Roadtrip an der Central East Coast – Coffs Harbour bis Sydney

Nach unserem Aufbruch aus Bellingen gibt es f├╝r uns nur eine Richtung: weiter ans Meer ­čÖé So fahren wir direkt nach Uranga. Ab hier wollen wir entlang der Central East Coast wieder Richtung S├╝den bis nach Sydney cruisen. Uranga liegt nur 26 km unterhalb von Coffs Harbour, wo wir auf der Fahrt von Brisbane nach Sydney vor Silvester einen ├ťbernachtungsstopp eingelegt haben. F├╝r die Strecke Coffs Harbour – Sydney brauchten wir dann noch genau 6 Stunden. Dieses Mal nehmen wir uns daf├╝r 8 Tage Zeit.

Statt die gesamte Strecke auf dem durchgehenden Pacific Highway zur├╝ckzulegen, fahren wir soviel wie m├Âglich auf kleinen Landstra├čen durch die K├╝stenorte und nehmen auch mal Stichstra├čen und Schotterpisten zu abgelegenen Buchten.

Unsere erste Etappe f├╝hrt uns nach South West Rocks, einem kleinen K├╝stenort der vor allem unter Australiern als Urlaubsort beliebt ist. Unterwegs decken wir uns noch mit Lebensmitteln ein. Der n├Ąchste Tag, Montag der 26. Januar, ist australischer Nationalfeiertag. Dieser „Australian Day“ wird gro├č gefeiert. Viele Australier bemalen sich ganz patriotisch das Gesicht in den Landesfarben und schon seit Wochen sind daf├╝r in den Superm├Ąrkten alle m├Âglichen Produkte (Flaschenk├╝hler, Strandt├╝cher, Campingst├╝hle, Flaggen) mit Aufdruck der australischen Flagge im Angebot. Wir finden einen sch├Ânen Rastparkplatz direkt oberhalb der herrlichen Trial Bay zum ├ťbernachten. Vor uns das Meer, hinter uns Duschen, Public Toilets und Umkleidekabinen – perfekt! Mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang im Hintergrund grillen wir und schlafen zum ersten Mal seit einer Woche wieder in Lion King. Am n├Ąchsten Morgen springen wir gleich zum Sonnenaufgang ins Meer. Anschlie├čend trinken wir Kaffee und sehen auf einmal einen ganzen Schwarm Delfine, die direkt vor uns im Wasser spielen und jagen.

Genial! Sp├Ąter am Vormittag gehen wir nochmal mit einem gefundenen Bodyboard im Meer planschen. Fun! Gerade als wir gegen Mittag aufbrechen, f├Ąngt es an zu regnen. Und h├Ârt den Rest des Tages nicht mehr damit auf. Da sind die Australier wohl letztes Jahr nicht brav gewesen ­čśë

Wir fahren weiter und statten dem h├Âchsten Leuchtturm im Staat, dem Smoky Cape Lighthouse, einen Besuch ab. Das gleichnamige Kap unterhalb des 1891 errichteten Leuchtturm erhielt seinen Namen direkt vom Entdecker Australiens.* Dieser sah bei seiner Landung in dieser Bucht ├╝berall auf den H├╝geln die rauchenden Feuer der hier lebenden Aboriginee V├Âlker und benannte nach diesen das „Rauchende Kap“. Anschlie├čend fahren wir weiter nach Kempsey, wo wir diese Nacht auf einem Stadtparkplatz am Fluss unser Nachtlager aufschlagen. Und unter dem ├╝berdachten Picknickplatz grillen. Im Sonderangebot gab es 1,8 kg W├╝rstchen – die wollen erst mal gegessen werden…

Am n├Ąchsten Morgen wachen wir auf, als Stadtarbeiter auf den B├Ąnken neben unserem Auto ihr Vesper halten ­čśÇ Wir steigen aus und sind froh, dass wir nicht etwas n├Ąher am Fluss geparkt haben – denn der ist durch den starken Regen ├╝ber Nacht einen guten Meter angestiegen. Wir brechen bald wieder auf und fahren durch bis nach Port Macquarie. Diese als Str├Ąflingssiedlung 1820 gegr├╝ndete Stadt ist heute ein beliebter Urlaubsort mit vielen Gr├╝nfl├Ąchen, mehreren Surf- und Badestr├Ąnden und einer sch├Ânen Uferpromenade. Wir suchen uns ein Schlafpl├Ątzchen am etwas abgelegenen Shelly-Beach mit ├╝berdachten Grillpl├Ątzen, um die 2. Ladung der 1,8 kg W├╝rste zu grillen. Da es immer noch regnet, verkriechen wir uns recht fr├╝h in unser Auto.

