Unsere einsame Insel – das Paradies der Südsee!

Wir haben das Paradies gefunden. Das Südsee-Paradies.

Eine kleine Insel, abgelegen mitten im Pazifik. Ungefähr 3 Kilometer lang und nur 500 Meter breit. Rundum umsäumt von goldfarbenem, feinem Sandstrand. Davor eine langgezogene türkisfarbene Lagune. Darauf viele Kokospalmen, 3 einfache Unterkünfte und eine Strandbar. Und wir haben es ganz für uns.

Und jetzt sind wir in einem Zwiespalt. Warum? Weil wir unser Inselparadies nicht teilen, sondern für uns behalten wollen. Ganz schön egoistisch, was? Aber die Insel soll genauso bleiben, wie sie ist. Ein Geheimtipp, der nur am Lagerfeuer im Tausch gegen Rum an andere Reisende weiter gegeben wird. Fernab von Massentourismus und Pauschalangeboten. Denn großer Teil seines Charmes ist eben auch, dass außer uns keiner da ist.

Deshalb verraten wir hier nicht den Namen unseres tonganischen Inselparadieses. Dafür nehmen wir Euch für einen Tag mit uns mit auf die Insel:

Ein Tag im Paradies

Von draußen hören wir Vogelgezwitscher. Wir schlagen noch etwas verschlafen die Augen auf. Unser kleiner Bungalow liegt noch im Dämmerlicht, erst langsam vertreiben die ersten Sonnenstrahlen die nächtliche Dunkelheit. Wir kruschteln das Mosiktonetz zur Seite und springen aus unserem Bett. Bikini und Badehose liegen schon griffbereit. Vor unserem Bungalow strecken wir die Arme in die Luft und die Zehen in den Sand. Hand in Hand gehen wir die wenigen Meter über den Strand. Wir springen in das trotz der frühen Stunde schon angenehm warme Meer. Dieses erste Bad des Tages direkt nach dem Aufstehen ist besonders herrlich!

Anschließend setzen wir uns vor unseren Bungalow und lesen. Schnell sind wir wieder trocken. Wir hören, dass in der Küche bereits gewerkelt wird. Also laufen wir durch den Sand zu der etwas weiter hinten stehenden Hütte. Unsere Gastgeber Maria und Soni sind schon beim Frühstück. Wir setzen uns dazu und trinken unseren Kaffee. Soni hat das Radio an, seine einzige Verbindung zum Festland. Das Telefon ist die meiste Zeit ausgesteckt. Um Strom zu sparen. Wichtig ist eigentlich eh nur der Wetterbericht. Und der kommt nach dem aktuellen Fährplan und den Todes- und Geburtstagsmeldungen des Landes im Radio.

Nach dem Kaffee springen wir wieder ins Meer, bevor wir uns mit unseren Büchern in die beiden Hängematten unter Palmen verziehen. Maria und Soni rächeln derweil die in der Nacht herabgefallenen Blätter am Strand zusammen. Aber nicht allzu lange. Selbst im Schatten wird es inzwischen heiß. Für die nächsten Stunden ist auch für sie süßes Nichtstun angesagt. Am liebsten sitzen sie dann unter den Bäumen im Sand und schauen auf’s weite Meer. Wir machen mit. Wenn uns die Sonne zu sehr auf die Bäuche brennt, gehen wir planschen. Dann verkrümeln wir uns wieder in die Hängematten. So vergehen die Stunden.

Wir bekommen langsam Hunger. Aus unserem vom Festland mitgebrachten Vorräten kochen wir. Für Biene gibt es zum ersten Mal seit 5 Tagen wieder etwas anderes als Reis ohne alles. Sie hat sich noch in Nuku’alofa eine lästige Fischvergiftung zugezogen. Gut für die Bikini-Figur 😉 Als wir anfangen zu essen, legt sich das junge Ferkelchen auf unsere Füße, dass von seiner Mutter verstoßen wurde und jetzt von Maria mit der Hand aufgezogen wird. Wie ein Hund rennt es ihr überall hin hinterher. Nach dem Essen springen wir wieder ins Meer. Anschließend pendeln wir zwischen Liegestuhl, Sand und Hängematte. Die Sonne brutzelt vom blauen Himmel. Nicht ein Wölkchen trübt die Südsee-Idylle. Uli hält Siesta. Biene geht in der Zwischenzeit kayaken.

Zurück in die Hängematte. Über uns rauschen die Palmblätter im lauen Wind. Wir fragen uns, was für ein Tag heute eigentlich ist. Wir kommen nicht drauf. Aber eigentlich ist es auch egal.

Die Sonne sinkt tiefer. Maria und Soni machen sich auf ihren täglichen Gang ins dicht bewachsene Inselinnere, um Kokosnüsse für die Schweine aufzulesen. Denn die fressen hier ausschließlich frisches Kokosfleisch. Unsere Essensreste werden missbilligend grunzend verschmäht. Und da sage noch jemand, was für ein Schweineleben!

Heute Abend kocht Soni für uns. Zum Dank dafür, dass Uli gestern seine beiden kaputten Generatoren repariert hat und es jetzt wieder Strom gibt. Zu essen gibt es frischen Fisch, gebratenes Hühnchen, Bananenchips, Yam und Maniok. Zu trinken gibt es Limonade aus frisch gepressten Limetten. Das Ferkelchen knabbert Uli am Zeh. Es gibt erst Ruhe, als er es mit dem Fuß am Bauch krault. Dann quiekt es vor Vergnügen.

Zeit für den Sonnenuntergang. Biene ist für den Sundowner-Cocktail zuständig. Mit frisch gepflückten Limetten schmeckt der Cuba Libre nochmal doppelt so gut. Uli bringt in der Zwischenzeit unser Lagerfeuer am Strand in Gang. Wir sitzen an unserem Liebligsplatz auf dem noch warmen Sand, mit bestem Blick auf den schon orange verfärbten Horizont. Neben uns steht diese eine Palme, die nicht geradewegs nach oben wächst, sondern knapp über dem Strand bis ins Meer ragt. Wie direkt von der Postkarte hierher verpflanzt.

Die Sonne nähert sich dem Horizont und taucht alles in ein goldenes Abendlicht. Dann ist es soweit. Als glutroter Feuerball versinkt die Sonne geradewegs im Meer. Der Himmel verfärbt sich in Schattierungen von zironengelb bis dunkelviolett.

Wir liegen noch lange am Strand. Sehen die ersten Sterne am Firmament aufleuchten und zu einen funkelnden Sternenhimmel werden. Der Mond geht auf. Es ist beinahe Vollmond. Der silberne Mondschein leuchtet uns den Weg auf den wenigen Metern über den Strand zu unserem Bungalow. Wir springen nochmal unter die Dusche. Schließlich schlafen wir zum Rauschen der Wellen ein.

…just another day in paradise!