Backpacking New Zealand

Die Kür des Reisens ohne Transportkosten- mit einem kostenlosen Mietwagen durch Neuseeland!

Die Kür des Reisens ohne Transportkosten- mit einem kostenlosen Mietwagen durch Neuseeland!

Den Reißverschluss des Zeltes aufziehen. Erster Blick ins Freie – keine Menschenseele zu sehen. Raus in die kalte Morgenluft. Das Gras ist noch feucht unter den Füßen. Die von der Nacht noch etwas steifen Glieder strecken. Zelt zusammen packen. Rucksack aufziehen. Ein schönes Plätzchen für den morgendlichen Kaffee und die nächste öffentliche Toilette für die Morgentoilette suchen.

So beginnen wir in Neuseeland all unsere Tage. Draußen. An diesem Morgen ist unser Frühstückstisch eine Parkbank mit Blick über die unter uns liegende Stadt Dunedin. Am Horizont sehen wir das Meer. Gezeltet haben wir in einer abgelegenen Ecke des Stadtparks hinter Bäumen. Wie schon in Rotorua haben wir auch in Dunedin’s Stadtpark eine ruhige Nacht verbracht. Die einst reichste Stadt Neuseelands, deren Namen vom schottischen Edinburgh abgeleitet ist, liegt noch verschlafen unter uns. Tags zuvor kamen wir erst kurz vor Dunkelheit hier an. Gerade rechtzeitig, um noch einen Blick auf die schöne viktorianische Architektur der Altstadt zu erhaschen. Hinter uns lag ein langer Tag auf der Straße. Zwischendurch warteten wir 1 Stunde an einer Kreuzung mitten im Nirgendwo auf die nächste Mitfahrgelegenheit. Weil in dieser Zeit kein einziges Auto vorbei fuhr. Die Uhr tickt langsam im Süden von Neuseeland’s Südinsel. Wir zählten so lange die Schafe auf der Weide hinter uns. Es war ein guter Tag.

Die Morgensonne wirft ihre wärmenden Strahlen zu uns, während wir Morgensport machen und auf unserem Campingkocher Kaffeewasser kochen. Trinkwasser finden wir im Clubhaus des nahen Golfplatzes. Im Anschluss schlendern wir über den Wochenmarkt zur Stadtbibliothek, die mit kostenlosem und schnellem Wifi lockt. So langsam nähert sich unsere Zeit in Neuseeland ihrem Ende. Nur noch 4 Tage bleiben uns bis zu unserem Weiterflug nach Hawaii. Die letzten 2 Tage werden wir in Christchurch verbringen. Davor möchten wir noch einen Abstecher in das malerische Waitaki Valley machen und Familie Tyrrell besuchen, in deren Reisebüro Biene vor 10 Jahren ein Praktikum absolvierte Noch während wir uns überlegen, ob wir das wohl per Anhalter bewerkstelligen können, tut sich eine andere Möglichkeit auf: schon seit unserer glücklichen Fahrt mit Oscar zum Tongariro Alpine Crossing beobachten wir die Onlineplattform www.transfercars.co.nz. Auf dieser werden Mietwägen eingestellt, die innerhalb eines gewissen Zeitraums an einen anderen Ort gebracht werden müssen. Meist wurden diese Fahrzeuge one way gemietet und müssen an ihre Ausgangsorte zurück oder werden an einem anderen Standort zur Vermietung benötigt. Diese Rückführung ist für den Mieter in den meisten Fällen kostenlos und manchmal sind dabei sogar Sprit- und Versicherungskosten inklusive. Für die Autovermietungen ist das günstiger, als dafür einen Mitarbeiter abzustellen Wenn man wie wir in einem relativ begrenzten Zeitraum von A nach B kommen und ohne Transportkosten unabhängig voran kommen möchte also eine optimale Lösung!

Zauberwort: Mietwagenrückführung

Nachdem bisher in Neuseeland (solche Plattformen gibt es auch für andere Länder) nichts für uns dabei war, finden wir an diesem Morgen tatsächlich ein wie maßgeschneidertes Angebot: ein Mittelklassewagen muss von Dunedin nach Christchurch gebracht werden. Dem Fahrer entstehen keinerlei Kosten, eine Tankfüllung und Versicherung sind inklusive. Der Wagen kann noch am selben Tag abgeholt werden und muss erst 2 Tage später im 361 km entfernten Christchurch wieder abgegeben werden. Perfekt! Wir „bewerben“ uns online um den Wagen und eine Stunde später erhalten wir die Bestätigung. Nun heißt es wieder Daumen raus und ab zum Flughafen von Dunedin, wo wir den Wagen abholen können. Nachdem wir unsere Geschichte dem tschechischen Backpacker erzählen, der uns in seinem Van mitnimmt, fährt er begeistert für uns einen Umweg und bringt uns direkt zum Flughafen. Dort nehmen wir einen silbernen Toyota Apollo in Empfang. Zum ersten Mal seit wir unseren Lion King in Australien schweren Herzens verkauften, besitzen wir jetzt wieder ein eigenes Transportmittel. Da wir nun keinen Puffer mehr einplanen müssen und somit etwas mehr Zeit zur Verfügung haben, verbringen wir den Nachmittag auf der Otago Peninsula. Die Halbinsel und die geschützten Bucht davor bietet Seelöwen, Walen, seltenen Gelbaugen-Pinguinen und anderen spannenden Meeresbewohnern Lebensraum. Außerdem befindet sich hier die einzige Brutstätte von königlichen Albatrossen weltweit, wo die großen Seevögel mit einer Spannweite von bis zu 3 Metern auf dem Festland brüten. Wir besuchen das sehr interessante Infozentrum und sehen aus nächster Nähe sich sonnende Seelöwen, während über unseren Köpfen beeindruckend riesige Albatrosse kreisen. Bis zu 155 km/h schnell können diese beeindruckenden Seevögel durch die Lüfte gleiten.

