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Angkor Wat – zwischen Spiritualität und Tomb Raider

Angkor Wat – zwischen Spiritualität und Tomb Raider

Die TEMPELANLAGEN VON ANGKOR gelten als eine der größten Sehenswürdigkeit ganz Asiens. Kein Wunder, sind hier fast 1.000 Tempel – mehr oder weniger – gut erhalten, die an archäologischer, architektonischer und spiritueller Bedeutung weltweit ihresgleichen suchen. Erbaut wurden die Reichtümer zwischen dem 9. und dem 15. Jahrhundert, als Angkor Mittelpunkt und Hauptstadt des mächtigen Khmer-Königreiches war. Wem nicht schon allein die Größe und Mächtigkeit dieser Bauwerke beeindruckt, dem bleibt spätestens bei der näheren Betrachtung ihrer detailreichen Mauerdekors und beeindruckenden Fassadenverzierungen der Mund vor Staunen offen stehen.

Bei dieser schieren Anzahl an Tempeln ist die Gefahr groß, beim Versuch so viele wie möglich zu besichtigen von den Eindrücken einfach überwältigt zu werden und an Tempel-Burnout zu erkranken 😉 Wir sind weder stark ausgeprägte Geschichts- noch Archäologie-Nerds, deshalb gehen wir die Besichtigung von Angkor entspannt an. Unser Ziel ist es nicht, möglichst alle Tempel und jedes Detail abzuhaken sondern lieber tiefere Eindrücke mitzunehmen.

Trotzdem stehen wir schon frühmorgens auf. Bereits ab 5 Uhr sind die Kassenhäuschen geöffnet, die praktischerweise direkt an der Straße von Siam Reap zu dem UNESCO Weltkulturerbe Areal von Angkor liegen. Bei den Tickets hat man die Wahl zwischen einem Tagesticket für 20 US$, einem Drei-Tages-Pass für 40 US$ und einem Wochenpass für 60 US$. Unser erster Gang führt uns wie hunderte andere zum oft spektakulären Sonnenaufgang vor der Kulisse der 3 gewaltigen Steintürme Angkor Wats. Dieser ist der bekannteste Tempel in Angkor, dessen Name oft synonym für den ganzen Komplex verwendet wird. Er ziert u.a. die kambodschanische Flagge und gilt als das größte sakrale Bauwerk der Welt.

Als Guide für ganz Kambodscha kaufen wir uns an einem der zahlreichen Verkaufsstände einen (druckfrischen 😉 ) Lonely Planet, in dem ausführlich auf die meisten Tempel der Anlage eingegangen wird. (Zuvor waren wir mit einem in Thailand gefundenen Lonely Planet von 2002 unterwegs. Das Kapitel zu Angkor war nahezu identisch – aber bei jahrhundertealten Tempeln ändert sich naturgemäß ja auch nicht viel in 10 Jahren 😀 )

Auf einer Fläche von über 400 Quadratkilometern verlaufen sich die Massen nach dem Sonnenaufgang zum Glück recht schnell. Dennoch tut man gut daran, hier gegen den allgemeinen Strom zu schwimmen. So besichtigen wir trotz eher ungünstigen Lichtverhältnissen erstmal in aller Ruhe den Tempelberg Angkor Wat, bevor wir zur alten Königshauptstadt Angkor Thom fahren. Nach der Einfahrt durch die mit überlebensgroßen, steinernen Wächtern gesäumten Stadttore stoppen wir als erstes an der Elefantenterrasse. Von hier laufen wir zum Baphuon. Dieser Prachtbau in Pyramidenform war im Laufe der Jahrhunderte komplett zusammen gestürzt. Wie ein großes Puzzle begann man ihn in den 60er Jahren Stein für Stein zu rekonstruieren. Ein liegender Buddha, der sich über die gesamte rückwärtige Fassade erstreckt, bereitet den Rekonstrukteuren dabei viel Kopfzerbrechen. Wer sieht den Buddha auf dem Bild?

Ebenfalls in Angkor Thom hat uns der Bayon Tempel beeindruckt. Von insgesamt 37 Türmen blicken von diesem ca. 200 bis zu 7 Meter hohe majestätische Gesichter auf den Besucher herab. Sie alle bilden das Antlitz des Königs ab, der den Tempel einst erbauen ließ. Der verwendete Stein ist durch Verwitterung und Flechtenbewuchs fleckig und verleiht dadurch den eigentlich identischen Gesichtern verschiedene Gesichtszüge.

