzeptabler Hackfleisch-Ersatz für die Bolognese-Sauce und geschmacklich bäh!
  • Selbst auf der Hauptinsel der Ha’apai-Gruppe gibt es keinen Markt, um Obst oder Gemüse zu kaufen. Es gibt nur sehr kleine chinesische Shops. Besser vorher in Tongatapu oder Vava’u mit Obst, Gemüse und frischen Nahrungsmitteln eindecken.

3+1 wahllose Fakten:

  • Das weibliche Schönheitsideal auf Tonga ist das Gegenteil des westlichen Strebens: Frauen gelten als umso schöner, je breiter und runder sie sind. Mit ein Grund, warum ein Großteil der Männer wie Frauen eine Statur besitzen wie aktive Rugby-Spieler. Und die Männer nicht möchten, dass sich ihre Frauen mehr als unbedingt nötig bewegen.
  • Der Großvater unserer Gastgeberin Yvette in Nuku’alofa stammte ursprünglich aus Deutschland – und brachte Tonga das Klopapier.
  • Die typisch westliche Optimierungs-Mentalität ist den Menschen hier fremd. Sie leben – unserem subjektiven Eindruck nach und generalisierend gesprochen – viel mehr in den Tag hinein, hinterfragen weniger und sehen keinen Grund, bewährte Abläufe oder Zustände zu ändern.
  • Tonga hat die mit Abstand leckerste Eiscreme unserer Reise! (Wir werden kurz darauf herausfinden, dass sie aus Neuseeland importert wird. Glück!)

Fazit:

Tonga ist ein Südsee-Paradies für abenteuerlustige Backpacker und Individualreisende. Dass es so abgelegen mitten im Ozean liegt, trägt noch mehr zu dazu bei. Obwohl in dem Land offiziell die Zeit beginnt, hatten wir manchmal das Gefühl, dass die Zeit hier stehen geblieben ist – und sowieso keine große Rolle spielt. Wir konnten uns nur schweren Herzens von dem kleinen Königreich verabschieden. Und wir wollen unbedingt nochmal zur Wal-Saison wiederkommen, um vom Strand aus Buckelwale zu sehen und mit ihnen zu schwimmen!