Nach einer Nacht im Auto sind wir am nächsten Morgen noch keine 5 Kilometer gefahren, als 2 Anhalter am Straßenrand stehen. Keine Frage – natürlich nehmen wir sie mit. Wir freuen uns, dass wir direkt ein bisschen von all der Hilfsbereitschaft die wir in den letzten Wochen erfuhren, zurück geben können. Am späten Vormittag erreichen wir über die landschaftlich sehr attraktive Straße der Southern Scenic Route das Waikati Valley. Die Wiedersehensfreude bei Biene und ihrem ehemaligen Chef ist beiderseits groß. Da Patrick sich aufgrund seiner Tätigkeit in der Tourismusbranche natürlich bestens in Neuseeland auskennt, hat er noch einige Tipps für unseren Weg bis Christchurch auf Lager.

Am frühen Nachmittag brechen wir wieder auf und erreichen kurze Zeit später die neuseeländischen Alpen. Hier stehen wir am Fuße des mit 3724 Metern höchsten Berges Neuseelands, des Mt. Cooks/Aoraki. Leider ist dessen Gipfel wie an den meisten Tagen des Jahres wolkenverhangen, sodass wir unsere geplante Wanderung sein lassen. Dafür leuchten die Bergseen Pukaki und Tekapo trotz des grauen Himmels in einem strahlenden Eisblau. Sowas haben wir noch nie gesehen! Die ungewöhnlich türkise Wasserfarbe kommt durch Mineralienabrieb des Gletschergesteins zustande und sieht surreal schön aus. Da das zugehörige Örtchen Twizel sehr auf asiatische Fotosafari-Touristen ausgelegt ist, fahren wir noch etwas weiter. Wir erreichen das Dark Sky Reserve, eines der wenigen Gebiete weltweit, in denen nachts so gut wie keine Lichtverschmutzung den Sternenhimmel trübt. Das Mt. John Observatorium ist an diesem Abend leider geschlossen, dennoch können wir auch von unserem abseits gelegenen Park- und Schlafplatz einen grandiosen Sternenhimmel bewundern.

Am nächsten Morgen fahren wir die Telegraph Road entlang. Diese Landstraße war einst schnurgerade – bis das schwere Erdbeben, das im Jahr 2011 die Stadt Christchurch schwer zerstörte, einen Riss durch die Straße zog und einen Teil der Straße um mehrere Meter versetze. Der Riss ist bis heute zu sehen und für uns ein Vorgeschmack auf das, was uns in Christchurch erwarten sollte. Dessen wunderschönen – für Neuseeland’s Verhältnisse historischen – Stadtkern gibt es seit dem Erdbeben vor 5 Jahren nicht mehr. Überall im Stadtzentrum klaffen große Löcher. Gläserne Neubauten stehen dort, wo davor charmante Mauergebäude standen. Die Bauten, die dem Beben mit der Stärke 6,3 auf der Richterskala teilweise Stand hielten, sind abgesperrt und werden mit schwerem Gerät gestützt. Auch nach 5 Jahren ist noch nicht entschieden, ob die beschädigten Gebäude vollends abgerissen oder wieder aufgebaut werden. Teilweise stehen nur noch Fassaden, die Häuser dazu stürzten ein wie Kartenhäuser. Das ehemalige Wahrzeichen der Stadt, eine stilvolle Kathedrale, gibt es nicht mehr. Es ist ein bedrückender Anblick.

Wir geben unseren Mietwagen am Flughafen ab und laufen die kurze Strecke zum nahen Antarktis Center. Nach einem Rundgang durch das interessante Center nehmen wir den kostenlosen Shuttle Bus zurück in die Innenstadt. Mit Kommentaren zu den Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke ist es wie eine kostenlose kleine Stadtrundfahrt. Und unser absoluter Geheimtipp für alle, die mal einen kostenlosen Transfer vom Flughafen in Christchurch’s Innenstadt benötigen. 😉 Und dann ist es soweit: zum ersten Mal seit mehr als 2 Wochen haben wir für diese Nacht ein BETT. Wir haben uns für unsere letzten 2 Nächte via AirBnB ein Zimmer gemietet und einen echten Glückstreffer gelandet. Etwas außerhalb gelegen, mit guter Busanbindung in die Innenstadt, günstiger als ein Hostelzimmer und mit super sympathischen Gastgebern. Ach, und eine traumhaft heiße Dusche gibt es auch.

Am nächsten Tag erkunden wir Christchurch. Wir bummeln durch die Stadt, besuchen das sehenswerte Canterbury Museum und holen lang ersehnte Post auf dem Postamt ab. Neben dem bedrückenden Anblick der zerstörten Innenstadt stoßen wir auf viel Dynamik. Der neu geschaffene Raum wird genutzt für kreative Stätten der Begegnung. Als Notlösung für beschädigte Geschäfte eingerichtete Container werden zu einer dauerhaften Einrichtung – eine bunte, trendige Container-Mall. In der Mitte ein hipper Foodcourt mit Gerichten aus aller Welt. Und Pad Thai, das tatsächlich schmeckt wie in Bangkok… In der Innenstadt herrscht Aufbruchstimmung, die Schockstarre ist vorüber. Die Stadt ist nicht mehr dieselbe wie vor dem Erdbeben. Aber die Menschen Christchurch´s haben ein neues Kapitel aufgeschlagen und schreiben ihre Geschichte weiter.

