Vanuatu – Facts & Figures

Reisedauer:

Wir haben 15 Tage auf Vanuatu verbracht. In dieser Zeit waren wir auf 4 Inseln unterwegs. Je nachdem, wieviele Inseln man besuchen möchte, kann man locker mehr Zeit in dem Inselstaat verbringen.

TIPP: Möchtet ihr mehr als eine Insel besuchen, solltet ihr ausreichend Pufferzeit einplanen, um auch bei (den häufigen) kurzfristigen Fahrplanänderungen nicht in Terminstress zu geraten.

Reisekosten:

Insgesamt haben wir in Vanuatu 723 € pro Person ausgegeben. Das entspricht einem Tagesdurchschnitt von 42,25 €. Darin inbegriffen sind 2 Tauchgänge in der SS Coolidge, dem größten zugänglichsten Wrack der Welt. Aber vor allem schagen dieInlandsflüge zu Buche – ohne die 2×3 Flüge wären wir nur bei einem Schnitt von 21 € pro Tag und Kopf.

TIPP: Als Posten im Budget einplanen solltet ihr unbedingt auch Eintrittspreise zu Stränden, Blue Holes, Schnorchelriffen etc. Auf Vanuatu ist alles Land in Privatbesitz und die Grundstückseigentümer verlangen für die Betretung/Nutzung ihres Landes fast immer eine Gebühr. Z.B. schlägt schnorcheln am Million Dollar Point auf Espritu Santo mit 10€ pro Person auf die Reisekasse.

Transport:

Es gibt vergleichweise wenig Infrastruktur. Die Straßen die über die Inseln verlaufen, sind größtenteils staubige Sandpisten. Geteerte Straßen gibt es nur vereinzelt sowie in den Städten Luganville und Port Vila. Langsam wird das Straßennetz ausgebaut – hauptsächlich finanziert aus Entwicklungshilfe der Länder Australien und NeusUli_Outriggerkanueeland. Öffentlichen Nahverkehr gibt es ebenfalls nicht. In den Städten fahren Taxis und ansonsten private Minivans oder Pick-ups, die Fahrgäste am Straßenrand aufsammeln. Das Ausländer sich nicht im Taxi fahren lassen sondern reisen wie die Einheimischen ist hier eher eine Seltenheit. Eine, die die Einheimischen toll finden – und die oft zu interessanten Gesprächen auf den Ladeflächen der Pick-ups führt!

Unterkünfte:

Ein Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad in einfachen Hotels liegt im Dezember 2015 bei 25-30 €. Für einen Zeltplatz bezahlen wir meist 1.000 Vat (umgerechnet knapp 10 €).

Das Preis-Leistungsverhältnis der Unterkünfte ist schlechter als z.B. auf Fidschi. In den Hotels in Port Vila und Luganville gibt es kostenloses Wifi – das auch meist funktionierte.

 3 Highlights:

  • Die Natur. Während das Inselinnere oft von dichtem Dschungel bedeckt ist, gibt es rundum wunderschöne Strände – ganz so, wie man sich das von der Südsee erhofft. Außerdem gibt es türkisblaue, glasklare Blueholes (Süßwasser!). Und beim Schnorcheln jede Menge Unterwasserleben zu bewundern.
  • Auf Tanna Island gibt es den aktivsten Vulkan der Welt, Mount Yasur. Unser Besuch am Yasur war eines der Highlights unserer bisherigen Reise.
  • Wir haben unglaublich herzliche Menschen kennen lernen dürfen. Unsere Begegnungen mit Peter und seiner Familie und mit Catherine & Willi waren ein großartiges Weihnachtsgeschenk.

3 Lowlights:

  • Die Fahrpläne der Fähren und Frachtschiffe zwischen den einzelnen Inseln sind sehr unzuverlässig – und die Fahrten dauern lange. Aus diesem Grund mussten wir mehrere teure Inlandsflüge buchen.
  • Für uns ist es befremdlich, für manche -natürlichen- Dinge Eintritt zu bezahlen (z.B. um einen Strand zu besuchen). Unsere Freunde aus Norwegen hatten mit diesem Konzept noch größere Probleme als wir…
  • Der Dienstleistungsgedanke ist nur wenig ausgeprägt. Angestellte in Shops oder bei der Airline sind – bis auf wenige Ausnahmen- nur sehr wenig interessiert bzw. bemüht, den Kunden zu helfen. Auch das Auftreten der Menschen, die ihr Einkommen mit Touristen verdienen, war uns gegenüber leider oft von einem Dollarzeichen in den Augen geprägt.

Wir wollen an dieser Stelle keinesfalls breit verallgemeinern. Wir schreiben nur über unsere persönlichen Erfahrungen.

3 wahllose Fakten:

  • Es ist unnötig, auf Wanderungen Proviant mitzunehmen – das Essen wächst hier im wörtlichen Sinne an den Bäumen.
  • Durch die Besetzung der US-Amerikaner im 2. Weltkrieg entstand auf Tanna Island ein sog. Cargo-Kult. Massenhaft Versorgungsmaterial wurde aus der Luft abgeworfen. Die indigene Bevölkkerung dachte, die Ausländer verfügten über einen besonderen Kontakt zu den Ahnen, die ihnen als die einzigen Wesen mit der Macht erschienen, solche fremdartigen Reichtümer auszuschütten. Nach dem Kriegsende und dem Abzug der Amerikaner begannen sie, die Ausländer nachzuahmen – in der Hoffnung, die Götter mögen auch ihnen westliche Güter abwerfen. So bauten sie zum Beispiel lebensgroße Flugzeugmodelle aus Stroh, schnitzen Kopfhörer aus Holz und imitieren die Laute aus den Flughafentowern.
  • Die offizielle Amtssprache Vanuatus hat viele englische Begriffe übernommen und etwas abgewandelt. Einige lustige Beispiele:

    Good morning = Gud moning

    Good night = Good naet

    Thank you very much = Tangkiu tumas

    Water = Wota

    Bra (BH) = Basket blong titis

    Saw (Säge) = Pulem I kam, pushem I go, wood I fall down

    Helicopter = Mixmaster blong Jesus Christ

    Piano = black fala box we igat black teeth, hemi gat white teeth you faetem hard I singout

    See you later = Lukim you

    One/ two / three = wan / tu / tri

3 Dinge, die wir gerne davor gewusst hätten:

Gabelstapler.

  • Vanuatu hat große Systemprobleme. Es ist eines der Länder mit der höchsten Korruptionsrate weltweit. Es herrschen Armut und einfachste Lebensbedingungen in weiten Teilen des Landes, Reichtum für einige wenige Privilegierte
  • Kurz vor Weihnachten Fährtickets zu bekommen, ist schier unmöglich. Genauso, wie ein schönes Hotel über Weihnachten zu vernünftigen Preisen auf der Hauptinsel Efate.
  • Flugbuchungen auf der Internetseite von Fiji Airways (Konkurrenz der einheimischen Airline Air Vanuatu) funktionieren in Vanuatu wundersamerweise nicht.

 Fazit:

Auf Vanuatu machten wir sehr widersprüchliche Erfahrungen. Wir trafen wunderbare Menschen, die zu Freunden wurden, waren aber auch oft frustriert von der Gleichgültigkeit Anderer. In der Summe würden wir Vanuatu nicht als typisches Urlaubsland empfehlen. Aber als Reiseland auf alle Fälle. Vanuatu ist unbequem, anstrengend und manchmal frustrierend. Aber spannend! Es ist eines der Länder, in denen man seine Komfortzone verlassen muss, wenn man Land & Leute wirklich kennen lernen möchte. Und das lohnt sich!