Autokauf in Australien – ein fahrbares Zuhause muss her!

Wir wussten genau, was wir wollten. Mit einem alten, stylischen Busle Australien erkunden. Am liebsten in einem rostigen VW Bully mit Charakter. Soweit der Plan. Als Uli dann eine Woche in Darwin verbringt, sich die ersten Autos anschaut und sich mit lokalen Tourguides austauscht, wird schnell klar: wenn wir wirklich in das Innere Australiens vordringen und das Land in seiner Tiefe erkunden wollen, kommen wir damit nicht weit.
Also kaufen wir erstmal kein Auto, fliegen nach Brisbane und fahren mit einer Mitfahrgelegenheit weiter nach Sydney.

Währenddessen machen wir uns einige Gedanken und spielen gedanklich alle Vor- und Nachteile der verschiedenen gängigen Fahrzeug durch.

  • Kombis:
    + geringer Spritverbrauch, genügend Platz zum schlafen, günstig in der Anschaffung, jeder 2. Backpacker hat einen – dadurch günstige Ersatzteilbeschaffung, sollte etwas kaputt gehen
    – nicht geländegängig, flach, irgendwie 0815.
  • Vans:
    + fahrbare Wohnung-> quasi ein Zuhause auf Rädern, viel Platz zum Leben unterwegs
    – nicht gelängetauglich, höherer Spritverbrauch als ein Kombi, unsportlich
  • Subaru Forrester mit Allrad – beliebtes Zwischending aus Kombi und Allradfahrzeug:
    + geringerer Spritverbrauch als ein „richtiger“ 4WD (Allrad)
    – die Optik. Es ist nichts halbes und nichts Ganzes – und erst recht nichts Ästhetisches. Irgendwie nur als Waldauto tragbar (sorry Martin 😉 )
  • Jeep
    + für jedes Gelände geeignet, man kommt auch in den Nationalparks Kakaduu & Kimberley überall hin, Fun, erhöhter Coolnessfaktor, geräumig wie ein Kombi
    – höherer Spritverbrauch als die anderen Modelle, teurer in der Anschaffung

Danach wussten wir eigentlich gar nicht mehr, wonach wir genau suchten. 😀 Wir sahen uns Vans an, Kombis und auch einige Jeeps. An einem Tag waren wir sicher, dass die Vorteile eines Vans überwogen, am nächsten wollten wir vielleicht doch eher einen Kombi mit Allrad oder gar einen kleinen Jeep?!

Zu guter Letzt wurde es dann wie immer das Gegenteil vom Ursprünglichen und (hoffentlich) genau das Richtige: ein großer, gewaltiger Jeep!

Ein Mitsubishi Challenger, Baujahr 2001 mit 241.000 Kilomtern auf dem Tacho. Mit kräftigem Allradantrieb, Differentialsperre, Getriebeuntersetzung, Windschutzfängen an den vorderen Scheiben und viiieeel Platz für allen nötigen – und unnötigen – Krempel. Und in unserem Fall goldfarben 😀 Auch wenn der Kilometerstand auf den ersten Blick hoch erscheint, ist das für australische Maßstäbe noch gar nicht viel. Hier sind Taxis mit 700.000 km auf dem Buckel keine Seltenheit.

Es ist sozusagen Liebe auf den ersten Blick. Der Kauf geht innerhalb eines halben Nachmittags über die Bühne und am Abend der Hl. 3 Könige gehört das Goldschätzchen uns. Bei einem guten BBQ stoßen wir auf unseren neuen Reisebegleiter an und taufen ihn – seinem goldenen Fell und seinem gewaltigen Brüllen zu Ehren – auf den Namen Lion King.

Die nächsten Tage verbringen wir damit, unseren Löwen auszustatten. Bisher gehörte er noch keinem Backpacker, sondern war ein liebevoll gepflegter Stadttiger. Daher haben wir zwar keine vollständige Campingausrüstung mit erworben, wie das bei vielen Backpacker-Autos der Fall ist – dennoch war das mit ein entscheidender Kaufgrund. Denn oftmals werden Backpacker-Autos mit nur so wenig Investition wie absolut nötig so viele Kilometer wie möglich gefahren. Biene kennt sich da aus 😉

Als Ausrüstung kaufen wir einen klappbaren Tisch, Campingstühle, eine 22 Liter Eisbox (ein MUST downunder – kein Australier geht ohne seine „Esky“ auf Tour), eine große Küchenbox mit Töpfen, Wok, Geschirr, Besteck, etc, einen Ersatzbenzinkanister, einen 10 Liter Wasserkanister und natürlich: eine große Matratze aus Schaumstoff samt Überzug und Schlafsack als Bett. Und Material für ein stabiles Regal, um all das zu verstauen 😀 Zum Abschluss füllen wir noch alle verfügbaren Hohlräume mit Proviant, Werkzeug und Vorräten aus.

Zwischenzeitlich macht uns leckendes Öl etwas Besorgnis, aber das ist bei Jeeps dieser Generation wohl ein Alltagsproblem. Wir fahren ja auch nicht gleich in die totale Wildnis, sondern erstmal in den nur 2 Stunden von Sydney entfernten Blue Mountains Nationalpark.

So ausgerüstet sind wir eine Woche später startbereit für unsere erste Tour. Von Biene´s Eltern haben wir Benzingeld für 100 km zu Weihnachten bekommen, damit tanken wir unseren Lion King das erste Mal auf.

DANKE, MAMA & PAPA!

Und damit kann unser Australien-Abenteuer nun richtig starten…