Nach 2 Tagen heißt es Abschied nehmen. Frühmorgens um 5 Uhr brechen wir zu unserem Inlandsflug nach Auckland an den Flughafen auf. Da so früh morgens noch keine Busse fahren, fährt uns unsere AirBnB-Gastgeberin absolut liebenswerterweise zum Flughafen. Es ist unser letzter Lift in Neuseeland.

Damit ist unser Experiment geglückt: In 5 Wochen haben wir beide Inseln Neuseelands ohne Überland-Transportkosten (ex. Inlandsflug nach Auckland am letzten Tag und Fährüberfahrt) bereist! Yeaah! Wir haben es geschafft!

Schön war´s, Neuseeland! Jetzt geht es über den Pazifik nach Hawaii!

Schön war´s, Neuseeland! Jetzt geht es über den Pazifik nach Hawaii!

Neuseeland´s Routeburn Track – so fühlt sich Freiheit an!

Neuseeland´s Routeburn Track – so fühlt sich Freiheit an!

In Neuseeland’s Abenteuerhauptstadt Queenstown bleiben wir trotz sympathischen Ischgl-Atmosphäre nur eine Nacht. Zum einen haben wir uns nach Abwägen von Kosten und Erlebnis für dieses Mal gegen die zahlreichen Angebote an Bungeejumping, Fallschirmspringen etc. entschieden. Queenstown hat seinen Preis – und der liegt nunmal nicht auf Backpackerniveau. Zum anderen laden die arktischen Winde, die im Spätsommer schon hier durchziehen, nicht gerade dazu ein, eine weitere Nacht im Botanischen Garten zu zelten. So frühstücken wir gemütlich im Park, nutzen das kostenfreie W-Lan der Bibliothek und bestaunen noch etwas die Bergkette der Remarkables, eine von nur zwei Gebirgsketten weltweit, die in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet sind. Beeindruckender als ihre geografische Besonderheit finden wir ihre optische Schönheit. Wie gemalt erheben sich die hohen Berge direkt hinter den Stadtgrenzen. Im Anschluss machen wir uns weiter auf den Weg ins 50 km entfernte Glenorchy. Bereits kurz hinter dem Ortsschild haben wir Glück. Ein australisches Paar hält für uns an und da die beiden genauso begeistert von der Landschaft sind wie wir, können wir auf der wunderschönen Strecke entlang des Sees Wakatipu sogar einige Fotostopps einlegen.

Nach gut einer Stunde Fahrt erreichen wir Glenorchy. Der kleine Ort mit nur 3 Straßen ist Ausgangort für unsere nächste Wanderung: der Routeburn Track! Mit 32 km einer der kürzeren Great Walks bietet die 2-3 tägige Wanderung zwischen den Nationalparks des Mount Apiring und des Fjordlandes dennoch beeindruckende Landschaften. Das Gebiet, durch das sich der Wanderweg schlängelt, ist Teil des Weltkulturerbegebietes Te Wahipounamu Südwest Neuseeland. Diese Gegend wurde durch mehrere Vergletscherungen in Fjorde, felsige Küsten, emporragende Klippen, Seen und Wasserfälle verwandelt. Lonely Planet betitelt den Routeburn Track gar als eine der „Top Ten klassischen Wanderungen weltweit“. Kein Wunder, führt der Wanderweg doch vorbei an steilen Gipfeln, alpinen Landschaften, Wasserfällen und spiegelklaren Seen.

Auf dem Routeburn Track finden sich wie auf die Postkarte gemalte Alpenlandschaften

Auf dem Routeburn Track finden sich wie auf die Postkarte gemalte Alpenlandschaften

Da es in Glenorchy nur einen einzigen Campingplatz gibt, hat dieser leider auch das Preismonopol. Wir beschließen, uns die teuren 30 $ für den Zeltplatz zu sparen, gönnen uns aber für 4 $ eine herrlich wohltuende heiße Dusche und suchen uns wie immer ein Plätzchen zum wild campen. Fündig werden wir am Fluss. Hier schlagen wir unser Schlaflager windgeschützt im alten Bootsschuppen auf. Und obwohl es noch Spätsommer ist, zieht es mit Einbruch der Nacht kältetechnisch auch hier schon ordentlich an. Gegen die klirrende Kälte kochen wir uns Spaghetti und heißen Tee. Am späten Abend stößt ein weiterer Wanderer zu uns, der vor wenigen Tagen seine sechsmonatige Wanderung auf dem Te Araroa vollendet hat und bei uns in der Hütte sein Nachtlager aufschlägt. Von ihm erfahren wir, dass wir ohne es zu wissen den Übernachtungs-Geheimtipp der Te Araroa Wanderer in Glenorchy fanden 😀 Was sollen wir sagen? Die Nacht ist eiskalt und am nächsten Morgen können wir alle 3 kaum erwarten, dass die Sonne sich endlich über die Berge erhebt und das Tal in ihr warmes Licht taucht.