Zum Sonnenuntergang klettern wir am ersten Abend auf den Phnom Bakheng, auf dessen Gipfel sich ebenfalls ein Tempel befindet. Für Faule werden auch Elefantenritte bis zum Gipfel angeboten. Von hier aus bekommt man Angkor Wat im Abendlicht vor die Linse. Daher ist der Berg abends sehr beliebt und recht überlaufen. Wir klettern daher noch vor dem Untergang der Sonne wieder herab und fahren zu einem der weniger bekannten Tempel. Auch schön. Besonders gut gefallen uns die Dschungeltempel. Das sind die, die nicht mehr restauriert, sondern der Natur überlassen werden, Und diese erobert sich langsam aber sicher die Bauwerke zurück. Indiana Jones Feeling in der Besichtigung inbegriffen 🙂

Filmliebhabern wird von diesen am ehesten der Tempel Ta Prohm bekannt sein. Dieser bildete die Kulisse für Tomb Raider. Wo sich im Film Lara Croft an Lianen durch den Tempel schwingt, ist auch in echt ein von Bäumen durchwachsenes Mauerwerk zu bestaunen. Hier ist es gut, früh dran zu sein – denn wenn die asiatischen Reisegruppen anrücken, wird es voll, laut und eng. Gegen 10 Uhr, wenn die vielen Reisebusse einfahren und die Hitze des Tages beginnt sich in den Steinmauern zu stauen, legen wir an beiden Tagen erstmal eine lange Pause ein. In den kleinen Suppenküchen zwischen den Tempelanlagen gehen wir lecker frühstücken, trinken frische Fruchtshakes und legen uns in die Hängematte.

Und ganz ohne Sightseeing-Stress hat uns die spirituelle Atmosphäre und die baulichen Meisterwerke von Angkor tief beeindruckt. Viele Tempel haben wir besichtigt, viele sicher nicht. Aber wir haben mehr mitgenommen, als wenn wir versucht hätten, alle Tempel in wenigen Tage zu sehen.

UNSER TIPP:

Für die „optimale“ Besichtigung Angkors gibt es zahlreiche Ansätze. Von Touren nach den optimalen Lichtverhältnissen für Fotos bis zur Anleitung gemäß der historischen Wichtigkeit findet sich alles. Am gebräuchlichsten sind zwei Rundtouren über das Hauptareal: Im „kleinen Rundkurs“ sind die bedeutendsten und größeren Tempelkomplexe eingeschlossen, während der „große Rundkurs“ mehrere weniger zentrale Tempel beinhaltet. Die meisten Touristen unternehmen den kleinen Rundkurs am 1. Tag, den großen am 2. Tag und besichtigen an Tag 3 den Banteay Srey (den wir auf unserer Anreise bereits zufällig fanden). Wenn man die Tempeltour so – wie von den meisten Tuk Tuk Fahrern auch vorgeschlagen – macht, kann man sich sicher sein, immer genau da zu sein, wo gerade die meisten Besucher sind 😉 Wir waren mit unserer Katze zum Glück unabhängig und konnten uns unsere eigene Route zusammen stellen. Am zweiten Tag ließen wir uns auch einfach mal durch das Areal treiben und schauten, an welchen Tempeln wir vorbeikamen. Denn beeindruckend sind die meisten der Tempel – da machten wir uns keinen Stress, ob wir vielleicht gerade 1 von 1.000 verpasst haben.

Moskau – Unser luxuriöser Start ins Backbackerdasein

Moskau – Unser luxuriöser Start ins Backbackerdasein

Am Dienstagmorgen, den 22.04.2014 morgens um halb 3 war es so weit – endlich ging es los auf unsere langersehnte Weltreise! Hellwach wie eher selten um diese Uhrzeit machten wir uns fertig, brachten auch die letzte Verabschiedung von Freunden hinter uns und machten uns im Papa-Mobil mit Familien-Eskorte auf den Weg zum Stuttgarter Flughafen.

