Roadtrip to Somewhere

Vom roten Zentrum aus fahren wir wieder gen Norden. Ganz in den Norden. Es zieht uns in die Wärme. Unser nächstes Ziel ist daher das tropische Top End Australiens. Dazwischen liegen nur noch 2.000 Kilometer. Wir satteln also unseren Löwen und brechen auf zu einem weiteren Roadtrip! Yeaah!

Fully loaded we got snacks and supplies
It’s time to leave this town
It’s time to steal away
Let’s go get lost
Red Hot Chili Peppers | Road Trippin

Anstatt denselben Weg zurück nach Alice Springs zu fahren, nehmen wir die Hinterstraße. Der Meribee Loop ist zwar 170 (Schotter-)Kilometer länger, führt aber am dramatischen King´s Canyon vorbei. Da der Weg durch Aborigines-Land führt, müssen wir uns vorher noch für 10$ eine Durchfahrtsgenehmigung kaufen. Der King´s Canyon ist immens! Auf 3 km Länge verlaufen 270 Meter hohe Sandsteinklippen (Orangerot leuchtend. Und senkrecht abfallend.) parallel zueinander, bevor die Schlucht am Ende einfach halbkreisförmig endet. Und genau entlang der Abbruchkante des Canyons kann auf dem 7,4 km langen Rundweg oben entlang gewandert werden. Sicher nichts für Leute mit Höhenangst 😉 Dafür bieten sich gigantische Aussichten. Vor allem von den Überhängen. Obwohl gerade Winter ist, reflektiert der von der Sonne aufgeheizte Sandstein so sehr, dass es knallheiß ist. Schatten und Abkühlung spenden nur vereinzelte Zykaden, weissrindige Ghost Gums und der kleine Wasserlauf im Garten von Eden.

Stilecht für einen Roadtrip verbringen wir die Nacht auf einem Rastplatz mit Lookout und herrlicher Aussicht über die West MacDonnell Gebirgskette in der Wüste. Ja, natürlich am Lagerfeuer und mit Sterne schauen. Nur Gitarre spielen muss einer von uns endlich noch lernen… 😀

Am nächsten Tag fahren wir durch die ehemalige Missionarstation Hermannsburg und passieren das Grabmal des Visionärs und Gründer der Royal Flying Doctors John Flynn. Dann erreichen wir wieder Alice Springs und biegen auf den Stuart Highway ab, der Adelaide im Süden des Kontinents mit Darwin im Norden verbindet. Ab hier geht es mehr oder weniger die nächsten 1.500 Kilometer immer gerade aus. 😉

Just me and my baby
Top down, you and me, we’re just rollin
Without having a clue where we going
Speedin like we in slow motion
Close yo eyes and look good darling
On a road trip destined for love
Eric Bellinger | Road Trip

Nach einer weiteren Nacht im Nirgendwo geht es früh wieder auf die Straße. Die einzigen menschlichen Behausungen auf den heutigen 500 km sind Highway-Tankstellen und sehr vereinzelte Farmen. Unser erster Halt ist eine kostenlose Mangowein-Verprobung auf einer Mangofarm. Zwar ist es erst 10 Uhr morgens, aber ein Likörchen zum Frühstück geht schon. 😉 Richtiges Roadtrip-Gefühl kommt auch bei unserem nächsten Stopp auf. Wir kommen am offiziellen UFO-Hauptquartier Australien´s vorbei. Schon mehrere UFOs sollen in der Nähe dieses Roadhouses gesichtet worden sein und auch der ein oder andere Außerirdische war dabei. Skurril 😀

Natürlicheren Ursprungs ist unser nächster Ziel. Die Devil´s Marbles sind eine Ansammlung meterhoher ovaler Granitfelsen in der ansonsten flachen Landschaft. Abenteuerlich liegen die runden Felsen teils auf- und aufeinander. Manche der aufeinander balancierten Felsen sind genau in der Mitte auseinander gebrochen. Wie die Hälften eines Kinder-Überraschungs-Eis. Andere schauen aus als würde ein kleiner Luftstoß genügen, um die Formation zum Einstürzen zu bringen.

Wir verbringen eine weitere Nacht im australischen Busch. Der Horizont ist weit, die Wüste endlos und hoch am wolkenlosen Himmel kreisen immer wieder majestätische Adler.

If it was up to me
Girl I’ll be down to leave
We’d be gone for the rest of our lives
Lord knows that you would be
The perfect scenery
So tell me if you’re ready to ride
Eric Bellinger | Road Trip

Die Thermalquellen in Mataranka erreichen wir am kommenden Nachmittag. Diese konstant 34 Grad Celsius warmen natürlichen Quellen sind nach der Fahrt eine Wohltat. Und komplett kostenlos. Wir entscheiden uns für die Bitter Springs – in dem kleinen Quellfluss lassen wir uns von einer gemächlichen Strömung den von Palmen gesäumten Flusslauf hinab treiben. Das Wasser schimmert türkisblau und emeraldgrün und ist kristallklar. Und riecht nurein klitzekleines bisschen nach Schwefel 😉 Beim schnorcheln entdecken wir sogar mehrere Süßwasserschildkröten, die sich munter unterwasser tummeln. Ein Busch-Paradies!

In den Busch fahren wir auch wieder zum Übernachten. Wir schlagen unser Nachtlager in einem kleinen Wäldchen auf. Dass wir wirklich im Busch sind, merken wir so richtig, als des Nachts grunzende Wildsauen ganz nah an unser Lager herankommt. Wir sind schon mit Feuerholz und Schaufel bewaffnet, als sie dann doch wieder abdrehen und einige Meter weiter wieder im Unterholz verschwinden. Puh! 😀

Am nächsten Morgen werden wir von exotischem Vogelgezwitscher geweckt – wir sind wieder in den Tropen!

Get free: Believe: Go real
Everything you ever need
Is waiting for you here
Get Free; Believe: Go real
Could this be the living glimpse
Of all that’s meant to be
Runrig | Road Trip