TAG 1 – der Berg ruft

Nach einem stärkenden Porridge-Frühstück laufen wir los zum Startpunkt des Routeburn Tracks. Leider – wenn auch eigentlich zum Glück – herrscht in diesem abgelegenen Winkel Neuseelands kaum Verkehr und so wandern wir gut eine Stunde, bis uns ein Goldgräber schließlich aufsammelt und den Rest der Strecke mitnimmt. Dafür ist uns zu diesem Zeitpunkt auch wieder warm. Beim Erreichen des Startpunktes am Wanderparkplatz um die Mittagszeit bekommen wir beim Blick entlang des lang gestreckten Tales schon einen kleinen Vorgeschmack auf die landschaftliche Pracht, die uns später erwarten sollte. Zunächst aber geht es durch moosige Wälder bergaufwärts. Nach 2,5 Stunden auf dem schönen Waldweg erreichen wir die Routeburn Falls Hütte. Mit 80 Betten gehört diese zu den größten DOC-Hütten – und ist während der Wandersaison fast jede Nacht ausgebucht. Wir haben aber sowieso nicht vor hier zu übernachten und ziehen nach einem kurzen Vesper in der Sonne weiter. Schon kurz hinter der Hütte nimmt die Anzahl an Wanderern bedeutend ab. Viele gehen nicht den gesamten Track, sondern laufen nur die 1. Etappe als Tageswanderung.

Die nächsten 1,5 Stunden führt uns der stetig ansteigende Pfad hinauf zum Harris Sattel. Dort empfängt einen je nach Wetterlage ein tiefblauer oder schiefergrauer Lake Harris in der alpinen Landschaft. Umgeben von weiteren schönen kleinen Bergseen in den Furchen und Spalten des Bergsattels liegt er an diesem Tag tiefblau schimmernd vor uns. Da auch der Himmel strahlend blau ist, entscheiden wir uns für den Aufstieg auf den 1515 m hohen Gipfel des Conical Hill. Dieser ist nicht Teil des Routeburn Tracks, sondern bedeutet einen zusätzlichen eineinhalbstündigen Ausflug. Wir lassen also unsere Rucksäcke im Notfall-Unterstand auf dem Harris Sattel zurück und folgen dem kieseligen Trampelpfad bergauf. 45 anstrengende Minuten später stehen wir auf dem Gipfel. Von hier haben wir einen phänomenalen 360° Panoramablick auf die umliegenden Berge der südlichen Alpen. Wir blicken im Süden auf die Gipfel der Darren Range, den 2.537 m hohen Mount Madeline und den schneebedeckten Mount Tutoko mit 2746 m. Und wenn wir den Kopf ein kleines bisschen drehen, sehen wir im Westen bis zum Meer!

Es ist so einzigartig hier oben, dass wir nicht lange überlegen wo wir heute Nacht schlafen wollen. Es kommt nur ein Ort in Frage: hier oben auf dem Gipfel! …auch wenn das bedeutet, dass wir zuerst noch einmal absteigen und den anstrengenden Aufstieg ein 2. Mal mit Gepäck machen müssen! Für die Anstrengung werden wir direkt entschädigt. Wieder oben angekommen, sind wir weit und breit die einzigen Menschen. Unter unseren Füßen liegen kleine Bergseen und moosige Spalten, vor uns taucht der Sonnenuntergang die atemberaubende Landschaft in magisches Licht!

Sobald die Sonne hinter den Berggipfeln abgetaucht ist, weht uns ein eisiger Wind um die Nasen. Schnell suchen wir uns einen windgeschützten Quadratmeter fester Erde mit Blick nach Osten, breiten unsere Schlafsäcke über dem ausgebreiteten Regenponcho aus und stecken unsere Zeltplane flach darüber fest. Das sollte die schlimmste Kälte zumindest lindern. Dann mummeln wir uns – Biene vierschichtig bekleidet – in unser Schlaflager. Zu Wärmflaschen umfunktioniert dürfen unsere Trinkflaschen ebenfalls mit in die Schlafsäcke. So vorbereitet wird es innen tatsächlich wohlig warm. Nur alles, was aus der warmen Höhle hinaus schaut wird innerhalb weniger Sekunden zum gefühlten Einszapfen. Trotzdem stecken wir immer wieder unsere Nasen aus dem Schlafsack, um einen so eindrucksvoll funkelnden Sternenhimmel zu bewundern, wie wir ihn noch nie zuvor (außer vielleicht Biene in der Nacht am Mount Everest Basecamp in Tibet) gesehen haben. Es ist das pure Glück! Dieses Gefühl, das wir in dieser Nacht weit abgelegen von jeglichem Zeichen von Zivilisation auf diesem Berggipfel unter freiem Himmel schlafend, empfinden – es ist die pure Freiheit!

Wunderschönes Erwachen im Morgengrauen

Einmalige Stimmung im Morgengrauen

TAG 2 -Frühstück über den Wolken

Am nächsten Morgen wachen wir von der aufgehenden Sonne auf. Wir haben richtig kalkuliert und können einen herrlichen Sonnenaufgang direkt aus den Schlafsäcken heraus bestaunen. Auf unserer Zeltplane glitzert eine dünne Eisschicht. Der sichtbare Beweis, dass es nachts im wahrsten Sinne des Wortes eiskalt war! Im goldenen Morgenlicht liegt die Welt unter uns noch in einem weissen Wolkenmeer verborgen. Während wir uns Porridge zum Frühstück zubereiten, gibt der beginnende Tag ganz allmählich das alpine Tal unter uns frei.

