Moskau – Unser luxuriöser Start ins Backbackerdasein

Am Dienstagmorgen, den 22.04.2014 morgens um halb 3 war es so weit – endlich ging es los auf unsere langersehnte Weltreise! Hellwach wie eher selten um diese Uhrzeit machten wir uns fertig, brachten auch die letzte Verabschiedung von Freunden hinter uns und machten uns im Papa-Mobil mit Familien-Eskorte auf den Weg zum Stuttgarter Flughafen.

Und dann hieß es „Ready for Take-off“! Der Flieger hob ab und nach einem 2-stündigen Aufenthalt am schönen Kopenhagener Flughafen (für ein Nickerchen sehr zu empfehlen: Der Kinderspielplatz auf der Empore der 1. Etage – gepolsterte Liegeflächen und sehr ruhig da oben 😀 ) landeten wir am frühen Nachmittag in Moskau. Nach einer problemlosen Zug- und Metrofahrt fanden wir unser Hotel im gerade entstehenden Business District (leicht zu erkennen an den einzigen, rundum verglasten Hochhäusern weit und breit) und waren begeistert angesichts des Luxus in unserer ersten Backpacker-Residenz! 😀

Der sympathische Rezeptionist war sich noch etwas unschlüssig, was er mit uns anfangen sollte und entschied sich für ein herzliches „Oh, da bekommen wir heute ja richtige Touristen zu Besuch“ zur Begrüßung. Den restlichen Tag ließen wir gemütlich ausklingen, lasen uns in die Reiseführer ein und kamen erstmal richtig an.

Den nächsten Tag begannen wir gut gestärkt nach einem Frühstücksbuffett, das keine Wünsche offen ließ, mit der Erkundung der prunkvollen Hauptstadt dieses ehemaligen Zarenreiches. Das Wetter spielte nicht ganz mit – bzw. gab es uns die Gelegenheit gleich mal unsere Regenjacken auf ihre Tauglichkeit zu testen 😉 Sie bestanden die Prüfung und so spazierten wir munter im Nieselregen zum Kreml, zur bekannten Basilius-Kathedrale mit den bunten Zwiebeltürmen, zum GUM (das KaDeWe Russlands) und über den Roten Platz. Gegen Nachmittag klarte es auf und bis wir abends wieder im Hotel ankamen, schien schönste Abendsonne in unser Zimmer. Den Abend verbrachte Uli im Bett, da er mit Hals- und Gliederschmerzen etwas angeschlagen war und Biene im (inklusiven) Hotelspa.

Am Donnerstag bummelten wir durch die älteste Fußgängerzone Moskaus, den Arbat. Entlang dieser beschaulichen Straße, die das „alte Moskau“ mit seinem Zuckerbaustil repräsentiert, gab es allerlei kleine Läden, Marktstände, fliegende Händler, Straßenkünstler und Maler, die ihre Werke ausstellten. Im Anschluss wollten wir den Kreml besichtigen. Dieser ist an 6 von 7 Tagen für Besucher geöffnet. Nur Donnerstags eben nicht… Tja, Pech – hätten wir lieber mal früher den Reiseführer aufgeschlagen. Daher schlenderten wir weiter auf der Hauptgeschäftsstraße Tverskaya bis zum Tverskoy-Boulevard mit dem geschichtsträchtigen Puschkin-Platz, wo sich neben vielen bekannten Geschäften auch das Historische Museum für neue Geschichte Russlands befindet. Wir entschieden uns für einen Besuch des Cafés nebenan 😉 Den Abend ließen wir im Hotelspa ausklingen und ließen es uns gut gehen – wer weiß, wann wir das nächste Mal in den Genuss von türkischem Hamam und Sauna kommen 🙂

Nach dem gleichen Prinzip genossen wir am nächsten Morgen vor dem auschecken auch nochmal das Frühstücksbuffet, bevor wir uns aufmachten, den Park Pobedy zu besichtigen – Russlands Siegespark auf einem Hügel (ehemals) vor der Stadt, der als Mahnmal für die 1418 Kriegstage im 2. Weltkrieg und als Denkmal für die Siege vergangener Kriege errichtet wurde und jeden Reisenden daran erinnern soll, wie wertvoll ein friedlicher Himmel über den Köpfen ist. Es war groß, protzig und russisch 😉

Im Anschluss fuhren wir mit der Metro zum Yerislawer Bahnhof, um in die Transibirische Eisenbahn einzusteigen – dazu mehr im nächsten Bericht.

An dieser Stelle noch ein Wort zur Moskauer Metro: Die Fahrten mit dieser lohnen sich definitiv! Nicht nur, dass auf den Straßen stets Stau herrscht und man gerade einmal 80 Cent pro Fahrt (egal wohin) bezahlt – vor allem die Architektur der Metrostationen macht die Fahrten zu einem Erlebnis. Über schier endlos scheinende Rolltreppen gelangt man in die aus reinem Marmor und Granit erbauten und prunkvoll mit Mosaiken, Fresken und Statuen dekorierten und von Kronleuchtern erhellten „Paläste der Werktätigen“. Und nirgends liegt auch nur ein Papierchen oder gar ein Kaugummi herum – es ist definitv die sauberste Metro, mit der wir bisher fuhren. Stalin ließ die Untergrundbahn einst als sozialistisches Vorzeigeobjekt bauen und – dieses eine muss man diesem fragwürdigem Politiker lassen – das hat er schön gemacht. 😉