Auch am n├Ąchsten Morgen zeigt sich die Sonne noch nicht. Biene verbringt den tr├╝ben Vormittag in der Bibliothek zur Recherche, w├Ąhrend Uli einkaufen geht und eine Werkstatt sucht. Nachmittags besuchen wir das einzige Koala-Krankenhaus Australiens. Hier werden verletzte und kranke Koalas gepflegt und aufgep├Ąppelt, bis sie wieder in den Busch entlassen werden k├Ânnen. Wir kommen gerade rechtzeitig zur F├╝tterung der Patienten in den Au├čengehegen. Die kostenlose F├╝hrung ist super interessant ist und wir erfahren allerlei ├╝ber die grauen Beuteltiere, die zwar Koala-B├Ąren hei├čen, aber eigentlich Verwandte der K├Ąngurus sind.

Hier merken wir auch, dass uns unser Fahrer Marc einen (Koala-)B├Ąren aufgebunden hat: Der Grund daf├╝r, dass Koalas h├Ąufig angefahren werden ist n├Ąmlich nicht, dass sie von den ├Ątherischen D├Ąmpfen in den Eukalyptusbl├Ąttern, von denen sie sich ern├Ąhren, benebelt werden und die Orientierung verlieren, sondern dass sie nur schlecht sehen k├Ânnen. Schade, wir fanden die erste Theorie eigentlich lustiger ­čśë In ihrer Ern├Ąhrung liegt auch der Grund, warum Koalas ca. 20 Stunden am Tag schlafen und sich kaum bewegen – da die Eukalyptusbl├Ątter zu ungef├Ąhr 70 % aus Wasser bestehen, reicht die Energie daraus einfach nicht f├╝r mehr Aktivit├Ąt. W├Ąre das auch gekl├Ąrt.

Im Anschluss besichtigen wir noch das Roto-Haus, ein restauriertes Landhaus im sp├Ąten viktorianischen Stil, in dem mit vielen Original-Gegenst├Ąnden und M├Âbeln das Leben der Pionierfamilie dokumentiert wird, die in dem 1890 erbauten Haus lebte. Wir verbringen noch eine Nacht in Port Macquarie, ziehen aber um an den sch├Âneren Surfclub Beach. Am Shelly Beach war nachts etwas viel „Verkehr“…Autos kamen, blieben 1-2 Stunden und fuhren dann wieder davon…. W├Ąhrend wir den abendlichen Surfern zuschauen, grillen wir den Rest unserer 24 W├╝rstchen und zum Abschluss des Tages klart es sogar noch etwas auf. Morgens meldet sich die Sonne mit einem fantastischen Sonnenaufgang zur├╝ck und wir springen ins Meer.

Gegen Abend erreichen wir nach einer schier endlosen Schotterpiste und einigen Verfahrern das ca. 40 km entfernte Crowdy Head. Hier finden wir etwas au├čerhalb des verschlafenen K├╝stendorfes unterhalb dem Leuchtturm wieder einen tollen, breiten Strand mit angrenzendem Parkplatz. Die Wellen sind genial; wir schwimmen, grillen und bewundern den klaren Sternenhimmel. Am n├Ąchsten Morgen haben wir wieder sensationelles Gl├╝ck: nach unserem morgendlichen Spiel mit den Wellen und einer Runde Strand-Joggen von Uli sehen wir beim Fr├╝hst├╝ck einen ganzen Schwarm Bottlenose-Delfine, die ebenfalls mit den Wellen spielen. Fast eine ganze Stunde lang springen sie durch das Wasser und – wir w├╝rden es nicht glauben, wenn wir es nicht mit eigenen Augen gesehen h├Ątten – surfen die brechenden Wellen entlang. Ein geniales Schauspiel!

Waren wir fr├╝hmorgens noch die Einzigen an diesem sch├Ânen Strand, f├╝llt er sich am Vormittag langsam. Bevor wir aber weiterfahren, nehmen wir unseren Lion King noch auf eine kurze Fahrt mit an den Strand. (Fast) ganz offiziell, denn zwar hat der Strand einen 4WD-Zugang, wir aber kein lokales Permit…

Das holen wir uns am n├Ąchsten Tag in Port Stephens. Hier warten die gr├Â├čten Wanderd├╝nen der s├╝dlichen Hemisph├Ąre auf uns. Mit einem Teil unseres Weihnachtsgeschenks von Uli┬┤s Faustballerkameraden holen wir uns ein 3-Tages-Permit und machen uns auf in den riesigen Sandkasten. ├ťber 18 km erstreckt sich ab der Anna Bay eine goldgelbe W├╝ste. Sand, soweit das Auge blickt. Zwischen dem wild tosenden Meer links und den sich auft├╝rmenden gigantischen Sandd├╝nen rechter Hand cruisen wir am Strand entlang und fahren unser Allrad-Fahrzeug mal richtig aus. Es ist guter Spa├č, auch wenn Biene fast noch in dem tiefen Sand stecken bleibt ­čÖé

DANKE AN DIE ENZBERGER FAUSTBALLER!