Noch bevor die ersten Wanderer den Gipfel erklimmen, sind wir bereits wieder auf dem Abstieg. Die nächsten Stunden geht es oberhalb der Baumgrenze parallel zum Tal entlang. Dabei begleiten uns tolle Aussichten auf die gegenüberliegende Gebirgsskette der Darren Range. Zu Mittag erreichen wir die am grünlich schimmernden Mackenzie See gelegene gleichnamige Hütte. Anschließend geht es langsam wieder durch moosbewachsene Waldstücke bergab. Hier in dieser Gegend lebt der Kea, der einzige alpine Papagei der Welt. Leider sehen wir an diesem Tag keinen der frechen Federtiere. Dafür überqueren wir auf Hängebrücken mehrere Gebirgsflüsse und queren rauschende Wasserfälle. Ca. 30 Minuten vor dem südlichen Ende des Wanderweges plagen wir unsere Beine zu einem letzten halbstündigen Aufstieg auf den Key Summit. Von diesem Gipfel haben wir noch einmal gute Sicht auf die Berge der Humboldt Range. Da wir schon einmal oben sind, begehen wir auch noch den 20-minütigen Naturkundepfad. Das ist unser Glück, da wir sonst beim Abstieg nicht Anita & Peter getroffen hätten. Gemeinsam mit dem sympathischen deutschen Paar, das gerade Urlaub in Neuseeland macht, laufen wir die letzten Meter zum Ende des Wanderweges bei The Divide.

Am Parkplatz angekommen, dürfen wir bei ihnen ins Auto einsteigen und die lange Strecke bis zu ihrer Lodge kurz vor Te Anau mitfahren. Wir hatten schon etwas Bedenken, dass wir so kurz vor Sonnenuntergang noch einen Lift in dieser abgelegenen Ecke des Fjordlandes bekommen – und so kriegen wir sogar noch ausgesprochen nette Unterhaltungen dazu! Ein Kajak-Tourguide nimmt uns nur wenig später das letzte Stück bis zum kleinen Örtchen Te Anau mit. Dass wir das an diesem Tag noch erreichen, hätten wir gar nicht erwartet. Damit haben wir den kompletten Routeburn Track in 2 Tagen zurück gelegt. Mit seiner eindrucksvollen alpinen Natur, den schneebedeckten Gipfeln der südlichen Alpen und den spiegelnden Bergseen ist er eine unserer Favoriten-Wanderungen Neuseeland’s.

Und diese klirrend kalte Nacht auf dem Gipfel werden wir nie vergessen – sie wird uns immer als unsere tollste Nacht unter freiem Himmel in Erinnerung bleiben! In dieser Nacht fühlten wir uns wie große Weltentdecker, wie Abenteuer auf einer ungewissen Expedition…was wir ja in gewisser Weise auch sind.

Blick über die Berge bis zum Meer

Von Gletscherzungen, Pfannkuchen aus Stein und schlechten Autofahrern – Per Anhalter durch Neuseeland Part 2

Von Gletscherzungen, Pfannkuchen aus Stein und schlechten Autofahrern – Per Anhalter durch Neuseeland Part 2

Nach unserem dreitägigen Abel Tasman Coast Track wollen wir wieder etwas Strecke machen. Die Westküste der neuseeländischen Südinsel ist dünn besiedelt und wir haben nur wenige Stopps geplant. Die meiste Zeit sind wir auf der Straße unterwegs – und das erleben wir so (es folgen Tagebucheinträge aus unserer beider Tagebücher. Könnt ihr erahnen, welche Tagebuchauszüge aus wessen Tagebuch stammen? Wenn ja, schreibt uns doch Eure Vermutungen in die Kommentare!):

Sonntag, 21. Februar 2016:
„…Lift von Immobilienmaklerin nach Kaiteriteri. Dort duschen. Lift von Margaret und Tochter Holly bis Richmond. Sehr nett. Von Richmond nach Wakefield Lift von Einarmigem. Fiel uns erst beim Aussteigen auf, als er den Kofferraum öffnete. Hier treffen nach uns noch 4 (!) andere Tramper ein. Wir stehen alle im Abstand von ca. 200 Metern und warten…und warten…nach ca. 30 Minuten nimmt ein junger Mann (Pilot, unsympathische Augen) uns und das französische Mädel Anne mit bis Morchison. Hier essen wir eine Kleinigkeit in Neuseelands selbsternanntem „Best country Pub„. Füllen unsere Wasserflaschen auf, kaufen kurz ein. Laufen aus dem Ort raus und trampen weiter. Luisa & Lea, 18 bzw. 19 Jahre alt und aus Deutschland, nehmen uns in ihrem Campervan mit. Sie finden es toll, dass „man in DEM Alter auch noch reisen kann!“ Wir fühlen uns schlagartig steinalt. Steigen irgendwo in der Pampa in der tollen Landschaft aus. Laufen noch ein gutes Stück, bis wir einen geeigneten Zeltplatz im Wald finden. In der Dunkelheit sehen wir Weckas im Gebüsch“

Lifts: 6 Gelaufen: ~ 13 km

Montag, 22. Februar 2016:
„Aufgewacht mit Bienen summen. Kaffee. Zurück auf die Straße. Das 2. Auto hält. Unternehmer nimmt uns mit bis Westport. Tolle Strecke durch Bullet Schlucht. Gleich weiter mit nettem Kiwi-Paar bis zu den Pfannkuchen-Felsen. Kurzer Rundweg. Von dort im Campervan mit deutschem Ehepaar aus Braunschweig bis nach Hokitika. Dort eingekauft. Weiter mit William aus Deutschland bis zum DOC-Zeltplatz vor’m Franz-Josef-Gletscher. Wir überlegen mal wieder, ob wir bleiben oder weiter gehen – wir bleiben, es ist schon 19.00 Uhr. Baden und Waschen im See Mapourika. Sehen direkt vor uns zwei 1,50 Meter lange Aale. Überall Deutsche auf dem Platz.“