Und dann hieß es „Ready for Take-off“! Der Flieger hob ab und nach einem 2-stündigen Aufenthalt am schönen Kopenhagener Flughafen (für ein Nickerchen sehr zu empfehlen: Der Kinderspielplatz auf der Empore der 1. Etage – gepolsterte Liegeflächen und sehr ruhig da oben 😀 ) landeten wir am frühen Nachmittag in Moskau. Nach einer problemlosen Zug- und Metrofahrt fanden wir unser Hotel im gerade entstehenden Business District (leicht zu erkennen an den einzigen, rundum verglasten Hochhäusern weit und breit) und waren begeistert angesichts des Luxus in unserer ersten Backpacker-Residenz! 😀

Der sympathische Rezeptionist war sich noch etwas unschlüssig, was er mit uns anfangen sollte und entschied sich für ein herzliches „Oh, da bekommen wir heute ja richtige Touristen zu Besuch“ zur Begrüßung. Den restlichen Tag ließen wir gemütlich ausklingen, lasen uns in die Reiseführer ein und kamen erstmal richtig an.

Den nächsten Tag begannen wir gut gestärkt nach einem Frühstücksbuffett, das keine Wünsche offen ließ, mit der Erkundung der prunkvollen Hauptstadt dieses ehemaligen Zarenreiches. Das Wetter spielte nicht ganz mit – bzw. gab es uns die Gelegenheit gleich mal unsere Regenjacken auf ihre Tauglichkeit zu testen 😉 Sie bestanden die Prüfung und so spazierten wir munter im Nieselregen zum Kreml, zur bekannten Basilius-Kathedrale mit den bunten Zwiebeltürmen, zum GUM (das KaDeWe Russlands) und über den Roten Platz. Gegen Nachmittag klarte es auf und bis wir abends wieder im Hotel ankamen, schien schönste Abendsonne in unser Zimmer. Den Abend verbrachte Uli im Bett, da er mit Hals- und Gliederschmerzen etwas angeschlagen war und Biene im (inklusiven) Hotelspa.

Am Donnerstag bummelten wir durch die älteste Fußgängerzone Moskaus, den Arbat. Entlang dieser beschaulichen Straße, die das „alte Moskau“ mit seinem Zuckerbaustil repräsentiert, gab es allerlei kleine Läden, Marktstände, fliegende Händler, Straßenkünstler und Maler, die ihre Werke ausstellten. Im Anschluss wollten wir den Kreml besichtigen. Dieser ist an 6 von 7 Tagen für Besucher geöffnet. Nur Donnerstags eben nicht… Tja, Pech – hätten wir lieber mal früher den Reiseführer aufgeschlagen. Daher schlenderten wir weiter auf der Hauptgeschäftsstraße Tverskaya bis zum Tverskoy-Boulevard mit dem geschichtsträchtigen Puschkin-Platz, wo sich neben vielen bekannten Geschäften auch das Historische Museum für neue Geschichte Russlands befindet. Wir entschieden uns für einen Besuch des Cafés nebenan 😉 Den Abend ließen wir im Hotelspa ausklingen und ließen es uns gut gehen – wer weiß, wann wir das nächste Mal in den Genuss von türkischem Hamam und Sauna kommen 🙂

Nach dem gleichen Prinzip genossen wir am nächsten Morgen vor dem auschecken auch nochmal das Frühstücksbuffet, bevor wir uns aufmachten, den Park Pobedy zu besichtigen – Russlands Siegespark auf einem Hügel (ehemals) vor der Stadt, der als Mahnmal für die 1418 Kriegstage im 2. Weltkrieg und als Denkmal für die Siege vergangener Kriege errichtet wurde und jeden Reisenden daran erinnern soll, wie wertvoll ein friedlicher Himmel über den Köpfen ist. Es war groß, protzig und russisch 😉

Im Anschluss fuhren wir mit der Metro zum Yerislawer Bahnhof, um in die Transibirische Eisenbahn einzusteigen – dazu mehr im nächsten Bericht.

An dieser Stelle noch ein Wort zur Moskauer Metro: Die Fahrten mit dieser lohnen sich definitiv! Nicht nur, dass auf den Straßen stets Stau herrscht und man gerade einmal 80 Cent pro Fahrt (egal wohin) bezahlt – vor allem die Architektur der Metrostationen macht die Fahrten zu einem Erlebnis. Über schier endlos scheinende Rolltreppen gelangt man in die aus reinem Marmor und Granit erbauten und prunkvoll mit Mosaiken, Fresken und Statuen dekorierten und von Kronleuchtern erhellten „Paläste der Werktätigen“. Und nirgends liegt auch nur ein Papierchen oder gar ein Kaugummi herum – es ist definitv die sauberste Metro, mit der wir bisher fuhren. Stalin ließ die Untergrundbahn einst als sozialistisches Vorzeigeobjekt bauen und – dieses eine muss man diesem fragwürdigem Politiker lassen – das hat er schön gemacht. 😉

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