Am Nachmittag fahren wir weiter in die Stadt mit dem weltweiten gr├Â├čten Exporthafen f├╝r Schwarzkohle: Newcastle. Die Str├Ąnde rund um Newcastle gelten als einige der besten Surfstr├Ąnde weltweit. Jedes Jahr im M├Ąrz finden hier die Qualifikationswettk├Ąmpfe f├╝r die Surfweltmeisterschaften statt. Als wir hier sind, waren die Wellen wohl nicht gut, jedenfalls sehen wir zwar viele Gleitschirmflieger, aber keinen einzigen Surfer im Wasser. Auch die Stadtstr├Ąnde k├Ânnen uns nach den letzten Tagen an herrlichen, abgelegenen Buchten nicht so recht beeindrucken.

Deshalb fahren wir bald schon auf der kleinen K├╝stenstra├če weiter. Als n├Ąchstes erreichen wir Lake Macquarie, den gr├Â├čten permanenten Salzwassersee Australiens, bevor wir durch den Bouddi Nationalpark an einer ganzen Reihe Salzwasserseen auf der einen Seite und dem Meer auf der anderen Seite hindurch fahren. Hier machen wir an einem sch├Ânen Rastplatz direkt am See Mittagspause. Als wir da so sitzen und essen, kommt doch glatt ganz lautlos ein frecher Kookaburra angeflogen und klaut Uli das Brot aus der Hand! V├Âllig ungeniert fliegt er damit auf den n├Ąchsten Baum und hakt das gro├če Brotst├╝ck in kleinere St├╝cke.

Die letzte Nacht vor unserer R├╝ckkehr nach Sydney verbringen wir am Strand von Ettalong Beach. Wir sind nur noch ca. 30 km von Sydney entfernt und hier ist schon Sydney-Wochenend-Urlaubsort. Es gibt viele h├╝bsche, teure Caf├ęs und kleine Restaurants – aber auch 2 sch├Âne Str├Ąnde. Vor einem davon parken wir und grillen passend zum Sonnenuntergang direkt in den D├╝nen.

Genau 18 Tage nach unserem Aufbruch in die Blue Mountains kommen wir am n├Ąchsten Nachmittag wieder in Sydney an. Wir haben uns mit unserer letztmaligen Vermieterin Gail zum BBQ verabredet und verbringen mit ihr und ihrem Freund John einen unterhaltsamen Abend bei Kangurusteak und Champagner. Ein seltener Backpacker-Luxus ­čśÇ Lange bleiben wollen wir nicht, deshalb quartieren wir uns nicht wieder bei Gail ein, sondern schlafen eine Nacht im Auto in ihrer Einfahrt ­čśÇ
Am n├Ąchsten Mittag haben wir noch einen Sightseeing-Punkt, f├╝r den es uns davor in Sydney noch nicht gereicht hat. Vom Cuugee-Beach aus wollen wir in 3 Stunden an mehreren Str├Ąnden entlang einen Klippenweg zum Bondi Beach spazieren. Der Bondi Beach ist f├╝r Sydney-aner das, was Ischgl f├╝r Skifahrer ist. Es geht viel um sehen und gesehen werden.

Als wir nach unserem dortigen BBQ-Lunch am sch├Ânen Cuugee-Beach loslaufen wollen, f├Ąngt es aus – zuvor noch – heiterem Himmel an zu regnen. Wir sprinten zur├╝ck zum Auto und beschlie├čen, die 6 km zum Bondi Beach zu fahren. Vielleicht haben wir ja Gl├╝ck und der Regen zieht in die andere Richtung Als wir am Bondi Beach ankommen, regnet es aber leider auch dort in Str├Âmen. Aber bei sch├Ânem Wetter kann ja jeder an den Strand! Nach einem kurzen Besuch in Sydneys exklusivstem Schwimmclub gehen wir also trotzdem beachen. Nass sind wir jetzt eh schon… Uli joggt den breiten u-f├Ârmigen Strand zum aufw├Ąrmen entlang, w├Ąhrend Biene sich in die Fluten schmei├čt.

Noch am gleichen Abend brechen wir auf und fahren Richtung Osten ins Landesinnere. Wir m├╝ssen weiter – in drei Tagen beginnt f├╝r uns der Ernst des Reiselebens ­čśë

Preisfrage: Wer von unseren Lesern wei├č, wer Australien offiziell „entdeckt“ hat? Wer die erste richtige Antwort unten in die Kommentaren schreibt, bekommt eine Postkarte!

PS: Googlen z├Ąhlt nat├╝rlich nicht…! ­čśë