Lifts: 4 Gelaufen: ~ 4 km

Dienstag, 23. Februar 2016:
„Heute gibt’s endlich mal wieder Porridge zum Frühstück. Lecker! 2 junge Aussies aus Sydney nehmen uns mit zum Franz-Josef-Gletscher. Fahren uns direkt bis zum Wanderparkplatz. Wilder Gletscherfluss und Blick auf die Gletscherzunge – leider bleibt es trotz dreistündigem Aufstieg auf den Alex-Knob-Track bei dieser ersten Sicht. Die Wolken verdichten sich und es zieht komplett zu. Quälen uns deshalb nicht noch 1 weitere Stunde zum Gipfel. Toller, abenteuerlicher Weg mit vielen Höhensteigen. Davor liefen wir noch zu 2 Spiegelseen. Sind um 17.00 Uhr wieder unten. Laufen zur Hauptstraße, hier nimmt uns ein vollbesetzter Tourbus mit zurück ins Dorf. Nett! Füllen unser Wasser auf. Lift von britischem Geschwisterpaar Meg & Jonny bis zum Gletscherdorf des Fox Gletschers. Laufen aus dem Dorf raus Richtung Lake Matheson. Ein einheimischer Helikopterpilot fährt uns die letzten Kilometer und bietet uns an, auf seinem Rasen zu zelten. Dürfen aber direkt beim See auf der Wiese hinter dem Souvenirshop unser Zelt aufschlagen. Haben sogar einen Tisch, yeah! Hören wie schon auf der heutigen Wanderung sehr viele Vögel, echt schön. Unzählige Sandflies und grooooße Moskitos. Echt nervig. Interview via Skype für das Stadtwerker-Magazin. Trinken Tee und verkriechen uns ins Zelt.“

Lifts: 3 Gelaufen: ~ 18 Kilometer

Mittwoch, 24. Februar 2016:
„Sicht ist leider nicht besser geworden. Kaffee & Porridge zum Frühstück. Es fängt an zu regnen. Lift aus Südtirol fährt uns bis zur Kreuzung des Fox Gletschers. Laufen ca. 3 km die Straße entlang, weil keiner anhält. Junges Paar aus Litauen nimmt uns mit bis Wanaka. Unterwegs 2 Wasserfälle und Seehundekolonie (keine gesehen) angeschaut. Der Typ kann nicht Auto fahren! In Wanaka am See entlang gelaufen. Gebadet, gewaschen und am See gevespert. Es windet. Wir schlagen unser Zelt etwas weg vom See in einem netten Park zwischen den Bäumen auf.“

Mit unserer Ankunft in Wanaka kehrten wir der Westküste auf dem Haast Pass den Rücken. Damit sind wir diese verhältnismäßig schnell in 3,5 Tagen hinunter gereist. Mit ein Grund war sicher das miese Wetter, das Gletscherbesteigungen und längere Wandertouren unattraktiv machte. Mit der Überquerung der Südlichen Alpen in Richtung Wanaka ändert sich aber auch das wieder: kaum fahren wir in tiefere Lagen und hinein in den dahinter liegenden Regenwald, steigt die Temperatur direkt ein paar Grade an und die Sonne bricht durch. So erwarten uns nach schroffen, trockenen Bergkuppen und eisblauen Gebirgsbächen in Wanaka dann ein traumhaftes Bergpanorama wie aus dem Bilderbuch.

vor dem Lake Wanaka

Kein Wunder, dass sich am gleichnamigen See Wanaka’s ganze Gruppen japanischer Touristen mit ihren Kameras tummeln und versuchen, diese Naturschönheit aus den besten Winkel unvergänglich auf Polaroid zu bannen. Trotzdem ist der kleine Ort ruhig und entspannt und wirkt weder künstlich noch überlaufen. Der ideale Ort für einen kleinen Zwischenstopp, bevor es für uns weiter in Neuseeland’s Outdoor- und Actionsport-Hauptstadt Queenstown geht.

….Und weil die Wanderung dorthin mit eines der Highlights unseres Neuseeland-Aufenthaltes ist, hat sie sich ihren eigenen Bericht verdient.

Abel Tasman Coast Track – Wanderung im Küstenparadies

Abel Tasman Coast Track – Wanderung im Küstenparadies

Nach unserer Ankunft auf der Südinsel machen wir uns direkt auf in Richtung des Abel Tasman Nationalparks. Der kleinste Nationalpark Neuseelands liegt ganz im Nordwesten der Südinsel und begeistert landschaftlich durch seine goldenen Küstenabschnitte. Mehrere Wanderwege führen durch den Park. Wir haben uns den 51 km langen Coast Track ausgesucht. Dieser verläuft malerisch entlang der tollen Küstenlinie über die gesamte Länge des Parks. Da der Coast Track einer der 9 Great Walks und dementsprechend beliebt unter Wanderern ist, wird während der Wandersaison von November bis April eine Vorbuchung der Hütten im Park empfohlen. Nur so kann man sicherzustellen dass man auch tatsächlich ein Bett bekommt. Das haben wir – natürlich – nicht gemacht. Aber wir tragen ja mit unserem Zelt unser mobiles Zuhause auf dem Rücken und können überall dort die Nacht verbringen, wo wir drei Quadratmeter ebenen Boden finden.

Wir packen also lediglich zusätzlichen Proviant für 3 Tage ein und checken die Wettervorhersage. Die letzten Tage hatte es stark geregnet und tags zuvor schüttete es derart stark, dass die Flüsse über die Ufer traten und wir ein Doppelzimmer im beheizten Hostel unserem Schneckenhaus vorzogen. Die Prognose für die kommenden Tage lautet aber besser und so machen wir uns bei schönstem Sonnenschein auf den Weg zum nördlichen Parkende. Schon die Fahrt über die Takaka Mountains ist wunderschön. Das Land ist hier nur spärlich besiedelt und weitläufige Weiden, tiefe Täler, dunkle Nadelwälder und ausladende Buchten laden die Blicke zum Verweilen ein. In Mohaka angekommen, dürfen wir unser Zelt auf einer ungenutzten Pferdekoppel aufstellen. Gerade rechtzeitig vor dem Beginn eines starken Schauers hauen wir den letzten Hering ins Gras und verkriechen uns in unsere warme Höhle. Früh am nächsten Morgen laufen wir die restlichen Kilometer zum Eingang des Parks, wo der eigentliche Wanderweg beginnt. Raue Felsklippen und eine stürmische See bestimmen hier im nördlichen Teil des Parkes das Bild.

Gut, dass wir nun seit 2 Wochen fast durchgehend mit Gepäck laufen. Dank der vorangegangenen Wanderungen nehmen wir unsere Rucksäcke kaum mehr als zusätzliches Gewicht wahr und es läuft sich bedeutend leichter als zu Beginn unserer Zeit in Neuseeland. Das sollte uns heute zu Gute kommen. Der erste Abschnitt führt uns zunächst noch auf Meereshöhe durch den Wald und über den Strand Tutaranui. Bald schlängelt sich der Weg aber unerwartet steil in die Höhe, um dann parallel zur Küste zu verlaufen und uns mit atemberaubenden Aussichten zu belohnen. Weiter geht’s durch tropischen Wald und entlang schöner Buchten, bis wir gegen 15 Uhr das Awaroa Inlet erreichen.

Wir haben Glück, gerade ist Ebbe und so können wir die Bucht auf direktem Wege durch nur kniehohes Wasser durchqueren und müssen nicht den längeren Weg außen herum gehen. Unser Plan, uns in der Awaroa Hütte auf der anderen Seite der Bucht einen Kaffee zuzubereiten und anschließend noch etwas weiter zu wandern, wird allerdings jäh durchkreuzt: Kaum erreichen wir die Hütte, wird uns von anderen Wanderern ein kaltes Bier angeboten. An diesem heißen Tag und nach unserer bereits gut 23 km langen Tagesetappe durchaus eine willkommene Abkühlung! Wir zieren uns also nicht lange und nehmen die Einladung dankend an. Wie sich im Gespräch mit den noblen Schenkern heraus stellt, hat eine Baufirma aus Christchurch die Hütte für ihren jährlichen Betriebsausflug angemietet. Und weil im Jahr zuvor doch tatsächlich die Getränke ausgingen, ist der Getränkevorrat dieses Mal mehr als ausreichend und von ihnen allein nicht zu bewältigen. Da auch noch zuviele Betten reserviert wurden und diese nun leer stehen, laden uns die sympathischen Angestellten ein, in der Hütte zu bleiben und ihnen bei der Vernichtung ihrer Vorräte zu helfen. Wir helfen natürlich gerne 🙂 Es folgt ein sehr lustiger Hüttenabend und wir schlafen tatsächlich mal wieder eine Nacht in richtigen Betten. Am nächsten Morgen brechen wir nach dem Kaffee und einem herzlichen Dankeschön an unsere neuen Freunde wieder auf.

Der heutige Wegesabschnitt führt uns zunächst etwas weiter von der Küste weg und durch dichten Buchenwald. Anschließend durchqueren wir mehrere tolle Buchten,. Mittlerweile sind wir im mittleren Teil des Parkes angekommen. Hier ist schon mehr los als weiter im Norden – dennoch sind wir positiv überrascht, denn trotz Wander-Hochsaison und -Traumwetter sind weniger Wanderer unterwegs als wir erwarteten. Im goldenen Sand der Tonga Quarry Bay essen wir unser Mittagessen und kühlen uns mit einem erfrischenden Sprung ins strahlend blaue Meer ab. Am späten Nachmittag erreichen wir das Anchorage Inlet. Wieder sind wir gut dran mit den Gezeiten und können direkt über den mit Muscheln übersäten Meeresboden laufen statt die deutlich längere Flut-Alternative nehmen zu müssen.

Einige Kilometer weiter finden wir gute 500 Meter abseits des Weges auf einem Berg den perfekten Zeltplatz für diese Nacht: umgeben von trockenem Gebüsch sind hier oben die einzigen Geräusche um uns herum die Laute der Natur. Durch die erhöhte Lage haben wir eine geniale Aussicht über die Buchten des Nationalparks bis hin zu den Bergen der Richmond Range. Müde und zufrieden sitzen wir noch lange vor unserem Zelt und bewundern den funkelnden Sternenhimmel, bevor wir schließlich unter unser Moskitonetz liegen und weiter in den Sternenhimmel schauen.

Der dritte Tag unserer Wanderung führt uns in weitere idyllische Buchten, bevor wir gegen Mittag das südliche Parkende in Marahau erreichen. Geschafft! In gut 2,5 Tagen sind wir damit gute 55 km gelaufen und haben den Abel Tasman Park einmal der Länge nach durchquert.

Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, dieses schöne Fleckchen Erde zu erkunden – sehr beliebt sind die angebotenen Wander-Kayak-Kombinationen oder Fahrten mit dem Wassertaxi. Klar – wir beide haben uns für die günstigste Variante auf unseren eigenen 2 Beinen entschieden. Schließlich wollen wir Neuseeland nur zu Fuß und per Anhalter durchqueren.

Und per Anhalter geht es dann auch weiter….

Ohne einen Cent durch Neuseeland – ein Experiment!

Ohne einen Cent durch Neuseeland – ein Experiment!

Neuseeland! Darauf freuten wir uns schon lange! Trotz seiner einmaligen Natur und vielseitigen Möglichkeiten für Outdoor-Liebhaber ist „NZ“ keine typische Destination für eine Weltreise. Zu teuer. Die Lebenshaltungs- und damit die typischen Reisekosten wie Essen, Unterkunft und Transport liegen auf europäischem Niveau. Da Biene vor 10 Jahren (manoman, wo ist die Zeit nur geblieben?!) fast ein halbes Jahr kreuz und quer über die beiden Inseln reiste und dabei das Land kennen- und lieben lernte (und genauso lange Uli schon von dem kleinen Nachbarn Australiens vorschwärmt, ähem) war klar, dass wir auf unserer Weltreise unbedingt einen Abstecher ins Land der 1 Million Schafe machen werden!

Aber nicht einfach so, wie es die meisten bereisen: Campervan mieten und raus ins Grüne. Wie in Australien ein eigenes Fahrzeug zu kaufen kam zeitlich für uns auch nicht in Frage. Gleichzeitig waren wir nach fast 2 Jahren Dauerreise an einem Punkt angekommen, wo es uns schlicht zu langweilig wurde, ein Land so zu bereisen wie es sich am einfachsten anbietet. Wir brauchten eine Herausforderung.

Wanderung_BIeneNach den hitzebedingt eher faulen Monaten in der Südsee brannten außerdem unsere Wanderschuhe darauf, mal wieder aus den Rucksäcken gepackt zu werden und zum Einsatz zu kommen. Bei Nadine & Philippe lasen wir zum 1. Mal vom Te Araroa Track. Ein 3.000 km langer Wanderweg einmal quer von Nord nach Süd durch Neuseeland! Klang perfekt!

…Nachdem wir allerdings ausgerechnet hatten, dass wir mit diesem Vorhaben ungefähr 3-6 Monate durch Neuseeland wandern würden, haben wir den Plan für diese Reise verworfen.

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Uli trampt

Eine andere Idee war, ausschließlich per Anhalter durch Neuseeland zu reisen. Wenn sich ein Land für das Trampen eignet, dann ist es wohl Neuseeland: sehr niedrige Kriminalitätsraten, äußerst hilfsbereite Einheimische, gute Infrastruktur. Und während wir hier keineswegs (!) jemanden zum Trampen ermutigen wollen, hatten wir als Paar auch sicherheitstechnisch keine Bedenken hinsichtlich dieser Form des Reisens.

Letztendlich beschlossen wir, die beiden Ideen zu kombinieren. Wir wollten die schönsten Etappen des Te Araroa Trails wandern, außerdem 2-3 der „9 Great Walks“ laufen und die größeren Distanzen dazwischen per Anhalter zurück legen.

Daraus entstand eine persönliche Herausforderung an uns selbst: ohne Transportkosten jeglicher Art beide Inseln Neuseelands zu bereisen! Einmal von Nord nach Süd. In 5 Wochen!

Geht das überhaupt?? fragt ihr Euch nun sicher.

Soviel schon vorweg genommen: Wir haben es geschafft!

72 Mitfahrgelegenheiten und mehrere Hundert Kilometer auf Schuster’s Rappen brachten uns von Cape Reinga – der nördlichste Punkt der neuseeländischen Nordinsel – bis nach Dunedin im Süden der Südinsel! Yeah!

map new-zealand_US

Hier seht ihr unsere Reise-Route durch Neuseeland! (per Anhalter in blau, Wanderungen in weiss)

Es war eine geniale Zeit und durch die andere Art zu reisen durften wir mal wieder ganz neue Erfahrungen sammeln. Wir sahen und erlebten vieles aus einem anderen Blickwinkel als in den vorherigen Ländern unserer Reise.

Auch ein Highlight für uns: Wir lernten unterwegs viele Einheimische (und andere Reisende) kennen und führten viele spannende Gespräche abseits der wiederkehrenden Themen unter Reisenden à la „Wo kommt ihr hier? Wie lange reist ihr schon?…“ Schon fast nebenbei war auch die Natur Neuseelands wunderschön.

Tongariro Alpine Crossing

Das kleine Land hat sich damit definitiv einen Platz auf den vorderen Rängen der Top-Länderliste unserer Reise gesichert! Neuseeland rockt!

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Warum und wie, könnt ihr hier in den kommenden Beiträgen lesen.

…und natürlich anschauen! Für alle, die lieber Berge als Strände sehen, gibt es nach den Monaten in der Südsee nun auch wieder was zum schwärmen. Wir haben viele wir-wollen-sofort-auch-nach-Neuseeland-Fotos im Gepäck, versprochen! 🙂

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